Beiträge von Philio

    Bei der SBB erkennt man an diesem Verhalten zuverlässig nicht-Schweizer. ;)

    Meine Jugendlichen perfektionieren das Chillen beim Zugfahren im Laufe ihrer Schulzeit. Das hat mich unterwegs schon den ein oder anderen Nerv gekostet. Oh, wir haben 5 min Zeit zum Umsteigen.... Hach, das reicht locker um sich bei Coop Pronto ne Tüte Chips zu holen. Biep biep biep... Die Tür geht zu un der letzte Schülerfuss verschwindet gerade eben so darin, geschafft.

    lach...ja, das vertraute Biep Biep Biep der SBB :rofl: Gerade eben war‘s wieder da...

    und mind. 15 min vor der Haltestelle schon stehen um nur ja den Ausstieg nicht zu verpassen.

    Ja!!! Ich hab gedacht, ich werd nicht mehr … neulich, auf der Fahrt zur didacta habe ich das original so erlebt. Im ICE von Stuttgart nach Mannheim, stehen ungelogen 20 Minuten vor dem nächsten Halt Leute auf und stellen sich mit ihrem ganzen Gepäck vor dem Ausstieg in einer Schlange auf, so dass auch sicher keiner mehr durchkommt. Dem Herdentrieb folgend, steht 5 Minuten später tatsächlich der ganze Gang voll. In solchen Situationen erscheint der T800 alias Arnie in T2 vor meinem geistigen Auge, wie er dem jungen John Connor prophezeit, dass die Menschen es nicht schaffen werden … Ihr Vielzugfahrer in Deutschland, klärt mich bitte auf – ist das wirklich gerade die neueste Mode?

    Das ist weder nötig, noch will das irgendjemand.

    Weder noch ;)

    Zumindest soweit es mich angeht, kann ich das bestätigen :)

    Ich gebe zu, ich hatte am Anfang Hemmungen. Inzwischen aber kaum noch - wenn ich Fehler mache, dann mach ich sie halt. Wie in jeder anderen Sprache auch. Aber wie schon oben gesagt, Schweizerdeutsch ist mir durch meine Herkunft sehr nahe (ich bin mit schwäbischem Dialekt aufgewachsen, in meiner Familie wurde kein Hochdeutsch gesprochen – höchstens durch mich ;)), deshalb bin ich vielleicht in dieser Hinsicht kein ideales Beispiel.

    3) Je mehr man verdient desto mehr Steuern werden wieder abgezogen. Es bleibt in der Regel bei 100 % ein Gehalt von ca. 6000 CHF netto. Gleichzeitig muss man mit Lebenshaltungskosten für eine Person von 3500 CHF rechnen, wenn man normal lebt, d.h. eine 3-Zimmer-Wohnung hat und Miete, Versicherungen etc. bezahlt. Bleiben also mit Glück 2000 CHF, die man sparen könnte (sofern man tatsächlich das Glück hat, eine 100 %-Stelle zu finden)

    Dass man in Deutschland bei diesem Einkommen den Spitzensteuersatz von 42% hat, weisst du? Die Einkommensteuerbelastung in der Schweiz ist im Vergleich dazu gering, siehe den Beitrag voll @Wollsocken80. Beim letzten Satz bleibt mir schon etwas die Spucke weg - ich komme gebürtig aus einem Arbeiterumfeld, meine Mutter war Schichtarbeiterin in einer Fabrik. Monatlich sparen konnte meine Familie exakt Nullkommagarnichts. Im Vergleich dazu habe ich jetzt ein finanziell begütertes Leben. Sorry, dass ich so direkt bin, aber in einer Zeit, in der viele Familien sehen müssen wie sie über die Runden kommen, halte ich monatlich übrige CHF 2000 zum Sparen für reinsten Luxus.

    4) Grenzgänger werden doppelt besteuert, d.h. zuerst in der Schweiz und auf das Übriggebliebene dann in Deutschland. Man macht damit einen kleinen Gewinn, aber man wird nicht "reich"

    Was meinst du mit "doppelt besteuert"? Ich war Grenzgänger bevor ich in die Schweiz gezogen bin, und ich habe in der Schweiz eine Quellensteuer von 4,5% bezahlt, die mir auf meine deutsche Steuerschuld angerechnet wurde (aber nach oben gedeckelt, wenn ich es noch richtig weiss). Dazu musste ich vierteljährlich Steuerabschläge an das deutsche Finanzamt vorauszahlen, die Endabrechnung ging dann über die deutsche Steuererklärung. Die Steuer wird letztendlich im Wohnsitzland bezahlt, wie bei Ländern mit Doppelbesteuerungsabkommen üblich. Wie gesagt, durch die Deckelung der Anrechenbarkeit der Quellensteuer geht bei einem hohen Verdienst etwas verloren – aber der Unterschied zur deutschen Steuerbelastung macht deutlich mehr aus.

    5) Man ist kein "Beamter", d.h. man ist auch nach Jahren mit nur 3-monatiger Kündigungsfrist kündbar

    So wie jeder andere Arbeitnehmer in der Schweiz auch … Kündigungen seitens des Arbeitgebers sind trotzdem extrem selten.

    6) Familien mit Kindern oder Menschen, die Kinder planen, sollten sich das gut überlegen. Die Kinderbetreuung für 2 Kinder "frisst" schnell ein Monatsgehalt einer Person und es gibt keine Elternzeit, nur 3 Monate Mutterschutz. Danach muss man wieder arbeiten und das Kind fremd betreuen oder unbezahlten Urlaub machen und die 3500 CHF monatlich vom Ersparten bezahlen. Väter erhalten nur 2 Tage "Vaterschaftsurlaub". Ein Witz.

    Ich bin Single ohne Kinder und habe diese Nachteile deshalb nicht – das muss ich fairerweise sagen.


    7) Alles Soziale: Fast alle Deutsche, die ich gefragt habe, und meine eigene Erfahrung bestätigen mir: Es ist sehr schwer, hier als Deutsche/r "anzukommen" und Freunde zu finden.

    Alle Deutsche, die ich kenne, und meine eigene Erfahrung bestätigen mir, dass es nicht so ist.


    Man sollte Schweizerdeutsch unbedingt mindestens verstehen lernen, sonst hat man es schwer.

    Ja, das sollte man. Das gilt aber auch für die Sprache jedes anderen Landes, in dem man dauerhaft leben will. Schweizerdeutsch (eigentlich ist das schon sehr vereinfacht, es gibt unzählige lokale Varianten) ist nicht einfach "nur" ein Dialekt, Schweizerdeutsch ist die Sprache der Deutschschweiz und die Basis des (deutsch-)schweizerischen Selbstverständnisses. Zugegeben, als im südlichen Baden-Württemberg Aufgewachsener fällt mir das Verstehen sehr leicht und sprechen kann ich inzwischen so, dass es vielleicht erst im dritten Satz in Folge auffällt ;) Dass ich sprachlich im Thurgau sozialisiert wurde, kann man glaube ich schon gut raushören...

    Im Lehrerzimmer wird man nie ganz dazugehören.

    Kann ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil, an meiner Schule herrscht zwischen Deutschen und Schweizern ein sehr freundschaftliches und herzliches Verhältnis.

    ich bin auf der Suche nach ein paar Anregungen. Welche Vor- und Nachteile gibt es/ seht ihr von

    a) Frontalunterricht
    b) offenem Unterricht
    c) Projektmethode
    d) Handlungsorientiertem Unterricht?

    Darüber hinaus bin ich auch dankbar für Literaturtipps zu diesen Unterrichtsformen im Allgemeinen (Was ist das? Wodurch gekennzeichnet?...)

    Nachdem ich gerade nichts besseres zu tun habe, mache ich mal deine Hausaufgaben beantworte ich mal deine Fragen… oh wart mal, jetzt ist mir doch noch was besseres eingefallen…

    Aber ja ... ich frage mich schon, was wird, wenn ich dann alles an "Standard-Szenarien" mal gesehen habe.

    Dadurch, dass es bei mir an der Berufsschule deutlich "lehrplangebundener" zugeht als am Gymnasium und die Klassen nur ein, höchstens zwei Jahre da sind, ist der Zustand alle "Standard-Szenarien" schon gesehen zu haben, schon bald erreicht. Zugegeben, auch ich bin eher schnell gelangweilt und von der ungeduldigen Sorte (letzteres aber eher mit mir selber, weniger mit anderen).
    Tatsächlich habe ich mich aber im Unterricht noch nie gelangweilt - das liegt für mich nicht am Fachlichen, sondern an den Menschen. Dadurch, dass ich es mit Erwachsenen zu tun habe, die schon eine eigene Biographie haben (sie haben alle einen Lehrabschluss und teilweise auch schon ein paar Jahre gearbeitet, bis sie zu uns kommen) ist es eine ganz andere Basis als mit Kindern. Meine Lernende haben überwiegend sehr konkrete Pläne für ihr Leben und es gibt mir persönlich sehr viel, ihnen bei der Realisierung ihrer Pläne ein Stück weit helfen zu können. Umgekehrt lerne ich auch von ihnen sehr viel, bekomme Einblick in die verschiedenen Berufe, etc.

    Ich war tatsächlich dort und fand es hauptsächlich deshalb spannend, weil ich noch nie dort war. Für die, die das schon kennen, gab es vermutlich nicht so viel spannendes. Hab Bücher bei Klett gekauft und noch etwas Kleinkram.

    War beim Stand von Microsoft und war vom Hardwareangebot etwas enttäuscht. Tatsächlich hätte ich ihnen auch vor Ort ein Surface abgekauft, wenn sie welche zum Verkauf da gehabt hätten. Sie hatten aber nur ein bis zwei Pro zum Zeigen und ein paar Go... fand ich etwas schwach.

    Den Vortrag von Jan-Martin Klinge bei Microsoft hätte ich gern gehört, aber der war am falschen Tag und extra deswegen wollt ich nicht nochmal rein.

    Also ich persönlich wäre sehr für eigenständigen Informatikunterricht. Als kleinsten gemeinsamen Nenner zumindest ein Lernfeld „Programmieren und Algorithmen“ oder wie auch immer man das nennen mag, das per Lernspirale mit sowas wie Scratch anfängt und über die Schuljahre (der Entwicklung der Lernenden angepasst) formaler werden darf.
    Tatsächlich fände ich das eigentliche Programmieren an sich gar nicht mal so wichtig, sondern das damit transpotierte Verständnis, wie die Welt heute funktioniert.
    Die Themen der geforderten „Digitalkunde“ kann man ja in die Fächer integrieren, oder nicht? Das wäre auch spannend, finde ich jedenfalls: z.B. Fake News in Deutsch und Englisch; Handy/Tablet als Werkzeug mit Apps wie Geogebra, Desmos, Photomath in Mathe; Datenschutz und -sicherheit in Gemeinschaftskunde ... nein?

    Ich denke, dass das Diplom in Wirtschaftsinformatik den Hochschulabschluss im Bedarfsfach abdecken sollte

    Das denke ich leider nicht, sorry. Die DHBW ist keine Universität und ein Abschluss dort ist nicht vergleichbar mit einem Universitätsabschluss, das Studium an der DHBW dauert 3 Jahre und davon ist nur die Hälfte der Zeit an der Hochschule. Auch zu Diplomzeiten hatte ein Informatikstudium an einer Uni nicht unter 8 Semestern Regelstudienzeit, schätze ich.

    Bei Mathe wäre ich mir da nicht so sicher.

    Also, einer meiner Profs. hatte seinerzeit behauptet, man brauche nur logisches Denken für ein Mathestudium. Allerdings war dieser Mensch eher klischeehaft von der weltfremden Sorte und konnte sich vermutlich nie in die Niederungen derjenigen begeben, für die die Anfängervorlesungen nicht voll trivial waren.
    Aber tatsächlich ist das Mathestudium etwas hinterhältig – die ganzen Definitionen, Sätze und Beweise in den Lehrbüchern sind so wunderschön geradlinig und folgerichtig dargestellt. Aber dass diese für Anfänger teilweise furchteinflössenden Beweise die Ergebnisse eines oft langen Prozesses sind, das verschweigen die Bücher. Sie verschweigen auch, wie die man auf diese Beweise gekommen ist oder wie der Student auf diese Beweise hätte alleine kommen sollen. Nur diejenigen, die es so lange durchhalten und nicht aufgeben kommen dahinter, dass hinter vielen Beweisen viel Arbeit und Erfahrung, aber nicht unbedingt Genialität steckt.
    Bei Physik habe ich eine andere Theorie. Ist jetzt auch eine anekdotische Evidenz, aber die Studienkollegen, die das Physikstudium eher "mathematisch" angegangen sind, haben sich im Studium sehr viel leichter getan. Die "Bastler", denen der Lötkolben näher war als die Differentialgleichung, hatten meiner Beobachtung nach die grösseren Probleme mit dem Physikstudium zurechtzukommen, denn das Studium ist fast reine Theorie (von den Laborpraktika mal abgesehen - die sind aber vom Umfang deutlich weniger als bei den Chemikern).

    Dankbarkeit von der Institution Schule im eigentlichen Sinne zu erwarten, ist mit ein Freifahrtschein in den Burnout und in die Depression.

    +1
    Ergänzen möchte ich noch: Sich daran zu orientieren, was andere sind und haben (das gilt auch für Aufmerksamkeit und Wertschätzung, die andere bekommen), ist der schnellste Weg zum Unglücklichsein.

    „Gefühl für Tonleiterstufen“ habe ich im Schulkontext bis zur Oberstufe nur seltenst ausbilden können. Und das auch nur bei guten und langjährigen Klavier- oder Orgelspielern. Auch in der Musikschule und im Studium habe ich selten Personen erlebt, die Leit- oder Grundtöne wirklich „fühlten“. Vielleicht meinst Du aber auch etwas anderes...

    Sorry für OT, aber das erinnert mich an meinen Saxophonlehrer, der eine Tonfolge spielt und freudestrahlend ausruft: "Das ist unsere Heimat, das ist C-Dur!". Ob ihm wohl meine verständnislosen Blicke aufgefallen sind ...?

    Wenn ich durch zusätzliches Engagement etwas positives für meine Lernenden und/oder Kollegen bewirkt habe, dass ist das für mich gut so. Anerkennung und Lob sind schon nett, aber ich brauche das nicht.

    Allgemein noch zur Messe Friedrichshafen: Wenn man übernachten möchte oder muss, könnte es sich lohnen, nach Konstanz zu fahren und dort zu übernachten. Von dort aus mit dem Katamaran nach FN "pendeln" und vom Hafenbahnhof einen Shuttlebus zur Messe nehmen. Das lohnt sich aber i.d.R. nur, wenn keine Hochsaison ist oder es nicht gerade eine "ganz schlimme" Messe wie die Eurobike ist (da pendeln Messebesucher schon mal von Zürich oder Ulm nach Friedrichshafen).

    Also, zur didacta 2019 werde ich mit dem Zug anreisen. Auto habe ich aktuell keines, fliegen würde ich auf einer so kurzen Strecke nicht.

    Nachdem das Thema Übernachtung auch angeschnitten wurde: Übernachten werde ich in einem (zugegeben nicht ganz günstigen) Hotel. Das klingt jetzt vielleicht etwas versnobt, aber die Zeiten von Hostels, Jugendherbergen, etc. habe ich schon länger hinter mir gelassen. Ich hab gerne meine Ruhe und etwas Komfort. Campen/Wohnmobil usw. ist absolut nicht mein Ding und war es auch noch nie. Airbnb finde ich maximal gruselig – bei wildfremden Menschen in deren Wohnung übernachten, am besten noch wenn die auch anwesend sind... eine Vorstellung, die aus einem Alptraum sein könnte. Nee, danke.

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