as ich aber zunehmend erlebe sind Referendare, die sich nichts sagen lassen, in der Schule übers Seminar, im Seminar über die Schule lästern, nicht richtig schreiben können, schwierige Schüler vor der Lehrprobe "verschwinden" lassen dürfen und trotz mangelnder Reflexionsfähigkeit 2en einstreichen, weil wir gerade dringend Lehrer brauchen.
Das erlebe ich mittlerweile leider auch vermehrt. An meiner jetzigen Schule ist es schon so gravierend, dass ein zweites Examen mit einer 2 davor als schlecht angesehen wird. Die Noteninflation hat schon längst auch auf das Ref übergegriffen.
Das Ref war für mich auch eine sehr schwierige Phase meines Lebens. Die ständige Bewertung (vor allem der Lehrerpersönlichkeit), das Managen von so vielen Dingen parallel (herzlich willkommen im Lehrerberuf
) und das Erkennen von Prioritäten war total anstrengend.
Mit einem meiner zwei Fachausbilder des Studienseminars bin ich regelmäßig aneinander geraten (er war der Typ "Singen - Klatschen - Tanzen" und "Wenn Faust ein Kuscheltier wäre, welche Tierart würdest du ihm zuschreiben?"). Vor den UBs mit ihm habe ich im Verlauf des Refs zunehmend eine Panik entwickelt, bei den Besprechungen danach habe ich mehrfach tief durchatmen müssen, um diese zu ertragen. Dabei ging es aber nie um eine Note, mit der ich nicht einverstanden war, sondern eben eher die Art und Weise der Kritik.
Mit den anderen Ausbildern (es waren um die 5 Leute, die mich im Laufe des Refs UBs bewertet haben plus den Examenstag) kam ich mehr oder weniger gut klar. Ihre Kriterien waren aber transparent, das war das Wichtigste und eine Orientierung möglich.
In meinem Ref-Durchlauf haben wir am Ende einen ü 2,5 Durchschnitt gemacht, ein paar haben auch nicht bestanden, manche haben Jahre gebraucht, um eine feste Stelle zu ergattern.
Kurz vor den Ferien aktuell saß eine Ref tieftraurig im LZ und als Begründung waren es die 14 statt der sehnlichst erwünschten 15 Punkte bei nem UB ![]()