Beiträge von Caro07

    (Schöne Zunge, gibt es die auch in Gelb?, Ich habe auch einen Mittelfinger, deiner ist aber schöner...).

    Ich glaube, diese Ironie verstehen die Kleinen nicht und verbinden das nicht mit der Aussage eines unerwünschten Verhaltens.

    Ich könnte mir vorstellen, dass es besser wäre, wenn man den Kindern klar sagt, was man von ihnen erwartet, kleine Ziele setzt und immer wieder Rückmeldung gibt.
    Außerdem kann man die loben, die das alles schon schaffen.

    Hast du Zeit, irgendein Projekt zu machen? Faustlos wurde schon vorgeschlagen. Dann gibt es noch eine schöne Geschichte über die Giraffen- und Wolfssprache. Geeignete Bilderbücher gibt es zu diesen Themen auch.

    @ Buntflieger
    Deinen Ansatz, dich mit extremen Stören im positiven Sinn zu beschäftigen, finde ich gut. Dadurch schaffst du eine Basis, auf der du mit dem Schüler arbeiten kannst. Für mich käme da allerdings auch noch die lösungsorientierte Reflexion des Verhaltens in Einzelgesprächen dazu.

    von daher ist wer sich daran "hält" idR schlicht das "Opfer". Das strikt zu befolgen kann zu einem sehr ungesunden Altruismus führen, und Helfersyndrome sind nicht sonderlich praktisch (außer für Pflegeeinrichtungen, die finden nur so noch Leute die solche Arbeit für solche besch... Bezahlung noch machen).

    Na ja, wer das bis zur Selbstauffopferung betreibt, der hat den 2. Teil der Aussage vergessen.

    .... "wie dich selbst". Das bedeutet Selbstschutz und Selbstbewusstsein und nicht Auffopferung bis zum Letzten.

    Dass ganz allgemein so große Schwierigkeiten bestehen, die Vergleichbarkeit zu erkennen, ist natürlich auch eine Folge der frühkindlichen Indoktrination mit kirchlicher Propaganda.

    Ich halte die Beeinflussbarkeit für spezielle spirituelle bzw. kirchlichen Interessen bei Evangelischen und Katholischen nicht so hoch, wenn man sieht, wie viele Leute im Erwachsenenalter aus der Kirche austreten und wie wenig aktive kirchenorientierte Christen hängenbleiben.

    Was mir nach wie vor total missfällt, ist die Verflochtenheit der beiden großen Konfessionen mit dem Staat und auch die Geldgier, die sie an den Tag legen, wie z.B. , dass sie Anteile der Vermögenssteuer wollen, obwohl sie schon Kirchensteuer bekommen. Gut finde ich die sozialen Projekte, aber nur, wenn sie uneingennützig sozial sind und keinen Missionierungshintergrund haben. Doch das könnte auch der Staat übernehmen - das müsste nicht über Teile der Kirchensteuer finanziert werden.

    Wenn man die christlichen Werte des menschlichen Zusammenlebens herausfiltert, die im NT durch die dort beschriebene Gestalt Jesus in dem basalen Satz zusammengefasst wurden: "Liebe deine Nächsten wie dich selbst".... Was ist da eigentlich dagegen einzuwenden?

    Drei oder vier Kinder.
    Versuche vielleicht erst einmal zu analysieren, was da im Hintergrund läuft. Sind immer 2 befreundet und unterstützen sich gegenseitig? Gibt es Mitläufer? Ist es eine Dreierbeziehung mit Eifersucht?
    Wenn dir klar ist, wie das Beziehungsgeflecht der Kinder ist, dann kannst du auch bessere positive Verhaltensimpulse, die auf dei Kinder passen, geben.

    Wie alt sind denn die Kinder?

    Von meinen 8-10jährigen Schülern meiner Klasse kann ich schon sagen, dass häufiges Reflektieren in Gesprächen mit den Beteiligten bzw. Einzelgesprächen hilft. Es muss aber immer ein gewisses Ziel herausgegeben werden. Außerdem habe ich als Klassenlehrkraft vielleicht den Vorteil, dass mein Einfluss doch größer ist. Konflikte mit einer gesamten Klasse zu bereden, mache ich nur in Ausnahmefällen, wenn ich es pädagogisch verantworten kann bzw. wenn viele daran beteiligt waren, weil da einzelne oft in eine Ecke vor anderen gedrängt werden und die Gefahr gegeben ist, dass man sich dadurch den Zugang zu einem schwierigen Kinder verbaut.

    Meine Gespräche laufen meistens so:
    Wie ist es dazu gekommen? (ohne Schuldzuweisung, denn an Konflikten sind mindestens zwei beteiligt, nur die sachlichen Argumente zulassen, man muss die Provokateure auch genau in Augenschein nehmen)
    Wie hätte man das verhindern können?
    Was kann man daraus lernen?
    Auftrag: Macht das das nächste Mal anders, damit es nicht dazu kommt bzw. ändere dein Verhalten an den Stellen, wo es nötig ist. (Manchmal ist dann ein konkretes Einzelgespräch danach noch nötig.)
    Die Grundlage dazu muss sein, dass von vorneherein klar ist, dass es allen mit einem guten Umgang besser geht und dass man das, was man getan hat, selbst auch nicht will.

    Man könnte auch nach den 15 Schritten von dem System: "Ich schaff's" (Ben Furmann) vorgehen, doch das muss man richtig auswendig lernen und auch überlegen, ob alle 15 Schritte passen.

    Wenn jemand mit der Ausrede kommt, der hat mich krumm angeschaut oder der hat mich schon vor 2 Wochen geärgert, dann lasse ich so etwas nicht gelten. Das ist kein Grund und sage ihnen, wenn dich das vor zwei Wochen gestört hat, dann hättest du das vor 2 Wochen regeln müssen, notfalls mit Hilfe eines Erwachsenen, wenn es dir vernünftig nicht gelingt.

    Macht Wissenschaft das ganzheitliche Menschsein aus?

    Bei der Bibel kommt man um den Glauben nicht herum.
    Die Bibel ist weder eine wissenschaftliche, historische noch eine reine Glaubenschrift.

    Sie ist eine Sammlung von verschiedenen Schriften, Verfasserschaften und gewissen theologischen Richtungen in regionalen und historischen Kontexten. Es gab noch mehr Schriften. Diese wurden ausgewählt, wahrscheinlich auch aus bestimmten politischen und historischen Gründen. Die Kirche sagt, die Auswahl wäre von Gott inspiriert. Ägyptologen finden einige Parallelen zwischen Pharonenglauben und Heiliger Schrift. Die historische Gestalt Jesu ist nicht bewiesen, zumindest was die archäologischen Funde betrifft, vielleicht war es auch eine Widerstandsgruppe gegen die Römer.

    Ich finde die ganzen Diskussionen von Widerlegungen oder nicht - zwar interessant, aber wo haben sie denn einen praktischen Nutzen für mich als Mensch? Je näher man sich mit den ganzen Umständen der Bibel befasst, desto eher merkt man, dass man viele Aussagen dort gar nicht akeptieren kann und herausgestrichen gehören. Oder man sieht sie als längst überholt und heute nicht mehr relevant. Mich hat es immer gewundert, wie Theologen mit dem Hintergrundwissen an allem festhalten können. Man muss da schon viel verdrängen. Zumindest ging es mir so, nachdem ich eine längere Abhandlung über ein biblisches Thema geschrieben habe.
    Doch eines habe ich von meinem "kleinen" Theologiestudium mitgenommen: Die Aussagen der Bergpredigt sind die zentrale Botschaft, die heute gut lebbar sind, wenn man es will. Es geht um das soziale Miteinander. Ob man dafür einen metaphysischen Überbau braucht und wo man diesen findet, ist eine persönliche Glaubensfrage.
    Für mich ist es letztendlich wichtig, wie jemand ist, wie er sich verhält, wie ich mit ihm auskomme. Woher er seinen positiven Hintergrund hat, ist er z.B. metaphysisch, also an einem Göttlichen orientiert, weil er dadurch mehr motiviert ist (religiös ausgedrückt, mehr Kraft hat) oder ob er einfach humanistisch denkt, ist seine Sache, aber ist für mich persönlich nicht relevant.

    Hallo Auct,
    ich finde es super, dass du dir so viele Gedanken darum machst.

    Das erinnert mich an zwei Situationen:
    Mein Sohn hatte ebenfalls in diesem Alter große Schwierigkeiten mit manchem Lehrer (vor allem mit einer Lehrkraft, die als unerbittlich bekannt war), das bis zur Arbeitsverweigerung ging. Er fühlte sich von der Lehrkraft nicht verstanden, seine Arbeitsversuche nicht gewürdigt, ständig der Kritik ausgesetzt und somit persönlich abgelehnt. "Die kann mich nicht leiden", sagte er öfter. Ich bin überzeugt, hätte diese Lehrkraft mit meinem Sohn einmal vernünftig geredet, so wie du dir Gedanken machst, wäre es nicht so weit gekommen, denn letztendlich hätte mein Sohn das verstanden.
    Als Lehrerin in der Grundschule passiert es selten, aber schon immer mal wieder, dass Kinder wegen subjektiv empfundener schlechter Noten weinen, weil sie Angst vor zuhause haben. Wenn ich ihnen dann anbiete, die Eltern anzurufen und sie sozusagen vorzubereiten, nehmen das die Kinder erleichtert an. Außerdem rede ich mit ihnen darüber, dass dies eine Note unter vielen ist und die nächste wieder ganz anders aussehen kann. (Individuell je nach Kind, ich gebe ihnen sozusagen einen positiven Impuls.) Mit diesem Beispiel möchte ich sagen, dass man die Noten nicht ändern muss, aber den Schülern Hilfe anbieten und ein positives Zukunftsszenarium darlegen kann.

    Dann kann ich meine Energie darein stecken, SuS nach neuesten fachdidaktischen Erkenntnissen (und zwar empirisch orientierten) zu unterrichten.

    Da sprichst du einen wichtigen Punkt an und das ist nämlich das Dilemma und das Strittige zwischen Uni- bzw. PH-Theorie und Praxis. Bei empirischen Erkenntnissen muss man auch ganz genau anschauen, wie man dazu gelangt ist. Es gibt auch Ergebnisse, die sich widersprechen oder Jahre zuvor andere Schlüsse gezogen haben. Ein berühmtes Beispiel dafür ist, dass im Rechtschreiben plötzlich die visuelle Merkfähigkeit überhaupt keine Rolle mehr spielen soll, worauf man früher z.B. die RS aufgebaut hat.

    Manchmal sind die neuesten Erkenntnisse gut vewertbar und manchmal nicht. Nur kommen die Referendare - das beobachte ich immer wieder - mit einem großen Selbstbewusstsein von der Uni und sind überzeugt davon, dass nur ihre gehörte/gelernte Methode die beste sei. So scheint man es in einigen Fachbereichen an der Uni zu vermitteln und das scheint manchmal sogar so weit zu gehen, dass man andere Methoden als althergebracht ablehnt. Da wundert es mich nicht, dass Referendare von dem überzeugt sind, was sie so gelernt haben.

    In Fortbildungen hören wir als erfahrene Lehrer auch von den neuesten Erkenntnissen. Nur wir verwerten sie aufgrund unserer Erfahrungen. Jeder Referendar wird einmal ein erfahrener Lehrer. Der Kreislauf beginnt von neuem.

    Zudem gibt es doch auch sozial Auffällige in der Grundschule zur Genüge. Kinder die heulen oder ihr Blatt zerreißen, wenn sie etwas (vermeintlich) nicht können.

    Das hat aber nichts mit dem zu tun, dass Schüler in der Sekundarstufe fast kaum mehr produktive Einzelarbeit machen. Einzelfälle gibt es natürlich immer wieder. Es geht aber allgemein um die durchschnittlichen Schüler. Im Eingangsbeitrag gehe ich von dem durchschnittlichen Schüler aus.

    Es ist in der Grundschule ja nicht so, dass alle Schüler von vorneherein durchgängige Einzelarbeit machen. Aber das lernen sie im Lauf der Grundschule. In diesem Bezug kann man doch viel erreichen. Auch die Schwächeren sind nicht gleich frustriert, sondern wissen die Hilfsangebote zu nutzen. Grundschüler können einem Löcher in den Bauch fragen. Sie kommen oder melden sich und sagen: "Das verstehe ich nicht." Dann bekommen sie halt nochmals eine extra Erklärung bzw. gebe ich unterschiedliche Hilfestellungen. Die, die im Unterricht frustriert sind, weil sie etwas nicht verstehen und ihrem Unmut Luft verschaffen oder frustriert weinen, sind die großen Ausnahmen und kenne ich so gut wie nicht. Vielleicht hatte ich auch immer Glück mit den Schülern diesbezüglich oder vielleicht stellt sich die Situation in Brennpunktschulen anders dar. Ich bin an einer durchschnittlichen Schule, die sich in einer Stadt mittlerer Größe befindet mit ca. 20 Prozent Migrationshintergrund, allerdings wohnen da einige Zugezogene. Alteingesessene Einheimische schätze ich auf etwas mehr als die Hälfte.

    Mich wundert es halt, dass eine produktive Einzelarbeit plötzlich in der Sekundarstufe so gut wie nicht mehr möglich ist, wie im Eingangsbeitrag ersichtlich.

    Zum einen sind es da noch Kinder, Kinder ticken meist noch etwas anders als Pubertiere. Auch was Coolseinmüssen vor Mitschülern angeht.
    Zum andern haben sie im Allgemeinen eine andere Beziehung zur Lehrkraft. Die Kleinen kletterten ja noch auf den Schoß, wenn man sie ließe Wenn dann erst mal jede Stunde jemand anders vorne steht, ist diese Offenheit nicht mehr so da.

    Generell mag das schon sein.
    Allerdings habe ich festgestellt, dass in meiner Zeit als mobile Reserve, als ich einmal mehrere Monate Klassenlehrer in der 5. und 6. Klasse Mittelschule vertreten habe, man mit fast derselben Art von Unterrichtsgestaltung arbeiten konnte wie ich im 4. Schuljahr arbeitete. Nur musste man eher von den Anforderungen her einfacher arbeiten. Man konnte nicht mehr die ganze Aufgabenbreite, die auch ein höheres Niveau beinhaltete, einsetzen.
    Im 5. Schuljahr - das war eine Vertretung von 8 Monaten - habe ich fast eins zu eins noch Grundschulmethoden (also eher, wie ich im 4. Schuljahr arbeite) eingesetzt, wie z.B. einen Morgenkreis am Montagmorgen, was die Schüler gerne gemacht gemacht haben und diese damit gut klar kamen. Das mag sich ab der heftigen Pubertät ändern. Allerdings merkt man auch im 4. Schuljahr schon die Entwicklung, dass die Peergroup immer wichtiger wird.
    Übrigens: Die körperliche Nähe der Lehrkraft suchen hauptsächlich Erst- und Zweitklässler. Bei Drittklässlern kommt das nur in ganz wenigen Ausnahmefällen vor (kommt auch darauf an, wie man als Lehrkraft reagiert - es ist eher so, dass das die Studenten und Referendare noch eher zulassen) und tritt dann gar nicht mehr auf. Im 4. Schuljahr kommt es eigentlich nicht mehr vor.

    Eigentlich OT, geht nicht ganz auf die Frage ein...

    Ich frage mich die ganze Zeit, was da auf der Strecke bleibt zwischen Grundschule und Sekundarstufe.
    Warum können die Schüler das grundsätzlich noch bei uns bis zum 4. Schuljahr und dann nicht mehr in der Sekundarstufe?
    (Wenn in der Grundschule die Schüler etwas nicht verstehen, melden sie sich oder kommen zum Lehrer und fragen oder nutzen ein Hilfessystem... so erlebe ich es zumindest)

    @Buntflieger

    Also, die Seminarleitung ist für mich noch keine hohe Ebene. Das sind Lehrer, die in die Schiene der Lehrerausbildung gegangen sind. Bei uns sind das meistens Leute, die auf dem Sprung zuerst kurz Konrektor oder irgendeine Sonderaufgabe (Lehrplankoordinator etc.) gemacht haben und dann Seminarleiter wurden.

    Wenn das so ist, dass du dich nur mit der Seminarleitung angelegt hast (und das gibt es sicher immer wieder) überlege dir die Option mit dem Personalrat auf Schulamtsebene und dem Schulamt. Für mich wären da noch Möglichkeiten, wo du dich zuerst hinwenden kannst, bevor du das Ganze hinwirfst. Gibt es eine Referendats- oder Junglehrervertretung bei der GEW? (In By hat der BLLV dies.)
    Ich würde mir auf jeden Fall Rat bei Lehrerverbänden suchen und/oder persönlich mit Personalräten sprechen.
    Vielleicht könnte man ein Dreiergespräch zwischen dir, dem Seminarleiter und einem Personalrat versuchen, wo Dinge unter einer ruhigen Moderation angesprochen werden.
    Ich glaube nicht, dass ein Seminarleiter persönlich ein Interesse daran hat, dass er durch "Bossing" in Verruf kommen will. Da wäre er ja auch nach oben schlecht angesehen.
    Also, ich sehe da in deiner Situation noch Gestaltungsmöglichkeiten, die vielleicht sogar gewisse Dinge zum Erträglichen bereinigen könnten.

    Ansonsten schlage ich dir dennoch vor, deinen Blickwinkel und deine Empfindungen mit professioneller Hilfe anzuschauen.

    Bei uns hat eine Kollegin abgebrochen, weil sie sich von der vielen Arbeit überfordert sah (hatte noch Familie). Sie war in einem harten Seminar, wo die Seminarleitung alles von den Referendaren gefordert hat. Sie sagte, die haben sie einfach gehen lassen, nicht einmal ein Bedauern ausgesprochen oder versucht sie zu halten.

    Nach einem halben Jahr hat sie es bitter bereut und hat sich dann ein Jahr später wieder neu beworben und wurde wieder ins selbe Seminar aufgenommen.

    Es gibt zwei wesentliche positive Punkte in deinem beruflichen Umfeld:
    die Kollegen und die Schüler.
    Auf diese positiven Punkte würde ich mich emotional fokussieren. Das ist doch auch das, was sehr wichtig im Beruf ist.

    So wie du schreibst, hast du an dich hohe Erwartungen und siehst deine Anstrengungen nicht gewürdigt. Nobody is perfect und schon gar nicht am Anfang. Das werden dir viele Lehrer sagen. Im Seminar scheint nach deinen Schilderungen das Zwischenmenschliche einfach nicht zusammenzupassen. Das passiert manchmal. Das hat sicher jeder schon irgendwie erlebt. Wenn es in der Ausbildung ist, ist es eine große Herausforderung.

    Vorschläge:

    V1:
    Auf alle Dinge gibt es verschiedene Blickwinkel. Ich glaube, dir würde eine Blickwinkeländerung guttun, auch schon eine kleine. Für dieses "Projekt" würde ich mir umgehend professionelle Hilfe suchen (und die ggf. selbst bezahlen, wenn du die Befürchtung hast, dass dir das negativ ausgelegt wird). Mit einer solchen Aktion hätte ich Hoffnung, dass du das Referendariat abschließen könntest.

    V2:
    Gibt es niemand vom Personalrat auf Schulamtsebene, der dich unterstützen könnte und dich beraten könnte? Vielleicht mit dir zum Schulamt geht? Könnte man evtl. noch das Seminar wechseln? Ich würde, bevor ich aufhöre, dem zuständigen Schulrat im persönlichen Gespräch schildern, wie es mir geht. Da verlierst du nichts.

    V3:
    Guck doch einmal, was die Privatschulen für Bedingungen haben. Waldorf und Montessori gibt es einige in BA-Wü.

    V4:
    Du bist überzeugt, dass du das richtig machst. Du hast alles bisher gut gemacht (nur im Seminar ist man anderer Meinung). Das Seminar geht vorbei. Ich würde das nicht zur Grundsatzfrage machen. Ich würde schon das machen, was sie sehen wollen und hinterher, wenn alles vorbei ist und du dein eigener Herr bist, das machen, was dir liegt. Dein Ziel ist Lehrer zu werden und das Seminar ist ein Stück Weg, an dem du nicht vorbeikommst. Siehe es als Notwendigkeit, mehr nicht und pack da nicht deine ganze Zukunftsgedanken bzw. Kritik am Schulsystem mit hinein. Das mit der Prüfung muss man abwarten, das sind alles nur Spekulationen.

    Nachfrage:
    Wie weit "hoch" ging denn deine "Widerrede"? Rektor, Schulamt, Oberschulamt ?
    Hast du dich auch mit einem Schulrat "angelegt" oder gar mit dem Oberschulamt?

    Familienfeiern:
    Das kommt immer darauf an. Es gibt Familien, die sich oft treffen und erwarten, dass man kommt und Druck machen. Das habe ich früher in bestimmten Situation seit ich zum Studium weg war und über 100 km und später mehr zu fahren hatte, auch so erlebt. De Erwartungshaltung war von bestimmten Personen da ohne Rücksicht auf Verluste bzw. meine "Umstände". Und da finde ich, kann man das schon etwas selbstbestimmt angehen, wenn es ein Zeitproblem wegen der Fahrerei oder wie hier wegen der Korrekturen gibt.

    Wie ich richtig verstehe, meinst du jetzt nicht Partner und eigene Kinder, sondern eher die Verwandtschaft wie Eltern, Tante, Geschwister.

    Ich gehe hin, gehe aber früher. Da zeige ich dann den guten Willen. Ich muss mich da nicht stundenlang aufhalten, wenn es arbeitsmäßig knapp wird.
    Wenn ich irgendwo übernachte und es gar nicht anders geht, nehme ich die Arbeit mit und ziehe mich dann zurück. Da hat dann jeder Verständnis, wenn er plastisch mitbekommt, dass ich arbeiten muss.

    Das ist sogar einmal so weit gegangen, dass mein Sohn, als er zur Firmung ging, an einem themenbezogenen Eltern- Kind- Wochenende teilnahm. Ich musste zur der Zeit dringend Zeugnisberichte schreiben, sonst wäre ich nicht fertig geworden. Da habe ich mein Laptop mitgenommen und mich immer wieder, als es ging, zurückgezogen um da weiterzuarbeiten.

    OT
    @keckks
    Jetzt, wo du es schreibst, ist mir das schon klar. Bei uns sind die drei Anforderungsbereiche (bei uns mit AB abgekürzt, Abkürzungen nutzt aber kaum einer) pro Fach etwas anders definiert, sagen aber dasselbe.
    Früher nannte sich das Anforderungsstufen und es waren, wie du schriebst, vier. (Wobei ich es keinen Schaden finde, die 1. Anforderungsstufe in der Grundschule nochmals nach Reproduktion und Reorganisation zu unterteilen.)
    In der Grundschule verschwimmt u.U. diese klare Gliederung nach den Anforderungsbereichen durch die offenen Aufgabenstellungen und spielt eher bei der Erstellung von Proben eine Rolle. Man sieht bei offenen Aufgabenstellungen am Ergebnis, auf welchem Niveau der Schüler die Aufgabe bearbeitet hat.
    In die Proben kann man auch solche Aufgabenstellungen hineinbringen.

    OT
    @keckks

    So drastisch ist das bei uns nicht wie du es schilderst. Das muss dann bei dir ein bestimmtes Einzugsgebiet sein, wo fast ausschließlich Akademiker wohnen. Anders kann ich mir das nicht vorstellen. Du hast dies ja auch angedeutet. Das ist aber eher die Ausnahme.

    Ich unterrichte in einem gut durchwachsenen Einzugsgebiet. Den Schnitt von 2,33 schafft nicht jeder, trotz Nachhilfe. Bei uns nehmen die wenigsten Nachhilfe. Die Meinungen sind bei unserer Elternschaft gemischt. Bei uns gehen auch gute Schüler mit einem Gymschnitt auf die Realschule. Es gibt Eltern, die sagen, dass sie diesen Stress ihrem Kind nicht antun wollen und dass die Freizeitaktivitäten auch wichtig sind.
    Allerdings habe ich festgestellt, dass bei meiner letzten Klasse etwas mehr aufs Gymasium gegangen sind, weil man wegen des G9, das jetzt wieder eingeführt ist, denkt, dass das wieder besser zu schaffen ist.

    Was verstehst du unter afb?

    An meiner Grundschule wird schon erwartet, dass wir uns untereinander austauschen und uns regelmäßig zu Jahrgangsstufensitzungen treffen.
    Bei meinem ehemaligen Chef wurde das konsequenter gehandhabt, vor allem in den Jahrgangsstufen, wo der Chef ein Hauptfach unterrichtete. Diese Treffen haben etwas gebracht und bringen auch etwas, zumal man da sich vom Niveau annähert und gegenseitig Ideen austauscht. Das ist irgendwie die Vorstufe einer kollegialen Hospitation. Da der gegenwärtige Chef nicht so viel Teamwork erwartet, arbeiten wir eher zu zweit zusammen und besprechen nur die wichtigsten Dinge in der Jahrgangsstufen.

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