Beiträge von Caro07

    Zudem gibt es doch auch sozial Auffällige in der Grundschule zur Genüge. Kinder die heulen oder ihr Blatt zerreißen, wenn sie etwas (vermeintlich) nicht können.

    Das hat aber nichts mit dem zu tun, dass Schüler in der Sekundarstufe fast kaum mehr produktive Einzelarbeit machen. Einzelfälle gibt es natürlich immer wieder. Es geht aber allgemein um die durchschnittlichen Schüler. Im Eingangsbeitrag gehe ich von dem durchschnittlichen Schüler aus.

    Es ist in der Grundschule ja nicht so, dass alle Schüler von vorneherein durchgängige Einzelarbeit machen. Aber das lernen sie im Lauf der Grundschule. In diesem Bezug kann man doch viel erreichen. Auch die Schwächeren sind nicht gleich frustriert, sondern wissen die Hilfsangebote zu nutzen. Grundschüler können einem Löcher in den Bauch fragen. Sie kommen oder melden sich und sagen: "Das verstehe ich nicht." Dann bekommen sie halt nochmals eine extra Erklärung bzw. gebe ich unterschiedliche Hilfestellungen. Die, die im Unterricht frustriert sind, weil sie etwas nicht verstehen und ihrem Unmut Luft verschaffen oder frustriert weinen, sind die großen Ausnahmen und kenne ich so gut wie nicht. Vielleicht hatte ich auch immer Glück mit den Schülern diesbezüglich oder vielleicht stellt sich die Situation in Brennpunktschulen anders dar. Ich bin an einer durchschnittlichen Schule, die sich in einer Stadt mittlerer Größe befindet mit ca. 20 Prozent Migrationshintergrund, allerdings wohnen da einige Zugezogene. Alteingesessene Einheimische schätze ich auf etwas mehr als die Hälfte.

    Mich wundert es halt, dass eine produktive Einzelarbeit plötzlich in der Sekundarstufe so gut wie nicht mehr möglich ist, wie im Eingangsbeitrag ersichtlich.

    Zum einen sind es da noch Kinder, Kinder ticken meist noch etwas anders als Pubertiere. Auch was Coolseinmüssen vor Mitschülern angeht.
    Zum andern haben sie im Allgemeinen eine andere Beziehung zur Lehrkraft. Die Kleinen kletterten ja noch auf den Schoß, wenn man sie ließe Wenn dann erst mal jede Stunde jemand anders vorne steht, ist diese Offenheit nicht mehr so da.

    Generell mag das schon sein.
    Allerdings habe ich festgestellt, dass in meiner Zeit als mobile Reserve, als ich einmal mehrere Monate Klassenlehrer in der 5. und 6. Klasse Mittelschule vertreten habe, man mit fast derselben Art von Unterrichtsgestaltung arbeiten konnte wie ich im 4. Schuljahr arbeitete. Nur musste man eher von den Anforderungen her einfacher arbeiten. Man konnte nicht mehr die ganze Aufgabenbreite, die auch ein höheres Niveau beinhaltete, einsetzen.
    Im 5. Schuljahr - das war eine Vertretung von 8 Monaten - habe ich fast eins zu eins noch Grundschulmethoden (also eher, wie ich im 4. Schuljahr arbeite) eingesetzt, wie z.B. einen Morgenkreis am Montagmorgen, was die Schüler gerne gemacht gemacht haben und diese damit gut klar kamen. Das mag sich ab der heftigen Pubertät ändern. Allerdings merkt man auch im 4. Schuljahr schon die Entwicklung, dass die Peergroup immer wichtiger wird.
    Übrigens: Die körperliche Nähe der Lehrkraft suchen hauptsächlich Erst- und Zweitklässler. Bei Drittklässlern kommt das nur in ganz wenigen Ausnahmefällen vor (kommt auch darauf an, wie man als Lehrkraft reagiert - es ist eher so, dass das die Studenten und Referendare noch eher zulassen) und tritt dann gar nicht mehr auf. Im 4. Schuljahr kommt es eigentlich nicht mehr vor.

    Eigentlich OT, geht nicht ganz auf die Frage ein...

    Ich frage mich die ganze Zeit, was da auf der Strecke bleibt zwischen Grundschule und Sekundarstufe.
    Warum können die Schüler das grundsätzlich noch bei uns bis zum 4. Schuljahr und dann nicht mehr in der Sekundarstufe?
    (Wenn in der Grundschule die Schüler etwas nicht verstehen, melden sie sich oder kommen zum Lehrer und fragen oder nutzen ein Hilfessystem... so erlebe ich es zumindest)

    @Buntflieger

    Also, die Seminarleitung ist für mich noch keine hohe Ebene. Das sind Lehrer, die in die Schiene der Lehrerausbildung gegangen sind. Bei uns sind das meistens Leute, die auf dem Sprung zuerst kurz Konrektor oder irgendeine Sonderaufgabe (Lehrplankoordinator etc.) gemacht haben und dann Seminarleiter wurden.

    Wenn das so ist, dass du dich nur mit der Seminarleitung angelegt hast (und das gibt es sicher immer wieder) überlege dir die Option mit dem Personalrat auf Schulamtsebene und dem Schulamt. Für mich wären da noch Möglichkeiten, wo du dich zuerst hinwenden kannst, bevor du das Ganze hinwirfst. Gibt es eine Referendats- oder Junglehrervertretung bei der GEW? (In By hat der BLLV dies.)
    Ich würde mir auf jeden Fall Rat bei Lehrerverbänden suchen und/oder persönlich mit Personalräten sprechen.
    Vielleicht könnte man ein Dreiergespräch zwischen dir, dem Seminarleiter und einem Personalrat versuchen, wo Dinge unter einer ruhigen Moderation angesprochen werden.
    Ich glaube nicht, dass ein Seminarleiter persönlich ein Interesse daran hat, dass er durch "Bossing" in Verruf kommen will. Da wäre er ja auch nach oben schlecht angesehen.
    Also, ich sehe da in deiner Situation noch Gestaltungsmöglichkeiten, die vielleicht sogar gewisse Dinge zum Erträglichen bereinigen könnten.

    Ansonsten schlage ich dir dennoch vor, deinen Blickwinkel und deine Empfindungen mit professioneller Hilfe anzuschauen.

    Bei uns hat eine Kollegin abgebrochen, weil sie sich von der vielen Arbeit überfordert sah (hatte noch Familie). Sie war in einem harten Seminar, wo die Seminarleitung alles von den Referendaren gefordert hat. Sie sagte, die haben sie einfach gehen lassen, nicht einmal ein Bedauern ausgesprochen oder versucht sie zu halten.

    Nach einem halben Jahr hat sie es bitter bereut und hat sich dann ein Jahr später wieder neu beworben und wurde wieder ins selbe Seminar aufgenommen.

    Es gibt zwei wesentliche positive Punkte in deinem beruflichen Umfeld:
    die Kollegen und die Schüler.
    Auf diese positiven Punkte würde ich mich emotional fokussieren. Das ist doch auch das, was sehr wichtig im Beruf ist.

    So wie du schreibst, hast du an dich hohe Erwartungen und siehst deine Anstrengungen nicht gewürdigt. Nobody is perfect und schon gar nicht am Anfang. Das werden dir viele Lehrer sagen. Im Seminar scheint nach deinen Schilderungen das Zwischenmenschliche einfach nicht zusammenzupassen. Das passiert manchmal. Das hat sicher jeder schon irgendwie erlebt. Wenn es in der Ausbildung ist, ist es eine große Herausforderung.

    Vorschläge:

    V1:
    Auf alle Dinge gibt es verschiedene Blickwinkel. Ich glaube, dir würde eine Blickwinkeländerung guttun, auch schon eine kleine. Für dieses "Projekt" würde ich mir umgehend professionelle Hilfe suchen (und die ggf. selbst bezahlen, wenn du die Befürchtung hast, dass dir das negativ ausgelegt wird). Mit einer solchen Aktion hätte ich Hoffnung, dass du das Referendariat abschließen könntest.

    V2:
    Gibt es niemand vom Personalrat auf Schulamtsebene, der dich unterstützen könnte und dich beraten könnte? Vielleicht mit dir zum Schulamt geht? Könnte man evtl. noch das Seminar wechseln? Ich würde, bevor ich aufhöre, dem zuständigen Schulrat im persönlichen Gespräch schildern, wie es mir geht. Da verlierst du nichts.

    V3:
    Guck doch einmal, was die Privatschulen für Bedingungen haben. Waldorf und Montessori gibt es einige in BA-Wü.

    V4:
    Du bist überzeugt, dass du das richtig machst. Du hast alles bisher gut gemacht (nur im Seminar ist man anderer Meinung). Das Seminar geht vorbei. Ich würde das nicht zur Grundsatzfrage machen. Ich würde schon das machen, was sie sehen wollen und hinterher, wenn alles vorbei ist und du dein eigener Herr bist, das machen, was dir liegt. Dein Ziel ist Lehrer zu werden und das Seminar ist ein Stück Weg, an dem du nicht vorbeikommst. Siehe es als Notwendigkeit, mehr nicht und pack da nicht deine ganze Zukunftsgedanken bzw. Kritik am Schulsystem mit hinein. Das mit der Prüfung muss man abwarten, das sind alles nur Spekulationen.

    Nachfrage:
    Wie weit "hoch" ging denn deine "Widerrede"? Rektor, Schulamt, Oberschulamt ?
    Hast du dich auch mit einem Schulrat "angelegt" oder gar mit dem Oberschulamt?

    Familienfeiern:
    Das kommt immer darauf an. Es gibt Familien, die sich oft treffen und erwarten, dass man kommt und Druck machen. Das habe ich früher in bestimmten Situation seit ich zum Studium weg war und über 100 km und später mehr zu fahren hatte, auch so erlebt. De Erwartungshaltung war von bestimmten Personen da ohne Rücksicht auf Verluste bzw. meine "Umstände". Und da finde ich, kann man das schon etwas selbstbestimmt angehen, wenn es ein Zeitproblem wegen der Fahrerei oder wie hier wegen der Korrekturen gibt.

    Wie ich richtig verstehe, meinst du jetzt nicht Partner und eigene Kinder, sondern eher die Verwandtschaft wie Eltern, Tante, Geschwister.

    Ich gehe hin, gehe aber früher. Da zeige ich dann den guten Willen. Ich muss mich da nicht stundenlang aufhalten, wenn es arbeitsmäßig knapp wird.
    Wenn ich irgendwo übernachte und es gar nicht anders geht, nehme ich die Arbeit mit und ziehe mich dann zurück. Da hat dann jeder Verständnis, wenn er plastisch mitbekommt, dass ich arbeiten muss.

    Das ist sogar einmal so weit gegangen, dass mein Sohn, als er zur Firmung ging, an einem themenbezogenen Eltern- Kind- Wochenende teilnahm. Ich musste zur der Zeit dringend Zeugnisberichte schreiben, sonst wäre ich nicht fertig geworden. Da habe ich mein Laptop mitgenommen und mich immer wieder, als es ging, zurückgezogen um da weiterzuarbeiten.

    OT
    @keckks
    Jetzt, wo du es schreibst, ist mir das schon klar. Bei uns sind die drei Anforderungsbereiche (bei uns mit AB abgekürzt, Abkürzungen nutzt aber kaum einer) pro Fach etwas anders definiert, sagen aber dasselbe.
    Früher nannte sich das Anforderungsstufen und es waren, wie du schriebst, vier. (Wobei ich es keinen Schaden finde, die 1. Anforderungsstufe in der Grundschule nochmals nach Reproduktion und Reorganisation zu unterteilen.)
    In der Grundschule verschwimmt u.U. diese klare Gliederung nach den Anforderungsbereichen durch die offenen Aufgabenstellungen und spielt eher bei der Erstellung von Proben eine Rolle. Man sieht bei offenen Aufgabenstellungen am Ergebnis, auf welchem Niveau der Schüler die Aufgabe bearbeitet hat.
    In die Proben kann man auch solche Aufgabenstellungen hineinbringen.

    OT
    @keckks

    So drastisch ist das bei uns nicht wie du es schilderst. Das muss dann bei dir ein bestimmtes Einzugsgebiet sein, wo fast ausschließlich Akademiker wohnen. Anders kann ich mir das nicht vorstellen. Du hast dies ja auch angedeutet. Das ist aber eher die Ausnahme.

    Ich unterrichte in einem gut durchwachsenen Einzugsgebiet. Den Schnitt von 2,33 schafft nicht jeder, trotz Nachhilfe. Bei uns nehmen die wenigsten Nachhilfe. Die Meinungen sind bei unserer Elternschaft gemischt. Bei uns gehen auch gute Schüler mit einem Gymschnitt auf die Realschule. Es gibt Eltern, die sagen, dass sie diesen Stress ihrem Kind nicht antun wollen und dass die Freizeitaktivitäten auch wichtig sind.
    Allerdings habe ich festgestellt, dass bei meiner letzten Klasse etwas mehr aufs Gymasium gegangen sind, weil man wegen des G9, das jetzt wieder eingeführt ist, denkt, dass das wieder besser zu schaffen ist.

    Was verstehst du unter afb?

    An meiner Grundschule wird schon erwartet, dass wir uns untereinander austauschen und uns regelmäßig zu Jahrgangsstufensitzungen treffen.
    Bei meinem ehemaligen Chef wurde das konsequenter gehandhabt, vor allem in den Jahrgangsstufen, wo der Chef ein Hauptfach unterrichtete. Diese Treffen haben etwas gebracht und bringen auch etwas, zumal man da sich vom Niveau annähert und gegenseitig Ideen austauscht. Das ist irgendwie die Vorstufe einer kollegialen Hospitation. Da der gegenwärtige Chef nicht so viel Teamwork erwartet, arbeiten wir eher zu zweit zusammen und besprechen nur die wichtigsten Dinge in der Jahrgangsstufen.

    Also, das ist der Anfang der 3. Klasse.

    Es gibt jetzt zwei grundlegende Dinge:
    Geht es um die Aktivierung der Wortarten (Nomen, Verb, Adjektiv, Artikel) auf dem Niveau vom 2. Schuljahr?

    Oder: Wurden die Wortarten schon wiederholt und erweitert um irgendwelche Eigenschaften und sollen jetzt zusammengefasst werden?
    Das wäre meines Erachtens zu früh zum jetzigen Zeitpunkt, da hätte man die Wortarten im Riesentempo wiederholt und erweitert.

    Wenn es also um die Aktivierung von vorhandenen Wissen vom 2. Schuljahr geht, würde man anders ansetzen wie wenn man die Wortarten am Ende einer Einheit nochmals übt.


    Aktivierung:
    Bei der Aktivierung vom zurückliegenden Wissen kann man auf einem Weg die Wortarten "neu" entdecken lassen. (Z.B. anhand von einem schönen Text oder unterschiedlichen Texten arbeitsteilig in Gruppenarbeit oder Wörtern mit einer kooperativen Methode die Wortarten herausfinden lassen, vorstellen und begründen, warum, Eigenschaften der Wortarten formulieren etc. , ist aber etwas anspruchsvoll, geht aber bei einer 3. Klasse, die ein solches Arbeiten kennt)

    Man könnte auch verschiedene Wörter Wortarten zuordnen lassen z.B. in PA, dann die Ergebnisse an der Tafel sammeln und im Kinokreis mit ein paar schönen vorgefertigten Kriterien der Wortarten besprechen/zuordnen und dann die Schüler eine verwandte Übungsaufgabe als Sicherung machen lassen.

    Ich habe z.B. schon öfter Schüler Wörter vorgegeben und gesagt, sie sollen sie irgendwie ordnen.
    Die einen haben es nach dem ABC geordnet, ein andere nach Bedeutungen die nächsten nach Wortarten. Das ist eine kognitive Aktivierung, allerdings mit kreativem Spielraum.
    Da muss man dann überlegen, wie man schlau die Brücke zu dem schlägt, was man will.


    Wenn es am Schluss einer Einheit Thema ist:
    Hingegen am Schluss einer Einheit ist es didaktisch mit am sinnvollsten, wenn man diese im Stationenbetrieb/ einer Lerntheke etc. einübt/wiederholt.

    Das muss erst geklärt sein, dann kannst du weiter planen.

    Den schönen Vorschlag von Lehramtsstudent würde ich eher im 4. Schuljahr verorten (probiere ich mal aus, danke für die Idee) oder bei einer außergewöhnlich guten Klasse könnte ich es mir am Ende einer Einheit mit Risiko vorstellen.

    Ich muss zugeben, dass deine Thesen @alias auch zu beachten sind.
    Wenn der Religionsunterricht nicht mehr unter staatlicher Aufsicht ist, müssen die Religionen umso mehr im Ethikunterricht behandelt und moralische Werte reflektiert werden in Bezug auf Mensch und Gemeinschaft.
    Eine interessante Diskussion übrigens.

    Was du, @Pyro über die philosophischen Einlassungen in der Oberstufe schreibst, finde ich sehr wichtig.

    Aber auch in der Grundschule und besonders in der Sekundarstufe 1 (Hauptschule) halte ich einen Ethikunterricht sehr wichtig. Schüler, die die Schule mit der 9. Klasse verlassen, sollten sich mit ethischen Themen intensiv auseinandergesetzt haben.

    Außerdem geht es nicht darum, Kindern Religionsunterricht abzusprechen, sondern ihn aus der Schule zu verbannen. Sonntagsschul oder Kindergottesdienst. Noah bleib bei deinen Leisten sozusagen

    Es sollte halt endlich einmal in Deutschland die Trennung von Kirche und Staat beschlossen werden und dieses Überbleibsel aus historischen Verhandlungen um Besitztümer ad Acta gelegt werden. Das funktioniert doch in anderen Ländern auch, ohne dass die Kirchen daran Schaden nehmen. Zudem werden dann die Pfarrer, Religionslehrer und weitere Bedienstete von denjenigen bezahlt, die wirklich diese Dienstleistungen der Kirche in Anspruch nehmen wollen und hinter den Aussagen stehen. Eine saubere Trennung, Religionsunterricht am Nachmittag oder in der "Sonntagsschule", keine Kirchensteuer.

    Es müssen dennoch gewisse moralische/ethische Werte vermittelt werden, um den egozentrischen Erscheinungen in unserer Gesellschaft entgegenzusteuern. Für die Schule hieße das: ethische Wertevermittlung für die ganze Klasse, nicht in Konfessionen getrennt, dazu ein extra Unterrichtsfach.

    Bei uns - an der Grundschule - ist es gang und gäbe bei vielen Themen die reine Think- Pair- Share Methode zu nutzen ohne etwas nachzuschieben. Ein Gruppenpuzzle wird selten gemacht, das ist für kleinere Schüler zu aufwändig bzw. oft zu anspruchsvoll.

    Wenn es eine Sozialform wäre, hieße es Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit. Das sind die übergeordneten Begriffe, die erst einmal mit "Methodeninhalt" gefüllt werden müssen.

    Die Think- Pair-Share - Methode ist eine Methode, die sich dieser Sozialformen bedient. Bei der Think - Pair - Share - Methode geht es ja um eine gedankliche Auseinandersetzung über eine Sache, die erst einzeln gemacht, dann die gedanklichen Ergebnisse mit anderen geteilt und zum Schluss in der Gruppe diskutiert werden und schließlich dann das Ganze unter Anleitung/Moderation des Lehrers je nach Thema in Beziehung gesetzt wird. In dieser Methode steckt viel mehr drin als eine pure Sozialform. Sie aktiviert eigenständiges Denken der Schüler und die Auseinandersetzung mit einer Sache, unterstützt sozusagen das entdeckende Lernen. Eigentlich ein konstruktivistischer Ansatz.

    Wir hatten manchmal schon ein bisschen abstruse Aktionen.
    Z.B. bekam vor Jahren jede Grundschule abgepackte Heuballen, was man so für Zwergkaninchen braucht, vom Landwirtschaftsministerium geschenkt. Die musste man nehmen, ob man es wollte oder nicht. Die lagerten wochenlang bei uns im Lehrerzimmer, da duftete es dann nach Heu, wir hatten einfach keine Zeit uns damit zu befassen und dies wenigstens als Deko zu verarbeiten. Schließlich erbarmte sich einer und verschenkte das Heu jemandem mit Kaninchen.
    Oder: eine Zeitlang flaggte bei uns ein überdimensionaler Liedkalender mit regionalen Mundartliedern herum, die keiner nutzte und die wenigsten kannten. Es gab sogar im Vorfeld von ganz engagierten Lehrkräften eine Fortbildung dazu, war aber nicht nachhaltig.
    Es gibt aber auch gute Sachen. Wir nehmen schon jahrelang an der Schulobstaktion teil, da gibt es einmal in der Woche kostenloses Bioobst von einem ortsansässigen Biobauern. Außerdem kann eine Grundschulklasse einmal in der Grundschulzeit kostenlos auf einem zertifizierten Bauernhof eine Aktion zu einem landwirtschaftlichen Thema (vom Korn zum Brot, Kartoffel, Milchwirtschaft usw.) machen.
    Na, warten wir es einmal ab, ob sinnvolle und praktikable Aktionen ins Leben gerufen werden. Mir würden eigentlich die Mundartstücke, die schon in Lesebüchern und Liederbüchern auftauchen, reichen.

    Gute Idee, lamaison. Wir haben fürs Wasser bestimmte Materialien in großen Kästen vor Jahren einmal gesponsert bekommen, die man auch für andere Versuche nehmen kann.
    Dennoch ist der gute, alte Stromkreiskasten, bei dem man schön durch Herumschrauben Stromkreise basteln kann bei uns immer noch der Hit. Ebenso nehme ich gerne den Wasserkasten, wo man das Wasser filtern kann. Sehr viele der Cornelsen - Kästen passen so oder so nicht mehr zum Lehrplan. Magnetismus ist bei uns ganz rausgefallen - echt schade, denn die Kästen sind bei uns nicht mal 10 Jahre alt. Den Kasten zum Feuer haben wir nie angeschafft, weil man das tatsächlich anders besser und billiger machen kann. Da das Ohr und die Akustik rausgefallen sind, kann man auch nicht mehr den Kasten "Klänge und Geräusche" nehmen.
    Das mit dem Schaumstoff ist ein altes Problem, den haben wir meistens erneuert oder ganz rausgeworfen.

    Ich finde es gut, wenn so viele wie möglich Tipps geben. Gerade in der Sekundarstufe ist man öfter mit Technikmaterial konfrontiert. Vielen Dank dafür.

    Lego Education habe ich schon öfter gehört. Wir haben in der Schule einen Experimentierkasten ich glaube von Fischertechnik. Der ist aber viel zu kompliziert und nur für wenige Schüler geeignet. Ich hatte den einmal mit nach Hause genommen und ausprobiert. Das war viel zu aufwändig.

    Die Techniktürme klingen interessant, da kann man sich Infomaterial bestellen. Wie die Bestellmodi sind und was das Ganze kostet, habe ich allerdings nicht gefunden. Das könnte vielleicht eine etwas teure Angelegenheit werden.

    Hallo Lehramtsstudent,

    man muss ja nun kein Experte für Orthographie sein nach dem Studium. Aber zumindest Prädikate sicher identifizieren - das sollte schon drin sein. Und wer das kann, der setzt in der Regel auch keine falschen Kommas mehr oder vergisst sie zu setzen. Das sind meinem Verständnis nach absolute Basics als Fachlehrer.

    Da erwarte ich aber schon wesentlich mehr von einem Deutschlehrer, egal in welcher Schulart er unterrichtet. Das, was du schreibst, ist bis auf die Kommaregeln unter dem Grundschulwissen einer 4. Klasse.

    Mein Studium ist schon länger her. Ich bin entsetzt, wenn ich hier lese, welches Niveau man im Studium inzwischen offensichtlich zulässt bzw. zulassen muss. Ein Fachlehrer muss Experte in seinem Gebiet sein, und zwar in allen Bereichen, dazu studiert er und bringt die grundlegenden Voraussetzungen durch das Abitur mit. Von jedem Lehrer, der etwas schriftlich einbringen muss, erwarte ich eine gesicherte Rechtschreibung (Minimalfehler können ja vorkommen), egal in welchem Fach. Schon allein das viele Lesen von Fachbüchern müsste einen doch in der Rechtschreibung und im Ausdruck weiterbringen.
    Was ist das denn für ein Vorbild, wenn nicht?

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