Beiträge von Caro07

    Das Thema ist im Sachunterricht relativ neu. Jetzt haben wir uns für den kommenden Haushalt nach Experimentierkästen für diesen Bereich umgeschaut (so wie die Kästen zu Strom, Wasser usw.), aber alles, was wir gefunden haben, sagte uns nicht zu. Die Angebote zum Thema von Cornelsen-experimenta, Betzold, Wiemann haben wir schon angeschaut.

    Um Brücken geht es nicht, da haben wir Material. Es geht eher um Hebelprinzip, Zahnrad, Fliehkraft und evtl. Gleichgewicht.
    Dafür gibt es auch einfache Experimente, wo man das Material dazu zusammensuchen kann, aber ein Experimentierkasten für eine ganze Klasse, wie eben die Cornelsen- Kästen, wäre ganz nett.

    Hat jemand einen Geheimtipp und Erfahrung damit?

    In der Mittel- und Oberstufe hatte ich insgesamt zwei verschiedene Mathelehrer und die sind mir deswegen so positiv in Erinnerung, weil mir der Matheunterricht bei diesen Spaß gemacht hat, obwohl ich nicht alles so gut kapiert habe. Beide haben ausführlich und gründlich erklärt und man merkte, dass beide ein gewisses Sendebewusstsein hatten und wirklich bemüht waren. Diese Lehrer hatten insgesamt in der Schule einen guten Ruf und ich hatte Glück, dass ich beide bekam (nach der Niete in der Unterstufe, die nur mit Angst arbeitete und Schüler an der Tafel bloßstellte).
    Den Oberstufenlehrer hatte ich auch noch in Physik, das war dasselbe. Ich habe mich nicht leicht getan, aber der Unterricht hat Spaß gemacht.

    Die Problematik ist eher die, dass Eltern solcher Kinder ein großes Problem mit Ausgrenzung haben. Sie empfinden ihr Kind als ausgegrenzt und abgeschoben. Da die Förderschulen oft nicht schulintegriert, sondern zu Förderzentren zusammengefasst sind, wo man extra abgeholt wird und längere Fahrwege in Kauf nehmen muss, verstärkt sich dieses Gefühl.

    In den letzten Jahren hatte ich sg. Kooperationsklassen, d.h., dort sind vermehrt Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. In den letzten 2 Jahren wurde die zusätzliche Förderung auf ein Minimum beschränkt (Lehrermangel) und ich habe nur noch zwei Stunden in der Woche, die doppelt besetzt sind. Für Eltern, denen vom Kindergarten her die Kooperationsklasse und nicht die Förderschule empfohlen wurde, ein Schlag ins Gesicht, hatten sie doch große Hoffnungen in diese Klasse gesetzt.

    Spricht man Eltern auf einen möglichen Förderschulbesuch an, dann kommen meistens die Argumente:
    - Ich war selbst in der Förderschule, hatte keine Kontakte hier zu Gleichaltrigen, das möchte ich für mein Kind nicht.
    - Mein Mann möchte das auf keinen Fall. (Oft sind es auch Männer, die Diagnosen, die ohne Konsequenzen sind, durch das mangelnde Einverständnis zum Test verhindern.)
    - Ich habe mich auf der Förderschule nicht verstanden gefühlt und durfte nicht mehr zurück. (Danach hat die Mutter den Hauptschulabschluss aus eigenem Antrieb geschafft.)

    Vor allem Eltern, die selbst auf der Förderschule waren, versuchen einen Besuch ihres Kindes dort zu verhindern und hoffen, dass ihr Kind irgendwie durchkommt.

    Ich bin auch für Förderschulen als die Art, wo man am besten auf die Schüler und ihre Probleme eingehen kann und die Förderung am optimalsten ist.
    Aber man muss dringend etwas gegen das Ausgrenzungsgefühl tun. Entweder sollte es gemeinsame Projekten mit den anderen Schulen geben oder sollten die Förderklassen im Schulhaus oder im Schulzentrum sein und nicht isoliert irgendwo anders. Außerdem muss man nach Möglichkeiten suchen, den Förderschülern das Gefühl zu geben, dass sie eben nicht die "Restschüler" sind.

    In der Grundschule kommt es vor allem am Anfang der 3. Klasse immer einmal vor, dass Schüler vergessen eine Seite einer Probe oder sonst die Probe (= Arbeit) abzugeben.
    Nachdem mir das in meinen Anfangszeiten als Lehrerin ab und zu passiert ist, habe ich mein System "verfeinert".
    Wenn der Schüler bzw. die Schülerin fertig ist, hole ich (das geht wohl eher in der Grundschule) die fertigen Proben bei dem Schüler persönlich an seinem Sitzplatz ab. Damit weiß ich dann sicher, dass ich sie komplett habe. Dazu legt der Schüler seine fertige Arbeit umgedreht unter sein Mäppchen, für mich ein Zeichen, sie zu mir zu nehmen. Er braucht sich deswegen nicht zu melden. Das würde nur stören. So bleibt die Arbeitsruhe im Klassenzimmer bestehen und keiner läuft unnötig im Klassenzimmer herum. Wer fertig ist, beschäftigt sich übrigens mit irgendetwas, was er sich vorher hergerichtet hat. Als Sichtschutz haben wir diese weißen Trennwände, die man kaufen kann.
    Am Ende zähle ich alles nochmals ab. Seitdem ich das so mache, war immer alles komplett.

    Als ich an einer Hauptschule war, konnte man nur dann rein, wenn die Alarmanlage ausgeschaltet war.

    An unserer Schule kommt man jederzeit mit einem Chip rein, allerdings wird dadurch aufgezeichnet, wann man die Schule betreten hat. Wenn z.B. rein theoretisch jemand vergisst die Türe zu schließen, weiß man, wer sich zur fraglichen Zeit in der Schule aufgehalten hat.

    Vielen Dank für eure Rückmeldungen und die fruchtbare Diskussion.

    Interessanterweise kann man sich in fast allen Bundesländern enthalten.
    Es gibt Punkte dafür und dagegen. Wenn man auch verstehen kann, warum es
    wahrscheinlich diese Regelung gibt, finde ich, dass es an der Zeit ist in Bayern über diese
    Regelung zu diskutieren, wenn es auch nicht ein Top- Thema ist.

    Man darf also nach landläufiger Erfahrung davon ausgehen, dass es an Caros Schule so gelaufen ist, wie es halt mit Lehrern gern läuft: Ein schlauer SL erzählt den Kollegen, dass es "an Grundschulen grundsätzlich keinen Personalrat gibt", die Kollegen schlucken das, ohne es nachzuprüfen, und gegen den SL aufzumucken, traut sich eh keiner... been there, done that, got the T-Shirt!

    Nein, so ist das nicht gelaufen. Warum sollen wir uns nicht trauen, etwas zu sagen, wenn es uns nicht passt?
    Mir ging es um die grundsätzliche Frage der Stimmenthaltung bei Abstimmungen, nicht um ein persönliches Schulproblem.

    Hier die Quelle zur Personalvertretung: Aufbau der Personalvertretung
    (unter: Aufbau der Personalvertretung)

    Jetzt bin ich selbst schlauer und weiß nun, dass die Grundschulen nicht die einzigen sind, die so organisiert sind. ;) Der örtliche Personalrat in Grund- und Mittelschulen agiert immer auf Schulamtsebene, also nicht auf Schulebene, bei anderen Schultypen auf Schulebene.
    Wenn wir ein Problem haben, wenden wir uns immer zuerst an den örtlichen Personalrat auf Schulamtsebene. Das ist bekannt und der wird alle paar Jahre zusammen mit dem Bezirkspersonalrat gewählt. Zur Wahl stellen sich Mitglieder der drei hier agierenden Lehrerverbände.
    Tja, Grund- und Mittelschullehrer bekommen irgendwie eine Sonderbehandlung. Mir wäre es auch lieber, wir hätten wie die Realschulen und Gymnasien einen Personalrat an der Schule.
    Bei den Förderschulen ist es übrigens noch schlimmer. Deren "örtlicher" Personalrat agiert auf Bezirksebene. Das bedeutet z.B. Regierungsbezirk Oberbayern, Regierungsbezirk Schwaben usw. , ein Riesengebiet!

    Es gibt Situationen in Konferenzen, das ist es dir definitiv egal, weil sich die Argumente dafür und dagegen die Waage halten. Da würde eine Ja- oder Neinstimme das Meinungsbild verfälschen.

    Es gibt Situationen, die einem in Konferenzen nicht betreffen, weil sie vielleicht eine bestimmte Jahrgangsstufe oder ein Fach betreffen. Da will ich nicht mit abstimmen bzw. mich enthalten, weil ich nicht diejenige bin, die die Sache ausbaden/ausführen muss.

    Es ist immer ein Unterschied, ob ein Beschluss einstimmig, knapp oder mit vielen Enthaltungen gefasst worden ist. Das spiegelt doch auch die echte Meinung eines Kollegiums wider.
    Das andere (ja oder nein) ist Augenwischerei.
    Im Bundestag ist es auch nicht anders. Selbst da kann man sich der Stimme enthalten. Für mich grundlegende Demokratie.

    Wenn man die fehlende Enthaltungsmöglichkeit als scheindemokratisch sieht, dann ja.

    Ich wollte jetzt nicht eine Bayernfeindlichkeit provozieren.
    Meine Ausgangsfrage war, ob die fehlende Enthaltungsmöglichkeit gegen eine demokratische Abstimmung spricht oder nicht.
    Rheinland-Pfalz hat das offensichtlich so gelöst, dass die Enthaltungen als Neinstimmen zählen (siehe Beitrag 10). Das empfinde ich auch nicht als demokratischer, erfüllt aber zumindest die Voraussetzung für eine Dreikomponentenabstimmung.

    So weit ich weiß, haben die Schulen mit Sekundarstufen einen Personalrat an der Schule, nur seltsamerweise die Grundschulen nicht.

    vielleicht sollte tatsächlich der PR die Abstimmungen durchführen.

    Ich will euch nicht weiter schocken. An Grundschulen gibt es keinen ÖPR. Außerdem sagt die Gesetzeslage ganz klar, wer die Konferenz und somit die Abstimmung leitet.
    Wir rufen schon "halt", wenn wir uns überrumpelt fühlen. Bei zweidimensionalen Abstimmungen ist die Gefahr der Überrumpelung immer gegeben, weil keine 3 Komponenten abgefragt werden.

    Aber ich beklage mich jetzt nicht über irgendeine Situation bei mir an der Schule, sondern mich stört die Vorschrift, dass es keine Möglichkeit der Enthaltung gibt. Da ist mir die Schule egal, an der ich gerade bin.

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass dies auch in der Praxis so gehandhabt wird. Was sagen die Kollegen aus Bayern?

    An meiner Schule wird es so gehandhabt. Die Merkblätter des Lehrerverbandes BLLV geben der Schulleitung Recht. Ich bin auch einmal gespannt, ob es an anderen bayerischen Schulen anders läuft. Aber zur Zeit sind in Bayern Ferien, deswegen werden aktuell nicht viele Rückmeldungen aus Bayern kommen.

    Übers Protokoll wird nicht zwangsläufig abgestimmt. Wenn jemand etwas dagegen hat, muss er sich äußern.

    Die Abstimmungen laufen schlauerweise so:
    Wenn die Schulleitung ein Ergebnis durchdrücken will, fragt sie zuerst: "Wer hat etwas dagegen?" Denen es egal ist, haben nichts dagegen. Wenn kaum jemand etwas dagegen hat, dann ist der Punkt ohne Gegenprobe angenommen.
    Umgekehrt: Wenn die Schulleitung etwas nicht haben will, fragt sie schlauerweise: Wer ist dafür? Dann melden sich meist nur die, die dafür sind. Wer unenschlossen ist, stimmt erstmal nicht ab.
    Das geht allerdings nur, wenn es viele Unentschlossene im Kollegium gibt.

    In den Lehrerkonferenzen Bayerns ist keine Stimmenthaltung möglich. Man darf nur mit ja oder nein abstimmen.
    So wird es gehandhabt und vom BLLV in seinen Merkblättern beschrieben.
    Im Schulgesetz steht, dass jeder zur Stimmabgabe verpflichtet ist (was immer das auch heißen mag).
    Mich stört das schon lange, weil das in meinen Augen kein demokratisches Abstimmungsverhalten ist.
    Es gibt Situationen, wo man dazwischen steht.

    Was haltet ihr von dieser Regelung?

    Beim Durchlesen des Eingangsthreads kam bei mir das Gefühl auf, dass du zu viel von dir erwartest. Perfekt zu sein ist nicht möglich. Wir sind Menschen und keine Maschinen.

    Einige Gedanken dazu:
    Dir hat das Praktikum Spaß gemacht. Das ist doch ein guter Ansatz!
    Am Anfang des Berufslebens macht man natürlich mehr Fehler als später als Erfahrener. Dazu wird man betreut.
    Kein Mensch ist perfekt!
    Fehler zu machen sind die Chance, sich weiterzuentwickeln. Sein Lehrerleben lang macht man Dinge, die einem im Nachhinein nicht gefallen. Wichtig ist, sich damit auseinandersetzen und danach etwas zu verbessern. Das können auch so Banalitäten wie sein, wie ein didaktisch ungeschicktes Arbeitsblatt eingesetzt zu haben, aber auch, wie man in Zukunft das Herumbrüllen (weil du es oben erwähnt hast) vermeidet. Es gibt so viele konkrete pädagogische Möglichkeiten, die man diesbezüglich ausprobieren kann. Außerdem gibt es für solche Lehrerreaktionen immer ein Verursacherprinzip.

    Den Gedanken, dass du einen Schaden anrichtest, kannst du vernachlässigen. Du hast dein Handwerkszeug und arbeitest danach. Außerdem gibt es verschiedene didaktische Ansätze und da gilt auch der Spruch: Viele Wege führen nach Rom.
    Den Fokus aufs Fördern legen ist einerseits okay, aber da stößt ein Lehrer schnell an seine Grenzen, vor allem, was die individuelle Förderung betrifft. Die muss man sehen lernen. Fördern ist nicht die Haupaufgabe des Lehrers. Bei uns in Bayern gibt es dazu spezielle Förderlehrer, die keine Klassenführung haben und Kleingruppen betreuen.
    Bei der Unterrichtsstruktur, die vorherrscht, muss man immer die Gesamtheit im Blick haben. Dazu schreibt man u.a. Stoffverteilungspläne.

    Suche dir professionelle Hilfe um mit deiner geschilderten Ängstlichkeit klarzukommen, damit du einen anderen Blick darauf bekommst. Für mich sind viele deiner Wahrnehmungen sehr subjektiv. Ich sehe solche Situationen ganz anders. Unangenehm - aber mit dem richtigen Handwerkszeug und der richtigen Einstellung lösbar.

    Ein anderer Gedanke, wenn das Lehrerdasein für dich nicht passen sollte: Wenn du Theologie studiert hast, probiere doch bei deiner Kirche einmal nachzufragen, ob es da eine Möglichkeit gibt zu arbeiten. Wir haben z.B. kirchliche Lehrkräfte, die nur Religion unterrichten und so etwas wie Pastoralreferenten sind.

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