Die Problematik ist eher die, dass Eltern solcher Kinder ein großes Problem mit Ausgrenzung haben. Sie empfinden ihr Kind als ausgegrenzt und abgeschoben. Da die Förderschulen oft nicht schulintegriert, sondern zu Förderzentren zusammengefasst sind, wo man extra abgeholt wird und längere Fahrwege in Kauf nehmen muss, verstärkt sich dieses Gefühl.
In den letzten Jahren hatte ich sg. Kooperationsklassen, d.h., dort sind vermehrt Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. In den letzten 2 Jahren wurde die zusätzliche Förderung auf ein Minimum beschränkt (Lehrermangel) und ich habe nur noch zwei Stunden in der Woche, die doppelt besetzt sind. Für Eltern, denen vom Kindergarten her die Kooperationsklasse und nicht die Förderschule empfohlen wurde, ein Schlag ins Gesicht, hatten sie doch große Hoffnungen in diese Klasse gesetzt.
Spricht man Eltern auf einen möglichen Förderschulbesuch an, dann kommen meistens die Argumente:
- Ich war selbst in der Förderschule, hatte keine Kontakte hier zu Gleichaltrigen, das möchte ich für mein Kind nicht.
- Mein Mann möchte das auf keinen Fall. (Oft sind es auch Männer, die Diagnosen, die ohne Konsequenzen sind, durch das mangelnde Einverständnis zum Test verhindern.)
- Ich habe mich auf der Förderschule nicht verstanden gefühlt und durfte nicht mehr zurück. (Danach hat die Mutter den Hauptschulabschluss aus eigenem Antrieb geschafft.)
Vor allem Eltern, die selbst auf der Förderschule waren, versuchen einen Besuch ihres Kindes dort zu verhindern und hoffen, dass ihr Kind irgendwie durchkommt.
Ich bin auch für Förderschulen als die Art, wo man am besten auf die Schüler und ihre Probleme eingehen kann und die Förderung am optimalsten ist.
Aber man muss dringend etwas gegen das Ausgrenzungsgefühl tun. Entweder sollte es gemeinsame Projekten mit den anderen Schulen geben oder sollten die Förderklassen im Schulhaus oder im Schulzentrum sein und nicht isoliert irgendwo anders. Außerdem muss man nach Möglichkeiten suchen, den Förderschülern das Gefühl zu geben, dass sie eben nicht die "Restschüler" sind.