Zuerst einmal Respekt für die drei Referendare, die sich haben filmen lassen.
Aus den Filmausschnitten kann man erahnen, wie das Referendariat abgelaufen ist.
Auf jeden Fall war es für alle Beteiligten ein riesen Stress.
Man hat gesehen, was für eine Lehrerpersönlichkeit sie am Anfang ihres Lehrerdaseins dargestellt haben. Inzwischen sind 5 Jahre vergangen. Sie haben sich bestimmt weiterentwickelt.
Ist das nicht so, dass man sich dann in der Praxis verändert? Das hängt von vielen Faktoren ab. Auch ich war im Referendariat eher unsicher und habe mit einen eher hilflosen oder nicht geradlinigen Eindruck bei der Unterrichtsdisziplin vermittelt. So wie ich heute im Unterricht agiere, würde man das nicht mehr vermuten.
Schade würde ich nur finden, wenn sich Referendare so weiterentwickeln, dass sie eher so eine Art "zynischer" Lehrer werden oder ihre Unsicherheit nicht überwinden können. Die meisten entwickeln sich mit zunehmender Erfahrung positiv, vor allem wenn sie gelernt haben, ihren Unterricht und sich immer wieder zu reflektieren und Ansprechpartner dafür haben. Das können auch nur Kollegen sein.
Ich klammere jetzt andere Faktoren wie Schülerzusammensetzung und Schulklima, Schulregeln aus. Wenn es da stimmig oder nicht so schwer ist, ist die Sache erleichtert.
Nach dem Film hätte ich 2013 den Referendaren gewünscht: Ralf, dass er eher die Schülerseite sehen kann, ohne seine Klarheit zu verlieren, Katja, dass sie ruhiger wird, aber ihre Schüerzugewandtheit nicht verliert und Anna, dass sie die positve Schülerbeziehung aufrecht erhält und sicherer und konsequenter auftritt. Wie man einen Stoff vermittelt, das wird im Laufe der Zeit so oder so immer besser. Das ist ganz normal, dass es am Anfang nicht "perfekt" ist.