Als man Englisch in der Grundschule in Bayern ab der 3. Klasse eingeführt hat, hat man eine Stunde Deutsch gestrichen. Früher waren es 7 Wochenstunden, jetzt sind es nur noch 6.
Der Vorteil ist, wenn die Klassenlehrerin möglichst alle Fächer unterrichtet - so kann man mit den Fächern jonglieren.
Von unserem Gymnasium, mit dem wir im Austausch stehen, haben wir nicht so viele negative Rückmeldungen wie du @DeadPoet sie schilderst.
Ich gebe dir recht, wenn man Englisch in der Grundschule unterrichtet, muss man einen guten Zugang zu der Sprache haben. Wer Englisch nicht studiert hat, macht eine mündliche Prüfung - ich habe sie schon lange gemacht und kann nicht sagen, was heute geprüft wird. Nicht jeder besteht die Prüfung. Anschließend gibt es eine längere Didaktikfortbildung. Die Aussprache wird besonders vermittelt. Was ich auf den Fortbildungen sehr geschätzt habe, ist, dass dort auch oft native speakers mit dabei waren. Es werden auch Fortbildungen im englischsprachigen Ausland angeboten. Die Angebote wären da. Man muss sie nur nutzen.
Dass die SuS mit unterschiedlichem Vorwissen ankommen, kann ich gut nachvollziehen. Auch bei meinen Kolleginnen merke ich unterschiedliche Einstellungen zum Fach und unterschiedliche Herangehensweisen.
Im Grundschullehrplan Englisch sind ein Grundwortschatz und bestimmte Sprachmuster verzeichnet. Es wird allerdings nur gefordert, dass die SuS die englischen Wörter und Sätze richtig abschreiben können und verstehen können. In Tests sieht es dann so aus, dass sie ein Wortangebot bekommen und daraus die Wörter, die sie gebrauchen können, entnehmen.
Wenn man nach einem Buch arbeitet - die meisten von uns arbeiten nach Sally - wird schon viel für das Hörverständnis getan. Von daher verstehe ich nicht, dass die SuS in diesem Bereich keinen Lernzuwachs haben.
SPO: In der Grundschule übt man wesentlich häufiger die Wortarten als die Satzglieder. Mit Nomen, Verb, Adjektiv und Artikel arbeitet man ständig, dazu werden noch Pronomen und Bindewörter an Wortarten gelernt.
In einer kürzlichen Umfrage meiner Schüler im Zusammenhang mit dem Lernentwicklungsgespräch nach den Lieblingsfächern gefragt, schrieben fast alle Kinder Sport, Englisch und Musik auf neben anderen Fächern, die sich von Kind zu Kind unterschieden. Am Lehrer kann es da nicht liegen, denn ich unterrichte fast alle Fächer in der Klasse und eben auch die oben genannten. D.h. Englisch machen die Kinder gerne. Das ist doch DIE Chance, den Kindern einen Zugang zu einer Fremdsprache ohne Notenstress zu ermöglichen.