Beiträge von Caro07

    Inzwischen versuche ich in meiner neuen Klasse folgendes System:
    Nur Lautstärke im Klassenzimmer: grün, gelb, rot (magnetisch) (DIN A4 Karten) an der Tafel. Immer als Rückmeldung, wie die Lautstärke gerade ist. War die Lautstsärke im roten Bereich, habe ich jetzt einmal vor der Pause eine Schweigeminute durchgezogen. Hat bisher funktioniert.

    Dann habe ich eine Vorlage im Internet gefunden, die als Verhaltensampel in 5 Stufen funktioniert, die ich für mich angepasst habe. Es ist eher eine Verhaltenstreppe (Querstreifen DIN A 4).
    Höchste Stufe: Königsstufe, "super", normale Stufe: grün (Ausgangspunkt für alle), danach kommt absteigend "Achtung", dann die "gelbe Karte" und die "rote Karte" mit entsprechenden Bildern und Bemerkungen. Alle Schüler stehen auf grün und wandern entsprechend. Man kann sich aber auch wieder "verbessern", so ähnlich wie icke beschrieben hat. Im Augenblick sprechen die Schüler gut darauf an, es mussten auch nur wenige absteigend wandern. Das ist auf jeden Fall schon einmal ein Anfang. Ob es in 2 Monaten auch noch so funktioniert, wird sich herausstellen.

    da er sehr gewissenhaft ist und sich alles immer sehr zu Herzen nimmt.

    Wenn sich jemand leicht verunsichern lässt, weil er gewissenhaft ist und dazu neigt, den Fehler zuerst bei sich zu suchen und dieser für einen selbst schwer wiegt, dann ist man schneller "Opfer" von solchen Eltern.

    Vielleicht solltet ihr euren Kollegen dahingehend unterstützen, dass er mehr Selbstbewusstsein in seinen Handlungsweisen gewinnt und dahinter stehen kann.

    Wenn der Kollege statt "veräppelt" das Wort "verarscht" benutzt hat, dann gibt es doch wirklich Schlimmeres.

    Das Wort "Arsch" ist vor Jahren vom derben Wort (hat man eigentlich eher nicht benutzt) zur "Umgangssprache" aufgestiegen. Selbst in einem Song, der im Radio rauf und runter gespielt wird, heißt es "Arsch auf Eimer".

    Nicht, dass wir uns missverstehen: Ich finde das Wort nicht schön und als Sprachvorbild sollte man es vermeiden. Der Aufstand der Eltern steht zu keinem Verhältnis und entsprechend sollte man darauf reagieren oder nicht reagieren.

    Wenn es nicht zu vermeiden wäre, dass Eltern das Gespräch suchen, würde ich den Sachverhalt unter dem mir dieses Wort rausgerutscht ist, erklären. Das hatte ja eine Vorgeschichte, wieso man den Schülern sagte, dass man sich veräppelt fühlte. Man kann noch äußern, dass es einem leid tut, dass einem dieses rausgerutscht ist. Damit sollte dann ein Schlussstrich gezogen werden und zur Tagesordnung übergegangen werden.

    Das wird deinem Kollegen bei dieser überzogenen Reaktion so oder so nie wieder passieren, weil er sich dem Stress nicht mehr aussetzen will und sich Gedanken darüber gemacht hat. Also kann er für die Zukunft ganz beruhigt sein.

    Ich bin für eine gewählte Sprache. Dennoch habe ich auch einmal bewusst das Wort einer Schülerin gegenüber benutzt, um ihr etwas klarzumachen. Das hat sie verstanden und wir haben darüber gesprochen. So hätte ich es auch den Eltern begründet, wenn eine Reaktion gekommen wäre, doch mit dieser Mutter (keine Helikoptermutter) habe ich so oder so harmonisch zusammengearbeitet.

    Mir ergeht es mit dem Kopieren und Weiterem auch so wie Conni und Annie. Es ist alles eine Frage der Organisation.

    Bei uns kommen zur Pausenaufsicht noch die nicht zum Deputat gehörenden täglichen Vorviertelstunden, wo Aufsicht im Klassenzimmer gemacht werden muss, dazu. Das summiert sich auf über eine Stunde in der Woche. Dazu kommt noch die Pausenaufsicht (1-2 mal in der Woche) und ab und zu die Frühaufsicht der Buskinder.

    In Bayern haben wir grundsätzlich keine 5 Minuten Pausen zwischen den Unterrichtsstunden.
    Die offizielle Pausenzeit in der Grundschule beträgt bei uns während 6 Stunden Unterricht 30 Minuten.
    Ich habe 2 Varianten erlebt:
    1. Variante: eine große Pause von 30 Minuten nach der 3. Stunde
    2. Variante: eine große Pause von 20 Minuten nach der 2. Stunde und eine kleinere Pause von 10 Minuten nach der 4. Stunde.

    Ich finde die lange Pause nach der 3. Stunde besser. Wenn man schon nach der 2. Stunde Pause hat, muss man dann, wenn man mitten im Arbeiten ist, schon zwangsweise Pause machen und es werden einem Rhythmisierungen vorgeschrieben, die vielleicht gar nicht ins Konzept des Tages passen. Stundenplanmäßig gab/gibt es beiden Varianten keine großen Probleme. Bei der 2. Variante muss man keine Doppelstunden machen, habe ich auch nie so erlebt - man kann auch mal nach der Pause an etwas weiterarbeiten.

    Danke für eure ausführlichen Antworten! Super, diese Ideensammlung!

    Hier noch ein Beitrag meinerseits:
    Bei Gruppenarbeiten schreibe ich die Gruppen an die Tafel und notiere mit ++ +o - die Arbeit. Das funktioniert oft auch ganz gut, ich muss aber immer wieder rückmelden. Ich habe auch schon einmal die Timetex Holzampeln dazu zweckentfremdet, aber das war zu umständlich.
    Bei mir gibt es unerwarteterweise für die Klasse immer einmal wieder Aufkleber oder Lobkärtchen, wenn mir etwas außergewöhnlich gut gefallen hat bzw. etwas außergewöhnlich gut gelungen ist, was das Verhalten betrifft - z.B. besonders gut gelungene Gruppenarbeit von allen, leise Morgenarbeit, fast alle haben die Hausaufgabe super geschrieben usw. Manchmal werden einzelne Kinder belohnt. Aber das ist dann immer überraschenderweise.

    Meine Gedanken:
    Dieses positive Hervorheben, was Conni beschreibt, mache ich auch immer wieder. Da kann man am Anfang schon einmal gut bestimmte Sachen hinkriegen.
    Gespräche mit Schülern führe ich ebenso. Manchmal versuche ich die "Ich schaff's" Strategie, doch die Schüler antworten nicht immer lehrbuchgemäß. ;)
    Ich habe auch schon bei schwierigen Fällen Steigerungskärtchen verteilt, wo die Warnungen immer mehr wurden, das war nicht nachhaltig.

    Bisher ist es mir nicht gelungen, ein Belohnungssystem für alle durchzuhalten. Das merkten auch die Schüler und nahmen es nicht mehr erst.
    Was ich bei Einzelstörungen eher durchhalte, ist die altmodische Strichmethode mit anschließender Nachdenkaufgabe, doch die mag ich eigentlich nicht. (in Klasse 3/4)

    Die eine oder andere Idee werde ich im Hinterkopf behalten.
    Die Verhaltensampel wie sie icke beschrieben hat, würde ich evtl. so ähnlich ausprobieren. Hattest du @ icke auch das Thema Hausaufgaben in den Klassenregeln mit drin?
    Vielleicht hat meine Verhaltensampel dann 4 Farben, wie ich es bei Frau Locke auf dem Blog gesehen habe. Es stellt sich aber nur wieder die Frage, ob ich das Ganze durchhalten kann.

    Bei deinen Schilderungen @ mashkin habe ich den Eindruck, dass da (Ausbildungs)welten aufeinanderprallen.
    Wurdest du überhaupt auf die ganze Situation offiziell vorbereitet?
    Konntest du ausführlich bei Kolleginnen hospitieren?
    Hospitationen bei Kolleginnen und Gespräche helfen sehr viel.

    Vielleicht ist es wirklich so, dass in Russland der Lehrer noch eine andere Stellung hat und man dort diesem automatisch mehr Respekt entgegenbringt.
    Hier muss man als Lehrer einiges in dieser Beziehung investieren. Dazu gibt es unterschiedliche Arten, wie man das angehen kann.

    Ich habe nach deinen Schilderungen den Eindruck, dass du sozusagen in eine andere Welt ohne große Vorbereitung von außen hineingeworfen wurdest.

    Versuche zu erwirken, dass du viel hospitieren kannst.

    Nächste Woche fängt das Schuljahr wieder an. Ich bekomme eine neue 3. Klasse. Da überlege ich mir immer wieder neu, welches System ich anwende, damit die Unterrichtsdisziplin eingehalten wird. Deswegen frage ich vor allem die Grundschullehrer. Womit habt ihr gute Erfahrungen gemacht?

    Hier ein paar Beispiele:
    - Ampelsystem mit Klammern
    - Murmeln sammeln
    - 1,2,3 Methode
    - Smilierennen
    - gelbe, rote Karten
    - Aufkleber sammeln

    Mit vielen Systemen - vor allem den Belobigungssystemen - habe ich das Problem, dass ich es nicht schaffe, sie konsequent durchzuziehen, weil sie mit einigem Arbeitsaufwand verbunden sind. Die 1,2,3 Methode und die gelben und roten Karten sind zwar einfach, aber eher auf Bestrafung aus. Ampel kann man als Belobigungssystem oder als Betrafungssystem anwenden.

    Also, was hat sich bei euch bewährt und konntet ihr das wirklich konsequent durchziehen?

    Nachtrag:
    Wenn ihr eher "Systeme" mit Konsequenzen benutzt, würde ich mich dafür interessieren, wie diese Konsequenzen aussehen.

    Mashkin:
    Danke für deine offenen Worte.

    Meerschwein Nele:
    Unter "Frontalunterricht" verstehen wir hoffentlich dasselbe.

    Zitat aus Wikipedia:

    Klassenunterricht ist eine Unterrichtskonzeption, ein didaktisches Modell sowie eine Sozialform, die von der Prämisse ausgeht, dass es die Aufgabe des Lehrers ist, den Schülern etwas beizubringen, und daraus Regeln für die möglichst effektive Gestaltung von Klassenunterricht ableitet. Seit den 1960er Jahren wird der Begriff Klassenunterricht im Rahmen der Schulreformen durch den Begriff Frontalunterricht verdrängt.

    Klassenunterricht kann in sehr unterschiedlichen Arbeitsformen stattfinden. Bei weitem am häufigsten werden Lehrervortrag, fragend - entwickelnder Unterricht, Unterrichtsgespräch eingesetzt, aber auch Demonstrationsexperimente, Kopfrechenübungen, Spiele und viele andere Unterrichtsmethoden sind Formen von Klassenunterricht.

    Beim Klassenunterricht ist, anders als bei den anderen Sozialformen, die Lerngruppe nicht aufgeteilt; alle sind im Idealfall mit der gleichen Aufgabe beschäftigt; jeder Beitrag beansprucht die Aufmerksamkeit aller. Der Lehrer ist dabei und wirkt kontrollierend, steuernd, leitend oder dozierend mit.

    Jeder macht Anteile vom Frontalunterricht. Ein lehrergeleitetes Spiel ist auch Frontalunterricht. An einer Grundschule kann man vielleicht nicht so viel fragend- entwickelnden Unterricht und Lehrervorträge machen. Da aktiviert man viel zu wenig Schüler. Das geht wahrscheinlich bei älteren Schülern oder gar bei Erwachsenen viel besser. Deswegen sehe ich das auch so, dass es an den richtigen Ort (ich sehe das auch altersabhängig) und zur richtigen Zeit (im Rahmen des didaktischen Aufbaus) gehört. Außerdem ist die Entscheidung, welche Methode man anwendet, inhaltsabhängig.
    Mit Gewalt muss man Erwachsene wirklich keine Kärtchen schreiben lassen. Bei Grundschülern ist das in Sachkunde z.B. eine ganz nette Methode um Vorwissen von jedem zu aktivieren um es dann anschließend ordnen zu können.

    Warum nicht vorsprechen? Wenn Eltern einen Termin bekommen können, dann bekommst du auch einen.
    In Bayern geht das, da kann man bei Schulräten bzw. Schulbehörden, die man sprechen muss/will, vorsprechen.
    Wir haben an den Grund- und Mittelschulen auch keinen extra Personalrat an der Schule. Wir haben aber einen Personalrat auf Schulamtsebene, der regelmäßig gewählt wird. Die Mitglieder des Personalrats gehören alle einem Lehrerverband an. Wenn hier ein ähnlicher Fall wäre, würde ich ein Mitglied dieses Personalrates ansprechen. Die würden uns beraten, dazu sind sie da. Die haben ihre Aufgabenbereiche oft verteilt.

    Die Vertreterin des Schulamtes gibt hier überhaupt kein gutes Bild von ihrer Behörde ab und zeigt sich in diesem Fall als unfähig. Das fällt auch wieder auf die Behörde zurück.
    Es wäre einmal spannend zu wissen, was ihre Vorgesetzten zu einer solchen Maßnahme sagen würden.

    Dann muss man sie zwingen, das zu lesen. Kopiere alles und schicke es an das Schulamt mit schriftlicher Stellungnahme. Vielleicht noch eine Durchschrift an den Personalrat, der auf dieser Ebene zuständig ist.

    Nachtrag:
    Das war eine Antwort auf Beitrag Nr. 18. Inzwischen waren noch andere Beiträge.
    Schmeili hat den Gedanken weiter ausgeführt.

    Da hat sich das Schulamt nun selbst ein Ei gelegt, dass sie zuerst nachgegeben haben.
    Wenn das Kind Schulangst entwickelt, dann braucht es und die Familie wohl auf einer anderen Ebene Hilfe.

    Ich weiß jetzt nicht, wie du dich auf die Zusammenarbeit mit deiner Schulleitung, von der ich den Eindruck habe, dass sie ein schwaches Bild abgegeben hat, verlassen kannst.

    Meine erste Prämisse wäre, etwas mit der Schulleitung zusammen zu tun.
    Die vorgesetzten Dienststellen haben dir gegenüber übrigens eine Fürsorgepflicht.

    Es geht, wie ich verstanden habe, um die Sportstunden.
    Ich würde mit oder ohne Schulleitung Folgendes machen:
    1) Mich an kompetenter Stelle erkundigen (Personalrat, Rechtsberatung Lehrerverband)
    2) Bei der verursachenden Dezernentin vorsprechen und meine Sicht schildern, evtl. mit Personalrat oder alleine
    3) Wenn alles nicht hilft, Personalrat offiziell einschalten oder eine Stelle höher gehen und einfach dort unverbindlich die Sachlage schildern

    Du hast das Kind in der vorgeworfenen Situation vor Schaden bewahrt! Für mich ist das ein reiner Racheakt der Eltern, dass ihr Kind, als es noch in deiner Klasse war, in ihren Augen nicht richtig behandelt wurde.

    Kommt eigentlich dann jedes Mal nach der Sportstunde die Mutter ins Rektorat? Die Maßnahme ist völlig überzogen und lächerlich. Kindergarten würde ich sagen.

    Ich wüsste da auch nicht, wie ich die Frage beantworten könnte. Von so einem massiven und schief gelaufenen Eingriff habe ich auch noch nie gehört.

    Ich kann dir nur sagen, wie es bei uns wäre:
    Ein freiwilliges Wiederholen ginge bei uns auf Antrag der Eltern nur durch Beschluss der GLK.
    Bei uns würde das Schulamt die Maßnahmen wieder zurück an die Schule verweisen.
    Der Lehrer würde gehört werden.

    Um mehr Infos zu bekommen, wie es in deinem Bundesland vorgesehen ist, würde ich den Fall dem Personalrat schildern. Vielleicht bekommst du da kompetenten Rat. Deine Schulleitung sollte schon aus Eigeninteresse auch tätig werden; ich weiß nicht, ob man sich das bieten lassen kann.

    Vielleicht schreibst du dein Bundesland. Heute Nachmittag sind vielleicht eher (Grundschul)lehrer aus deinem Bundesland online.

    Ich kann Kollegen nicht verstehen, bei denen der Lautstärkepegel während des Unterrichts dem eines Flughafens gleicht, weil "offener" Unterricht bevorzugt wird. Für mich ist dieser offene Unterricht nichts anderes als komplette Anarchie.

    Ich möchte nochmals auf den offenen Unterricht eingehen. Offener Unterricht hat viele Gesichter. Gemeinsam ist ihm, dass den Schülern mehr Eigenverantwortlichkeit zugestanden wird.
    Zum- Wiki fasst das ganz gut zusammen.
    http://vielfalt-lernen.zum.de/wiki/Offener_Unterricht

    Bei dem Kapitel "Formen des offenen Unterrichts" kann man ganz gut die Bezugspunkte sehen. Z.B. gehören Formen des kooperativen Lernens wie die Think- pair- share Methode auch zum offenen Unterricht, weil sie mehr eigenständige Schüleraktivität fordert.
    Das muss keineswegs im Chaos enden, sondern kann sehr geordnet zugehen. Ich verwende in meinem Unterricht viele Methoden des kooperativen Lernens (ist bei uns auch immer wieder gefordert).
    Der konstruktivistische Ansatz ist in der Lehrerausbildung und bei uns in Fortbildungen im Gespräch.

    Ebenso kann man im offenen Unterricht den Wochenplan vorgeben mit vielleicht einer individuellen Aufgabe; da haben die Schüler nur die Wahl der Reihenfolge. Ebenso in Werkstätten. Bei Lerntheken wählt der Schüler Aufgaben auf seinem Niveau. Mit solchen Aufgaben trainiert man die Eigenverantwortung, zumal dazu auch die Selbstkontrolle gehört. Die Aufgabe des Lehrers in der Grundschule ist hier aus erzieherischen Gründen nachzukontrollieren, ob die Aufgaben sowohl inhaltlich als auch von der Eigenkontrolle her adäquat bearbeitet wurden.

    Die Lautstärke muss von den Aufgaben her angepasst sein. Natürlich geht es lauter zu, wenn im Wochenplan Dinge dabei sind, wo man reden muss. Das liegt in der Natur der Sache. Wichtig ist, dass die Schüler arbeiten und nur so weit laut sind, wie sie müssen. Geflüsterte Partner- und Gruppenarbeiten finde ich persönlich unkreativ. Selbst in Erwachsenenfortbildungen ist man bei solchen Dingen normal laut.

    Einige führen eher die Form des offenen Unterrichts durch, wo jeder auf seinem Niveau arbeitet, sodass jeder unterschiedlich weit ist. Da muss man seinen Unterricht wiederum ganz umstellen. Da sind aber auch Frontalphasen drin. Ich habe das jetzt noch nicht ausprobiert, ich arbeite lieber anders offen. Es gibt Aufgaben, die schon allein durch das, was man für unterschiedliche Ergebnisse herausbekommen kann, differenzieren und somit das eigene Denken des Schülers angeregt wird ohne dass der Lehrer vom Ergebnis her erklärt.

    Wer offen arbeitet, hat immer wieder Frontalphasen drin, weil man Ergebnisse bespricht, interpretiert und sichert. Außerdem ist nicht gesagt, dass man die ganze Zeit offene Unterrichtsformen verwendet.

    Das hört und liest man oft, wenn Erwachsene auf ihre Schulzeit zurückblicken.

    Umgekehrt wird auch gesagt: "Sie war nett und wir liebten sie über alles, aber gelernt haben wir bei ihr eigentlich nichts."

    Für mich ist der Blickwinkel anders. Von angstmachenden, strengen Lehrern, die ohne Rücksicht auf Verluste verlangt haben, ist meine Erinnerung sehr überlagert von diesen Erfahrungen. Am schlimmsten fand ich die, die sich des Erziehungsmittels der niedermachenden Ironie bedient haben (am Gymnasium).

    Positiv erinnere ich mich an die Lehrer, die genau wussten, welches Maß sie verlangen konnten und die menschlich völlig in Ordnung waren. Und das in allen Klassen.

    Das Menschliche bzw. die Lehrer- Schülerbeziehung finde ich sehr wichtig. Wenn die noch gepaart damit ist, möglichst passgenau das Richtige zu fordern oder zu fördern, dann passt das für mich so.

    Die Lehrer - Schülerbeziehung ist für mich sehr wichtig, besonders in der Grundschule. Ich habe es schon einmal geschrieben: Grundschüler sollen prinzipiell gerne in die Schule kommen, dann lernen sie auch lieber, wie wenn sie schon eine Aversion entwickelt haben. Da hat man als Klassenlehrer in der Grundschule eine besondere Verantwortung.

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