Mir wären die Sommerferien im Juli prinzipiell lieber, denn gerade in diesem Monat kann man fast nichts mehr mit den Schülern machen, weil sie nur noch im Klassenzimmer wegen der Hitze rumhängen und nachmittags im Schwimmbad verbringen. Hitzefrei gibt es bei uns an der Grundschule auch nicht mehr. Ende August wird es doch kühler. Gerade in den letzten Jahren war der Juli in Bayern öfter ein sehr heißer Monat. Das ging ungefähr bis Mitte August. Klimawandel?
Im September ist der Sommer meistens vorbei, das merke ich, wenn wir in Deutschland etwas nördlicher als Bayern auf dem Campingplatz sind und die Abende deutlich kühler sind.
Baden- Württemberg nahm einmal eine zeitlang an dem rollierenden System teil.
Beiträge von Caro07
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Bei uns ist das im Schulgesetz und in der Lehrerdienstordnung geregelt.
"(3) 1Bei sonstigen schulischen Veranstaltungen gelten die Abs. 1 und 2 entsprechend. 2Beginnt oder endet eine schulische Veranstaltung außerhalb der Schule, so beginnt und endet dort auch die Aufsichtspflicht der Lehrkraft. 3Der Treff- und Endpunkt soll möglichst in der Nähe erreichbarer und zumutbarer Verkehrsmittel liegen. 4Für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen eins bis vier muss der Treff- und Endpunkt auf jeden Fall innerhalb des Schulsprengels liegen."Quelle: Aufsicht
Man plant Unterrichtsgänge so, dass man noch innerhalb der Unterrichtszeit in der Schule zurück ist. Deswegen nehme ich in der Regel alle Schüler zur Schule wieder mit zurück, es sei denn, es handelt sich nur um eine kleine Zeitdifferenz zum Unterrichtsschluss. Dann können die Schüler, die in der Nähe des Rückwegs wohnen, mit Einverständniserklärung der Eltern gleich nach Hause gehen. Solche Aktionen spreche ich jedes Mal mit der Schulleitung ab.
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Also in der Gegend, wo ich wohne, (weder Nähe München noch Nähe Nürnberg) haben wir kein Schulproblem. Vielleicht liegt es auch am Engagement des Landkreises? Alle Schulen, außer den Grund- und Mittelschulen sind landkreisbetreut. Der Landrat und Kreistag haben in Bayern mehr Zuständigkeiten als in anderen Bundesländern - zumindest weiß ich das im Vergleich zu Baden-Württemberg, weil ich ursprünglich aus diesem Bundesland komme. Bei uns gibt es große Höfe in der Umgebung, aber viele haben Nachwuchsprobleme bzw. es gibt nur noch Großbauern. Bei uns im "Dorf" mit ca. 4000 Einwohnern gibt es vielleicht noch 3 - 5 hauptberufliche Bauern.
Wir machen immer wieder Campingurlaub in irgendwelchen Gegenden in Deutschland. Da habe ich festgestellt, dass die Umgebung von Münster z.B. sehr ländlich ist. Ich konnte bisher kaum Unterschiede zwischen ländlichen Gebieten in Bayern und in anderen Bundesländern erkennen. Die Bauern bzw. Höfe schienen mir ähnlich verteilt. -
Bei der deutschen Sprache kann man sich tatsächlich darüber streiten, welcher Effekt das Grammatikwissen für die gesprochene Sprache und Textproduktionen hat. (Effekte sind auf jeden Fall vorhanden, wenn die Übungen gut gewählt sind.)
Für die Rechtschreibung braucht man ein Grammatikwissen auf jeden Fall; in den letzten Jahren hat man die Rechtschreibung besser strukturiert - früher hat man das meiste anhand von "Worterinnerungen" und stupidem Auswendiglernen geschrieben.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Grundschulgrammatik ist, dass sie zumindest im Ansatz grammatikalische Grundlagen für Fremdsprachen legt. Ich denke, im Hinblick auf die Fremdsprachen ist ein grundlegendes Grammatikwissen notwendig, es sei denn, die Fremdsprachen werden irgendwann ganz intuitiv vermittelt. -
ich habe nur Zweifel angemeldet, dass eine möglichst frühe Wortarteneinführung zwangsläufig zu einer besseren Rechtschreibung führt oder/und für diese unabdingbar ist.
Auf jeden Fall! Inzwischen hat man bei uns die Grammatik und die Rechtschreibung im Lehrplan unter der Überschrift: "Sprachliche Strukturen erkennen und reflektieren" zusammengefasst. Es gibt ganz viele Überschneidungen zwischen grammatikalischen und rechtschriftlichen Betrachtungsweisen. Als Beispiel seien hier die Wortfamilie, Verlängerungen von Wörtern, Vorsilben genannt, was in den anderen Beiträgen schon erwähnt wird. Wenn man nicht kategorisiert und strukturiert, bleibt dieser Aspekt der Sprache ein zusammenhangloser Mischmasch. Übrigens kann man auch in diesen Kategorien viel Schüler selbst erforschen lassen, wenn man die Themen einführt. Das hat icke beschrieben. Außerdem - das wurde ebenfalls schon mehrmals erwähnt, werden die Erkenntnisse nach und nach erweitert. Man bleibt ja nicht auf dem Stand der Einführung der 2. Klasse stehen. In Mathematik machst du auch erst das kleine 1x1, bevor du die schriftliche Multiplikation durchnimmst oder fängst mit einem kleinen Zahlenraum an, bevor du weiterschreitest.
Manche Themen führe ich auch einmal gerne vom globalen Ansatz her (erst einmal alle Aspekte entdecken und dann die einzelnen vertiefen) und nicht schrittweise ein, doch die Themen müssen sich dann wirklich dafür eignen, da der Anspruch da schon höher ist.
Wie gesagt, da die Wortarten früh anfangen sollten, wie sich alle Grundschullehrer einig sind, können wir nicht abwarten bis zur 4. Klasse, bis die Schüler so weit eine Abstraktionsfähigkeit besitzen, dass sie die verschiedenfältigen Aspekte von Wortarten selbständig entdecken können. Ich kann das höchstens als Zusammenfassung des bisherigen Gelernten mit Entdeckung von weiteren, neuen Aspekten im 4. Schuljahr machen.Das andere ist der kreative, intuitive Zugang zur Sprache, den ich in der Grundschule sehr bereichernd finde. Auch hier haben wir viele Möglichkeiten, kreativ mit Sprache umzugehen, sogar mit grammatikalischem Hintergrund. Da existieren viele Ideen, die man umsetzen kann.
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Erstens deshalb, weil Verben eben auch Vorgänge und Zustände neben Tätigkeiten bezeichnen und weil nicht nur Verben Tätigkeiten bezeichnen.
Das stimmt nicht so. Es wird auch die 2. Frage gestellt:
Was geschieht? Da wird zumindest einmal nach den Vorgängen und im weitesten Sinne nach den Zuständen gefragt.Alles andere wurde schon erwähnt: die Konjugation und die Tempi, die grundschulgerecht erklärt werden und in die "Beweise der Verben" (so arbeitet das Auer Sprachbuch) nach und nach mit einfließen. Durch das Prädikat werden Verben in den Satzzusammenhang gebracht.
Wie ich schon erwähnte - die Schüler haben eher Probleme die unterschiedlichen kleinen Wörter zu unterscheiden wie die Verben zu erkennen.
P.S.: Wenn wir viele Jahre zurückgehen - da hießen die Verben nicht Tunwörter oder Tuwörter, sondern Zeitwörter.
Da hat man den Zeitaspekt als wichtigsten Aspekt gesehen. -
ob ein Professor der Didaktik der deutschen Sprache - der selber auch sein Referendariat gemacht und Unterrichtserfahrung als reguläre Lehrkraft gesammelt hat
Du hast zwar grundsätzlich Recht, tibo, aber im Fall von Granzow- Emden stimmt das nicht, denn er war vorher Realschullehrer. Da sind die Erfahrungen in der Realschule doch etwas anderes, wie wenn man Wortarten in Klasse 1/2 aufgrund von Blankowissen einführen muss. Seine Vorgangsweisen resümieren nicht aufgrund eigener Erfahrungen in 1/2.
Wenn er, wie Buntflieger einmal geschrieben hat, so oder so meint, dass Wortarten viel später eingeführt werden sollen, hat das nämlich genau den Grund, woran sämtliche didaktischen Vermittlungsvorschläge aus der Syntax heraus, die Buntflieger und tibo anerkennungsweise versucht haben, scheitern. Es ist für die Kleinen eine Überforderung!
Nämlich, die Wortarten so wie geschildert im Satzzusammenhang einzuführen, kann erst später gelingen.
Da wichtige Wortarten aber aufgrund von verschiedenen Aspekten relativ früh bekannt sein sollten, muss man anders anfangen.
Übrigens wird im ersten und zweiten Schuljahr sehr wohl am Satz gearbeitet. Das eine schließt das andere nicht aus. -
Die Kinder gehen in die Schule.
Naheliegende Frage: In "wen oder was" gehen die Kinder?
Antwort: "In die Schule!"Das ist nicht das Problem. In deinem Beispiel wird nach der "Ortsangabe" - so ist das in der Grundschule benannt - gefragt. (wohin, wo, woher)
In der Grundschule in By machen wir Subjekt, Prädikat, Dativ- und Akkusativ - Objekt, die Orts- und Zeitangabe. Orts- und Zeitangabe sind im Prinzip die adverbialen Bestimmungen des Ortes und der Zeit. Mit diesen 5 Satzgliedern (inklusive mehrteiliges Prädikat) kann man doch schon viele Sätze untergliedern. Wenn man ein Satzglied noch nicht benennen kann, macht das nichts ; es wird als Satzglied perse z.B. durch die Umstellprobe erkannt. -
Hier ein Beispiel, wie in der Grundschule (3./4. Klasse) mit der Valenzgrammatik gearbeitet werden könnte.
Ich komme zwar jetzt noch einmal von den Wortarten in Klasse 1/2 ab, aber dennoch nochmals etwas zu den Satzgliedern und deren Abhängigkeit vom Prädikat.
Wenn ich nun die Ausgaben der Sprachbücher Klasse 4 vergleiche (habe alle wesentlichen für mein Bundesland):
Die Abhängigkeit von Satzgliedern vom Prädikat ist tatsächlich bei dem Sprachbuch, das nach Montessori arbeitet (Auer), am meisten hervorgehoben. Es ist so ausgedrückt, dass manche Prädikate eine Satzergänzung im 3. Fall und viele Prädikate eine Satzergänzung im 4. Fall fordern. Es gibt dann solche Aussagen wie: "Dieses Prädikat verlangt die Frage "Wen oder was".
Das Prädikat steht im Satzstern immer im Mittelpunkt (Kern) und ist mit einem großen roten Kreis gekennzeichnet, während die Satzglieder in Pfeilen verschiedener Farben von ihm weggehen.Das Jo-Jo Sprachbuch drückt aus, welches Prädikat welche Ergänzung verlangt, aber weniger intensiv.
Bei den anderen Sprachbüchern sieht es statischer aus.
Das Beispiel von dir Cogito, ist interessant und ich denke, man könnte das so ausprobieren. Wenn, dann würde ich es nach Subjekt und Prädikat machen. Die Professorin, die dahintersteckt (Dr. Ute Spiegel) ist bei uns bekannt und ich konnte sie schon in einer Fortbildung erleben, die neue Impulse gab.
Nebenbei: Ich habe mich gewundert, warum der neue Lehrplan bei uns wieder vom Dativ- Objekt und Akkusativ- Objekt zurück auf die deutsche Bezeichnung "Satzergänzung" gegangen ist. Jetzt ist mir klar, dass damit der Dependenz- und Valenzgrammatik eher Rechnung getragen wird.
Die Diskussion darüber fand ich spannend, weil ich letztendlich in den Sprachbüchern doch Ansätze gefunden habe und der Link zeigt, dass man ein kleines Stückchen in diese Richtung arbeiten kann bzw. so arbeitet.
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Nenne mir überprüfbare und quantifizierbare Kriterien, die den erfolgreichen Schulbesuch am Gymnasium mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen.
Es gibt Reflexionsbögen - zuerst einmal an die Adresse der Eltern gerichtet - in Bezug auf die drei weiterführenden Schularten, sortiert nach Leistungsvermögen in D, M, HSU und Lern- und Arbeitsverhalten.
Manche Schulen erstellen selbst einen, die Schulpsychologen haben einen, in der Vergangenheit hat das Kulturministerium einen herausgegeben und vor Jahren war ein solcher in einem Übertrittsbuch zu finden. Alle waren/sind sehr hilfreich. -
Zur Syntax: Wir thematisieren in der Grundschule das mehrteilige Prädikat.
Wegen der Substantivierung: Mein Anhaltspunkt/Hintergrund ist der Grammatikduden. Der erste Satz heißt dort: (Nr. 760): "Diese Möglichkeit besteht darin, die Infinitivform des Verbs als neutrales Substantiv zu gebrauchen." Im Prinzip erklärt der Duden die Substantivierung nur genauer als ich es den Schülern erkläre.
Matthias Granzow- Emden mag neue Wege vorschlagen. Wie bei allen Professoren gibt es unterschiedliche Lehrmeinungen. Es kann sein, dass in 10 Jahren wieder ganz andere Ideen gefunden werden. So war es schon immer.
Interessant ist es sicher, sich mit seinen Ideen zu befassen. Dennoch wird man nur das übernehmen, was eine Optimierung der bisherigen Zugangsweisen verspricht. Ich bin zufrieden mit der Art, wie wir es machen. Eine Verbesserung hat die Arbeit nach Montessori gebracht und die spiralförmige Vermittlung mit ständiger Wiederholung des schon Erarbeiteten. Die Unterrichtsergebnisse passen. Ich bezweifle, ob ich das revolutionieren will. Aber vielleicht lese ich einmal das Buch.

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Hier kann man sich einen Einblick verschaffen, was damit gemeint ist:
https://www.uni-potsdam.de/de/sprachdidak…effentlich.html
Ich finde das viel zu kompliziert für Grundschüler. Ich kann mir da keine sinnvolle didaktische Reduktion für die Grundschule vorstellen. -
sodass man unterstützt durch von den Schülern gebrachte Beispiele, diese gemeinsam erweitert und dadurch verfeinert.
Genau. Mich fragen die Schüler in diesen Fällen, warum man das Verb plötzlich groß schreibt. Dann kann man ihnen grundschulgerecht erklären, dass dieses Verb als Nomen genutzt wird und ihnen dies anhand des Artikels, der davorsteht, erklären (oder auch in den Fällen von beim = bei dem bzw. zum = zu dem).
Systematisch behandelt wird die Substantivierung nicht, aber man kann ihnen von Fall zu Fall begründen warum oder notfalls die Faustregel herausgeben, dass man Verben nach "zum" und "beim" groß schreibt, weil sie da eben als Nomen gebraucht werden. Selten begegnen uns in der Grundschule andere Fälle.
Fast alle grammatikalischen Strukturen lassen sich immer logisch erklären, deswegen sind gute Mathematiker oft gut in Grammatik, wie ich festgestellt habe. -
vielleicht genug Eltern, die bereit sind, zu akzeptieren,
Nein, in Bayern hast du x Möglichkeiten, mit jedem Schulabschluss "aufzusteigen".
Machen auch einige, die machen den M-Zug in der Mittelschule, gehen auf die FOS und machen dann Abitur oder machen nach dem Quali eine Lehre mit gutem Abschluss und gehen anschließend auf die BOS oder das Bayernkolleg und machen das Abitur. -
Noch etwas zum Problem "dass" und "das":
Mir fällt tatsächlich auf, dass viele Erwachsene - fällt sogar in Zeitungen und Internetforen - sogar manchmal in Lehrerforen - auf - diesen Unterschied nicht verinnerlicht haben. Vor allem seit der Rechtschreibreform.
Wenn man es einmal verstanden hat, dürfte man keine Fehler machen, höchstens Tippfehler.
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Im Kopf klassifiziert sie das Kind aber stets als "Artikelwort", da das ganz früh so eingehämmert wurde. Das führt fast unweigerlich zu Schwierigkeiten beim späteren Grammatikverständnis - eigentlich ist das leicht nachvollziehbar.
Du meinst das Relativpronomen. Ich denke, das fällt genau in den Übergang. Wir lehren nämlich den Schülern schon noch die Konjunktionen, bei uns Bindewörter genannt. Anfanghaft machen wir das schon, nämlich indem wir im 4. Schuljahr im Zusammenhang mit der Rechtschreibung den Schülern den Unterschied zwischen der Konjunktion "dass" und dem Relativpronomen "das" beibringen. (Machen vielleicht nicht alle Lehrer, steht nicht explizit in den neuen Lehrplänen.) Das zeigt schon auf die weiterführenden Schulen und da müssten diese dann sofort anknüpfen - Konjunktionen wiederholen und die Pronomen weiterführen.
Übrigens sind die Empfindungen subjektiv. Mich hat es als Schülerin nicht verwirrt. Im Gymnasium ging es grammtikalisch weiter und ich habe dazugelernt. -
Komisch, das klingt für mich sehr nach Bauchgefühl.
Ich sage nicht, dass das falsch sein muss, bzw. überhaupt ohne geht. Ich schreibe am laufenden Bande förderpädagogische Gutachten und natürlich geht viel über das Gefühl, und analytische Begründungen findet man immer für die eine oder andere Empfehlung. Ich sprach von einem Bewusstsein davon. Das wäre zumindest professionell.
Da klingt mir doch einiges an Vorurteil mit. Natürlich schreiben wir für den Übertritt keine Gutachten, die aufgrund von normierten Tests erstellt werden.
Aussagekräftig sind die Leistungen im Einzelnen und alles, was der Schüler bzw. die Schülerin im Zusammenhang mit Unterricht zeigen. Das dokumentieren wir bzw. ist in den Leistungskontrollen dokumentiert. Aufgrunddessen wird eine Aussage getroffen. Zudem führen wir Lernentwicklungsgespräche durch und schreiben ausführliche Zeugnisberichte. Wer da meint, wir hätten keine Ahnung, der täuscht sich.
Eltern, die sich in Bayern unsicher sind und auch wegen anderer schulleistungsbezogener Fragenstellungen können zusätzlich die Schulberatung (ausgebildete Beratungslehrer und Schulpsychologen) hinzuziehen. Das geht Hand in Hand mit der Klassenlehrkraft.
In Bezug auf Förderschule bzw. Förderbedarf haben wir den Mobilen Dienst von den Förderschulen, den wir einschalten können.
Eine Bemerkung am Rande: Immer wenn wir in diesem Bezug mit Lehrern weiterführender Schularten zu tun haben, z.B. bei Kooperationstreffen oder Infoabenden zu weiterführenden Schulen für die Eltern, wird betont, wie treffend die Aussagen der Grundschullehrer sind - wir in Bayern schreiben in der Grundschule zweiseitige Zeugnisse mit teilweisem Gutachtencharakter.
Ich denke, das kann man auch auf andere Bundesländer übertragen. -
@ Cogito
Im Prinzip hast du mit deiner Einschätzung Recht. Besonders wichtig finde ich den Austausch an der Nahtstelle der verschiedenen Schulen.
Allerdings sehe ich es so, dass Grammatikwissen im Lauf der Schulzeit immer weiter erweitert und entsprechend modifiziert wird.
Das passiert nicht nur mit den Verben so, das betrifft z.B. auch die Pronomen. In der Grundschule lernen die Schüler systematisch nur die einfachen Personalpronomen, andere Arten gebrauchen sie intuitiv, wird aber nicht kategorisiert. -
Es ist und bleibt ein Bauchgefühl mit eben Empfehlungscharakter.
Empfehlungscharakter ja (die Noten machen es ja in Bayern), Bauchgefühl nein.
"Bauchgefühl" hört sich für mich so an, wie man einmal in den Nebel hinein aus einem gefühlten Eindruck spricht.
Wir empfehlen aufgrund der Beobachtungen, die wir gemacht haben. Wir an der Grundschule sind verpflichtet sehr genau zu beobachten, zu dokumentieren und zu analysieren. Außerdem haben wir die Kinder in vielen Fächern.
Aber gerne können wir wieder eine Aufnahmeprüfung mit Probezeit für alle Schüler einführen, dann ist der schwarze Peter weitergereicht. -
Bei uns ist die Empfehlung über den Notenschnitt geregelt.
Aber:
Man schaut sich im Hinblick auf die weiterführenden Schulen neben den erreichten Noten die Arbeitshaltung und die Auffassungsgabe an.Es kommt auch darauf an, ob gute Noten nur mit sehr viel Fleiß und evtl. Druck erreicht wurden - das Verständnis aber an eine Grenze kommt oder ob das einigermaßen locker und selbstständig ging.
Wenn Ersteres der Fall ist, spreche ich die Problematik den Eltern gegenüber schon an.Ich habe schon solche Fälle, wo Eltern Schulen für ihre Kinder wählen, die eine Nummer zu groß sind. Ich kann mich noch an eine Mutter erinnern, wo ich eher zur Realschule geraten habe, das Kind aber auf das Gymnasium ging, weil es den Schnitt erreicht hatte. Das Kind "versprach" den Eltern zu lernen.
Letztendlich wurde dieses Kind nach zwei Jahren direkt bis zur Mittelschule (Hauptschule) durchgereicht. Mit der Nummer zu groß war überhaupt nichts gewonnen, eher etwas verloren, nämlich das Selbstbewusstsein. Das Kind kann natürlich in Bayern über die Hauptschule wieder in weiterführende Schularten gehen, das ist bei uns kein Problem, wenn man die entsprechenden Leistungen zeigt.
Ein Gegenbeispiel: Ein Kind aus einer verarmten Familie. Die Mutter musste schauen, wie sie ihre Kinder durchbringt. Ich kann mich noch erinnern, wie die Mutter und ich versucht haben, in die Zukunft zu schauen, ob ihr Kind das Gymnasium alleine ohne Hilfe schaffen würde - die Mutter war deswegen zögerlich - das Kind war gut, aber kein Überflieger, ich sah eher eine gymnasiale Tendenz. Das Kind hat das Gymnasium geschafft trotz weiterer Schicksalsschläge in der Familie. Hätte das Kind eher eine Tendenz zur Realschule und eine "Kann- Vielleicht - Tendenz" zum Gymnasium gehabt, hätte ich unter dem erschwerenden Aspekt, dass das Kind alleine auf sich gestellt ist, vom Gymnasium abgeraten.Was ich damit sagen will, man muss bei Beratungen alle Umstände schon mit einbeziehen. Die Schüler sollen sich auf einer Schule auch wohlfühlen, wo sie hingehen und nicht ständig am Limit sein.
Die Wahl der weiterführenden Schule muss nicht unbedingt die endgültige Wahl sein. Es gibt immer einmal wieder so "Zwischendrinfälle" (Notenschnitt knapp erreicht), wo eine Reihe Eltern und Kinder sagen - ich versuche es, wenn es nicht klappt, gehe ich "runter".
Als Viertklasslehrkraft kann man natürlich nur aufgrund der augenblicklichen Situation bzw. der Situation der Zeit, in der man das Kind hatte, eine Empfehlung aussprechen. In die Zukunft blicken kann keiner.
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