Ich war neulich als Touristin in Ägypten (kein Badeurlaub). Da ist mir einiges in Bezug auf verschiedene Kulturen aufgegangen. Dort war es selbstverständlich, dass die meisten Muslime sind und viele Frauen mit Kopftuch, Burka usw. herumgelaufen sind und der Muezzin regelmäßig zum Gebet gerufen hat. Man hat sich als Tourist ein Stück weit an die Gepflogenheiten angepasst und z.B. bei Moscheenbesichtigungen die Schuhe ausgezogen und ein Kopftuch locker über den Kopf gelegt. Das, was ich gesehen habe, gehörte einfach zum Land. Ich habe es akzeptiert.
Allerdings sollte jedem klar sein, dass solche Äußerlichkeiten wie Burka usw. schon ein Ausdruck einer patriarchalischen Gesellschaftsstruktur ist. Die Frau verhüllt sich dort gezwungenermaßen, damit andere Männer sie - so sagt die Lehre, kann man in jedem Reiseführer nachlesen - nicht als Sexobjekt ansehen können und der Alleinherrschaftsanspruch über die Frau damit bleibt. Übrigens waren die meisten Ägypter, die mit Touristen zu tun hatten, in ihrer Meinung wesentlich westlicher und aufgeschlossener und auch unter den Frauen befinden sich einige, die privat offener denken. Dennoch gibt es dort einen gewissen gesellschaftlichen Druck (obwohl die Staatsform keine religiöse ist). Im Flugzeug scheinen einige ägyptische Frauen ihr Kopftuch beim Flug Richtung Deutschland abgelegt zu haben, als sie sich der gesellschaftlichen Kontrolle entzogen hatten.
Ich lehne als Europäerin dieses Zeichen (Kopftuch usw.) der Unterdrückung der Frauen ab (muslimisch orientierte Gesellschaftsformen sind ganz klar Patriachate) und kann es deswegen in unserem freiheitlichen Land grundsätzlich nicht akzeptieren. Ich verstehe schon, wenn eine Frau sich in einem solch orientierten Haushalt bei uns nicht durchsetzen kann, weil sie es nicht anders gewöhnt ist und es auch nicht kann. Billigen muss man es nicht, vor allem nicht, wenn Minderjährige dazu gezwungen werden.