Beiträge von Caro07

    Zur Ausgangsfrage:
    Für die Grundschule würde ich sagen: die Kinder sind in einigen Bereichen schlechter geworden, in anderen Bereichen besser.
    Ich empfinde die Schüler heterogener und insgesamt wenig betreuter von zuhause her im Vergleich zu früheren Jahren. Es gibt mehr Schüler auf der einen Seite, die mit besseren kognitiven Voraussetzungen
    (da von zuhause gefördert) in die Schule kommen und auch das Umgekehrte.
    Schlechter geworden sind die Schüler insgesamt in der Handmotorik und der Fähigkeit, ein Gefühl dafür zu haben, was eine übersichtliche Schreibweise bedeutet. Eine gewisse Arbeitsmoral, unabhängig vom Motivationscharakter, bringen weniger Schüler mit.
    Besser geworden sind die Schüler bei freien Vorträgen und mehr Schüler verstehen komplexe Denkaufgaben.
    In meinen Augen hängt das aber eher mit den veränderten Lehrplänen wie mit den Schüler zusammen. Wir fordern etwas anderes ein und üben auf anderen Gebieten, z.B. entdeckend und mit Selbstreflektion. So etwas wurde Schülern früher weniger abgefordert, deswegen konnten sie es nicht.
    Allerdings finde ich unseren Unterricht in der Grundschule prinzipiell ausgefeilter als früher.
    Zudem kommt noch der persönliche Aspekt: Je länger ich als Lehrerin unterrichte, desto besser werde ich selbst im Unterricht und der "Vermittlung", weil ich aus Erfahrung und neuen Anregungen, die ich adaptiere, lerne. Also hängt so etwas auch mit der Lehrerpersönlichkeit selbst zusammen.

    Die Frage nach dem Sinn bezieht sich also nicht darauf, warum Leistungen schriftlich überprüft werden müssen, sondern warum es eine Klassenarbeit sein MUSS und warum das nicht einfach der Lehrkraft überlassen bleibt, ob sie viele kurze Tests oder gelegentlich lange Klassenarbeiten schreibt oder eben beides (wobei beides - viele kurze Tests und gelegentliche lange Klassenarbeiten - dann doch sehr, sehr aufwändig wird, also lasse ich kurze Tests dann doch lieber mal weg. Warum MÜSSEN es also (auch) Klassenarbeiten sein?

    1. Gedanke: schulinterne Vereinbarung
    Ich weiß jetzt nicht, wie es bei euch in den weiterführenden Schulen ist, aber bei uns gibt es eine schulinterne Vereinbarung, wo genau festgelegt ist, wie Leistungen in den unterschiedlichen Fächern abgeprüft und gewertet werden, angefangen von mündlichen Leistungen über praktische bis hin zu schriftlichen. Wir sind dazu von höchster Stelle aufgerufen. Das macht auch Sinn, denn eine Schule sollte gleich bzw. ähnlich verfahren. Außerdem haben wir uns mit der Materie intensiv beschäftigt. Zudem ist so die Notengebung Eltern und Schülern gegenüber transparent.

    2. Gedanke: unterschiedliche Anforderungsstufen in einer Klassenarbeit
    Wir müssen/sollen bei Klassenarbeiten darauf achten, dass wir den unterschiedlichen Anforderungsstufen (Niveaustufen) Rechnung tragen. Ich weiß nicht, wie das bei euch in der Sekundarstufe ist. Wenn ja, würde das noch so sein, wenn ihr nur noch kleine Tests schreibt?

    Vielleicht sollte man erstmal unterscheiden: Handschrift und Schreiben mit einer Tastatur. Das zweite Thema wäre, wenn Handschrift: Druckschrift oder verbundene Schrift, also Schreibschrift?

    Was würde verloren gehen, wenn wir nur noch auf der Tastatur schrieben?
    Das halte ich schon für umständlich und kann mir nicht vorstellen, wie das effizient geschehen soll, wenn wir nicht mehr in der Lage wären, etwas per Hand zu schreiben. Was wäre, wenn das technische Equipement ausfiele? Da wäre jeder verloren.

    Die einzige wissenschaftliche Aussage, die ich für die Handschrift finden konnte, war, dass Schüler, die sich von Hand etwas aufgeschrieben haben im Vergleich sich Dinge besser merken konnten.

    unverbundene Schrift (Druckschrift) - verbundene Schrift (Schreibschrift). Mich würde das einmal vom Aspekt der Gehirnforschung her interessieren. Ich habe keine Ergebnisse gefunden. Ich könnte mir zwar vorstellen, dass Buchstaben in Vorwärts- und Rückwärtsbewegung etwas im Gehirn bewirken (Kinesiologie) - letztendlich sind das eher Vermutungen.

    Ebenso stellt sich für mich die Frage: Brauchen wir eine Handmotorik, die über die Schrift trainiert wird und wird sie überhaupt dadurch trainiert oder dienen diese Bewegungen nur einseitig der Schrift?

    Man bräuchte dazu wirklich einmal einige wissenschaftliche Untersuchungen.

    Wenn ich jetzt einmal das Argument der Kulturtechnik (das ist in meinen Augen Einstellungssache) außer Acht lasse: Eine Handschrift braucht man aus praktischen Gründen, aber wie weit soll sie gehen und gibt es nützliche Nebeneffekte, wenn man eine verbundene Schrift lernt? Da hätte ich gerne eine Antwort von (z.B. Gehirn)Wissenschaftlern.

    Viele schreiben hier von außerunterrichtlichen Bedingungen.
    Man kann aber auch vom Schulischen aus Anregungen geben. Ich gehe z.B. mit meinen Schülern alle 4 Wochen zu unserer öffentlichen Bücherei (ist bei uns so etwas wie Tradition an der Schule, machen einige Klassen), die quasi neben unserer Schule ist und eine Unterrichtsstunde dauert. Wir machen mit der Bibliothekarin Termine aus. Da müssen sie unter meiner Aufsicht und ein altersgemäßes Buch ausleihen und dies dann immer wieder einmal anders vor dem Abgabetermin vorstellen. Ein Zweitbuch kann je nach Geschmack mitgenommen werden. Das sind für mich sinnvoll genutzte Deutschstunden. Da leiht auch ein muslimer Schüler ein Buch aus und stellt es vor. Immer wieder leihen die Kids sich Bücher aus, die ihre Klassenkameraden zuvor ausgeliehen haben, weil es sich herumspricht, welches Buch gut ist. Auch in der neueren Kinder- und Jugendliteratur gibt es gute Bücher, es müssen nicht unbedingt die alten Klassiker sein (obwohl ich die gut finde). Wir haben an unserer Schule zusätzlich eine Schülerbücherei, ich könnte es dort genauso machen. Ich habe mich aber für die öffentliche Bücherei entschieden, weil diese eine größere Auswahl hat und vielleicht das eine oder andere Kind als Leser "hängenbleibt", da sie einen ganz normalen Ausweis besitzen.

    Mit der Präsenzpflicht klingt das schon seltsam. Da hat man einiges von seinem Arbeitsstundenkontigent aufgebraucht, das man zur Vorbereitung, Nachbereitung und zur Korrektur bräuchte. Ich würde mich erst einmal erkundigen, ob das in diesem extremen Ausmaß, das du schilderst, zulässig ist.

    Zum erzwungenen Austausch:
    Ich selbst habe früher freiwillig großzügig anderen in der Jahrgangsstufe meine selbst erstellten Materialien zu Verfügung gestellt, in der Annahme, dass das ein ausgeglichenes Geben und Nehmen ist.
    Das hat sich leider nicht bewahrheitet. Gerne wurde mein Material genommen. Nur war die Diskrepanz zwischen dem, was ich zur Verfügung stellte und dem, was andere einbrachten, ziemlich groß. Für mich war es keine Arbeitserleichterung und Zeitersparnis, für die anderen schon. Ehrlich gesagt fühlte ich mich ausgenutzt und ich reduzierte in der Konsequenz meine Freizügigkeit drastisch. Erst, als eine Kollegin in die Jahrgangsstufe kam, die ähnlich wie ich arbeitete, war das mit dem Geben und Nehmen zwischen uns beiden im Lot.
    Wenn selbst ein freiwilliger Austausch nur unter bestimmten Bedingungen funktioniert, wie soll dann ein erzwungener Austausch zu aller Zufriedenheit stattfinden? Da müssen alle ähnliche Quantität und Qualität liefern, damit dies nicht auf Kosten weniger geschieht. Das halte ich für schwierig bis unmöglich.

    Wenn ich Poster zum Kaufen suche, hilft mir die Bildersuche oder amazon.
    Bei der Unterrichtsvorbereitung stößt man automatisch über Materialien auf Poster, die zum Thema passen.
    Außerdem würde ich zusätzlich zu den obigen Tipps selbst gemachte Plakate z.B. zu Sachthemen aufhängen. Ansonsten einmal über die Bildersuche suchen oder bei Pinterest nachschauen.

    5000 € kriegt keiner raus. Na ja, wenn man bei dem Link auf die Nettogehälter schaut, dann sieht es doch wesentlich anders aus. Da wundert mich, dass die Berliner Lehrer beim höchsten Bruttogehalt am wenigsten Netto im Vergleich bekommen.
    Bei den Nettogehältern sind die Krankenversicherung und Pflegeversicherung nicht herausgerechnet. Das kommt noch dazu. Der Vergleich bezieht sich zurecht auf Singles. Bei Familien kommen unterschiedliche Zuschläge dazu, je nachdem was der Ehepartner verdient oder auch nicht und der Anzahl der Kinder.

    Doch, das wirkt ! Die sind dann irgendwann auch genervt und wollen dass das aufhört mit den ständigen Einträgen (normalerweise).

    Na, ich weiß nicht, ich habe da andere Erfahrungen, sowohl aus privaten Kontakten als auch als Lehrerin.

    Eine Bekannte von mir war total genervt von den ständigen Anrufen und Mitteilungen der Lehrerin. Sie entwickelte einen richtigen Hass auf die Schule und fühlte sich unverstanden. Sie und auch ihr Mann waren nach einer Zeit nicht mehr bereit mitzuarbeiten.

    Umgekehrt als Lehrerin merke ich diese Einstellungen bei Eltern auch. Wenn sie diesbezüglich solche Erfahrungen mit anderen Lehrern gemacht haben und sich unverstanden fühlten, dann - und das ist mein Interesse - ist es ein längerer Prozess, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Schließlich - und ich schreibe da von der Grundschule - ist es mir wichtig, einen Zugang zu Eltern zu erhalten um Positives für das Kind zu erreichen. Wenn man gegeneinander arbeitet und die Eltern durch typisches Lehrerverhalten in die Verteidigungs- oder Abwehrposition drängt, dann gewinnt man gar nichts, sondern verbaut sich immer mehr Chancen auf gute Lösungsansätze.

    Und meine Erfahrung ist, dass alle Eltern irgendetwas Positives für ihr Kind wollen, nur sind die Sichtweisen und Argumentationsweisen von manchen Eltern für uns, die einen anderen Bildungshintergrund haben, schwer nachvollziehbar.

    An die Umfrageersteller:
    Seid doch bitte so ehrlich und schreibt in euer Vorwort, um was es euch wirklich in der Umfrage geht.
    Ich bin nämlich der Meinung, dass man da bewusst nicht schreibt, um was es wirklich geht bzw. einen anderen Zweck in der Umfrage erreichen will (treffende Werbeslogans), wie oben ausgeführt.
    Ich will euch einmal nicht unterstellen, dass ihr die Umfrage total unüberlegt ins Netz gestellt habt - da käme ich nämlich sehr über die Qualität eines Hochschulstudiums ins Grübeln.

    Zitat aus der Studie:
    "Bitte stellen Sie sich vor, dass die "interaktive digitale Schulbuchreihe" eine Person ist....und ordnen Sie folgende Attribute zu (sinngemaß) ...."

    Hier der Versuch einer sachlichen Kritik:
    Das ist vielleicht kreativ, aber nicht wissenschaftlich. Einer digitalen Schulbuchreihe, also digitalen Schulbüchern, kann man keine personenbezogenen Eigenschaften zuordnen.
    Ich habe das Gefühl, wie schon jemand oben angesprochen, ihr sucht eher geeignete Werbeslogans für eine derartige Schulbuchreihe und checkt die Attribute ab. Dann aber schreibt das genau in euer Vorwort.
    Nie im Leben erfüllt eure Umfrage den in der Einleitung geschilderten Zweck, die Bedürfnisse - und darunter verstehe ich vor allem Lerneffekte und Motivationscharakter, also den praktischen Nutzen - von Lehrern, Schülern und Eltern im Hinblick auf digitale Schulbücher in der Grundschule auszuloten.

    Übrigens gibt es schon einige Schulbücher, die digitalisiert sind, aber das wissen ja die meisten.
    https://www.scook.de/

    Bei uns ist das auch phasenweise. Zuerst einmal gibt es eine Durchsage mit Appell an die Schüler und wir sprechen das in den Klassen an.
    Wenn es weitergeht, lassen wir die Kinder nur noch alleine auf die Toilette und schreiben auf, wer zu welcher Uhrzeit geht. Die Kinder, die eine Verschmutzung bemerken, sind angehalten, das sofort beim Lehrer zu melden. Mit dieser Maßnahme haben wir oft eine ganze Zeit Ruhe oder es stellt sich heraus, wer es war, weil man alles gut nachverfolgen kann, zumal sich das auf wenige Kinder eingrenzt.
    In der großen Pause macht eine Aufsicht so oder so einen Kontrollgang durch das Schulhaus und die Toiletten, bis alle draußen sind.
    Meine Erfahrung bei älteren Klassen ist: Sind die Schüler einmal darauf sensibilisiert, gucken sie schon genauer hin, was andere machen, denn sie haben ja auch keine Lust, verschmutzte Toiletten zu benutzen. Manchmal sind es auch die Kleinen, die erst einen Sinn (und ein gewisses "Geschick") dafür entwickeln müssen.

    Im Kolibri Liederbuch für Bayern findet man welche aus verschiedenen Regierungsbezirken.
    Wann da Nikolaus kimmt (aus Franken)
    Klöpfeleslied (Wir ziehen daher so spät in der Nacht) (aus Oberbayern)
    Fränkisches Hirtenlied (Etz semmer so weit gloffn)
    Draußa im Wald (aus Schwaben)

    Ich kenne sie nicht, ich habe sie nur aufgelistet.

    Ich habe in meinem Klassenzimmer einen Freiarbeitsschrank, da gibt es ein extra Abteil für Regenpausen, das von den Schülern gerne genutzt wird. Das sind vor allem traditionelle Gesellschaftsspiele - manche Klassen haben da schon Schachwettbewerbe gemacht - das Angelspiel, Riesenmikado, eine Reihe kleiner Mitbringspiele von Ravensburger, eine ganze Spielesammlung, irgendwelche Geschicklichkeitsspiele. Für mich sind die Regenpausen zwar lästig, weil ich dann selbst keine Pause habe, aber anstrengend sind sie nicht, da die Schüler sich mit den Spielen, anderen Freiarbeitsmaterialien und in der Leseecke gerne beschäftigen.

    Bei uns wurde schon länger die Devise herausgegeben (Elterninfo), dass sich die Schüler wetterbedingt kleiden sollen. Wenn es irgendwie geht, gehen die nach draußen, natürlich nicht bei Dauerregen.
    Die Schüler halten sich im Klassenzimmer auf und werden vom Lehrer, der drin war, beaufsichtigt.
    Um ehrlich zu sein, es hat sich in den ganzen Jahren, in denen ich Lehrerin bin, noch nie tagelang eingeregnet. Regenpause ist bei uns selten, wir lassen die Schüler nicht wegen jedem Tröpfchen im Klassenzimmer. So gefühlt kommen wir vielleicht auf 5 - 15 Regenpausen im Schuljahr.

    Man muss aber auch ganz klar sagen, dass manches in der bayerischen Pampa doch etwas leichter umzusetzen ist als im Berliner Brennpunkt.


    Da vergleichst du jetzt aber 2 Extreme. Pampa gibt es überall - ich mache überwiegend Urlaub in Deutschland und kenne viele "Pampagebiete" außerhalb Bayerns. Großstadt gibt es auch in Bayern. Mein Schulort liegt z.B. im Einflussbereich einer Großstadt und viele Eltern arbeiten dort. Ich habe eine Bekannte, die arbeitet in Berlin, in einem nach eigener Aussage idyllischen Stadtbezirk.

    Ich bin sicher, dass diese Korrekturen in unsere Arbeitszeit mit eingerechnet wurden. Das ist normaler Grundschul-Alltag, zumindest in meinem Bundesland.

    An bayerischen Grundschule ist man als Lehrer zu angehalten, JEDEN Eintrag, JEDES AB zu kontrollieren.


    Das ist wirklich so. Jeder kennt, der in Bayern in der Grundschule arbeitet, bekommt das so vermittelt, dass die regelmäßige Kontrolle sein muss.
    Sehr wichtig finde ich es ebenso. Da wird die Arbeitshaltung eintrainiert, wie schon Kathie schrieb und das erspart so manche zusätzliche Übungsaufgabe, wenn die Hausaufgaben und Schulaufgaben genau gemacht werden.

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