Hier in NRW ist „trimmen“ negativ konnotiert. Meinst du das so oder ist das in Bayern anders? Ich höre meine Kinder über das gesamte Schuljahr hinweg vielleicht zwischen 30 Minuten vorlesen. Das finde ich gerade beim Schreiben gar nicht sooo wenig. Aber das ist kein Lesetraining, kein Vermitteln von Lesekompetenz. Es ist Vorlesen von Hausaufgaben, Aufgabenstellungen und Texten. Für Lesetraining, für Vermitteln von Lesekompetenz in Gruppen, die kleiner sind als meine gesamte Klasse, gibt es keine einzige Minute.
Ich wollte damit ausdrücken, dass es schade wäre, wenn man das durchweg motivierende und sinnvolle Fach Englisch gegenüber mehr Übungsmöglichkeiten im Lesen aufgeben würde. Vorher sollte man andere Lösungen suchen.
Kann jeder sagen, dass das Schuljahr so abläuft, dass nicht irgendwo Zeit verschwendet wird?
Ich empfinde einige Projekte unnötig, die teilweise eine ganze Woche kosten bzw. einige Stunden in anderen Fächern, z.B. Malwettbewerb, Vorbereitungen auf Feiern, Umweltwoche, Zirkusprojekt, irgendwelche langwierigen Fitprojekte, Sportwettbewerbe, Alltagskompetenz - das war letztes Schuljahr vorgeschrieben. Die Projekte summieren sich ganz schön im Schuljahr zumindest an meiner Schule.
Wenn man ehrlich ist, dann gibt es darüber hinaus noch genug unnötige Zeitfresser, die man im Auge haben kann, bevor man Englisch streicht.
In Bayern wäre die eine Stunde Religion von 3 locker gekürzt und man hätte wieder 7 Stunden Deutsch in der Woche.
Mit dem "Lesentrimmen" meine ich nicht das Vorlesen von Aufgaben, sondern das gezielte laut lesen Üben, also das Lesetraining. Das Lesenlernen geschah auch durch 10 minütige Lesehausaufgaben, ist heute anscheinend nicht mehr garantiert. Zum Bereich Lesen gehört viel mehr, das ist mir schon klar.