@ Anja
Ich kann mir selbst bei 5 Schülern das schlecht vorstellen, wenn ich davon ausgehen muss, dass einer infiziert sein kann. Bei den Schülern untereinander entsteht eine bessere Situation, wie ist aber die Distanz vom Schüler zur Lehrkraft und umgekehrt einzuhalten?
Ich muss denen ja auch einmal in die Hefte schauen und gucken, was sie machen. Und zwar, während sie arbeiten. Normalerweise kommen die Schüler zur Lehrkraft an ihren Pult, zeigen ihre Arbeiten oder die Lehrkraft beugt sich über die Schüler. Ich kann mich da als Lehrkraft immer anstecken. Ich kann ja nicht die ganze Zeit Einführungsunterricht auf Distanz und frontales Abschreiben machen.
Das empfinde ich als sehr schwierig. Wir könnten da nur mit wenigen Schülern sehr eingeschränkten Frontalunterricht machen um die Distanz zu wahren. Die andere Seite ist, ob unsere lebhaften Grundschüler diese Disziplin aufbringen können. Außerdem sollte man viel reden vermeiden. Je mehr wir reden, desto mehr könnten sich die Viren, sofern jemand infiziert ist, im geschlossenen Klassenraum verbreiten. Ich empfinde das als seltsamen Unterricht.
In meinen Augen kann man nur darauf hoffen, dass es Schnelltests gibt, die alle paar Tage bei Schülern und Lehrern gemacht werden um die Infektionsherde schnell zu erkennen und zu isolieren. Oder die Infektionen gehen so weit runter, dass es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass jemand infiziert ist.
Irgendwie verschiebt sich so oder so die Wahrnehmung. Es heißt ja immer, wir müssen Infektionen vermeiden um die Risikogruppen zu schützen. Doch irgendwie ist man verunsichert und will selbst auf keinen Fall infiziert werden. Ich gehöre rein vom Alter her zur Risikogruppe. Dagegen spricht mein gutes Immunsystem, doch inzwischen bin ich so beeinflusst, dass ich auf jeden Fall jede Möglichkeit einer Infektion vermeide.