Beiträge von Caro07

    Je nachdem, wie lange die Schulen noch geschlossen bleiben müssen, wäre es doch auch denkbar, das SJ einfach ad acta zu legen und die Schüler nochmal mit der selben Jahrgangsstufe beginnen zu lassen, zumindest die jüngeren Jahrgänge.

    Ich glaube nicht, dass das eine praktikable Lösung wäre. Wir in Bayern - und wir sind wie Ba-Wü eines der letzten Bundesländer in Richtung Sommerferien - hatten bis zur Schulschließung schon 23 Schulwochen von 38 hinter uns. Außerdem machen wir jetzt dann bis zu den Osterferien 3 Wochen Fernunterricht.

    Wir haben auch keine Präsenzpflicht, sollen den Schülern über homepage, eine Lern-App oder Post Arbeit zukommen lassen

    Bei uns ist das auch so ähnlich geregelt. Am Freitag haben die SuS schon die erforderlichen Bücher und Hefte mitgenommen. Jetzt lassen wir den Eltern durch ein digitales Benachrichtigungssystem die Lernpläne zukommen. Viele KuK erstellen wochenweise einen Arbeitsplan. Präsenzpflicht haben wir keine, aber Dienst, d.h., wir müssen erreichbar sein, gewisse Arbeiten erledigen und eben für diese Notaufsichten verfügbar sein. Wir dürfen uns im Kollegium nicht in größeren Gruppen treffen. Das macht auch Sinn, denn in Bayern werden wir ab morgen weitere Einschränkungen haben, der Katastrophenfall wurde für 2 Wochen erklärt. Es wäre kontraproduktiv, wenn wir einerseits angehalten werden, unsere sozialen Kontakte einzuschränken und auf ein Minimum zu reduzieren und dann andererseits Lehrerkonferenzen machen würden.

    Durch die vielen Kontaktmöglichkeiten ist der Stress schon vorprogrammiert.

    Also, da musst du für die Zukunft deine Konsequenzen ziehen, was die Kontaktmöglichkeiten der Eltern dir gegenüber anbetrifft.

    - keine private Telefonnummern

    - kein Whatsapp

    - Konfliktgespräche nicht am Telefon, sondern nur persönlich.

    Mich können Eltern nur über Mail und über die Schule kontaktieren. Die private Telefonnummern oder Handynummer ist tabu.

    Mail wollen viele KuK auch nicht. Viele Schulen haben eine eigene Mailadresse für Lehrer.

    Man kann ja auch nicht andere Berufe, wo man gerne gerade etwas regeln will, ständig privat belästigen.

    Man muss nicht ausschließlich mit Tokensystemen arbeiten um erwünschtes Verhalten zu erzeugen.

    Das ist mir irgendwie zu berechenbar und zu mechanisch. In meinen Augen fördert es auch nicht die Eigenreflexion über das eigene Verhalten.

    Ich setze in der eigenen Klasse folgende Mittel ein:

    - mündliches Loben von erwünschtem Verhalten einzelner Kinder, einzelner Tische, einzelner Reihen

    - Wenn das nicht ausreicht, eine Art Leitersystem, das habe ich einmal runtergeladen, da gibt es vier Stufen, man kommt immer tiefer. Bei der untersten Stufe ist mit einer Nachdenkarbeit zu rechnen. Es gibt aber auch eine Krone über allem, da gibt es eine Belohnung. (Das sind bei mir Aufkleber und Fleißkärtchen.)

    - zusätzlich: Reflektion. Das betrifft aber momentane Schwierigkeiten der ganzen Klasse. Das Ziel hängt in einer Hängemappe neben der Klassenzimmertür in den Ampelfarben und die Kinder befestigen ihre Klammer dort, wo sie einschätzen, wie ihnen selbst oder der Klasse (kommt auf das Ziel an) die Einhaltung der entsprechenden Vorgabe gelungen ist.

    - Wenn die Klasse einmal in der Mehrheit etwas Unerwartetes super gemacht hat (oder auch einmal einzelne Kinder), dann gibt es für die einzelnen Kinder oder die gesamte Klasse ohne dass man das sich ausrechnen kann, Aufkleber bzw. Fleißbilder.

    Mehr schaffe ich in meiner großen Klasse nicht. Was noch nebenher läuft, ist, dass die Kinder individuelle Ziele festlegen und darüber regelmäßig reflektieren. Doch da komme ich dann echt an meine Grenzen, vor allem wenn ich, wie im Augenblick, eine eher schwache Klasse habe und die Zeit für anderes brauche. Denn, wenn man das nachhaltig machen möchte, setzt das regelmäßige Einzelgespräche mit den Schülern über ihre Zeile voraus. Die Zeit, die ich für Einzelgespräche habe, benutze ich meist für vereinzelte Schüler mit ihren Schwierigkeiten.

    Bei fremden Klassen passe ich mich der Klassenlehrkraft an oder bin dann eher bei kurzfristigen Maßnahmen, also am mündlichen Loben, ermahnen mit Konsequenzen.

    @ Grünfink

    Ob - staktion, das war eine neue Aktion und nicht jeder hat das mit dem regelmäßig gelieferten Obst in Verbindung gebracht. Außerdem war das die Zeit, wo damals neue, nie zuvor gehörte Wörter wie Evaluation usw. die Runde in den Schulen machten.

    Mache es so, wie jotto vorschlägt!

    Aus meinem langen Weg von der unerfahrenen Studentin zur erfahrenen Lehrerin kann ich dir sagen:

    Am Anfang ist nicht alles so, wie man es gerne hätte. Das heißt nämlich noch gar nichts! Sehe alles als Lernfeld und reflektiere, was schon gut ging und an was man arbeiten muss.

    Ich erinnere mich noch an eine der ersten Stunden während meines Studiums: Fremde Klasse, hinten saßen im Praktikum einige Mitstudenten, der Professor und die Lehrerin. Die Schüler waren frech, wahrscheinlich aufgrund meiner mangelnden Autorität. Ich bekam es nicht recht in Griff und hangelte mich mit Ach und Krach durch die Stunde. Die Zuschauenden mischten sich aber nicht ein, auch wenn es so manchen in den Fingern juckte, wie sie mir später bei der Besprechung sagten.

    Ich habe es überlebt und aus jeder Situation gelernt. Dass es damals nicht unbedingt geklappt hat, sehe ich als Anfangsfehler. Andere Stunden im Praktikum haben wieder besser geklappt. Zuerst war es ein Auf und Ab. Ich war ziemlich jung und sah wie eine Schülerin aus, als ich anfing. Autorität musste ich mir erarbeiten und bin einige Irrwege gegangen, bis ich durch zunehmende Professionalisierung meinen Stil fand. Inzwischen bin ich auf einem ganz anderen Level, was das betrifft.

    Also, zeige der FSJlerin ihre Grenze, schließlich bist du diejenige, die üben muss, vor der Klasse zu stehen, nicht sie. Und sehe solche Dinge als willkommene Übung an, die du jetzt ohne irgendwelchen Druck absolvieren kannst.

    Dieses halsige "hälst" hält sich hartnäckig. Im Fitnesstudio muss ich beim Crosstraining zum x-ten Mal auf einem Bildschirm, der eine Werbung bringt, lesen:

    "Du erhälst einen Gutschein....."

    Habe es schon einmal freundlich angemerkt. Das hat aber offensichtlich niemanden interessiert, denn dieses Filmchen läuft jetzt mindestens schon ein Jahr munter weiter.

    Vielleicht hilft dir das:

    Bei uns ist eine Stunde Förderunterricht für die gesamte Klasse fest im Stundenplan der Grundschule verankert. Sinnvollerweise hält den Förderunterricht die Kllassenlehrkraft, die weiß, was die Schüler brauchen.

    Aber es kommt auch vor, dass bei uns aus stundenplantechnischen Gründen eine andere Kollegin den Förderunterricht hält. Dann teilt die Klassenlehrkraft mit, in welchem Bereich die Schüler gefördert werden müssen. Ich hatte diese Situation ab und zu einmal.

    Da habe ich als Klassenlehrkraft, die alle wichtigen Fächer unterrichtet, der Kollegin mitgeteilt, was konkret oder in welcher Richtung sie mit der Klasse arbeiten sollte. Ich selbst habe dann reine Übungen einmal aus meinem Unterricht ausgeklammert und dafür etwas gemacht, was jetzt nur über mich laufen konnte.

    Bei einer Kollegin (das war eine Referendarin, da musste es irgendwie aufwändiger gemacht werden) habe ich sogar die Klasse in "Fördergruppen" eingeteilt und ihr die Schwerpunkte der Förderung angegeben.

    Das bedeutet als Konsequenz:

    Du bist unbedingt auf die Informationen der Kollegen und Kolleginnen angewiesen. Soll das nur Deutsch sein oder betrifft das auch andere Fächer?

    Letztendlich machst du eine vertiefende Übungsstunde. Um welche Klasse handelt es sich denn?

    Das frage ich mich auch gerade. Sollte jeder, der krank ist, sich auf Corona testen lassen? Könnte ja sein, man hat es und steckt seine Umgebung an.

    Also heute habe ich im Vorbeigehen im TV folgende Information gesehen:

    Wenn man Symptome hat, die in die Richtung deuten, soll man nicht in die Praxis, sondern zuhause bleiben und den Hausarzt anrufen. Die Ärzte wüssten dann, was zu tun sei.

    Viele der Genannten sind mir auch bei einigen aufgefallen (3/4) , obwohl das Regelwissen da sein sollte:

    Maschiene statt Maschine

    wieder/wider (den Unterschied kapieren nur die Guten, auch wenn man es thematisiert)
    man/Mann

    er kommt, er kamm

    oder er komt, er kam, er ist gekomen

    er nihmt, er nahm, er hat genohmen

    erschrecken, er erschrack

    (Da wird immer schön das Wortstammprinzip durchgehalten ohne auf den Wortklang zu hören)

    er schwimt (da gibt es ja schon 2 Konsonanten, also fehlendes Verständnis für den Wortstamm und die Nachsilbe)
    oke statt okay

    Fantasieschreibweisen für fernsehen, obwohl es schon öfter auf der Lernwörterliste stand, z.B. fehrnsehen

    Kreutz, Heitzung, Artzt (Arzt kriegt man kaum raus, wer es sich falsch angewöhnt hat)

    den/wen statt denn/wenn nach dem Komma

    Höhle/Hölle

    hohlen statt holen

    drausen statt draußen

    lassen, er lies

    lesen, er laß

    endecken statt entdecken

    Weinachten

    neugirig

    erzehlen

    angst, glück (also Gefühlsnomen klein geschrieben)

    Nebenbemerkung: Ich finde es lustig, wie sich die Fragen der Schüler und sonstige Aussagen überall gleichen.

    Übrigens, vor 30 Jahren gab es noch nicht so viele nervige Fragen von Schülern. Irgendwie waren diese selbstständiger in alltäglichen Dingen. Mir fällt auf, dass die Nachfragen, wie man was machen soll in den letzten Jahren immer mehr zunehmen. Außerdem fällt mir auf, dass immer mehr genau das fragen, was man ein paar Minuten vorher erklärt hat, vor allem, wenn es um Arbeitsweisen geht.

    Dann steht es hier also somit schwarz auf weiß im Fragekatalog. Durch mein vorschnelles Eilen zur Ambulanz weil ich vorübergehend Verdauungsprobleme hatte und meine Sorge, dies könnte nun wieder psychosomatischer Natur sein, bin ich jetzt also ein vorbelastetes Blatt Papier und muss diese blöde Diagnose dort angeben...

    Ich verstehe deine Sorge mit der Verbeamtung. Das treibt nicht nur dich um. Das ist die Befürchtung von vielen, die noch nicht verbeamtet sind. Ob und wie sich das wirklich auswirkt - keine Ahnung, ich kenne niemanden in dieser Situation bzw. hat sich keiner goutet, falls er eine Psychotherapie gemacht hat. Allerdings habe ich Fälle mitbekommen, wo sich eine Psychotherapie bei Lebenszeitbeamten überhaupt nicht auf die Karriere ausgewirkt hat.

    Du bist zur Ambulanz, weil du auf Ursachenforschung bist, da sich beim letzten Mal nichts ergeben hat. Das sehe ich überhaupt nicht als Therapie. Dasselbe machst du beim Nuklearmediziner oder noch bei einem anderen Arzt. Sehe alles einmal als klärende Maßnahmen zur Ursachenforschung. Du willst die Sache klären. Du bekommst jetzt eine Analyse bzw. eine Empfehlung (von der Ambulanz), da ist noch gar nichts passiert. Du hast keine Therapie angefangen. Versuche dich abzulenken mit Freizeitaktivitäten, damit sich die Gedanken nicht ständig im Kreis drehen und du den Kopf frei bekommst.

    Zum Internet: Man sollte sich klar sein, dass im Internet in Bezug auf Krankheiten oft die schlimmsten Fälle stehen, die für einen selbst gar nicht zutreffen müssen. Lass dich davon nicht beeinflussen, sondern lass das einen Arzt vor Ort klären!

    Ich möchte jetzt einen ganz anderen Aspekt in die Sache reinbringen:

    Natürlich können Ursachen von Angststörungen psychisch sein bzw. sich Angststörungen psychosomatisch äußern.

    Doch inzwischen gibt es auch Forschungen, die immer mehr sich mit dem beschäftigen, dass bei Reizdarm und auch psychischen Gefühlszuständen die richtige Ernährung und die Stoffe - Vitamine, Mineralstoffe usw. - eine wichtige Rolle spielen. Wenn im Darm die Zusammensetzung der Darmbakterien nicht stimmt, dann kommen auch viele der guten Substanzen in der Nahrung im Körper nicht so an, wie sie ankommen sollen. (Über den Darm hat z.B. eine Medizinstudenin einen Bestseller geschrieben.)

    Ein Freund von mir hatte vor Jahren heftige Depressionen. Da stellte sich heraus, dass ihm der Stoff Dopamin fehlte. Ich bekomme im November fast regelmäßig Winterdepressionen. In jüngeren Jahren bekam ich diese nur mit viel Anstrengung in Griff. Inzwischen hat sich bei mir herausgestellt, dass diese von der fehlenden Sonne und dem fehlenden Vitamin D kamen. Wenn ich dies zuführe, dann kann ich es so gut verhindern.

    Du bist privatversichert. Suche dir einen Arzt oder Heilpraktiker (ich hoffe, da kommen jetzt nicht wieder diese Aufschreie), der in dieser Richtung arbeitet und einmal untersucht (geht durch Blutuntersuchungen), ob die Vitamin- und Mineralstoffversorgung okay ist. Es gibt nämlich Stoffe, die natürlich sind und die man therapeutisch zuführen kann wie z.B. Vitamin B, GABA usw. (Wenn es über die Ernährung nicht ausreicht). Das kann aber nur unter Aufsicht, wo geprüft wird, ob man daran wirklich einen Mangel hat. Diese Variante wäre evtl. noch eine Alternative, die du probieren könntest.

    Wenn ich in der Grundschule mit einem fremden Schüler Probleme habe, die ich nicht im Unterricht habe, und mit diesem Schüler keine Basis finde, sie zu lösen, wende ich mich an die Klassenleitung, weil ich immer wieder feststellen muss, dass mein Einfluss auf fremde Schüler gering ist. Umgekehrt kommen auch Kolleginnen zu mir, wenn sie mit einem meiner Schüler Probleme haben, z.B. während einer Aufsicht usw.

    Wäre das eine Möglichkeit, dass die Klassenleitung mit dem Schüler das Thema bespricht? Da herrscht - hoffe ich einmal - eine gewisse persönliche Beziehung mit dem Schüler und da wäre die Basis für ein Gespräch eher gegeben.

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