Man muss nicht ausschließlich mit Tokensystemen arbeiten um erwünschtes Verhalten zu erzeugen.
Das ist mir irgendwie zu berechenbar und zu mechanisch. In meinen Augen fördert es auch nicht die Eigenreflexion über das eigene Verhalten.
Ich setze in der eigenen Klasse folgende Mittel ein:
- mündliches Loben von erwünschtem Verhalten einzelner Kinder, einzelner Tische, einzelner Reihen
- Wenn das nicht ausreicht, eine Art Leitersystem, das habe ich einmal runtergeladen, da gibt es vier Stufen, man kommt immer tiefer. Bei der untersten Stufe ist mit einer Nachdenkarbeit zu rechnen. Es gibt aber auch eine Krone über allem, da gibt es eine Belohnung. (Das sind bei mir Aufkleber und Fleißkärtchen.)
- zusätzlich: Reflektion. Das betrifft aber momentane Schwierigkeiten der ganzen Klasse. Das Ziel hängt in einer Hängemappe neben der Klassenzimmertür in den Ampelfarben und die Kinder befestigen ihre Klammer dort, wo sie einschätzen, wie ihnen selbst oder der Klasse (kommt auf das Ziel an) die Einhaltung der entsprechenden Vorgabe gelungen ist.
- Wenn die Klasse einmal in der Mehrheit etwas Unerwartetes super gemacht hat (oder auch einmal einzelne Kinder), dann gibt es für die einzelnen Kinder oder die gesamte Klasse ohne dass man das sich ausrechnen kann, Aufkleber bzw. Fleißbilder.
Mehr schaffe ich in meiner großen Klasse nicht. Was noch nebenher läuft, ist, dass die Kinder individuelle Ziele festlegen und darüber regelmäßig reflektieren. Doch da komme ich dann echt an meine Grenzen, vor allem wenn ich, wie im Augenblick, eine eher schwache Klasse habe und die Zeit für anderes brauche. Denn, wenn man das nachhaltig machen möchte, setzt das regelmäßige Einzelgespräche mit den Schülern über ihre Zeile voraus. Die Zeit, die ich für Einzelgespräche habe, benutze ich meist für vereinzelte Schüler mit ihren Schwierigkeiten.
Bei fremden Klassen passe ich mich der Klassenlehrkraft an oder bin dann eher bei kurzfristigen Maßnahmen, also am mündlichen Loben, ermahnen mit Konsequenzen.