Beiträge von Caro07

    Meine Verwandten erzählten das ähnlich. Meine Eltern, Jg. 1930 (haben es eher als Kinder mitbekommen), erzählten, dass man am Anfang eher gedacht hat, Hitler wäre gut, er tut etwas fürs Volk. Man sah es am Autobahnbau z.B. So schwach kann ich mich erinnern, dass mein Vater sagte, dass die Hitlerjugend schon viele fasziniert hat.
    Mit der Zeit hat man dann doch mitbekommen, dass da etwas nicht stimmte, hatte aber Angst. Spätestens als der Krieg mit seinem Leid da war und man jede Nacht Angst vor der Bombardierung haben musste bzw. bei der Feldarbeit Angst haben musste, vom Flugzeug aus abgeschossen zu werden, war wohl klar, was Hitler angerichtet hatte. Das war ein besonderes Trauma meiner Mutter: die Feldarbeit und die Tiefflieger.
    Mein Großvater mütterlicherseits z.B. verhielt sich offiziell neutral und versteckte heimlich flüchtende Kriegsgefangene und rettete sie somit. Durch eine Kriegsverletzung im 1. Weltkrieg wurde er im 2. Weltkrieg nicht eingezogen. Er wurde nach dem Krieg von den Amerikanern als Bürgermeister eingesetzt.
    Meine anderen Großeltern waren in der Kirche aktiv und wurden immer zurückhaltender, weil sie mitbekamen, dass Personen verschwanden. Mein Vater erzählte von heimlichen Treffen der katholischen Jugend. Sie erzählten, dass man vielen nicht mehr trauen konnte, weil einige plötzlich "ganz fanatisch" wurden. In Erzählungen haben sie Namen erwähnt, wo sie das auch im Nachhinein nicht verstanden, wie jemand sich plötzlich so drehen konnte.
    Die ganze Tragweite der Judenverfolgung haben meine Angehörigen erst nach dem 2. Weltkrieg erfahren.
    Ich selbst habe als Kind von dem Kriegtrauma auch etwas abbekommen, denn es wurde immer wieder von solchen Erlebnissen erzählt und ich hatte eine irreale Angst vor einem erneuten Kriegsausbruch.

    Zwei Beispiele für eine Schulleitung, selbst erfahren:

    Schulleitung 1: stand über allem, behielt den Überblick, sah sich als Teamworker, unterstützte Ideen des sehr engagierten Kollegiums auf, wertschätzte die Arbeit, Kollegium gestaltete die Schule mit einer Schulleitung, die hinter ihm stand
    Folge: Viele wollten an die Schule bzw. an der Schule bleiben.

    Schulleitung 2: brachte einige (auch gute) Ideen ein, wollte die Schule selbst gestalten, öfter über die Vorstellung des Kollegium hinweg. Engagement des Kollegiums mit der Zeit spürbar gesunken. Es versuchten nach einigem Abwarten einige von der Schule wegzukommen.

    Fazit: Als Schulleitung darf man nie eine Schule als "seine Schule" begreifen, wo man meint, man müsse die Lehrerschaft in den Bereich seiner eigenen Ideen, seien sie auch noch so gut,führen. Das ist eine völlige falsche Vorstellung von Leitung einer Schule.
    Bei Lehrern geht nur ein demokratischer Führungsstil mit Vertrauen in die Lehrer, die dort arbeiten. Dabei sollten die besonderen Fähigkeiten der einzelnen gesehen werden und man das nötige Vertrauen den Lehrern entgegenbringen. Ich finde es im Schulbereich eher eine Herausforderung, die verschiedenen Ideen und Individuen unter einen Hut zu bringen und es auch zu schaffen, mit Diplomatie sich vor Lehrer bei Elternangriffen zu stellen. Wichtig ist es auch, eine gewisse Arbeitszufriedenheit bei dem Personal zu erreichen, was ich ebenso als eine große Herausforderung sehe. (Hat Schulleitung 1 alles geschafft.)

    Hab ich schon mal geschrieben, dass bei uns im Baselland am Gymnasium Münchenstein pünktlich zur schriftlichen Matura die Masern ausgebrochen sind? Bezirk Dornach-Arlesheim (--> Götheanum), ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

    @Caro07 Man muss an den Masern nicht gleich sterben, es reicht auch eine dauerhafte Schädigung des Hirns infolge einer Meningoenzephalitis. Besonders tragisch, wenn es Säuglinge betrifft, die noch nicht geimpft werden können. Im Gegensatz zu Deinem hypothetischen Autounfall sind solche Dinge nahezu vollkommen vermeidbar, wenn komplett gegen die Masern durchgeimpft wäre.

    @Wollsocken80

    Du verwechselst mich mit Cat 1970. Ich habe in dem Forum hier gar nichts geschrieben bisher.

    Ich bin aus dem Thema eh raus. Ich bin vor 1970 geboren und habe sämtliche Kinderkrankheiten durchgemacht bis auf Röteln, gegen die ich geimpft bin. Außerdem habe ich die übliche Reihen - Polioschluckimpfung mitgemacht und habe Narben an meinem Oberarm von der damals üblichen Pockenimpfung. Die Tetanus- und Diphterieimpfung sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Die habe ich neuerdings auffrischen lassen, zum ersten Mal mit einer Verhärtung an der Einstichstelle als Nachwirkung, die nach 3 Wochen immer noch nicht verschwunden ist.

    Mebis ist ein abgesichertes Portal, in das Lehrer und auch Schüler mit einem Passwort kommen und dann entsprechende Bereiche besuchen können. Da können Lehrer für ihre Schüler Aufgaben einstellen. Der Zugang ist schulbezogen und inzwischen müsste jeder Lehrer Bayerns einen Zugang zu mebis haben.

    Was möchtest du denn wissen? Mebis bietet vieles, auch eine Materialsammlung. (sieht man ja auch an deinem Link)

    Immer wieder wundere ich mich leicht, wenn ich lese, dass allgemein das Referendariat so schlimm sein soll. Ich habe es nicht als schlimm erfahren, sogar als gut (an einer GHS in einem - heute würde man sagen - Brennpunktviertel in einer Stadt in Ba-Wü) , was Kollegium und andere Erwachsene betraf, die mit der Ausbildung zu tun hatten. Die Schüler waren grenzwertig. Wir waren 3 Referendare.

    Die Lehrer meiner Ausbildungsschule waren sehr hilfsbereit, der Seminarleiter ein cooler Typ und der damals für mich zuständige Schulrat human. Die Tipps, die man bekommen hat um seinen Unterricht zu verbessern, wurden so vermittelt, dass man da nicht an seinem Selbstbewusstsein zweifelte und man meinte, man wäre schlecht.
    Der Rektor war gewöhnungsbedürftig - vor dem haben alle gezittert - halt eine Autorität mit ausgeprägtem Autoritätsanspruch. So jemand wäre heute nicht mehr akzeptabel. Aber er hätte einen nie unterrichtlich fertig gemacht. Dem ging es eher um Formalien und Disziplin.
    Das waren "andere Zeiten" (in den 80igern).

    Warum ist es jetzt so schlimm geworden?

    Beitrag 19 ist allerdings erschreckend:

    "... Für viele ist der Lehrerberuf eher eine Berufung als denn ein Beruf. Aber wenn ich 100 % geben soll, ist dies häufig nur möglich, wenn ich mit 80% (oder weniger) der Stunden unterrichte."

    Ich finde es in der Hinsicht erschreckend, dass man heutzutage mit so vielen zusätzlichen Aufgaben belastet ist - manche haben es in den Kommentaren gut aufgelistet - dass man für das Kerngeschäft des Unterrichts mit Vorbereitung und Nachbereitung zu wenig Zeit hat.

    Vor meiner familienpolitischen Teilzeit hatte ich volles Deputat mit 28 Stunden, da hatte ich vor vielen Jahren wesentlich mehr Freizeit, obwohl ich da noch kein alter Hase im Beruf war. Damals mussten wir alle volles Deputat (außér der familienpolitischen Variante) nehmen, eine Alternative gab es nicht.

    Heute arbeite ich ca. 3/4 und habe weniger Freizeit. Ich fühle mich voll ausgelastet im Beruf. Die Stundenzahl habe ich extra so gewählt, dass ich für mich die beste Variante heraushole.

    Wenn ich eine schwierige Klasse habe, fühle ich mich an einigen Tagen dem Burnout nahe, wenn ich einigermaßen handelbare Klassen habe, geht es mir in der Regel gut bis auf folgende Situationen:
    Wenn vieles zusammenkommt, was termingerecht zu erledigen ist, hat man das Gefühl, man sieht kein Ende mehr und fühlt sich deswegen gestresst, zumal dann die Frei- und Erholungszeit sehr reduziert ist. Und das ist von Zeit zu Zeit der Fall.

    Noch ein Aspekt: Meine Parallelkollegin, mit der ich zusammenarbeite, arbeitet voll. Den Unterschied zwischen uns beiden merkt man: Sie ist durch die paar Stunden mehr belastet, kann nicht so viele Dinge und auch weniger Energie in die gemeinsame Arbeit einbringen.
    Allerdings wird bei uns kein Unterschied in außerunterrichtlichen Aufgaben gemacht. Für die Teilnahme an Konferenzen und Fortbildungen z.B. gibt es keinen Teilzeitbonus. Den gibt es maximal bei Morgenaufsichten, sonst ist kein Unterschied da. Da wir alle Klassenlehrkräfte sind, gibt es auch keinen freien Tag für diejenigen, die weniger Stunden haben.

    Hmm...
    Wenn in der - wie ich verstanden habe - 4. Klasse (stimmt, keine gemischte) drei englischsprachige Kinder und der Rest deutschsprachige Kinder sitzen und sie die Arbeitsaufträge auf Englisch oder Deutsch machen können, dann müsste für jeden etwas dabei sein.

    Ich könnte mir sogar vorstellen, dass auf einer Privatschule Kinder von bildungsinteressierten Eltern sind. Ich denke, dieses Chaos, was ich mir in dieser Schule vorstelle, ist dem geschuldet, dass dort kein ausgebildetes Fachpersonal unterrichtet und sie nicht wissen, auf was es wirklich ankommt. Zumindest gewinne ich den Eindruck durch die Schilderungen.

    Wie viele Kinder sind denn in einer Klasse?

    Ich habe es schon verstanden. In der gemischten Klasse sind 2 englische Muttersprachler, ein Koreaner und der Rest sind deutsche Muttersprachler. Die TE gibt bestimmte Fächer.
    Mir kommt die ganze Schule ziemlich unstrukturiert, was das gezielte Lernen betrifft, vor. Vielleicht kann man die Schule auch nicht mit einer staatlichen Schule vergleichen, die systematisch vorgeht.
    Machen die vielleicht viel mit selbstständigem Arbeiten, wo der Lehrer als Lernbegleiter fungiert und die SuS die Themen, mit dem sie sich beschäftigten wollen, selbst suchen können? Dann ist das so oder so ein ganz anderer Ansatz und dann kann man schlecht vergleichen. Da steckt eine ganze pädagogische Richrung dahinter, mit der man sich leider nicht nur adhoc auseinandersetzen kann.

    Das, was du Dejana als englischen Text gezeigt hast, würden in dieser bildhaften Sprache nur die Besten der besten meiner Schüler hinbringen und das wäre eher die Ausnahme. Ich denke, vielleicht ist auch die Dynamik einer deutsch geschriebenen Schülererzählung anders. Da sind wörtliche Reden sehr wichtig und die Dynamik des Geschehens in einer Erzählung.

    Das Wort "Gliederung" ist unüblich. Es geht in der Grundschule um Schreibpläne und den Aufbau eines Textes. Dann machen wir in der Grundschule inzwischen ganz unterschiedliche Textsorten. Beim kompetenzorienten Schreiben kann man auch einmal nur Teile einer Geschichte/ eines Textes schreiben.

    Adverbien kennen Grundschüler nicht. Da ist man schon froh, wenn sie die Hauptwortarten einigermaßen sicher bestimmen können.

    Vielleicht könntest du Dejana dir einfach einmal zugelassene Schubücher von den Fächern besorgen, dann siehst du, was so an Niveau erwartet wird. Oder einmal den Bildungsplan von Hessen anschauen? Vielleicht kannst du auch einmal an einer staatlichen Grundschule hospitieren, wenn es zeitlich möglich ist.

    P.S.: Krabappel und ich haben gleichzeitig geschrieben, teilweise schreiben wir Ähnliches.

    So ein Rasterzeugnis haben wir auch bei den Lernentwicklungsgesprächen. Wir haben es selbst entwickelt. Nachdem wir jahrelang in Bayern die zweiseitigen Berichtszeugnisse wie Kathie schon geschildert mit Word und ikuh (ikuh war gegenüber Word schon eine kleine Erleichterung) geschrieben haben (durfte an unserer Schule beides verwendet werden) probieren wir aktuell ein anderes Programm aus, das sozusagen mit aufklappbaren Rastern funktioniert, das angeklickt dann im Originalzeugnis aufeinanderfolgende Sätze "hinterlässt". So schnell haben meine Kolleginnen und ich noch nie Zeugnisse geschrieben. Raster oder rasterähnliche Programme sparen eine Menge Zeit.

    Ich bin generell für ein gemischtes Zeugnis an der Grundschule. Das Sozialverhalten und das Lern- und Arbeitsverhalten sollten schon zusätzlich in Worte gefasst werden, die Fächer brauchen es nicht, sofern sie benotet werden. Da sehen die Eltern genug über die Noten. Der Rest interessiert die meisten wenig - außerdem kann man so etwas in Elternsprechstunden und Lernentwicklungsgesprächen aufarbeiten.

    Was man unbedingt erwähnen möchte, kann man in eine gesonderte Spalte schreiben. Das gibt es bei uns so oder so, das würde in meinen Augen genügen.

    @ Thorsten
    Funktionieren andere Mittel nicht?
    Z.B. kurz nicht mitmachen lassen, währenddessen einen Liedtext, Lesebuchtext abschreiben, wenn jemand sich unauffällig verhält, kann er dann wieder teilnehmen...

    Ich habe nur meine eigene Klasse im Musik, aber das fruchtet ganz gut. Einmal Quatsch gemacht, 1-2 Strophen von einem Lied abgeschrieben, dann überlegen sie es sich doppelt und dreifach, ob sie das nochmals machen, denn sie wollen ja eigentlich mitmachen. Meine SuS beeilen sich dann meistens, dass sie fertig werden, damit sie wieder mitmachen können. Wenn es hingeschmiert ist, dann nochmals eine Strophe, so lange, bis es akzeptabel ist.
    Mit der eigenen Klasse hat man es natürlich leichter. Dieses Ausprobieren kommt regelmäßig vor, wenn ich eine neue Klasse übernehme, dann gibt sich das durch die Miniaufgaben.
    Wer ohne Erlaubnis auf den Instrumenten herumspielt, muss eben 5 min aussetzen.
    Gleich zeigen, wie der Hase läuft, mit einer kleinen Konsequenz.
    Das muss man gleich von Anfang an konsequent durchziehen, dann hat man die Chance, dass es nicht so ausartet.

    Ich würde auf keinen Fall Mathe- und Deutschaufgaben nehmen, sondern etwas, was total unnötig ist. Lesebuchtext, Liedtext, Komponistenvita, Nachdenkaufgabe übers eigene Verhalten. Wenn es öfter vorkommt, zuhause die Nachdenkaufgabe unterschreiben lassen. Nichts Motivierendes, sondern Zusätzliches! Wer sich nicht an die Regeln hält, soll die Konsequenzen spüren.

    Ich würde wie oben geschrieben, es erst mit kurzen Auszeiten im Raum selbst versuchen. Und das gleich von Anfang an.

    Hier noch eine andere Variante:

    Unsere Schule bietet alle 3 Möglichkeiten an:
    - pro Jahrgangsstufe eine Ganztagesklasse von Mo-Do bis 16 Uhr
    - für alle anderen Schüler morgens die Halbtagesklasse
    - nachmittags dann kann man in die OGTS gehen, das ist eine "qualifizierte" Betreuung mit
    Hausaufgabenbetreuung ebenfalls wahlweise bis 14 Uhr oder 16 Uhr.
    Wir haben eine betreute Schulmensa.

    Die GTK werden von einem Lehrertandem geführt, das sich bei den Nachmittagen abwechselt. Einer unterrichtet hauptsächlich, hat dann 2 Nachmittage, der andere mit weniger Stunden 1 Nachmittag. An einem Tag ist AG- Nachmittag durch anderes Personal. Das ist dann gleichzeitig unser Konferenztag.

    Sonst unterrichtet kein anderer Lehrer in der Klasse, außer bei den Spezialfächern Religion und Ethik, die klassenübergreifend sind und WG, da wir dafür in Bayern speziell ausgebildete Lehrer haben.

    Der Tandemlehrer mit der geringeren Stundenanzahl hat meistens noch Stunden übrig und ist dann normal in anderen Klassen eingesetzt. Stundenplanmäßig ist das so, dass das so gemacht wird, dass sich die Hohlstunden in Grenzen halten. Dadurch, dass nur 2 Lehrer in der GT unterrichten und diese nur auf Reli und WG und die Turnhallenbelegung Rücksicht nehmen müssen, bekommen die GT- Lehrer in Zusammenarbeit mit dem Stundenplanteam die Stundenpläne ganz gut hin. Für die SuS sind zwei Bezugspersonen besser wie ständig andere Lehrer in der Klasse.

    Voraussetzung: Die Tandemlehrer müssen gut zusammenarbeiten, sich absprechen bzw. gut harmonieren. Doch meistens klappt das oder diejenigen raufen sich zusammen. Die Tandemlehrer machen bei uns das so, dass sie entweder Themen oder Fächer aufteilen, je nachdem wie sie besser zurecht kommen. An ein paar Stunden unterrichten sie doppelbesetzt, meistens aber allein.

    Da ist ein Fehler im System!

    Da ist wirklich ein Fehler im System. Man kann nicht alle mitziehen und keine Maßnahmen ergreifen, wie sie aufgefangen werden können. Diese Schüler müssten verstärkt auf ihrem Niveau beschult werden.

    Ich verstehe auch das Problem des Sitzenbleibens. Als ich vor ein paar Jahren in der Hauptschule Vertretung gemacht habe, ist mir aufgefallen, dass gerade die überalterten Schüler ganz schön aufmischen, weil sie altersmäßig nicht mehr in die Klasse gepasst haben und zudem auch als Sitzenbleiber bis auf wenige Ausnahmen dennoch größere schulische Schwierigkeiten hatten.

    Ich meine, dass die Schüler, die grundsätzlich schwächer sind, nach anderen Programmen beschult werden müssen. In Bayern hat man die sogenannte Praxisklassen in den Mittelschulen eingerichtet, für SuS, die noch ein (oder zwei?) Schulbesuchsjahr haben und die dann hier besonders auf einen einfachen Beruf vorbereitet werden. Bei uns werden örtlich nur diejenigen genommen, wo es Sinn macht. Das ist zumindest einmal etwas, wenn auch nicht der Idealzustand.

    Bei uns in der Grundschule nützt bei ca. knapp der Hälfte der Schüler die frühzeitige freiwillige Wiederholung des 1. oder 2. Schuljahrs. Je später die Wiederholung, desto eher treten die grundsätzlichen Probleme wieder auf. Bei den Schwachen geht das Verständnis und die Merkfähigkeit einfach nur bis zu einem gewissen Punkt.

    Fazit: Man muss sich bei der inklusiven Beschulung andere Wege überlegen, wie man die Schüler auf ihrem Niveau durch mehr Personal (ein Lehrer in der Klasse kann das nie leisten) unterstützen kann und das frühzeitig!
    Wenn meine schwachen Schüler auf die Mittelschule (= Hauptschule) gehen, dann brauchen sie dort eine gewisse "Sonderbehandlung", sonst gehen sie unter bzw. besteht die Gefahr, dass sie sich zu Verweigeren entwickeln, was man im jüngeren Alter in der Grundschule noch auffangen konnte.

    Nein, kann man eben nicht.
    Am kleinen System kann man nicht einfach ablehnen, es wird entweder gemeinsam verteilt oder einsam angeordnet.

    Ist an einer großen Grundschule genauso. Hier läuft oft auch mehr, die Organisation ist aufwändig. Bei unserer großen Grundschule ist jeder gut mit zusätzlichen Aufgaben beschäftigt. Jeweils eine Ermäßigungsstunde erhalten nur die Betreuungslehrer und eine Stunde derjenige, der für Computer und Internet zuständig ist. Alles andere wird so gestemmt. Sonderaufgaben innerhalb einer Schule führen nicht automatisch zu einer Gehaltsverbesserung.

    Zum "Aufstieg" von A12 zu A12+Z und A13 in Bayern:
    Da muss man bei der Regelbeurteilung bei den sogenannten "Superkriterien" (da geht es vor allem um Unterrichtsgestaltung, Unterrichtserfolg und erziehliches Wirken und ferner um Zusammenarbeit) eine ziemlich gute Beurteilungsstufe erreicht und bei den anderen Kriterien eine gute erreicht haben.

    Ich finde diese Sache nur einen kleinen Schritt zur gleichen Besoldung für alle. Ein Schritt in die richtige Richtung, aber nicht ein endgültiger Zustand!
    Grund- und Mittelschullehrer müssen quasi eine hohe Leistung für die A13 Besoldung, die nur über die A12+Z Stufe geht, vorweisen oder bei der Schulleitung gut angesehen sein, damit sie diese Beurteilung erreichen, was nicht jeder bekommt, während alle anderen Schularten mit A 13 einsteigen.

    Warum widerspricht sich, dass man die Arbeit gerne macht (und noch lieber, wenn man sieht, dass die Kommunikation mit den Schülern passt) und die Forderung nach einem ordentlichen Gehalt? Der Beruf ist anspruchsvoll und sollte auch entsprechend bezahlt werden. Das steht für mich außer Frage.
    Es ist mein Beruf und kein Ehrenamt.

    "leuchtende Kinderaugen"

    Dieser Begriff nervt mich schon lange. Warum kann das nicht Hand in Hand gehen: Man hat selbst Freude und derjenige, dem man es beibringt, spricht positiv darauf an? Es kann mir keiner erzählen, dass diese Variante niemand bevorzugen würde. Man sucht sich doch in der Regel den Beruf heraus, den man gerne macht und von dem man einigermaßen leben kann. Zumindest wenn man von den Abschlüssen her die Möglichkeiten hat.

    Das andere Thema ist, dass Lehrerberufe nach inzwischen überholten Kriterien unterschiedlich bezahlt werden. Das muss dringend angegangen werden und auf eine gleiche Bezahlung hinauslaufen.

    Hier die Auskunft des BLLV über das Ländertauschverfahren mit Links zu den wichtigen Seiten:

    https://www.bllv.de/vollstaendiger…s-bundeslandes/

    Das bestätigt auch die Aussage in Bezug auf einen Ringtausch von lamaison.
    Zu meiner Tauschzeit wollten wesentlich mehr Lehrer nach Bayern als von Bayern weg. Das könnte auch eine Erklärung sein, weshalb es bei lamaison so schnell geklappt hat und bei mir nur aufgrund des kurzzeitigen Lehrermangels.
    In Bayern haben wir schon länger in vielen Fächern des Gymnasiums wie auch Deutsch einen Lehrerüberschuss. Deshalb nimmt Bayern wahrscheinlich beim Gymnasium in den meisten Fächern nur im Tauschverfahren auf.

    Man kann sich auch als "freier Bwerber" auf Stellen bewerben:
    https://www.km.bayern.de/lehrer/stellen…hrertausch.html
    https://www.km.bayern.de/lehrer/stellen…eslaendern.html

    Der Kollege ist doch dir gegenüber nicht weisungsbefugt? Oder gibt es im Gymnasium eine Hierarchie, was die A13, A14 Stellen anbetrifft?

    Du könntest auch "nein" sagen, dann soll er gucken, wo er bleibt. Unter Kollegen sollte es doch möglich sein, Aufgaben im Teamwork zu erledigen, wo keiner auf Kosten des anderen lebt.

    aktueller Stand in Bayern:
    Regelstudienzeit Lehrämter Grundschule, Mittelschule und Realschule in Bayern: 7 Semester
    Regelstudienzeit Lehramt Sonderpädagogik und Gymnasium: 9 Semester

    Bei allen Lehrämtern gibt es noch Erweiterungen.
    Das Referendariat dauert in allen Lehrämtern 2 Jahre.

    Im Augenblick beträgt der Unterschied zwischen dem Gymnasium ( Sonderpädagogik ) und den anderen Lehrämtern 1 Jahr.
    Rechtfertigt das, dass die
    Grund- und Mittelschullehrer schwerpunktmäßig A 12 oder A12+Z in Ausnahmefällen A 13
    Realschullehrer und Sonderpädagogen A 13
    Gymnasiallehrer A13 und dann schnell A 14 oder gar A 15 verdienen?

    Ich bin auch für dieselbe Länge des Studiums - man könnte bei den Grundschullehrern ruhig etwas draufsatteln, wenn ich sehe mit wie wenig Ahnung diese kommen, wenn es um alltägliche Sachen wie Umgang mit Heterogenität, Umgang mit Eltern, psychologische Einschätzungen geht.


    Und hier noch die Rektoren:
    kleine Grund- und Mittelschulen: A 13 + AZ
    größere Grund- und Mittelschulen: A 14

    Die Konrektoren sind jeweils eine Gehaltsstufe drunter.

    Auch ich habe ein Ländertauschverfahren hinter mir. Unverheiratet ging gar nichts (keine Familienzusammenführung, also die Anträge als Unverheirateter kann man gar nicht mitzählen, die Verheirateten werden immer zuerst berücksichtigt). Erst sah es schlecht aus, weil mehr nach Bayern wollten als in das Bundesland, von dem ich kam.
    Da habe ich mir auch schon sämtliche Alternativen überlegt, u.a. Privatschulen, Montessoriausbildung usw. Kinder hatten wir noch keine.
    Doch ich hatte dann gleich nach der Verheiratung Glück: In Bayern herrschte kurzzeitig in meiner Schulart (Grund- und Hauptschule) zu der Zeit Lehrermangel, deshalb haben sie mehr aufgenommen als sie abgaben. Sonst wäre ich permanent auf der Warteliste nach oben gerutscht zwecks Familienzusammenführung. Irgendwann hätte es dann geklappt.

    @ Dahoam
    Guck einmal in "Konversationen" (pn), da habe ich dir noch Näheres geschrieben.

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