Ob eine Promotion etwas bringt, muss jeder selber wissen. Ich bin damals auf das Angebot meines Examensbetreuers eingegangen und fand die vergangenen Jahre sehr spannend. Ich werde aber im kommenden Refendariat ganz bestimmt weder meinen Titel ungefragt nennen noch mich vor den Schülern so vorstellen. Auch für meine Studenten war ich immer "Herr ...".
Allerdings steht der natürlich im Lebenslauf und in der offiziellen Anmeldung bei der BezReg.
Inhaltlich glaube ich, dass mir meine Promotion etwas gebracht hat, auch für das schulische Umfeld. Ich habe aber auch nicht in einer Fachwissenschaft, sondern in einer Fachdidaktik promoviert, in dem Fall in Physikdidaktik. Das gibt einem durchaus einen interessanten Blickwinkel auf die fachdidaktischen Artikel, mit denen man sich so in seinem späteren Beruf auseinandersetzen muss.
Während meiner Zeit als Doktorand habe ich ein paar Lehrer erlebt, die bei meinem Doktorvater promovieren wollten. In den meisten Fällen war das sehr langwierig und schwierig, da man das eben nicht so nebenbei macht. Als Postdoc habe ich jetzt mit an der Uni Lehre haltenden Lehrern zu tun gehabt (u.a. der Fachseminarleiterin, die Schule, Uni und Seminar macht) und da muss ich sagen: Man kann als Promovierter besser mithalten, wenn es um die Theorie geht. Bei der Praxis war ich denen natürlich unterlegen.