Beiträge von O. Meier

    Wenn wir alles unterließen, dass für die Einzelne ein Risiko darstellt, müssten wir das Universum anhalten. Das kann der Maßstab nicht sein. Nur die Risiken zu betrachten, wird nicht gehen.

    Wir müssen die Risiken gegen den Nutzen abwägen. Und so stirbt die eine als Wehrpflichtige bei einen Unfall auf der Schießbahn und die andere durch einen Impfschaden. Das individuelle Leid ist dabei unermesslich und nicht wieder gut zu machen. Als Gesellschaft können wir es aber leichter ertragen als die Alternative (z. B. andauernder Lockdown und volle Intensivstationen).

    Jeder sollte auch das Recht haben, unsolidarisch sein zu dürfen.

    Nein. Einen solchen Freibrief für asoziales Verhalten kann sich eine moderne Zivilgesellschaft nicht leisten.

    Wir müssen immer die Rechte und Interessen der Menschen gegeneinander abwägen. Die rücksichtslosen Arschlöcher müssen wir in die Grenzen weisen.

    Mir ist wohl bewusst, dass erzwungene Solidarität keine Solidarität ist. So zwingen wir dann die Betreffenden zum Mitmachen, in ihrem Herzen darf ihnen das Wohlergehen des Rests der Menschheit egal sein.

    Dafür. Ich bin für eine generelle Impfpflicht. Die Alternative ist das größere Übel.

    Wenn wir die Pandemie in den Griff kriegen wollen, müssen wir durchimpfen. Es kann durchaus strategisch sinnvoll sein, beim öffentlichen Dienst anzufangen.

    Was die Fürsorgepflicht anbetrifft, so gebietet diese nicht nur die Nebenwirkungen zu betrachten, sondern auch die Wirkung für die Bediensteten und Schutzbefohlenen abzuwägen. Und dann muss man eben „mehr Nutzen als Schaden“ beachten.

    CDL: Soviel habe ich aus den Züchologie-Vorlesungen dann doch mitgenommen, dass es gängige Praxis in züchologischen Studien ist, die Probantinnen nicht darüber aufzuklären, worum es eigentlich geht. Das ist notwendig, um den Einfluss der Beobachtung auf das Ergebnis zu minimieren.

    Gerne gibt man deshalb etwas anderes an, worum es ginge.

    Man mag das nicht, weil man sich nicht ehrlich behandelt vorkommt. Aber nur so kommt man zu den Daten, die man braucht.

    Lass’ dich darauf ein oder lass’ es bleiben.

    Dir kann man es wirklich nicht recht machen.

    Doch. Unterlasse bitte solche Behauptungen.

    Zum Unterschied: Frustration ist negativ konnotiert. Man möchte, aber kann nicht. Man läuft Gefahr, auf Windmühlen loszugehen.

    Der Ernüchterung fehlt dieser negative Aspekt. Ich ordne diesen Gemütszustand als neutral ein. Man weiß schlicht, was nicht geht oder was sich nicht lohnt. Man lässt seine Begeisterung zu Hause und engagiert sich, wo es lohnt. Ehrenamtlich geht viel. So wird es sogar etwas Positives.

    Ernüchtert komme ich smooth bis zur Pensionierung, frustriert würde das schwer.

    Du magst es traurig finden, aber ein Schulträger kann alte Schulgebäude von vor 150 Jahren ja nicht mal eben anpassen, das wären immense Kosten, die man vielleicht über viele Jahre stemmen kann, aber nicht von jetzt auf gleich

    Harhar. Barrierefreiheit kam ja nicht erst gestern vormittag auf. Ähnlich wie bei der Digitalisierung: Jahrzehntelang die Scheuklappen bis zum Scheitel hochgezogen und jetzt heulen, dass es nicht holterdipolter geht. Selbstgemachtes Problem, selbst Lösung finden.

    Und es gibt Gegenbeispiele: Bei uns baut der Schulträger gerade alle Gebäudeteile um: Jedes bekommt einen Aufzug (wir haben viele Gebäudeteile) und es gibt eine behindertengerechte Toilette.

    Wie lange diskutiert man schon über Barrierefreiheit? Ein paar Jahrzehnte später bequemen sich die Schulträgerinnen, erste Maßnahmen einzuleiten. Das soll ich auch noch bejubeln?

    Aber Du hast mir ja auch schon mehrmals gesagt, dass Du da keinen Bock drauf hast, etwas zu fordern.

    Auch diese Ernüchterung hat ihre Gründe. Dienstherrin, Schulträgerin, Schulleitung und Kollegium haben es gemeinsam verstanden, mir gründlich den Spaß zu verderben.

    Aber ziehe nicht die ins Lächerliche, die das tun und sich daran freuen, dass sich Schule verändert.

    Tue ich nicht. Muss ich auch nicht. Oft genug kriegen das die Protagonistinnen allein hin.

    Ich möchte in Ruhe gelassen werden und meine Arbeit machen können. Ich habe keine Lust mehr darauf, dass die einen die Ideen und die anderen die Arbeit haben.

    Ja, auch oft! Ich picke mir auch immer nur die Dinge raus, die ich einsehe und mir nützlich erscheinen

    Auch das nicht mehr. Als ich beim letzten Türschild-Projekt auf die Frage, welche Arbeit auf uns als Kollegium zukäme, angelogen wurde, bin ich prinzipiell gegen alles. Notwehr. Fool me once, shame on you; fool me seven or more times, shame on me.

Werbung