Beiträge von O. Meier

    üsste man dann nicht auch wörtlich kenntlich machen, dass es auch asiatische, arabische und afrikanische Ärzte gibt?

    Ach, was man nicht alles müsste. FIndest du es wichtig, die Ethnie von Medizinerinnen sprachlich kenntlich zu machen? Dann mach das doch. Oder mach' es, weil es dir Spaß macht, es sich gut anhört oder du gerade nichts besseres zu tun hast. Mach, wenn du meinst.

    Das Modalverb (auch im Konjunktiv) drückt mir doch wieder zu sehr auf die Taste der sprachliche Bevormundung.

    Die Sache ist folgende: Wie oft will ich explizit etwas über das Geschlecht der Leute, die dort an der Tafel stehen, sagen? Kommt vergleichsweise selten vor. Viel öfter möchte ich etwas über den Berufsstand sagen.

    Dann mach das doch. Du kannst da übrigens auch gerne so machen, dass in den Fällen, in denen das Geschlecht wichtig ist, das auszudrücken nicht oder nur aufwändig möglich ist.

    Du möchtest, dass in 90% der Fälle, in denen es um den Berufsstand geht, beide Geschlechter benennen, statt nur in den 10%, in denen das Geschlecht tatsächlich eine Rolle spielt.

    Woher kommen diese Zahlen? Und woher weißt du, was ich möchte? Unterlasse bitte derartige Behauptungen über Personen. Kannst oder willst du nicht in der Sache diskutieren?

    Denen, die vom Istzustand profitieren.

    Das wäre wer? Und was wäre der „Istzustand“?

    Das Problem der deutschen Sprache ist, dass wir viele Sprachbestandteile haben, die durch grammatikalische Geschlechter beeinflusst werden. Möchte ich also bei einem Nomen stets die weibliche und die männliche Variante nennen, muss ich zwecks grammatikalischer Korrektheit nicht nur das Nomen selbst, sondern auch Pronomen und Adjektive anpassen. Das ist im Schriftlichen schon problematisch. Im Mündlichen verliert man schnell den Überblick, um was es überhaupt geht.

    Ja, genau. Die Beispiele, wie es viel, viel praktischer läuft hatten wir ja schon. Man spricht von männlichen und weibliche Lehrern, statt von Lehrern und Lehrerinnen. Viel kürzer, einprägsamer uns ästhetischer. Und es ist soger noch kürzer, einprägsamer und ästhetischer als das völlig wahnwitzige Konstrukt „Lehrer*innen“. Das sind nämlich zwölf Zeichen. Länger als das geht's schon gar nicht.

    Und ansonsten finde ich das Argument der Bequemlichkeit, um Diskriminierung beizuhehalten, abstoßend.

    Und dann muss es schlichtweg auch inhaltlich passen: Ein Lehrender ist immer ein Lehrer, aber ein Lehrer (Berufsbezeichnung) nicht immer ein Lehrender (aktve Tätigkeitsausübung).

    Ich glaube auch hier wurde eine Entwicklung in der Sprache verpasst. Mitnichten wird das Partizip auschließlich als „aktive Tätigkeitsausübung“ verstanden.

    Wenn es "männliche Lehrerinnen [und] auch weibliche Lehrer" gibt, muss es der Logik nach

    Logik? Ah, welche Schlussfiguren kommen denn hier zur Anwendung?

    auch Lehrerinnen geben, die nicht männlich, und Lehrer, die nicht weiblich sind, geben, oder?

    Ja, mag sein. Und?

    Wenn ja, würde ich mal erfragen, warum man dann überhaupt beide Begriffe, Lehrer und Lehrerinnen, benötigt und worin sie sich unterscheiden.

    Im wesentlichen unterscheiden sich die Worte durch fünf Buchstaben, die es in dem einen Wort gibt, in dem anderen nicht.

    Und ansonsten könnte man es recht einfach haben. Das männliche Wort für männliche Personen, das weibliche für weibliche. Dann wäre klar, was ein Lehrer ist und was eine Lehrerin. Look mommy and daddy, no addtional attributes. Erklärt man diese für geschlechtsneutral, verzichtet man also auf die im Deutschen leider viel zu seltene Sexus-Genus-Kongruenz, muss man sich anders behelfen und Attribute ergänzen. Und dann, ja, dann braucht amn eigentlich keine zwie Worte mehr und man kann Lehrer und Lehrerinnen synonym verwenden. Und dann darf man sich zurecht wundern, warum es hier zwei Begriffe gibt und warum man ich einfach etwas geschlechtsneutrales wie „Lehrkräfte“ oder „Lehrerinnen“ als geschlechtsneutral verwendet.

    Wem, der von Diskriminierung betroffen ist, ist denn durch ein Gendern der Sprache geholfen?

    Zunächst mal denen, die dadurch wahrgenommen werden.

    Und dann all denen, die in (weiter) Zukunft in einer besseren Welt leben, weil irgendwann mal Leute über geschlechtliche Asymmetrien nachgedacht haben.

    Nein, Gruppenvergewaltigungen in Indien hören genau so wenig auf wie politische Männerseilschaften bei uns wegen eines Gendersternchen. Aber man kann zumindest zeigen, dass man bereit ist, etwas zu verändern.

    Wem ist geholfen, wenn man nicht geändert?

    Du fragtest auch nach den "biologischen Kriterien" für die "rein biologische" Definition von Geschlechtern.

    Tat ich, bekam eine Antwort und weiß, dass uns dieser Aspekt in der Diskussion um eine geschlechtergerechte Sprache nicht weiter bringt.

    Für mich ist Arzt ein geschlechtsneutraler Begriff.

    Naja, für dich vielleicht, für andere nicht. Wenn Kommunikation funktionieren soll, braucht man schon einen einheitlichen Code.

    Braucht es auch im Deutschen nicht, weil es schlichtweg in den meisten Fällen unerheblich ist, welches Geschlecht die Berufstätigen haben,

    Ja, warum verwendet man denn keine geschlechtsneutralen Bezeichnungen, wenn das Geschlecht unerheblich ist? Warum verkrampft man darauf, weiterhin asymetrische männliche Bezeichnungen zu verwenden?

    Wenn es doch wichtig ist, macht man was? Genau: "Männliche Lehrer geben im Schnitt um xy % bessere/schlechtere Noten als weibliche.".

    Ja, genau. Das überzeugt mich restlos. Einfache geschlechtsneutrale Formulierungen wie Lehrkräfte oder Studierende oder das schlichte Gendersternchen sind zu kompliziert, unästhetisch und man hat keine Lust sich daran zu gewöhnen. Der Ausgleich der verlorenen Kongruenz von Genus und Sexus durch zusätzliche Adjektiv-Attribute ist aber total praktisch und formschön. Das finden nicht nur männliche Lehrerinnen sondern auch weibliche Lehrer.

    Auch wir erhielten ein Diensttablet bei Einführung, die meisten verwenden aber ihr Handy.

    Ja, das ganze steht und fällt mit den Geräten. Für das Papierklassenbuch reicht ein Stift (wenn das Klassenbuch da ist). Für das elektronische braucht man schon mehr . Die Dienst-iPads, die wir haben, wiegen über ein Kilogramm. Nichts das, was ich den ganzen Tag mit mir herumschleppen möchte. Ein Mobilgerät ist für mich etwas anderes. Dienst-Handys haben wir nicht, aus dem Endgeräte-Programm des Landes hätte man auch keine anschaffen können, die waren explizit ausgeschlossen.

    Aber auch sonst habe ich so meine Schwierigkeiten mit Mobiltelefonen im Unterricht. Es müsste sichergestellt sein, dass die im Unterricht zuverlässig keine Geräusche von sich geben. Ich erlebe halt immer wieder, dass trotz anderslautender Absichten immer mal wieder eines akustisch auf sich aufmerksam macht. Das ist der vielfach gewünschten Ereichbarkeit geschuldet, die im Schutzraum Unterricht Fehl am Platze ist.

    Ich verstehe durchaus, dass man das unzuverlässige und unleserliche Gemockel in den Papierbüchern leid ist. Mir geht es z. B. grandios auf den Keks, wenn Kolleginnen nicht klar schrieben können, ob eine Schülerin ab der 5. oder bis zur 5. Stunde anwesend war.

    Aber jeder Zauber hat seinen Preis. Die Endgeräte scheinen mir da noch nicht vollständig ausgelotet.

    Man muss dann im Übrigen auch bereit sein, dauerhaft Endgeräte zu betreiben. Was passiert eigentlich, wenn in den Lehrerinnen-iPads die Akkus durch sind?

    Wegen der besseren Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet, Frauen sind immer mitgemeint" oder so ähnlich als Fußnote in schriftliche Arbeiten einzufügen und das generische Maskulinum zu verwenden.

    Ja, das Hilfskonstrukt kenne ich noch aus den Neunzigern. Es zeigt zum einen, dass das die Generität des generischen Maskulinums gar nicht so selbstverständlich. Außerdem konnte man mich nicht so recht davon überzeugen, dass das wirlich praktischer ist, als die damals übliche Binnenmajuskel.

    dass die Preise unverschämt hoch sind.

    Finde ich nicht. Könnte eine Schulträgerin allerdings anders sehen. Montags von Digitalisierung schwafeln und Dienstag nichts dafür bezahlen wollen, gehört ja mittlerweile zum guten Ton.

    (Die selben Kollegen bestellen dann physische Planer bei Timetex...)

    Hatte ich mal (von einer anderen Firma), habe ich dann doch nicht benutzt. Mittlerweile bin ich wieder beim kleinen Roten und jeweils gedruckten Listen in einem Ordner.

    Wieso muss man anderen Leuten Vorschriften machen, wo sie sich fitzuhalten haben oder sie sogar für irgendwie dämlich erklären?

    Muss man nicht. Macht hier auch keiner. Die entsprechende Implikation ist eine Unterstellung.


    Ich kann aber trotzdem verstehen, dass jemand dahin geht.

    Ich versteh's halt nicht. Muss ich aber auch nicht. Das ist aber auch nicht wichtig. Der Punkt ist doch, dass wir derzeit in einem Öffnungsrausch sind, in dem die unwichtigen Dinge gehypt werden. Biergarten und Fitnesstudio sind nun wirklich nicht überlebenswichtig. Wenn dann dazu kommt, dass der Infektionsschutz mit Füßen getreten wird, indem man statt brauchbarer Tests weniger brauchbare zulässt, dann bereitet doch jemand die vierte Welle vor.

    Wer ins Fitnessstudio gehen möchte, soll halt einen anständigen Test vorlegen.

    Und ansonsten soll man sich darüber Gedanken machen, wie man das Vereinstraining für Kinder und Jugendliche an den Start kriegt. Z. B. in den Freibädern — da meine ich auch — bevor die wirklich alle nicht mehr schwimmen können.

    Du hast es erwähnt, dass du dies und jenes zuhause hast, folgende tolle Klimmzugstange etc...

    Und wie kommst du auf „Fan“? Schrieb ich das auch oder ist das eine Unterstellung?

    Ich verstehe den Wink jetzt nicht wirklich, da ich weder ein großer Anhänger des Isolationstrainings an Maschinen bin, noch interessiert es mich da anderen zuzusehen, am liebsten hätte ich das Studio für mich allein

    Mag sein, aber die, die zum Posen da hingehen reichen mir, um da nicht hinzuwollen.

    Die Maschinen sind in der Regel das, was man nicht zu Hause hat. Wenn man auf genau die keinen Wert legt und die anderen leute nicht braucht, verstehe ich noch weniger, was man da will. Aber du wirst das für die klar haben.

    Was sich eigentlich sagen wollte. Wem es um körperliche Aktivität zur Gesunderhaltung, Steigerung deds Wohlbefindens etc. geht, der braucht nicht dringend ein Fitnessstudio. Es gibt so viele Möglichkeiten sich zu bewegen, dass man nicht mit dem Testergebnis in der Tasche vor Bude mit den Hufen scharen muss.

    Der „Run“, den ich schon Ansprach, auf alles, was eine zeitlang nicht ging, macht es mir unattraktiv, da hinzu gehen. Ich kann mich noch ein paar Jahre beherrschen. Insofern ist's mir wurscht, ob die Fitbesstudis auf haben oder man dafür einen Test braucht.

    Ich weiß, dass du Fan des Hometraining bist,

    Wie kommst du darauf?

    da lasse ich mich lieber vollregnen als weiter zuhause zu trainieren.

    Ja, darußen macht am meisten Spaß. Allerdings bin ich froh, dass ich auch 'reingehen kann, wenn es regnet. Was spricht denn dagegen, bei trocken nach'em Studio hin, bei Scheiß-Wetter ein paar Übungen zu Hause oder in den Wald radfahren (das hat bei Regen auch was). Aber im Regen stehen und Blech durch die Gegend heben, turnte mich echt ab.

    Ich suche gelegentlich auch Sportstätten auf, bin aber froh, mich einfach schnell und zwischendruch zu Hause bewegen zu können.

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