Beiträge von O. Meier

    Ich hab nicht von Sinnhaftigkeit geschrieben, sondern von Normalität vs. psychischer Erkrankung.

    Inwefern macht sich eine psychische Erkrankung an Mehrheiten und Anteilen fest? Wenn jemand Zwiesprache mit fiktiven Personen hält, ist das zumindest komisch. Das muss noch keine psychische Erkrankung sein. Da mögen sich die Fachleute drum kümmern. Aber allein aus der Zahl derjenigen, die das auch machen, zu schließen, dass das kein Problem sei, halte ich für schwierig.

    Religiosität scheint ein Bedürfnis vieler Menschen zu sein.

    Es scheint so. Vielen Menschen wurden ihre Religionen ansozialisiert. Das sagt halt nichts darüber aus, ob die Inhalte in irgendeiner Form sinnvoll sind oder ob uns die Religionen irgendwie weiter bringen.

    Ich finde es nicht hilfreich für die Diskussion, von psychischer Anomalie zu reden

    Es ging und die Kommunikation mit fiktiven Personen. So etwas kommt auch bei bestimmten psychischen Erkrankungen vor. Man sollte da nicht einfach drüber hinweggehen. Ich fühle mich da überfordert zu beurteilen, bis zu welchem Punkt das noch OK ist und wann man das behandeln muss.

    Lasst die Leute doch anbeten, wen und Trost suchen worin sie wollen.

    Oh, das können sie. Wenn sie sich öffentlich dazu äußern, müssen sie aber auch damit rechnen, dass man dazu Stellung nimmt. Sie müssen mir ja nichts über ihre Zwiesprache mit einem Nudelsieb erzählen und auch nichts von ihren Ekel-Ritualen. Dann muss ich mich auch nicht wundern.

    Allerdings, und das ist das gesellschaftliche Problem, um das es in diesem Thread auch mal ging, geben sich manche Religionen mit Anbetung und Trost nicht zufrieden. Sie möchten Einfluss auf die Gesellschaft nehmen. Und dann müssen sie ihre Ideen bitteschön auch an der Realität messen lassen.

    sondern um das Heiligste, was wir haben: Christus selbst, seinen Leib und sein Blut.

    Böa. Jetzt weiß ich wieder, warum ich froh bin, bei so etwas nicht mitzumachen. Kannibalistische Riten, die sich irgendwie ins 3. Jahrtausend gemogelt haben. Is' mir schlecht. Wenn das "Heiligste" eine solche Ekelnummer ist, kann man doch froh sein, dass man da nichts mit zu tun hat.

    und dann beschweren sie sich, dass sie von Katholiken ausgeschlossen würden ... ?

    Ich kenne keinen der sich beschwert. Wie gesagt, im Prinzip finde ich es unhöflich, nichts anzubieten. Angesichts dessen, mit welchen konnotierten Vorstellungen dieser Ritus begangen wird, ist aber wohl der Ausschluss der Akt der Höflichkeit.

    Danke für die Klarstellung.

    Es gibt eine (Grund-)Schule in der Umgebung, die bald soweit ist, dass sie die notwendigen 12 Kinder für katholischen RU zusammenbringen könnten und die auch kirchlicherseits im Personalstamm eine pädagogische Mitarbeiterin hätten, die den katholischen RU erteilen könnte, von Seiten der Landesregierung eher nicht, da sie keine Lehrkraft ist.

    Klingt mal wieder nach Problemen, die man in einem säkularen Staat nicht hätte.

    Dass sich ein Großteil der Menschen für religiös hält. Ist einfach eine Feststellung. Psychische Abweichung ist die Abweichung von der Normalität und die wäre hier nicht gegeben.

    Normal ist, wenn es viele sind? Echt? Trotzdem halte ich die Zusammenfassung "religiös" für gewagt angesichts der sehr unterschiedlichen Ideen, die da nivelliert werden. Da sind Leute bei, die andere aufgrunf ihrer anderen Relgiösität verachten, nicht als gleichwertig ansehen oder sogar töten würden. Aber sie teilen sich eine nummerischen Normalität?

    Von vielen, aber du wirst wohl nicht behaupten, dass Religionen mit vielen Göttern richtiger sind als die mit einem oder keinem.

    Haha. Da kann ich einen draufsetzen: Je weniger Götter es sind, um so dichter ist man an der realen Zahl. Deswegen ist man aber nicht dichter an der Realität.

    Websheriff:

    "Faktuale Texte handeln zwar nicht von erfundenen Figuren, Gegenständen und Ereignissen,"

    Ich bin mir da nicht sicher, ob das durchgängig auf die religiösen Texte passt. Selbst wenn reale Ereignisse und Personen eingeflossen sein mögen, so finde ich es schon schwierig, wenn Hauptfiguren offensichtlich fiktional sind.

    Ich nehme an, er meint Deviation.

    Ich finde, man ja noch ein wenig um die begriffe diskutieren, das längt so schön von der Sache ab. Gemeitn war Derivation im Sinne einer Abweichung, der Bezug findet sich im Duden, wenn man richtig guckt, also an der falschen Stelle:

    Zitat


    seitliche Abweichung eines Geschosses von der Visierlinie

    Wem "Deviation" besser gefällt ...

    63% der Menschen weltweit bezeichnen sich als religiös.

    Welche Relevanz hat diese Zahl? Muss man sie ernst nehmen, weil es so viele sind? Oder sollte man sie so ernst nehmen, weil sie etwas ernstzunehmendes zu sagen haben?

    Und sollte man diese Menschen tatsächlich alle in einen Sack stecken? Von wie vielen verschiedenen Götern, von wie vielen (sich widersprechenden) Ideen reden wir denn hier? Allein aus formal-logischen Erwägungen ergibt sich, dass die meisten dieser Menschen mit ihrer Vorstellung nicht recht haben können. Dazu bedarf es noch nicht mal einer inhaltlichen Analyse dieser Fiktionen.

    Also welche Relevanz hat diese Zahl?

    Das kann man akzeptieren

    Sowieso. Dagegen machen kann man eh nichts. Zumindest nicht unmittelbar. Die Idee, sich ander Realität zu orientieren, braucht so ihre Zeit und hat so ihre Mühe.

    für psychische Abweichung halten

    Direkt vorweg, das ist deine Formulierung. Ich schrieb davon, dass man etwas nicht von einer psychischen Derivation unterscheiden kann.

    Nur weil du etwas Göttliche für eine fiktive Figur hältst

    Und weil man etwas für real halten möchte, ist es noch lange nicht real.

    musst das ja nicht für den Rest der Menschheit gelten.

    Ach, was. Erstaunlich. ich weiß, dass sich viele Menschen ihr Weltbild nicht um Fakten sondern um Wunschverstellungen herum aufbauen. S. o., da kann man wenig bis nichts dran machen.

    Dass die dahingehende Fraktionsgrenze aber zwischen mir und "dem Rest der Menschheit" verläuft, halte ich für etwas grob geschätzt.

    Das ist wohl jedem selbst überlassen.

    Aber sicher. Ich wäre nur vorsichtig mit dem, was ich so öffentlich verlautbaren lasse. Eine Kollegin erzählte mir mal folgendes:

    "Wenn die Menschen mit Gott sprechen, nennt man das ein Gebet. Wenn Gott mit den Menschen spricht, nennt man das eine Psychose."

    Etwas überspitzt, aber doch zutreffend. Etwas sachlicher könnte man formulieren, dass dieser Austausch mit einer fiktiven Figur von einer psychischen Derivation nicht zu unterscheiden ist.

    Insofern, ja, jeder selbst überlassen, wie sie sich äußert.

    Ich verstehe es so, dass der katholische Priester erst katholischer Priester ist, wenn er dazu ernannt oder geweiht wurde oder wie das heißt. Allein das Wechseln zum Katholizismus reicht offenbar nicht aus, um den "Priesterstatus" beizubehalten, den man sich als Protestant erworben hat.

    Die katholische Kirche kann ja intern die Begriffe verwenden, wie sie möchte. Sie kann auch völlig inhaltsleere Begriffe, wie "Weihe" verwenden.

    Damit hat sie aber noch lange nicht das Recht darüber zu bestimmen, was der Begriff "Priesterin" außerhalb ihrer Filterblase für eine Bedeutung hat. Schön im abgrenzten, exklusiven Club die Dinge für sich regeln und mit dem Kopf schön da bleiben. Und allen ist geholfen.

    Evangelischen Ehepartnern von Katholiken die Kommunion auszuteilen, wie es mittlerweile geschieht, halte ich tatsächlich für bedenklich.

    Ich find's zwar unhöflich seinen Gästen, nichts anzubieten, aber um eine trockene Oblate wollte ich auch kein Gewese machen. Um mal den beliebten Vergleich mit dem Sportverein heranzuziehen, ich kenne das so, dass die Partnerinnen, die mit zum Grillfest kommen, auch 'ne Wurscht kriegen, ohne dass sie jemand nach ihrem Mitgliedsstatus fragt.

    Letztendlich darf sich eine "Gemeinschaft" auf diesem Wege abschotten. Damit machen sie dann auch klar, dass sie vornehmlich intern agieren möchte und nichts für die Gesamtgesellschaft nichts zu sagen hat. Nur leider versteht sie das selbst nicht immr.

    wie würde sie dann jemandem entzogen, der als Priester durch OP zur Priesterin wird?

    Gar nicht. So wie ich das sehe ignorierte die Kirche die operative Geschlechtsanpassung genau so wie die Personenstandsänderung. So wie sie auch ignoriert, dass sich Ehepaare trennen oder jemand keine Katholikin mehr sein möchte. Die Realtität spielt keine Rolle.

    Sie behandelt die Priesterin als weiterhin als Mann und muss nichts weiter tun. Easy.

    Da musst du Jesus fragen, warum beim letzten Abendmahl keine Frauen dabei waren.

    Frag' irgendjemand. Aber nicht die, die tatsächlich diese Entscheidungen getroffen haben. Der Katholizismus hat denen, die die Verantwortung für ihre Entscheidungen nicht übernehmen wollen, einiges zu bieten. Dann muss man sich nichzt wundern, dass die Aufarbeitung von Fehlverhalten eher schleppend voran kommt.

    Die theologische und ontologische Begründungen stehen noch aus

    Außer Wortverdreherei ist da doch nichts zu erwarten. Ein Männerclub hat festgelegt, dass sie bestimmte Funktionen sich selbst vorbehalten. In jedem anderen Kontext flöge ihnen das in einer nicht komplett mittelaterlichen gesellschaft um die Ohren. Aber ein wenig Gefasel und man lässt der "Gemeinschaft der Gläubigen" derlei durchgehen.

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