Beiträge von O. Meier

    Nein, ist sie nicht wirklich. Das Göttliche ist eine Narrative umd die Lücke des Erklärbaren auszufüllen und hat dabei historische kulturelle und ideologische Funktionen.

    Und darauf beziehen sich Leute, die einen Amstseid mit religiöser Abschwächung leisten? Das ist doch eher die Außénsicht.

    Es gibt viele Dinge, die im Leben unterschiedlicher Menschen genau diese Funktion erfüllen. Unter anderem auch der Glaube daran, dass alles in der Welt durch naturwissenschaftliche Forschung (irgendwann) darstellbar sein wird. ALLEIN daraus können wir aber doch nicht folgern, dass naturwissenschaftliche Forschung per se begrenzt ist (oder gar: nicht existent).

    Und dieser "Glaube" kommt in welcher Verfassung vor?[1]

    Mir muss auch kein Isländer beweisen, dass es Trolle gibt

    Und die isländischen Beamten schwören ihren Amtseid auf die Trolle?

    Wir müssen hier mal etwas sortieren. Wegen meiner kann jeder glauben, was er will. Verhindern kann ich es eh nicht bzw. nur sehr bedingt darauf Einfluss nehmen. Da muss mir auch niemand etwas beweisen. Ich muss auch nicht beweisen, dass das unsichtbare Einhorn, das in meiner Garage sitzt, nachdem es vor 13 Sekunden[2] das Universum ausgeniest hat, rosa ist. Wozu auch, wen interessiert denn das?

    Allerdings ist es nun mal so, dass sich bei uns Götter in der Verfassungen und den Gesetzen 'rumtreiben. Nicht nur, weil die da mal jemand 'reingeschrieben hat, sondern auch, weil das immer noch Leute gut finden. Auch welche hier im Forum. Warum sollte man nicht erklären können, was man da im Gesetz stehen haben möchte?

    Und auch Forumsteilnehmer werden ihren Amtseid mit religiöser Abschwächung geleistet habe. Womöglich sogar mit der Inbrunst der Überzeugung.

    Und wenn man dann fragt, was das bedeuten soll, worauf man sich denn da bezieht, dann kommt nichts. Dann muss ein anderes Fach 'ran oder gar Theologen. Alles voll kompliziert. Aber davon daherreden kann man einfach so? Haben sich denn die, die solche Sätze sagen, gar keine Gedanken dazu gemacht, was sie damit meinen? Also vorher? Und warum können sie hinterher nicht mehr formulieren, worum's da geht. Was soll ich denn von so einem Eid halten? Welche rechtliche Bindung kann der denn noch entfalten?

    Aber ich soll mich intensiver mit der Sache beschäftigen? Ich bin naiv? Andersherum wird's ein Schuh. All das 'Rumgedruckse, warum man keine Antworten auf so grundsätzliche Fragen geben kann oder will, zeigt mir nur mehr die Substanzlosigkeit der Religionen. Das dürfen sie ruhig sein und mir muss niemand etwas beweisen, was sich in seinem Kopf abspielt. Aber wenn man gesellschaftlichen Einfluss begründen will, wenn etwas in die Gesetze und in die Schulen (und damit in die Köpfe junger Menschen, die uns anvertraut sind) will, dann muss es irgendwie erklärbar sein.

    [1] Und den beiläufigen Versuch Ähnlichkeiten zwischen Religionen und Naturwissenschaften herzustellen, ignoriere ich mal. Zumindest habe ich es versucht.

    [2] Allerdings hat es uns dabei mit all unseren Erinnerungen ausgeniest, ein pfiffiges Einhorn.

    Und wenn einige sagen: ja, das Weltbild ist mittelalterlich, aber du hast dich freiwillig beworben, sehe ich darin keinen Einsatz für das Mittelalter, sondern dafür, dass es christliche Schulen geben darf aber niemand gezwungen ist, sich deren Moralvorstellungen anzuschließen. Du unterstützt solche Vereinigungen, nicht die, die sagen dass es dein Bier ist, dort zu arbeiten.

    Nee, so einfach ist es nicht. Es gibt nur einen beschränkten markt für Schulen. Grob ggibt es für jede chridtliche Schule gibt es eine richtige Schule weniger. Wenn man einen Job haben möchte, wird die Auswahl vielleicht knapp. Genau so geht es Eltern, die die Wahl zwischen einer konfesionellen Schule ums Eck und einer richtigen Schule im Nachbarort haben.

    Soll ich es mir unnötig kompliziert machen? Kannst du mir erklären, was ein solcher Gott ist?

    Erstens ging deine Frage nicht an Buntflieger

    Wenn sie doch direkt auf ein Zitat Buntfliegers folgt, wer soll denn da in der zweiten Person Singuar angesprochen sein? Spiele Kontexte jetzt gar keine Rolle mehr?

    Aber darf ich dich so verstehen, dass du nicht erklären kannst, was du meinst, wenn du von einem Gott sprichst?

    du beherrscht trotz ausgiebiger Übung die Zitierfunktion hier im Forum noch nicht so

    Ahja, noch ein kleiner persönlicher Seitenhieb a la "Du bist zu doof." Wer's braucht. Wozu dienen solcherlei Eskalationen?

    Zweitens: Du hast es nicht kapiert

    Was?

    Klär mich doch mal auf, wie viele Götter das deiner Ansicht nach sind.

    (an mich gerichtet war "Klär mich auf" ... Aufklärung ... Bienen, Blümchen und so).

    Wo wir gerade beim Zitieren sind, wo sind diese Begriffe gefallen?

    Dann sach' doch einfach mal, wie viele Götter deiner Ansicht nach im alten und neuen Testament beschrieben sind.

    O.Meier (oder soll ich Oh Weia schreiben)?

    Ah, Name-Bashing, soweit unten sind wir schon? Glückwunsch. Naja, wer's braucht.

    Solltest Du den Unterschied zwischen "Der Gott des Alten und des Neuen Testaments unterscheiden sich" und "Der Gott des Alten und des Neuen Testaments unterscheiden sich in ihren Methoden" nicht erkennen?

    Klingt beides nach jeweils zwei Figuren, die da beschrieben werden. Klär mich doch mal auf, wie viele Götter das deiner Ansicht nach sind.

    Es geht bei der Formel nicht zwingend um Beistand, sondern auch um eine Selbstverpflichtung vor einer (für die Person die schwört) höheren Instanz.

    Dann fände ich die Formulierung nicht angemessen. Da könnte ich mit eine Floskel wie "Das schwöre ich auch vor Gott" schon eher vorstellen. Wenn auch die inhaltsleer ist, so lange man nicht zu klöären vermag, was denn dieser "Gott" nun sein soll.

    Ist einsichtig, warum das für eine gläubige Person (die an ein Leben nach dem Tod glaubt) eine höhere Bindungskraft erzielt, als ohne diese Bestärkung?

    Zunächst mal fragt man sich, wie eine höhere Bindungskraft in diesem Falle überhaupt aussehen soll. Darf man in jedem Fall davon ausgehen, dass der Schwörende sich das überlagt hat und vorhat und in der Lage ist, das Geschworene zu leisten? Ich mein, was schört man denn bei so einem Amtseid? Doch nur, dass man das, wozu man berufen wird, auch tut, und dass man sich an die Gesetze hält. Das ist doch selbstverständlich und bedarf eigentlich keiner Beteuerung. Welche Zweifel muss man in sich hegen, dass man eine noch eine "höhere Bindungskraft" benötigt, als einfach zu meinen, was man da sagt.

    Aber auch sonst erfordert eine "höhere Bindungskraft" durch eine "höhere Instanz", dass klar ist, was diese höhere Instanz sein soll, inwiefern sie der Sachverhalt etwas angeht oder sie Interesse daran hat und inwiefern sie überhaupt Einfluss auf das Einhalten des Eides hat.

    Im Wesentlichen kommt's mir immer noch wie ein leere Floskel vor. Der wesentliche Nutzen scheint mir zu sein, dass man sich darüber aufpissen kann, wenn jemand den religiösen Beistand nicht einfordert. Auch 'ne Form von Toleranz.

    Damit sucht der gläubige Mensch um Beistand bei seinem Gott

    Mein er also es ohne diesen "Beistand" nicht schaffen zu können?

    er möge also bei der Erfüllung der Pflichten Unterstützung leisten.

    Wie macht dieser Gott das?

    Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, ein Eid ohne religiöse Beteuerung sei mehr wert. Da kann man dem Schwörenden abnehmen, das er es so meint und auch schätzt, das hinzukriegen, was er da schwört. Ohne fiktive Einschränkungen.

    Auch wenn ich es jetzt nicht wirklich besser verstehe, warum man einen Eid um eine solche Floskel erweitern sollte, danke ich dir für die Erläuterung.

    Manche Leute verstehen den Unterschied zwischen säkular und laizistisch wirklich immer noch nicht.

    Es reicht doch, wenn einer es weiß.


    Preußen im 19. Jahrhundert war ein säkularer Staat, aber ganz sicher nicht laizistisch.

    Das finde ich totel relevant für diese Diskussion.

    Letztlich müssen wir wohl froh sein, dass wir nicht (mehr) auf die Bibel vereidigt werden.

    Welche Bedeutung soll denn ein Eid haben, der auf eine derartig wirre Geschichtensammlung geschworen wird? Wie ernst muss ich den als Schwörender nehmen? Da hätte ich so meine Schwierigkeiten.


    "so wahr mir Gott helfe."

    Auch 'ne Floskel, die ich nicht verstanden habe. Meint man den Eid nicht befolgen zu müssen, wenn "Gott" einem nicht hilft? Oder was soll das bedeuten. Wenn ich einen Eid schwöre bin ich mir sicher, den auch ohne fiktive Hilfe befolgen zu können. Das überlegt man sich doch vorher.

    Wir leben aber nicht in einem säkularen Staat.

    Ebend. Problem benannt. Wir hinken da etwas hinterher.

    GG: Präambel; Art. 140
    u. z.B. Landesverf. NRW: Präambel; Art. 12(3); 14

    Da ist natürlich auch viel Gewäsch bei. Wie soll denn jemand Verantwortung vor "Gott" übernehmen, der weder erklären kann, was das sein soll, noch dessen Existenz nachweisen kann. Auch die "christlichen" Kultur- und Bildungswerte sind eine hohle Floskel. Wenn man wissen will, was das ist, kriegt man von zwei "Christen" drei Antworten. Wäre das "Christentum" sich auch nur ansatzweise einig, was es sein will, bräuchte man keine Hunderte oder Tausende verschiedener Clubs.

    Und überhaupt, die Bevorzugung des "Christentums" ist eben nicht das, was in einem Staat die Glaubenfreiheit aufkommen lässt. Die gäbe es eben in einem säkularen Staat.


    Sobald eine Glaubensrichtung zu sehr dem rechtsstaatlichen Grundsätzen aktiv widerspricht, sehe ich das schon eher negativ.

    Aber ein Bisschen rechtswidrig darf's schon sein, halt nur nicht "zu sehr"? Wo ist denn da nun die Grenze?

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