Beiträge von O. Meier

    Sind die Sozialdemokraten neuerdings nicht mehr links?

    Neuerdings? Tucholsky schrieb bereits im letzten Jahrtausend:

    Zitat von Die Weltbühne, 19. Juli 1932, Nr. 29, Seite 98

    Es ist ein Unglück, daß die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie seit dem 1. August 1914 Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas –: vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen.

    Bei uns wird tatsächlich erwartet, dass man lang anberaumte Termine (Arzt etc.) verlegt, wenn 1 Woche vorher eine Sitzung/Sondertermin anberaumt wird.

    Derartige Formulierungen im Passiv können leicht etwas offen lassen. Wer erwartet etwas? Und warum kann man diejenige nicht benennen?

    Ich erlebe oft, dass man so formuliert, weil man eben niemanden benennen kann. Dann meint man eigentlich so etwas wie „Haben wir schon immer so gemacht.“ Es gibt außerhalb der Gewohnheit gar keinen Grund, so zu handeln. Kolleginnen erzählen gerne alles Mögliche, das „erwartet“ würde. Auf Nachfrage können sie gerade genau gar keine rechtliche Grundlage benennen. Das kann man alles getrost ignorieren.

    Manchmal sind es aber genau die, die etwas erwarten, die so formulieren, weil sie sich selbst nicht benennen möchten. Unehrlich.

    Was meinst du hier?

    Die TE fragte nach der „richtigen“ Einstellung. Ich gibt es womöglich gar nicht. Es gibt aber passende Einstellungen. Wir haben unterschiedliche Einstellungen an unseren Beruf. Uns sind unterschiedliche Ziele wichtig. Mir z. B. reicht es, wenn die Kohle stimmt und ich so weit wie möglich in Ruhe gelassen werde. Ich möchte weder die Schule noch die Welt retten. Ich habe mich auch damit abgefunden, dass die Umstände mir keinen vernünftigen Wirkungsgrad erlauben.

    Wer vielleicht noch etwas erreichen oder etwas verbessern will, muss sich überlegen, wie wichtig das ist und wie groß die zu schluckende Kröten sein dürfen. So muss jede ihre Grenze ziehen.

    Ein Problem wird’s, wenn man das nicht tut. Wenn die Kröten immer größer werden und man immer mehr auszuhalten versucht.

    Also einfach vor sich hin wurschteln und hoffen, dass es besser wird, wird kaum funktionieren. Man muss sich entscheiden, was man macht und wie.

    Ich verbringe viel Zeit auf der Arbeit und sie ist schon ein großer Teil meines Lebens.

    41 Std./Woche. Ich schlafe mehr.

    Ich wünsche mir durchaus Wertschätzung meines Chefs oder Chefin.

    Und wenn du sie nicht bekommst, bekommst du sie nicht. Es lohnt sich für mich nicht, ihr hinterherzurennen.

    In großen Einheiten kann die Schulleiterin gar keinen Überblick haben, was die Einzelne so treibt. Ehrliche Anerkennung ist kaum möglich.

    Ich bekomme im Verein jede Woche mehr Anerkennung als in meiner ganzen Dienstzeit. Ich weiß, dass das ernst gemeint ist.

    Für die Arbeit geben sie mir Geld. Das ist mir genug.

    Haha, du musst ein Formular mit Bitte um Beurlaubung abgeben , einreichen und warten, ob das gnädig genehmigt wird :-))

    Nein, muss ich nicht. Ich lasse mir nicht verbieten, zur Ärztin zu gehen. Dort gehe ich hin, weil ich ein gesundheitliches Problem habe. Entweder bin ich schon krank oder es ist vorbeugend. Ich glaube nicht, dass eine Schulleiterin die Verantwortung dafür übernehmen möchte, dass ich nicht behandelt werde. Insofern drücke ich ihr diese Verantwortung schon gar nicht auf. Das ist mein Teil der Fürsorge.

    Wenn’s der Schulleiterin leichter fällt, lasse ich mir auch gerne einen gelben Schein mitgeben.

    Hier im Forum zeigt sich bei einigen Lehrern (immer dieselben Personen) extreme Unzufriedenheit mit dem Beruf.

    Sehe ich nur in Einzelfällen. In den Threads geht es dann um Ausstiege.

    Ansonsten nehme ich Unzufriedenheit mit bestimmten Aspekten, Situationen und Entwicklungen war. In den Threads geht es dann darum, was man nun in der Situation macht. Ein Berufswechsel ist aber nicht angezeigt.

    würdet Ihr noch zu geselligen Abendessen gehen

    Was du beschreibst, klingt nicht gesellig.

    Ich war auch nicht auf der Weihnachtsfeier, vermutlich wurde ich deshalb zu Jahresbeginn "auserwählt".

    Ich kenne deine Schulleiterin nicht, ich stelle auch ungern Ferndiagnosen. Aber nach dem, was du schreibst, ist sie krank. Du wirst sie nicht therapieren. Kümmere dich um dich selbst.

    Du hattest lange einen tollen Job, der dich erfüllt. Jetzt nicht mehr. Schließe damit ab. Die letzten drei Jahre kriegst du ’rum. Mach’ was du machen musst. Und kümmere dich nicht um den Rest. Deine Chefin hat sich gegen engagierte Mitarbeiterinnen entschieden, tu ihr den Gefallen.

    Einteilung zu diversen Fahrten

    Das ist schön. An der Stelle kann man furchtbar gut nerven. Erste Maßnahme: klar machen, dass man bei den Kosten nicht in Vorleistung geht. Ein Spaß für die ganze Familie.

    So einen Fall gab es kürzlich. Ich war da, jemand anderes nicht. Daraufhin wurde dieser zum Chef zitiert. Es sei respektlos nicht zu erscheinen

    „Das sehe ich anders. Aber respektiere Ihre Sichtweise. Danke, dass Sie die mir einmal darlegen.“

    damit zeige man, dass man sich nicht mit der Schule identifiziere.

    „Gut beobachtet.“

    Aus Sicht des Chefs hat er eigentlich schon ein bisschen Recht. Dem Chef geht es da wahrscheinlich um die Außenwirkung. An meiner Schule war es sozusagen Pflicht, zu gewissen allgemeinen, wiederkehrenden Veranstaltungen für Eltern zu kommen, damit die Schule nach außen besser präsentiert wird.

    Dann möge die Schulleiterin das entsprechend anordnen, für die Erstattung der Fahrtkosten sorgen und erklären, wo die benötigte Dienstzeit herkommt, welche andere Tätigkeit dafür liegen bleibt.

    Diese halbgare ’Rumgeeier geht mir auffen Keks. Wenn eine Schulleiterin vorher keine klaren Ansagen macht, darf sie auch hinterher nicht ’rumheulen.

    Die innere Emigration geht doch gerade einher mit Frustration und Unzufriedenheit im Beruf.

    Frustriert? Nö, bin ich nicht. Könnte ich sein angesichts der Umstände. Aber ich versuche den Driss nicht persönlich zu nehmen. Aus Sicht des Systems finde ich als Person nicht statt. Also geht mich das alles auch nicht zu sehr an.

    Führt das nicht eher zu einer Retourkutsche der SL?

    Möglich. Ich möchte aber vor der Illusion warnen, Soziopathinnen durch willfähriges Verhalten befrieden zu können.

    Man muss sich darauf einstellen, dass es ein harter Kampf wird, wenn man sich auf das Angebot der Schulleiterin zum Streit einlässt. Man muss abwägen.

    Angesichts kurzer Restdienstzeit, kann die Betrachtung, ob es sich lohnt, nochmal anders ausfallen.

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