Beiträge von O. Meier

    Wenn das so ist, kannst du die betreffenden SuS nicht einfach in der darauffolgenden Woche abfragen? Es ist ja genug Zeit, die verpassten Inhalte nachzuholen.


    (Natürlich wäre das wieder zusätzliche Arbeit, was ja vermieden werden soll.)

    Aber doch harmlos im Vergleich zu schriftlichen Verfahren. Eine Wiederholungs- oder Übungseinheit zu Beginn der Stunde, ist doch ein passabler Anknüpfungspunkt, bevor's weiter geht, und ist nicht so aufwändig.

    Da ich gerade nicht alle APO-BK Anlagen auswendig kenne: Steht dort auch zu den Leistungsfeststellungen durch Prüfung der Passus "im Einvernehmen mit der Schulleitung"?

    So einen Passus habe ich noch nicht gelesen. Ich meine, zu den Feststellungsprüfungen ist überhaupt nichts geregelt.

    Gut wäre es, wenn die Leistungskriterien zu Beginn des Schuljahres bekannt sind. D. h. zusammen mit de Klausurterminen benennt man das Verfahren für Nachschreiberinnen (bei mir „sobald ich Sie das nächste mal treffe, schreiben Sie nach“) und eben auch der Hinweis, dass bei fehlenden Teilleistungen eine schriftliche oder mündliche Feststellngsprüfung (auch spontan) angesetzt werden kann. Da hören die lieben Kleinen dann gerne weg. Wenn's soweit ist, gibt es dann ganz unterschiedliche Reaktionen.

    hth

    Mir wurde gesagt, dass ich alle Sus, die mind. 4 Doppelstunde anwesend waren, bewerten muss.

    In der Wunderwelt des Passivs geht fast alles. Wer hat dir das gesagt? Auf welche Rechtsquelle hat sie sich dabei bezogen.

    Unsere ehemalige Schulleiterin hat auch imme so etwas gefaselt, um uns Stress zu machen. Die aktuelle hat bisher keine NB-Einträge in Notenlisten moniert.

    Aber wenn das der Stil an eurer Schule ist, dann mach das doch so. Alle kriegen eine Note. Die Fehlzeiten spielen keine Rolle, also auch nicht die unentschuldigten. Das erspart dir, im Klassenbuch nachsehen zu müssen. In einer Stunde, in der sie da war, hat sie sich gemeldet? ja, super, da kann man doch drauf aufbauen, da gibt's doch eine Vier.

    Da du offensichtlich auf keine Klausuren brauchst, um zu bewerten, hält sich der Aufwand in Grenzen. Wer nicht zur Nachschreibeklausur kommt, hat halt keine schriftlichen Noten.

    Das möchstest du nicht? Dann kommt Arbeit auf dich zu. Your call!

    In der Unterstufe konnte man die Minderjährigen noch mit Attestpflicht und Anrufe bei den Eltern einfangen. In der Oberstufe sind fast alle Volljährig (meine zwei 17 jährigen sind absolut problemlos) und entschuldigen sich, das bekommen die erstaunlich gut hin.

    Genau füe die Fälle braucht's 'ne Attestpflicht. Da ersetzt kann quasi die Ärztin die Eltern.

    Definiere „eigentliche Arbeit“.

    Für NRW vewiese ich dann auf das Schulgesetz:

    Ich bin nicht du und du bist nicht ich - so ist das eben. Menschen empfinden verschieden.

    Ich respektiere gerne, dass Du das anders siehst und nicht nachvollziehen kannst.

    Klingt total nach belastbaren Daten, die den Nutzen von Klassenfahrten belegen.

    Wir sollten unsere Arbeit zumindest auf eine sachliche Grundlage stellen. "Ich find's gut" ist vielleicht etwas düftig.

    Wäre es möglich, dass du dich mit dem Segelboot-Klau etwas verrannt hast? Jugendliche machen sehr wohl Blödsinn. Gelegentlich sind da auch Straftaten und Selbstgefährdungen bei. Da finde wir sicherlich alle Beispiele. Daraus leitete ich aber keine Notwendigkeit ab, so etwas zu tun, um später eine glückliche Erwachsene zu werden.

    Dass du so etwas gemacht hast, ist vielleicht noch nicht mal schlimm. Das du jetzt meinst, für müssen derlei heutzutage in der Schule befördern, zeugt nicht sonderlich von der Eignung für den Lehrerinnenberuf.

    Wie wär's, wenn wir uns mit Beispielen beschäftigen, wie wir den jungen Menschen, für die wir verantwortlich sind, mit gutem Gewissen Erlebnisse bereiten können.

    Ich muss aber den Nutzen von Klassenfahrten keinen Kollegen vom Berufskolleg (nur mal als Beispiel) erklären, der eh keine machen will.

    Nein. Musst du nicht. Wir müssen überhaupt nicht miteinander sprechen.

    Aber vielleicht machte die BK-Kollegin ja Klassenfahrten, wenn man sie überzeugte, dass der Nutzen den Aufwand rechtfertigt. Und der Aufwand entsprechend von der Dienstherrin getragen würde.

    Z.B. einfach eine langweilige Reise?

    Nicht jede Unterrichtsstunde gelingt. Und auch nicht jede Klassenfahrt wird der Brüller. Find ich jetzt nicht weiter schlimm. Man kann nicht alle glücklich machen oder um wertvolle Erfahrungen bereichern. Aber manche schon.

    Das klingt nicht danach, als wenn man sonderlich viel Mühe und Zeit in so etwas investieren sollte. Danke für die Ehrlichkeit.

    Weil die Sus im besten Fall von solchen Erfahrungen ein Leben lang profitieren.

    In welcher Form profitieren sie denn? Und woher wissen wir denn, dass sie es tatsächlich tun?

    Wenn Klassenfahrten so wichtig wären, sollten entsprechend professionell mit genügend Personal und entsprechenden Ressourcen durchgeführt werden.

    Ach, ja. Was ist denn in anderen Fällen als dem „besten“?

    PS: Auf die Idee, meine Schülerinnen ein Segelboot klauen zu lassen, bin ich noch nicht gekommen. Viertel wäre das Erlebnis noch intensiver gewesen, wenn eine von euch über Bord gefallen und ertrunken wäre — auch für die drei anderen.

    Probiert das doch beim nächsten mal.

    Es geht meiner Meinung nicht darum, als Lehrer mit meinen SuS ein Team zu bilden. Sondern dass die SuS abseits des vertrauten Alltags lernen, sich als Gemeinschaft erfahren.

    Das können sie aber auch ohne, dass ich 24 Stunden pro Tag im Dienst bin.

    Als Lehrer bin ich nicht Teil dieser Gemeinschaft, sondern der "Seminarleiter", die "Führungskraft", oder was auch immer hier der passende Begriff ist.

    Das mache ich gerne im Unterricht oder auch außerhalb. Tagsüber, zu regulären Arbeitszeiten.

    Wenn ich meine Gesundheit durch ein paar Tage Klassenfahrt mit limitiertem Schlafbudget ernstlich gefährdet sehen würde, würde ich mir Gedanken machen, was in meinem Leben falsch läuft.

    Ja, womöglich ist in meinem Leben etwas falsch gelaufen. Man nennt das eine Krankheit. Wenn man die hat, muss man sich um sich kümmern. Noch besser kümmert man sich vorher, um gesund zu bleiben. Dazu sollte man erkennen, welche Momente krank machen, zu einer Erkrankung beitragen, dem Heilungsprozess entgegenstehen oder schlicht nicht mehr gehen, wenn man gebissen.

    Man kann das abtun, weil man sich selbst nicht in der Gefahr sieht, betroffen zu sein. Das kann sich rächen. Das war mein Fehler auch.

    Meiner Meinung nach hätte ich meinen Beruf verfehlt, wenn ich nicht in einer Ausnahmesituation wie einer Klassenfahrt auch bereit wäre, meinen Anspruch auf formal geregelte Arbeitszeit hintenan zu stellen.

    Ich stelle nichts hinten, dass auch nur ansatzweise mit meinem Leben und meiner Gesundheit zu tun hat. Das wäre unprofessional. Ich hätte jeden Beruf verfehlt.

    In den NRW-Vorschriften finde ich weder etwas von Teambuilding auf Klassenfahrten noch davon, dass ich mit den Schülerinnen ein Team builden soll.

    Wäre letzteres aber gewünscht, wäre ich zusammen mit den Schülerinnen Teilnehmerin bei der entsprechenden Maßnahme und nicht gleichzeitig

    Anleiterinnen. So handhaben wir das auch auf Teambuilding-Maßnahmen an unserer Schule. Das sind häufig Tagesprogramme und alle sind rechtzeitig zu Hause.

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