Sorry, aber ein paar Leute, die hier schreiben, haben -glaube ich- noch nie Schwimmunterricht (in der Grundschule) gegeben. Die Ideen, die hier teilweise geschrieben werden, sind einfach nicht realistisch. Natürlich gibt es Lehrschwimmbecken mit 1,05 m tiefe. Es gibt Schwimmbäder mit Sitzbänken an den Seiten. Es mag auch irgendwo Schwimmbäder geben, wo man Quer schwimmen kann. Aber da fängt das schon an. In vielen Bädern ist auch öffentlicher Schwimmbetrieb. Da kann ich nicht einfach eine Querbahn abtrennen.
Wenn ich den Vergleich mit Antimon und der Chemie sehe, ist das was anderes. Der Dienstherr sagt, wir sollen den Kindern schwimmen beibringen. Das geht nicht ohne Risiko. Ich kann in der Chemie sicherlich sagen, dass Experiment X oder Chemikalie Y zu gefährlich ist. Da sollte es auch einen Konsens geben. Aber ich kann kein Schwimmunterricht ohne ein Restrisiko geben.
Wenn jedes Jahr 1 Mio Kinder auf die Art und Weise schwimmen lernen und alle 5 Jahre passiert etwas, würden die meisten von einem Unfall sprechen. Die Frage ist nicht, wie wir Unterricht ohne Risiko machen können. Alles was wir machen hat ein Restrisiko. Ein Kind kann die Treppe runtergeschubst werden und sich das Genick brechen. Muss dann an jeder Treppe eine Aufsicht stehen?
Und wenn ich diese Idee mit einer Person, die auf die Kinder auf der Bank aufpasst und eine Lehrkraft, die die Kindern beim Schwimmen aufsichtigt, aufgreife:
Wie viele (Nicht)schwimmer schwimmen dann auf einmal? 1? 2? 3?
Wir haben ein Jahr lang schwimmen. Das sind max. 40 Schulwochen. 90 min. Inklusive Anreise, inklusive umziehen. Dann fallen Stunden auf: schulorganisatorisch, Revision im Schwimmbad, kranke Lehrkraft, Klasse unterwegs etc. Am Ende habe ich 30 Termine mit vielleicht 45 min im Wasser. Wenn ich jetzt sogar 5 von 20 Kindern in Wasser schicke, hat jeder 8 min Wasserzeit. Da lernt doch keiner was. Dann müssen wir sagen, dass es keinen Schwimmunterricht gibt.
Und am besten auch keine Fahrradprüfung mehr. Passiert auch viel.
Und erst Sport.
Und Werken.