Beiträge von Tom123

    In Niedersachsen sollen auch immer die Interesse der Lehrkräfte berücksichtigt werden. Trotzdem haben wir auch die Aussage, dass die Sicherstellung des Unterrichtes Vorrang hat. Gerade heutzutage. Wir sind verlässliche Grundschule. Was ist, wenn plötzlich 3 Lehrkräfte erfahren, dass sie am Wochenende gemeinsam mit jemanden zusammensaßen, der positiv ist? Die Kollegen gehen natürlich sofort nach Hause. Aber das muss auch vertreten werden. Und dann braucht man schon einen verdammt guten Grund, um frei zu bekommen. Dort überwiegt in der Regel das dienstliche Interesse und der AG hat auch nichts anders machen können. Eine Freundin hatte das mal auf einer Klassenfahrt. Sie sollten am Mittwoch mit einer Kollegin wechseln. Die zweite begleitende Lehrkraft wurde aber auf der Fahrt krank und sie ist dann deswegen bis Freitag vor Ort geblieben.

    Um zum TE zurückzukommen. Auch dort ist es sicherlich so, dass man die Umstände betrachten muss. Hätte die Schule das schon frühzeitig wissen können? Ist die Umstellung zwingend kurzfristig möglich? Wenn Lehrkräfte kurzfristig ausfallen ist es rechtlich anders als wenn die lange geplante Stundenplanänderung eintritt. Hat die Schulleitung Alternativen, die weniger persönlich betroffen sind? Hat die Schule Alternativen, das Problem anders zu lösen. Stillarbeit für die Klasse? Juristisch wird das sicherlich auf ein Abwägen der Interessen hinauslaufen.

    Normal wäre es sicherlich einfach das Gespräch mit der Schulleitung zu suchen. Eine gute SL würde wahrscheinlich eine Lösung finden.

    Wenn so etwas ein Problem ist, ist es tatsächlich bei wichtigen Terminen zu empfehlen, diese der SL im Vorfeld mitzuteilen und darauf hinweisen, dass man dann nicht zur Verfügung stehen würde. Gleichzeitig mit der Frage, ob Bedenken vorliegen.

    Das Hauptproblem ist weder die Öffnung des Einzelhandels oder die offenen Schulen. Das Problem sind die Menschen. Wenn sich die Leute wieder stärker daran halten würden, Kontakte zu vermeiden, wäre es viel mehr gewonnen. Ich kenne so viele Leute, die sich zwar überwiegend an die Regeln halten, aber im privaten Bereich wieder voll dabei sind. Dann trifft man sich jeden Tag mit jemand anderes. Alles erlaubt. Aber ein Problem. Ich kann es ja auch verstehen. Die Luft ist raus.

    Die Frage wäre also, wie schafft man es, dass die Leute wieder stärker bereit sind mitzuziehen. Ein Zwangsbesuch auf der Corona-Station für alle Maskenmuffel?

    Ich glaube sinnvoll wären eher kurze harte Lockdowns als diese Dauerlockdowns ohne große Einschränkungen. 14 Tage Ausgangssperre, Alkoholverbot, Maskenpflicht überall, Schulen und Kindergärten komplett zu, Verbot touristischer Reisen, Flüge einstellen. Aber danach dann mit wenigen Regeln wieder ins normale Leben. Natürlich gehen keine Großveranstaltungen oder wahrscheinlich auch kein Restaurantbetrieb. Aber die Geschäfte mit Maskenpflicht in den Innenstädten öffnen, Schulen zu mindestens im Wechselmodell, etc..

    Bei uns merkte man ganz stark. Als die Schulen im Januar wieder im Wechselmodell aufgemacht haben, war es mit dem Lockdown in den Köpfen vorbei.

    Kann es sein, dass wir was anderes unter "zur Verfügung stehen" verstehen? Ich spreche von "Arbeitsbereitschaft", sprich ich sitze in der Schule und halte mich für etwaige Vertretungen im Lehrerzimmer bereit. In diesem Fall kann ich nicht meiner Freizeit nachgehen und bin am Arbeitsort. Diese Art von Arbeitsbereitschaft muss bezahlt werden. Deswegen hütet sich mein Dienstherr auch tunlichst, solche Präsenzzeiten irgendwo offiziell anzuweisen. Gibt es nicht, ganz bestimmt auch für Niedersachsen nicht.

    Gibt es, und ganz bestimmt auch in Niedersachsen. Dein Dienstherr kann für begrenzte Zeiten erwarten, dass du dich für den Dienst bereithältst. Ganz einfache Beispiel: Du hast Freitags die letzte Stunde frei. Also um 12:00 Uhr. Er kann dir aber sagen, dass du dich immer für Vertretungsunterricht am Freitag in der 5. Stunden bereithalten musst. Wenn dieser nicht anfällt, hast du Glück. Du hast dann dort aber nicht frei. Dein Dienstherr kann sogar verlangen, dass du dich in dieser Zeit in der Schule aufhältst und dort deinen Dienstgeschäften nachkommst. Erst wenn klar ist, dass kein Vertretungsunterricht anfällt, hast du ein Recht Freizeit zu haben. Nichts anderes macht dein Dienstherr auch beim Erstellen des Stundenplanes. Wichtig ist halt, dass dein Gesamtarbeitszeit dadurch nicht über die reguläre Arbeitszeit kommt. Du kannst nicht 10 Stunden Vertretungsbereitschaft haben, wenn du schon 28 Unterricht gibst. Der Dienstherr kann auch nicht erwarten, dass du als Teilzeitkraft 20 Zeitstunden arbeiten müsstest, aber diese komplett in der Schule verbringst. Und er kann nicht ohne berechtigtes Interesse erwarten, dass du in der Schule arbeitest.

    Das Abstandhalten ist allerdings auch an weiterführenden Schulen oft eher theoretischer Natur und ob Masken das Ganze komplett sicher gestalten, weiß man auch nicht so recht.

    Seit wir ebenso im Wechselunterricht wie die Grundschulen, finde ich eigentlich schon, dass wir auch priorisiert geimoft werden müssten. Zumal die Inzidenzen in den Altersgruppen der weiterführenden Schulen höher zu sein scheinen.

    An den weiterführenden Schulen liegt es aber eher an einem selber. Wenn ich darauf achte, kann ich zu mindestens im Unterricht Abstand halten. Zu mindestens deutlich mehr als an Grundschulen. In meiner vierten läuft es auch.

    Aber grundsätzlich sehe ich das mit dem Impfen genauso wie du. Niedersachsen fordert auch die SEK1 Lehrer zu impfen. Allerdings schaffen sie es ja noch nicht mal die Grundschullehrer und Erzieher zu impfen.

    Schmidt: Für ältere Leute, die jetzt kein spezielles Rehaprogramm haben, sondern einfach nur fit bleiben wollen, gibt es sicher auch außerhalb eines Fitnessstudios Möglichkeiten. Ich kann jetzt auch gar nicht sagen, ob es eine Minderheit oder doch sogar eine Mehrheit ist, die während des Lockdowns nicht auf entsprechende Angebote zurückgriff, aber die Beschwerden sind ja jetzt da und da kann man eher schlecht antworten: "Tja, Pech gehabt!", oder?

    Doch genau das kann man. Wer sich fit halten möchte, kann das auch ohne Probleme im Lockdown. Wer das nicht macht, Pech gehabt. Nennt sich Eigenverantwortung. Er hätte z.B. einfach jeden Tag eine Stunden spazieren gehen können.

    Und für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen den Sport brauchen, hatten die Physiotherapeuten und Ergotherapeuten die ganze Zeit auf. Jede Therapeut kann ihn auch genug Übungen für zu Hause mitgeben.

    Tom123: da gab es schon mehrere Urteile, z.B. vom EuGh oder auch hier: https://www.lto.de/recht/hintergr…ich-mehrarbeit/

    Ich bin mir sicher, dass dein Dienstherr aka Kultusministerium den Schulen niemals offiziell einen Bereitschaftsdienst angewiesen hat. Das läuft alles schulintern und die Kollegen machen es halt mit. Kann ja auch Sinn machen, wenn man sich schulintern auf gewisse Präsenzzeiten einigt, um so häufigen spontanen Vertretungen vorzubeugen. Aber so eine allgemeine Vereinbarung wie "alle stellen sich grundsätzlich vormittags in der Schule zur Verfügung" geht nicht und würde ich auch nicht mitmachen.

    Das Urteil passt nicht. Du hast keinen klassischen Bereitschaftsdienst. Und vor allen ist das auch keine Mehrarbeit. Du kannst dich zu Hause hinsetzen und korrigieren. Du kannst dich auch in die Schule setzen und arbeiten. Dein Arbeitgeber definiert innerhalb deiner normalen Arbeitszeit nur einen Rahmen, indem er die Stunden nutzen kann. Es geht auch nur um eine relativ begrenzte Anzahl von Stunden. Mit Vollzeit bist du in Niedersachsen sowieso fast alle Stunden in der Schule. In der Regel sind das 1-3 Wochenstunden, die du zusätzlich dich frei hältst. Wie machst du sonst einen Vertretungsplan? Wenn keiner will, muss auch keiner?

    Wir haben auch einen Konferenztag. Wenn keine Konferenz ist, hat man frei. Trotzdem soll/muss man sich den Nachmittag freihalten.

    Der Dienstherr hat hier ein berechtigtes dienstliches Interesse. Außerdem kannst du weiterhin über einen Teil deiner Arbeitszeit frei verfügen. Ich denke, dass du da vor Gericht ganz schlechte Karten hast. Was anderes wäre, wenn du dadurch eine Mehrarbeit leisten müsstest. Nehmen wir an, dass du Teilzeitkraft mit 50% bist und plötzlich alle Tage von 8:00 bis 13:00 Uhr frei halten sollst. Das ist sicherlich nicht akzeptabel. Wenn Du weniger Stunden hast, wird das sicherlich auf einen Tag befristen oder ggf. bestimmte Stunden rauslassen. Da müssen die Interesse dann abgewogen werden und die Teilzeit berücksichtigt werden.

    Tom123 : Es geht bei Berufsschülern natürlich nicht um Nähe zum Lehrer, ganz bestimmt nicht. Es geht neben unreflektierten Nachlässigkeiten um Provokation, um Raucherpausen vor dem Schulgelände (ohne Maske, dafür mit viel Nähe zeinander), um Undiszipliniertheit und Treffen in der Freizeit ohne Beachtung von Abstand und sonstigen Regeln. Es geht um enge Klassenräume, um Doppelaufsichten bei geteilten Klassen. Ich glaube, du kannst dir nicht vorstellen, was bei 16-20jährigen (und darüber) möglich ist.

    Es geht aber um den Schutz der Lehrkräfte. Die Schüler werden auch bei uns nicht geimpft. Letztlich kann ich als Berufsschullehrer Maske tragen und Abstand halten. Wenn die Schüler sich dann infizieren, ist es ihr Pech. Als Erzieher oder Lehrkraft in Klasse 1 und 2 geht das halt nicht. Da musst du ans Kind ran.

    Tom123: dass du dich immer bereit halten musst, ist nicht rechtens. Wir haben in unserem Job neben dem Unterricht und unseren sonstigen dienstlichen Aufgaben keine vorgeschriebene Präsenzpflicht an der Schule. Dies wäre eine "Arbeitsbereitschaft" und wenn der Dienstherr von dir verlangt, dass du dich in der Arbeit bereit hältst, wo du nicht deiner Freizeit nachgehen musst, dann muss er dir die Präsenz bezahlen bzw. die Zeit zählt zur Dienstzeit.

    Als Vollzeitkraft in Niedersachsen? Hast du dafür eine Rechtsquelle? Ich kenne das auch von anderen Schulen ähnlich. Während der regulären Unterrichtszeit musst du dich bereithalten. Ich kann in der Zeit ja auch meine sonstigen dienstlichen Aufgaben erledigen. Ich muss nur nach einer angemessenen Frist zum Unterricht bereit stehen.

    Naja, aber nicht unbedingt so kurzfristig.

    Bei uns ist das tatsächlich so, dass du als Vollzeitkraft dich vormittags dich bereit halten musst. Teilzeitkräfte entsprechend anteilig. Wer feste Termine oder Kinderbetreuung hat, kann das der Schulleitung melden und ist dann für die Zeiten außen vor. Freie Tage sind natürlich immer außen vor. Frist ist bei uns 24 h eingeplant sein. Wenn ich also am Montag um 12:00 Uhr sehe, dass ich Dienstag die 5. Stunde vertreten muss, kann ich mich nicht beschweren. Wir finden aber eigentlich immer Lösungen.

    Andererseits sind wir in Niedersachsen auch verlässlich. Wenn jemand ausfällt, muss halt auch jemand rein. Das kann oft nur jemand sein, der eigentlich frei hätte. Wir hatten tatsächlich mal eine Kollegin, die das verweigert hat. Deswegen haben wir das dann auf einer Personalversammlung so festgelegt. Aber wenn bei uns wirklich gute Gründe sind, haben wir auch immer eine andere Lösung gefunden.

    Ganz müde Theorie. Ein Freund von mir - Lehrer am Berufskolleg - berichtet von wesentlich geringerer Vorsicht/Einsicht/Aufsicht..., als ich es bei meiner Klientel erlebe und durchsetzen kann. Ich halte Lehrer*innen an bestimmten weiterführenden Schulen mindestens für ebenso ansteckungsgefährdet, wie uns Grundschullehrkräfte.

    Sorry, aber wenn da mache ich dann auch als Lehrer etwas falsch. Welcher Berufsschüler(in) hat denn ein Interesse an Nähe zum Lehrer? Wenn man den sagt, dass sie auf Abstand bleiben sollen, werden die wohl kaum kommen. Wir reden doch von fast erwachsenen Menschen.

    Ich habe eine erste und eine vierte Klasse. In der vierten ist das überhaupt kein Problem. Keiner kommt ohne Erlaubnis zu mir. Wenn sie kommen, setzen die Maske (fast richtig) auf.

    In der ersten Klasse vergessen sie schlicht, dass sie Abstand halten müssen. Kaum einer setzt die Maske richtig auf. Nach ein paar Minuten sitzt die Maske unter der Nase. Eigentlich muss man bei jedem Kind die Maske selber aufsetzen. Dann haben die Kinder einfach ein Bedürfnis nach Nähe. Auch in den Pausen usw..

    Dazu kommt, dass ich den vierten vieles auch auf Abstand erklären kann. Die können ihre Fragen formulieren und verstehen meine Erklärungen. In den ersten geht das in der Regel nicht. Da muss man nah sein. Da stört auch die Maske beim Unterricht. Die Kinder müssen viel stärker das Gesicht der Kinder sehen als die älteren.

    B.1525, die Kombinationsvariante der brasilianischen, südafrikanischen und britischen wächst in UK trotz Lockdowns und Stagnation anderer Varianten exponentiell. Die Supervariante ist jetzt da, gezüchtet durch den steigenden Selektionsdruck durch mehr geimpfte, gegen sie wirkenden die bisherigen Impfungen und natürliche Immunität kaum noch.

    Ich denke, dass das gerade das wirklich problematische ist. Ich kenne jemand der im letzten halben Jahr trotz Lockdown in Südafrika, Südamerika und Asien im Urlaub war. Alles nur kurz, weil es jetzt gerade so schön preiswert ist. Ich versteh nicht, warum man nicht Flüge aus/nach Südamerika, Südafrika etc. komplett verbieten kann. Einfach mal ein halbes Jahr dicht machen, für alle, die nicht aus der EU kommen. Wer dann trotzdem rein muss, kommt 14 Tage in Quarantäne. Aber bitte unter staatlicher Aufsicht.

    Andere Staaten haben es auch schon vor der Impfung in den Griff bekommen.

    Meinst du China? Letztlich wird kein Land wie Deutschland das Virus ohne Impfung dauerhaft in den Griff bekommen. Solange es weltweit so aktiv ist, wird es immer wieder Einträge geben. Das gilt auch für die Länder, die es jetzt im Griff haben. Vor allem haben wir überall offene Grenzen. Arbeitskräfte kommen aus dem Ausland. Wie sollen wir das Virus ohne Impfung in den Griff bekommen?

    Ich empfinde die Auswahl zwischen den politischen Parteien mit ihren verzwergten und austauschbaren politischen Zielen, ihrer Imitation des "Auf Sicht Fahrens", ihren ahnungslosen Selbstdarstellern, ihrer Mutlosigkeit und ihrem Mangel an jedweder Eigenständigkeit oder Reibungsfläche als genau das. Die sprichwörtliche Wahl zwischen Pest und Cholera.

    Wenn du mit der Politik nicht zufrieden bist, engagiere dich. Ich gehe mal davon aus, dass du nicht verbeamtet bist. Dann spricht doch gar nichts dagegen. Suche dir eine Partei aus, die deinen Wünschen entspricht und gestalte mit. Stelle dich zur Wahl. Dieses ganze Gemeckere nervt doch nur.

    Natürlich gibt es schwarze Schafe. Aber es gibt auch viele gute Leute. Mir gefallen Merkel, Lauterbach und Kretschmann. Aber auch unserer Ministerpräsident Weil ist eher ein guter.

    Aber dieses pauschale Meckern über alles finde ich echt anstrengend. Wie Donald Trump. Es gibt genug Unterschiede zwischen den Parteien. Wenn ich durch Schulen gehe, finde ich auch genug Vollidioten. Ich muss nur mal gucken, was hier so rumläuft. Dann gibt es genug Lehrer, die um 13:00 Uhr Schluss machen und jedes Jahr die gleiche Arbeit schreiben. Aber wenn die Eltern deswegen alle Lehrer für faul, dumm, ... halten, ist das auch nicht ok. Gleiches haben auch Politiker verdient. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mehrheit eine gute Arbeit leistet. Ob man damit einverstanden ist, ist eine andere Sache. Das ist halt das Problem in der Demokratie.

    Manchmal sitzt man einfach im Loch und ist gef.... Das ist leider der Zustand der deutschen Parteienlandschaft seit 20 Jahren. Pest oder Cholera - und jetzt eben noch Corona.

    Oh Gott. Das erinnert mich an die Querdenker-Diskussionen.

    In der Summe haben wir die Coronapandemie bisher im Vergleich zu den anderen westlichen Demokratien sehr gut gemeistert. Wir haben eine relativ alte Bevölkerung, haben aber verhältnismäßig wenig Corona-Tote. Das Gesundheitssystem war niemals so stark überlastet wie in anderen Ländern. Unsere "Lockdowns" waren bei weitem nicht so hart wie in den anderen Ländern. Unserer Wirtschaft geht es verhältnismäßig gut.

    Auch in Sachen Impfstoffen gibt es durchaus Fortschritte. Die USA und Großbritannien exportieren keine Impfstoffe. Das darf man nicht vergessen. Sicherlich kann man da vieles besser machen. Man kann sich auch fragen, ob es wirklich sinnvoll war, die EU mit einzubeziehen. Ein wenig Impfnationalismus hätte uns sicherlich geholfen. Andererseits wäre es für uns dauerhaft besser, wenn die Menschen in Deutschland besser dastehen als die Menschen in den armen EU-Ländern? Das wird Kluft noch weiter vergrößern.

    Was ich sagen möchte, es läuft vieles nicht gut. Aber Pest oder Cholora ist sicherlich übertrieben. Mir sind die meisten deutschen Partien deutlich lieber als die Republikaner oder die ganzen europäischen Rechten. Dagegen sind die Bekloppten von der AFD teilweise noch harmlos.

    Eigentlich ist das super. Bis auf das mit dem "Schulen zu". Die 23 von 29000 sind ja ein Dunkelfeld, das bei der Inzidenz 180 gar nicht mit erfasst ist. Geschätzt wird das üblicherweise auf Faktor 2 - 3. Wie man da behaupten kann, die Schulen seien überdurchschnittlich betroffen

    ... Nun, ist halt schwierig mit den Zahlen, ne?

    Was mich wundert ist, dass die Gesundsheitämter, das RKI aber auch die Inzidenzen sagen, dass die Zahlen gerade bei Kindern steigen. Trotzdem fallen die Selbsttest negativ aus. Das wundert doch sehr. Ich meine selbst, wenn es keine/kaum Infektionen an Schulen gibt findet man zwar keine Cluster aber trotzdem müsste man viele einzelne Fälle finden. Stattdessen sind die Testergebnis oft niedriger als sie durch die Inzidenzen (und Dunkelfeld) sein sollten.

    Ja und vor allem läuft man im Baumarkt allenfalls aneinander vorbei und die Decke ist 10 m hoch... Aber "Schulen sind wichtiger als Baumärkte", klingt aus kultusministeriellem Munde natürlich sehr medienwirksam.

    Vor allem sind die Eigentümer von Baumärkten sowohl bereit als auch in der Anlage Geld für ein Hygienekonzept zu investieren. In den Schulen gilt die Regel, dass es nichts kosten darf.

    Man könnte Schulen mit Geld durchaus deutlich sicherer machen.

    Man kann vor allem mit Geld viele Nachteile aus den aktuellen Schulschließungen in den nächsten Jahren wieder ausgleichen. Mehr Förderstunden, mehr Lehrerstunden, mehr DaZ, ...

    Aber all das will man nicht.

    Tom123: Wir haben ja gestern erörtert, und das sehe ich auch ein, dass es an den Kontakten scheitert, bei denen Abstände nicht möglich sind. Wir können aber auch das Land nicht ein Jahr lang im luftleeren Raum lassen und mit den langsamen Impfungen und den nicht vorhandenen Tests müssen dringend Konzepte her.

    Klar, aber es geht doch darum, dass auch die besten Maßnahmen zu negativen Effekten führen. Daher muss man immer überlegen, was die Alternativen sind. Einfach nur zu argumentieren, dass der Lockdown doof ist, hilft nichts. Man muss sich überlegen, ob es bessere Alternativen gibt. Wir haben zum Beispiel für die älteren Jahrgängen einen effektiven Onlineunterricht gehabt. Es wäre bei uns durchaus möglich gewesen, die unteren Jahrgänge in Präsenz und die oberen in Distanz zu beschulen. Oder die Frage nach den Sportvereinen. Klar ist es wichtig, dass Vereinssport stattfindet. Aber momentan ist bei uns im Vereinssport einiges erlaubt bzw. wird gemacht, was in der Schule verboten ist. Ist es wirklich sinnvoll, in der Schule Kohorten und Wechselunterricht zu machen, wenn sich die Kids nachmittags mit 15 Leuten in einem kleinen Raum sich umziehen?

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