Beiträge von Tom123

    Wieso sollte es schwierig sein? Das halten immer nur die Vollzeitkräfte für schwierig, weil sie ihre Vorteile nicht abgeben möchten.

    Wenn man konsequent Ausflüge, TdoT, Konferenzen, Elterngespräche, Klassenleitungsaufgaben, Aufsichten etc. prozentual anteilig vergeben würde, müssten die Vollzeitkräfte diese Aufgaben bis zu den 100% übernehmen. Oder eine Klasse macht weniger Ausflüge, das Sommerfest hat einen Stand weniger Aber da quengeln dann nicht nur Kollegen sondern auch Schulleitung und Eltern oft genug.

    Es ist nicht nur eine Frage des Wollens. Die Probleme sind systemimmanent. Wir arbeiten und mit Menschen und können die Arbeiten nicht einfach an eine andere Person übergeben. Die Verkäuferin macht ihre Kasse zu und die nächste macht einfach an gleicher Stelle weiter. Das geht im Unterricht nicht.

    Wenn Du Religion an der Sek 1 unterrichtest, kann man sicherlich einen guten Stundenplan basteln. Aber was ist, wenn Du Deutsch in der ersten Klasse unterrichtest? Unterrichtet dann Person A die Klasse Montags und Dienstags, Person B übernimmt Mittwoch und Donnerstags den Unterricht und Freitag kommt Person C?

    Wir haben an den Grundschulen einen immensen Teilzeitkräfteanteil. Vielleicht sind 20% Vollzeitkräfte. Wie soll es mit Konferenzen, Ordnungsmaßnahmen, Elterngesprächen, Expertengesprächen funktionieren? Irgendjemand hat immer seinen freien Tag. Dann kannst Du auch Kollegen nicht einfach ersetzen, weil alle nur Teilzeit arbeiten wollen.

    Sicherlich muss nicht jede Klasse das gleiche Programm haben. Aber irgendwann werden Eltern und Schüler auch meckern. Und grundsätzlich sollte es doch zu mindestens auch ähnlich sein. Wenn Klasse 3a nur Montags und Dienstags Ausflüge machen kann, weil sonst Frau Müller ihren freie Tage hat, ist das ein Problem. Und wenn wir 80% Teilzeitquote haben, kann man sie auch nicht ersetzen.

    Überregionale Veranstaltungen können kaum einzelne Lehrkräfte berücksichtigen. Für bestimmte Fortbildungen muss ich einfach an bestimmten Zeiten präsent sein.

    Es gibt einfach unteilbare Aufgaben. Nicht aus Sicht des Arbeitsrechtes sondern aus der Realität heraus. Wenn ich in der Grundschule ein extrem auffälliges Kind habe, ist es vielleicht nur die Klassenlehrkraft, die es wieder einfangen kann. Wenn sich eine Schülerin gerade ihre Lehrkraft anvertraut hat, kann nicht am nächsten Tag Kollege XY kommen und dort weitermachen. Wenn ich Kinder zielgerichtet fördern will, kann man das oft nur schwierig aufteilen.

    Alles hängt auch wieder von den Fächern ab. Die Sportlehrkraft wird es eher umsetzen können als jemand der Hauptfächer unterrichtet. Wenn dann Elternsprechtag ist, will mich jedes Elternteil ausführlich sprechen. Dann kann ich nicht sagen, ich habe aber Teilzeit.

    Letztlich ist es auch bei Vollzeitkräften nicht anders. Keiner von uns kann sagen, das sind meine 40 Stunden und nur innerhalb dieses Zeitraumes stehe ich zur Verfügung. Wie oft ist man abends in der Schule. Wenn ich sagen würde, dass ich täglich von 8 - 17 Uhr zur Verfügung stehe und außerhalb dieser Zeit nicht, klappt es auch nicht. Schule muss auch mal spontan reagieren. Wenn etwas schlimmes passiert, muss man kurzfristig einen gemeinsam Termin vereinbaren.

    Auch ein Notarzt, ein Polizist oder was auch immer, muss damit rechnen. Dafür sind die meisten Lehrkräfte auch verbeamtet.

    Letztlich kann man gemeinsam vieles erreichen und gute Kompromisse finden. Aber als Teilzeitlehrkraft muss man auch wissen, dass Teilzeit in unserem Bereich nur schwierig umzusetzen ist und sich oft nicht so lohnt.

    Schule und Teilzeit ist per se schwierig umsetzbar. Also könnte man sagen, dass für Vollzeitkräfte der Lehrerberuf durchaus familienfreundlich ist. Aber für Teilzeit der Lehrerberuf grundsätzlich Nachteile bietet. Das gilt ja nicht nur für Eltern.

    Finde das auch eine sehr arbeitgeberseitige Teilzeitregelung. Bei uns hast Du einen freien Tag fest. Bei wenigen Stunden kommt sogar noch ein zweiter hinzu. Wenn ich mit 9 Stunden an 5 Tagen kommen soll, würde ich das absolut unangemessen finden. Ist aber wahrscheinlich auch noch der Unterschied zwischen den Schulformen.

    Was nützt der freie Tag, wenn du an den anderen Tagen über die Kita Zeiten hinaus arbeiten musst?

    In NRW kann man nur 25 / 35 oder 45 Stunden buchen bzw. bekommt den Platz. Man ist dann gezwungen das Kind jeden Tag für genau die gebuchte Zeit zu bringen, sonst verfällt der Platz. Man kann also nicht 45 Stunden buchen, das Kind aber schon um 15 Uhr abholen. Dumm nur, wenn man nur 35 Stunden hat und dann Konferenz / Elternsprechtag/Schilf / etc... ist.

    Das mag an deiner Kita so sein. Dann liegt das doch eher an der Kita, oder?

    Ich war verwundert, dass man in Baden-Würtemberg anscheinend keinen Anspruch auf einen freien Tag hat. Aus meiner Sicht widerspricht das den Vorgaben zur Teilzeit. Daher hätte ich gerne gewusst, ob das in Baden-Würtemberg so Vorgabe ist.

    Ein Punkt: für mein 35% Debutat musste ich einen Vollzeit Kitaplatz vorweisen (den ich für mein U3 Kind natürlich NICHT bekomen hatte in Ba-Wü), damit der Stundenplan realisierbar war.

    Gibt es bei euch keinen festen Anspruch auf einen freien Tag? Bei uns hat ab rund 1/3 Reduzierung einen fixen Anspruch auf einen freien Arbeitstag. Leute mit 9 Stunden sind bei uns i.R. 2 Tage in der Schule. Notfalls mal 3. Mehr eigentlich nur, wenn die Person es wünscht.

    Früher gab es das Problem, als Beamtin kaum Krankentage für die Kinder zu haben, ein großes Problem, wenn man alleinerziehend ist und die Großeltern aufgrund von Krankheit nicht einspringen können. Geld für eine "Nanny" war nicht vorhanden. Damals waren es pro Kind 5! Krankheitstage im Jahr. Ich habe zudem wichtige Ereignisse im Leben meiner Kinder verpasst, weil ich keinen Sonderurlaub erhielt. Und selbst banale Dinge, wie z.B. die Verabschiedung am Bus vor der Klassenfahrt waren nicht möglich. Manche Schulleitungen sind kulant, ich hatte da weniger Glück.

    Sorry, aber da würde ich gerne mal nachfragen. Einfach aus Verständnis. Du schreibst, dass kein Geld für die Nanny vorhanden war. Aber in welchen anderen Beruf verdienst Du denn annähernd so gut zu Berufsstart wie als Lehrkraft? Und in welchem dieser Berufe hast Du mehr Kinderkranktage oder bist mit deiner Arbeitszeit flexibler?

    Klar gibt es Ausnahmen, wo man im Homeoffice arbeitet und seine Zeit flexibel einteilen kann. Aber das sind doch die Ausnahmen. Und bei unseren Gehalt wird in der freien Wirtschaft auch einiges an "Extraarbeit" verlangt.

    Ich persönlich verstehe es, wenn jemand sagt, dass die Person eher zu Hause geblieben wäre und nur der Partner arbeitet. Aber mit Job und einem ähnlichen Gehaltsniveau sehe ich nur wenige bessere Alternativen. Als Arzt, Anwalt, Ingenieur, was auch immer, hast Du doch deutlich mehr Stress und zeitliche Belastungen.

    Aber wie gesagt: genau DESWEGEN habe ich eben geschrieben, dass man es nicht verallgemeinerbar ist, weil es von der Schulform, ihrer Art (Ganztag oder nicht) und der einzelnen Schule abhängt. und deswegen nicht pauschalisierbar ist.
    Also: Ja, es kann super gut laufen, aber kein Mensch sollte Lehramt in dem Glaube studieren, nachmittags die Kids von der Kita abzuholen und zwei Tage die Woche zuhause zu sein. Die Zeiten sind für die allgemeinbildenden weiterführenden Schulen vorbei, dass die Mehrheit nur "im Halbtag" ist.

    Man kann es nicht verallgemeinern, aber man halt tendenziell die Ferien frei. Man hat tendenziell seine Arbeit eher vormittags als nachmittags.
    Man kann tendenziell 25-50% der Arbeitszeit im Home-Office erledigen.
    Das ist schon deutlich mehr als die meisten anderen Berufe bieten.

    Genau das. Eben weil es von Familienform und Umständen abhängt.

    Klar, als Mutter mit einem Partner wäre das für mich auch familienfreundlich, wenn ich die Kinder 3 Mal die Woche zu Oma abschieben kann und sie dem Vater mitgebe, der nicht Lehrer ist und mit ihnen ins Spaßbad fährt, während ich in Ruhe korrigieren kann.

    Die Frage ist doch, wie familienfreundlich der Lehrerberuf ist. Und das ist er erstmal.

    Dass es in deiner konkreten Situation nicht passt, ist davon doch losgelöst. Sicherlich hättest Du in deiner konkreten Situation auch in anderen Vollzeitberufen Probleme.

    Alternative ist: der/die Kolleg*in besteht darauf, nur von der 2./3. bis zum 6. Stunde zu unterrichten.
    Was ja nicht geht.

    Aber auch hier muss man wieder vergleichen, was in anderen Berufen möglich ist. Da musst Du deine Stunden plus Fahrtzeiten auch unterbekommen. Dazu ist auch noch eine Frage mit welchen Berufen ich das vergleiche. Wenn ich in der freien Wirtschaft einen Beruf ergreife bei dem ich mit 4k netto nach Hause gehen will, sind die Erwartungen auch ungleich höher. Da gehört in der Regel mehr Einsatz dazu. Ich denke da an Ärzte, Juristen, ... Oder Menschen arbeiten auch im Ausland, auf Montage, etc.. Mit einem normalen Bürojob komme ich auf jeden Fall nicht auf 4k. Und auch die erwähnte Sozialpädagogen gehen eher mit der Hälfte nach Hause. Das relativ wird dann auch die Kosten für die Kinderbetreuung.

    Ja und du willst nicht wissen auf was für Zeiten ich kam. Ich bin im Monat auf Zahlen gekommen, die ich hier gar nicht niederschreiben möchte, um keinen shit storm zu provozieren.

    Dann bist vielleicht einfach im falschen Job. Natürlich ist das Ref. hart. Aber du solltest den Job in einem einigermaßen akzeptablen Zeitraum hinbekommen. Wenn das nicht der Fall ist, findest Du hier im Forum einige Tipps. Wenn Du es nicht hinbekommst, bist Du im Lehrerberuf falsch. Wobei es bei dir vielleicht auch einfach daran liegt, dass Du so oft ausfällst. Ein Nachteil am Lehrerberuf ist tatsächlich, dass bestimmte Arbeiten dann liegen bleiben und später nachgeholt werden. Wenn ich als Verkäuferin eine Woche krank bin, kann ich so wieder einsteigen. Als Lehrkraft muss ich doch noch die eine oder andere Sache nachholen. Andererseits wenn ich als Verkäuferin so oft fehle, wird mein Arbeitgeber auch schnell einen Weg finden mich loszuwerden. Die Gefahr besteht als Lehrkraft deutlich weniger.

    Letztlich muss man das mal mit einem normalen Job vergleichen. Mein Vater waren auch von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr bei einem Vollzeitjob unterwegs. 1 h Mittagspause dazwischen, morgens noch 20 min Frühstückspause, Anfahrt- und Abfahrt zur Arbeit. Manchmal ist er auch erst um 17:30 Uhr wiedergekommen. Das mit Kindern als Alleinerziehende hinzubekommen ist deutlich schwierig.

    Dazu auch nur 30 Tage Urlaub. Wenn ich in den Sommerferien die erste und letzte Woche für Vor- und Nachbereitungen einplane, habe ich dazwischen 4 Wochen komplett frei. Das sind dann 28 Tage Urlaub. In den anderen Ferien arbeite ich auch nicht jede Woche 40 Stunden durch. Klar, sitzt man mal und korrgiert was, bereitet was vor, hat eine Fortbildung usw.. Aber das lässt sich alles super planen.

    Unsere Sozialarbeiterin kann sicherlich einfacher als wir Lehrkräfte mal von Zuhause arbeiten. Aber sie hat auch etliche Termine am Nachmittag. Gespräche mit Eltern, mit Ämtern, mit Hilfestellen, etc. Dazu arbeiten sie bei uns auch die regulären 40 h mit 30 Tagen Urlaub. Also keine Ferien frei etc..

    Die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf ist wahrscheinlich im Schulbereich am größten. Alleine die Ferien sicher frei zu haben, ist für viele Eltern Gold wert. Dazu kann Schule oft noch recht flexibel auf Betreuungsbedarf reagieren. Ich habe die Nachmittage oft frei und kann meine Arbeit flexibel einteilen. Da gibt es nicht viele Berufe, die solchen Vorteile und ähnlichen Verdienst bieten.

    Allerdings zeigt die Diskussion im anderen Thread auch mal wieder deutlich, dass es auch Grenzen gibt. Der Dienstherr zieht sie auch mit der Grenze der Kinderkrank-Tagen. Ich denke bei üblichen Familienverhältnissen lässt sich Schule und eigene Kinder gut unter einem Hut bringen. Zu mindestens deutlich einfacher als in vergleichbaren Berufen.

    Das Problem ist doch, dass bei dir drei Dinge zusammen kommen. Du bist alleinerziehend. Du hast kein ausreichendes Helfernetzwerk. Ihr seid beide gesundheitlich angeschlagen. Natürlich schafft man das Ref auch als alleinerziehende Person. Es ist aber halt schwieriger. Wenn dann noch weitere Belastungen hinzu kommen, wird es schnell zu einem Problem.

    Im Freundeskreis haben die meisten "ihre" Betreuungspersonen aus dem Freunde oder Bekanntenkreis gefunden. Die Nachbarin, die Bekannte von früher, das Kind von XY. Aber auch da hast du das Handicap, dass Du halt die neue im Ort bist. Da hat man dann natürlich noch nicht so viele Kontakte und Optionen. Das ist das, was ich im ersten Satz meinte. Bei dir kommen ganz viele Probleme zusammen.

    Das heißt aber nicht, dass es aussichtslos ist. Informiere dich über deine Optionen bezüglich Abbruch oder Schulwechsel und versuche deine private Situation zu verbessern.

    Bei Krankmeldung musst Du gar nichts machen. Es ist auch ein Unterschied, ob ich einfach einen Infekt oder sonst etwas habe oder ob die Situation in der Schule etwas mit der Krankmeldung zu tun hat. Daher würde ich da auch ganz klar schreiben, dass Du auf ärztlichen Rat keine schulischen Aufgaben erledigen kannst.

    Ich glaube, dass dir einfach klar sein muss, dass deine Situation auch unabhängig vom Mobbing schwierig ist. Daher hast Du wahrscheinlich auch den Eindruck, dass keiner auf deiner Seite ist. Natürlich kannst Du nur begrenzt etwas für deine Lebenssituation und musst da nun Lösungen finden. Aber die Schule und das Seminar können nun mal auch nichts dafür. Du befindest dich in einer sehr schwierigen und herausfordernden Arbeitssituation. Das ging den meisten von uns so. Und selbst an einer optimalen Schule wäre es ein Problem, wenn du zu oft fehlen würdest. Also musst Du dort Lösungen finden. Wenn es so ist, dass dein Kind dich momentan viel braucht und Du keine andere Lösungen hast, dann passt es mit der Ausbildung einfach nicht.

    Am Ende musst Du dich erkundigen, was in deinem Bundesland möglich ist. Ich glaube, dass es eher schwierig wird einfach die Schule zu wechseln. Aber letztlich wird dir hier keiner genau sagen können, was deine Optionen sind. Frage ggf. den Bezirkspersonalrat. Aber sei dir auch bewusst, dass Du an deiner Situation was ändern musst.

    Das sollte die letzte Wahl sein und man muss sich vorab erkundigen, wie es mit einer 2. Chance in diesem/ einem anderen BL aussieht. Da gibt es unterschiedliche Bestimmungen je nach Bundesland, die auch häufiger wechseln können.

    Warum? Erkunden ist natürlich klar. Aber bei uns in Niedersachsen kann/konnte das Ref bisher abgebrochen werden und das zählte dann ggf. als erster Fehlversuch. Dann hatte man noch ganz normal eine Chance.

    Wie soll denn die Gastfreundin wieder auf einen grünen Ast kommen? Eigene Gesundheit angeschlagen, Kind oft krank ohne Betreuung, Stress mit beiden Mentorin, keine Unterstützung durch Personalrat, keine Unterstützung durch das Seminar. Unabhängig davon, ob sie oder die Schule das Problem ist, da kommt man doch kaum raus.

    Ganz ehrlich?

    Je länger man hier liest, sehe ich nur eine sinnvolle Option:

    Du brichst ab, kümmerst dich um deine persönliche Situation und machst dann einen neuen Anlauf an einem anderen Seminar und einer anderen Schule. Aus meiner Sicht bist Du dort auch verbrannt.

    Es geht auch nicht nur um das Mobbing. Du hast auch das Problem der Kinderbetreuung und der hohen Fehlzeiten. Dazu bist du selbst einfach angeschlagen. Die Probleme musst Du lösen, bevor du erfolgreich das Ref machen kannst. Eventuell kann man auch ein halbes Jahr erstmal was anderes machen und dann das Ref neu starten. Ggf. das Bundesland wechseln.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du vor Ort was erreichst. Selbst wenn Du die Schule wechselst, behältst Du dein Seminar. Die neue Schule wird auch schnell wissen, was vorgefallen ist. Eine Anwärterin, die die Schule wechselt ist nicht normal. Da gehen bei jedem die Alarmglocken. Wenn Du Glück hast, gibt die neue Schule dir eine faire Chance. Aber auch dann hast du ein Problem mit den hohen Fehlzeiten. Losgelöst von der Verbeamtung möchte keine Schule eine Kollegin einstellen, die zu oft abwesend ist.

    Daher wäre meine Idee (wenn möglich) abbrechen, private Probleme lösen, gesund werden, neuer Anlauf.

    Genau, krank ist krank. Da musst du rechtlich gar nichts machen. Alles was du machst, ist Nettigkeit.

    Bezirkspersonalrat kannst Du normalerweise immer ansprechen. Im schlimmsten Fall wird er sagen, dass er dir nicht helfen kann.

    Gewerkschaften sind natürlich primär für ihre Mitglieder da. Aber trotzdem kann man es versuchen und ggf. erstmal Mitglied werden.

    Das Betreuungsproblem sehe ich wie Bolzbold. Letztlich ist für jede Schule unglücklich, wenn jemand viel fehlt.

    Vielleicht ist auch ein Umzug für dich eine Option. Ich kenne jemanden, der das Ref. abgebrochen hat und zurück in die Heimat gezogen ist. Nach einem Jahr hat die Person dann dort erfolgreich ihr Ref. gemacht. Das ist natürlich aus der Entfernung alles schlecht zu sagen. Da müsstest Du letztlich überlegen, wie deine Situation ist.

    Bei mir hat das Krankenhaus direkt mit der PKV abgerechnet. Beihilfe musste ich selbst klären. Zahlungsziel das KKH war aber 3 Wochen und die Beihilfe hatte ich in einer Woche. Ich habe es ausgelegt, es hätte aber gereicht.

    Grundsätzlich bist du in der Pflicht, dass zu klären. Wie bereits geschrieben, ist die Beihilfe aber in der Regel so schnell, dass man das schafft. Problem ist eher, wenn viele kleine Rechnungen kommen. Labore, Medikamente, Privatärztliche Sachen. Die werden bei uns in der Regel nicht priorisiert bearbeitet und da habe ich durchaus schon mal größere Beträge ausgelegt. Als Faustregel sage ich immer, dass man 2 Nettolöhne als Reserve auf dem Tagesgeld oder so haben sollte. Da habe ich dann mal was runtergenommen. Wahrscheinlich hätte es aber auch ohne gereicht, wenn ich mich dahinter geklemmt habe. Ist aber auch eine Frage der zusätzlichen Arbeit.

    Eine Frage wäre, an welchem Bundesland du bist. Wir hatten in Nds. zu meiner Zeit neben dem Personalrat an der Schule auch eine Ansprechpartner über das Seminar. Wir konnten uns also auch dort Hilfe holen.

    Grundsätzlich ist es natürlich für dich eine blöde Situation. Deine Krankheit hat negative Auswirkungen auf deine Ausbildung. Die negativen Auswirkungen auf deine Ausbildung sind schlecht für deinen Gesundheitszustand. Das Ref. ist eine schwierige Zeit und wenn man viel krank ist, ist das noch schwieriger. Vielleicht macht es Sinn eine Auszeit zu nehmen und dann einen neuen Anlauf zu wagen.

    Ansonsten würde ich dir nur raten den Weg über das Seminar zu nehmen. Ich befürchte, dass Du in der Schule nur schwierig auf einen grünen Zweig kommst. Selbst wenn das Problem ausschließlich bei der betreuenden Lehrkraft liegen würde, hättest Du es schwer wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Ich würde der Schule klar machen, dass ich krankgeschrieben bin und daher momentan nicht dienstfähig bin. Letztlich ist das Tischtuch sowieso zerschnitten und Du giltst als "andauernd krank". Dann hilft es auch nicht mehr viel deine Gesundheit zu gefährden, indem Du während der Krankheit dich dem Stress aussetzt. Krank ist Krank. Aus meiner Sicht muss deine Priorität auf deiner Gesundheit liegen. Du solltest versuchen wieder fit zu werden, um dann volle Kraft für das Ref. zu haben. Ggf. mit einem Neustart an einer anderen Schule.
    Vielleicht kannst Du auch bezogen auf dein Kind Unterstützung bekommen. Das ist am Ende eine begrenzte Zeit. Vielleicht gibt es Paten, Freunde, Verwandte oder einen bezahlen Babysitter, die dich ggf. unterstützen können. Es macht durchaus Sinn in dieser Zeit notfalls Geld für jemanden zu investieren, um dir die Freiräume für deine Ausbildung zu schaffen. Wenn Du zu lange krank bist, könntest Du auch Probleme mit der Verbeamtung bekommen. Daher Priorität wieder fit zu werden.

    Wenn Du uns dein Bundesland nennst, kann vielleicht jemand auch noch spezifischer helfen. Dir erstmal alles Gute und vor allem Gesundheit.

    P.S. Auch wenn es am Seminar keinen Ansprechpartner gibt, ist der Weg zum Bezirkspersonalrat immer möglich. Ebenso kannst Du ggf. auch über die Gewerkschaften Hilfe finden. Wenn Du eine Schwerbehinderung hast, gibt es auch dazu noch extra Ansprechpartner.

    Das haben Eltern neurodivergenten Kindern genauso. Unser Kind hat nicht mal einen festgestellten Förderbedarf, trotzdem haben wir schon sehr sehr viel Kontakt zu Ämtern, Ärzten und Therapeuten gehabt.

    Klar, ich spreche auch nur von der Tendenz und nicht von Einzelfällen. Probleme im Bereich Lernen und teilwesie auch im Bereich ESE tauchen halt oft erst in der Schule dazu auf. Dazu stammen die Kinder auch oft aus bildungsfernen Schichten während sich KME gefühlt über alle Gesellschaftsschichten verteilen. Aber das ist natürlich nur meine persönliche Wahrnehmung.

    Wir hatten schon einige Kinder mit Autismus. Die beste Hilfe haben nicht die Kinder mit den größten Bedarf bekommen sondern die Kinder mit den aktivsten Eltern. In einem Fall war der Autismus nur gering ausgeprägt. Die Eltern waren aber in der Selbsthilfegruppe, sind 300 km zum Facharzt gefahren um das passende Attest zu besorgen und waren dann mit Anwalt beim Jugendamt. Der wurde bestens versorgt. Bei anderen Fällen gibt es gar keine Hilfe, weil die Eltern schon am Antrag scheitern.

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