Ei machen die Einschulunguntersuchungen und da kann anscheinend jedes Amt sich selbst aufstellen. Deins ist also nicht wie meines. Weiter Untersuchungen kenne ich nur bei Schulpflichtsverletzungen…
Die Arbeitsgrundlage der Gesundheitsämter sind die Gesetze auf Landesebene. Grundsätzlich regeln sie auch die Schuleingangsuntersuchungen. Wenn aber nun mal kein Personal da ist, ist es keines da. Dann sind Gesundheitsämter Ansprechpartner der Schulen bei medizinischen Fragen. Beispielsweise bei den ersten Coronafällen, haben wir diese an das örtliche GA gemeldet und dieses hat die Maßnahmen festgelegt.
Auch bei anderen medizinischen Fragen ist es Ansprechpartner der Schulen in Niedersachsen. Teilweise hast du auch Meldepflichten. Bestimmte Krankheiten müssen an das örtliche Gesundheitsamt gemeldet werden.
Ich habe im anderen Thread geschrieben, dass wir ein Kind mit einer extremen Erdnussallergie gehabt haben. Da hat das örtliche Gesundheitsamt Vorschläge zur Umsetzung gemacht.
Grundsätzlich kannst Du auch das GA kontaktieren, wenn es darum geht, wie ein Injektor zu benutzen ist. Da ist aber meist der behandelnde Arzt der bessere Ansprechpartner. Aber offiziell ist es für uns da.
Problem ist nur, dass die so einen Personalmangel haben, dass sie bei uns noch nicht mal für alle Kinder die Schuleingangsuntersuchung schaffen.
Beim Förderverfahren ist das GA auch nicht dabei. Es gibt auch keinen Grund. Es ist für Infektionsschutz und für medizinischen Fragen da. Beim Förderverfahren liegen in der Regel Diagnosen etc. der behandelten Fachärzte vor.
Die ja aber allein für die Grundversorgung an der Schule sind. 2 Stunden pro Woche für alle Kinder mit irgendwelchen Auffälligkeiten, Prävention, Überprüfungen, Förderung, Elterngespräche … und wenn die Kraft ausfällt, steht die Schule ohne Versorgung und muss selbst sehen, wie sie es macht. Ja, ich kann das, ich mache das auch, aber es ist zu Lasten der Lehrkräfte der Regelschule und der Kinder+Eltern schlecht organisiert. Genau darum wäre eine zentrale Stelle sinnvoll, da sie immer für alle zeitnah erreichbar wäre und die einzige Grundversorgung für anderes bleibt.
Es gibt zig Stellen, die voneinander unabhängig agieren müssen, da es verschiedene Geldgeber und Vorgaben gibt, die nicht landesweit abgestimmt sind.
Ich rede nicht von der Grundversorgung. Es gibt Förderzentren und das RZI. Das RZI wäre am Ende für fast alle deiner Fragen zuständig. Der Ablauf ist, dass erstmal die sonderpädagogische Grundversorgung an den Schulen mit den Lehrkräften das Kind betreut. Ist das nicht möglich oder gibt es weitere Fragen, wendet man sich an das Förderzentrum oder das RZI. Und da geht es genau darum, dass man nicht alles wissen kann. Wenn die sonderpädagogische Grundversorgung überfordert ist, fragt sie bei ihrem zugeordneten Förderzentrum nach. Wenn die auch keine Expertise haben, gibt es das RZI. Alles was Du schreibst, Fragen nach dem Nachteilsausgleich, rechtliche Vorgaben, Besonderenheiten der Erkrankungen etc. beantwortet das RZI sofern keine rein medizinischen Fragen sind. Ggf. vermittelt das RZI auch Experten. Wir hatten Kinder mit dem Förderschwerpunkt Hören. Da kam dann regelmäßig jemand vom LBZH aus Oldenburg. Das war echt gut.
Welche Schulbegleitungen?
Diese werden mit außerschulische Diagnosen von Eltern beim JA/Sozialamt beantragt. Das ist doch von Schulen unabhängig und hat auch erst Mal keinen Einfluss auf die Gestaltung des Unterrichts, Nachteilsausgleiche o.a.
Du hast nach pflegerischen Tätigkeiten gefragt. Du machst als Lehrkraft im Grundsatz keine pflegerischen Tätigkeiten. Welche pflegerischen Tätigkeiten notwendig sind und wie diese durchzuführen sind, wird grundsätzlich über die Schulbegleitungen geklärt.
Für die meisten Lehrkräfte würden sicher die allgemeinen Infos ausreichen, für spezielle Fälle könnte es dann Beratungstermine oder ein Ticketsystem geben.
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Man kann nicht alles wissen. Warum kann es dann nicht entsprechende Unterstützung durch das Land geben?
Und wenn es diese nicht zentral geben soll, können wir auch an jeder Schule eine halbe Stelle zur Koordination der Inklusion einrichten. Dann könnten sich Lehrkräfte darauf spezialisieren und ihren Kolleg:innen den Rücken frei halten - nicht für die Förderung, sondern für das Einholen von Informationen, Beratung, etc.
Genau das gibt es in Nds. Das sind die RZI. Du / deine SL kannst dort eine Anfrage stellen und bekommt einen Termin. Leider sind die halt total überlaufen und man wartet manchmal Ewigkeiten.
Die Stelle an der Schule gibt es auch schon. Das sind die Förderschullehrkräfte im Rahmen der sonderpädagogischen Grundversorgung. Sie sind der erste Ansprechpartner und müssten dann auch weitervermitteln, wenn sie selbst an ihre Grenzen stoßen.
Und einmal mehr, Tom123 , habe ich den Eindruck, dass du nicht verstanden hast, worüber ich schreibe und was ich mir erhoffe, was mir den Alltag erleichtern und mir den Rücken stärken und meine Arbeitszeit reduzieren würde.
Wie viele FoBi hast du absolviert hinsichtlich ADHS, Mutismus, Autismus, …?
ADHS und Autismus hatte ich mehrere. In meiner letzten Klasse hatte ich einen Autisten und war in den Genuss gekommen die Unterstützung des Autismuszentrum zu bekommen. War nicht wirklich hilfreich. Viel heiße Luft, die man nicht umsetzen konnte. Die Dame hatte nur ihr Kind im Blick aber nicht die Realität an den Schulen. Kinder mit Mutismus hatten wir an der Schule aber ich selbst noch kein Kind damit gehabt. Wäre aber bestimmt auch mal eine spannende Fortbildung.
Ich hatte geschrieben, dass ich bei dir bin, weil ich deine Forderungen verstehe und mir diese Unterstützungen oft viel zu oft fehlen. Aber nicht weil sie strukturell nicht vorhanden sind sondern weil sie überlastet sind. Aus meiner Sicht sind wir in der Theorie gut aufgestellt aber wenn ich Anfang der ersten Klasse das RZI einschalte und die Fachberatung dann erst zum Halbjahr kommt, dauert das zu lange. Wenn Hilfsmaßnahmen daran scheitern, dass wir nicht genug Stunden in der sonderpädagogischen Grundversorgung haben, hilft mir die beste Beratung nicht. Unser Problem ist weder die Beratung noch die Expertise. Unser Problem sind die fehlenden Lehrerstunden auf allen Ebenen.