Du willst ernsthaft in Zweifel ziehen, dass es überhaupt eine Bildungskrise gibt?
Ich unterrichte an einem Gymnasium. Nicht wenige meiner Schüler in der Mittelstufe können keine Zeile mehr fehlerfrei schreiben! Beim Lesen und Rechnen ist es ähnlich dramatisch. Und genau das bilden die jüngsten Studien (IGLU, IQB, PISA) glasklar ab.
Ich müsste dich eigentlich als Bildungsleugner bezeichnen. 
Bildungskrise ist ein hartes Wort. Da müsstest du erstmal definieren, was das ist. Und was ist Bildung? Ist es relevant, dass ich fehlerfrei schreiben kann. Welche Kompentenzen machen 2023 Bildung aus? Alleine darüber könnte man lange diskutieren. Brauchen wir ein Schulsystem, dass vor allem "paukt". Fehlerfreies Lesen, Schreiben, Rechnen, schriftliche Rechenverfahren in Perfektion? Was ist mit Latein? Mit Sprachen? Ich denke wir sind hier an einer Stelle, wo viel im Wandel ist. Wir müssen überlegen, was die nächsten 50 Jahre wichtig ist. Was müssen Kinder lernen? Keine leichte Frage.
Dann läuft sicherlich einiges im Bildungssystem falsch. Aber im Gegensatz zur Klimakrise können wir vieles mit entsprechenden politischen Willen ändern. Die meisten von uns werden sicherlich zustimmen, dass alleine mehr Lehrerstunden viel bringen würde.
Dann sind die Ergebnisse und die Studien auch nicht so klar, wie Du es darstellst. Wir haben keine Krise, dass die Kinder nichts mehr lernen. Wir haben Probleme in bestimmten Bereichen. Oft wird festgestellt, dass unsere Spitze durchaus gute Leistungen bringt. Es gelingt uns aber nicht die schwachen Schüler abzuholen. Elternhaus, Migrationshintergrund, Einkommen der Eltern, ... spielen eine viel zu große Rolle bei den schulischen Leistungen. Das muss man ändern. Ob wir deshalb eine Bildungskrise haben? Vielleicht. Aber sicherlich nicht mit dem Klimawandel vergleichbar.