Beiträge von Tom123

    Ich war auch auf einem evangelischen Kindergarten. Wir mussten weder beten noch zum Gottesdienst.

    Im Studienseminar habe ich gelernt, dass man Kinder im Religionsunterricht nicht zum Beten zwingt. Man bietet das an und wer mitmachen möchte, darf das. Normalerweise betet man sowieso nicht. Wir haben einmal das Thema Gebet. Da kommt es natürlich vor.

    In der Gemeinde ist man in der Regel froh über die konfessionellen Kindergarten. Am Ende spart es einfach Geld. Die teuersten Plätze sind die in Trägerschaft der Gemeinde. Dann kommen irgendwelche Elternvereine. Die wollen immer irgendwelche besonderen Zuschüsse. Dann die der Kirchen.

    Konfessioneller Unterricht erfolgt nunmal unter der Maxime der Konfession. Sonst wäre es keiner. Alles nichtkonfessionelle kann man auch in anderem Unterricht machen.

    Nee, stimmt nicht. Beispielsweise beschäftigt man sich im evangelischen Religionsunterricht der Grundschule auch mit Islam und Judentum. Sind sogar zwei sehr große Themenkomplexe. In der Sek 1 kommen irgendwann Themen wie die 5 Weltreligionen, Drogen usw.. Ich habe im Religionsunterricht eine ganze Reihe von solchen Inhalten bearbeiten und auch genug kirchenkritische Fragestellungen.

    Soll man das? Ich freue mich überhaupt nicht darüber, dass der Kindergarten meiner Kinder von der Kirche betrieben wird. Zum Glück gehen bald beide in die Schule.

    Dann schicke doch deine Kinder auf einen anderen Kindergarten? Wo ist das Problem? In der Regel ist es doch so, dass die Kirchen dort Kindergärten betreiben, wo auch Bedarf ist. Wenn nun die Mehrheit einen städtischen Kindergarten möchte, dann soll man doch an die Gemeinde rantreten und einen städtischen Kindergarten fordern. Man kann doch der Kirche daraus keinen Vorwurf machen. Anscheinend hat die Kirche gar keinen Interesse daran, Kinder aus anderen Konfessionen aufzunehmen. Dann sind doch alle glücklich, wenn die Gemeinde einen zweiten Kindergarten aufmacht. Problem ist natürlich wenn man in Bayern wohnt und 45 Eltern ihr Kind auf einen kirchlichen Kindergarten haben wollen und 5 aber direkt am Wohnort einen konfessionslosen möchten. Da muss man sich überlegen, ob man nicht auch erwarten kann, dass man zum Nachbarort fährt. Wir haben vor Ort einen einzigen katholischen Kindergarten. Der hat auch ein riesiges Einzugsgebiet. Wer den will, muss halt fahren.

    Was wäre denn, wenn der Kindergarten von AWO oder der Caritas betrieben wäre? AWO ok, Caritas dorf? Ich finde die AWO doof. Ist das dann auch eine Schweinerei? Dann muss konsequent sein und einfach fordern, dass Kindergärten und Horte etc. nur noch vom Staat betrieben werden dürfen. Klappt bei den Schulen auch gut.

    Nochmal, es gibt keine religiöse Bildung. Religion ist erkenntnisfeindlich, weil sie ausgedachte Erklärungen belegbaren vorzieht.

    Ok, das ist deine Meinung. Wenn Du mal religiöse Bildung bei google eingibst, wirst du merken, dass es dazu durchaus eine konträre Meinung gibt.

    Gab's da mal 'ne Abstimmung zu?

    Regelmäßig. Den Religionsunterricht regelt in Niedersachsen erstmal das Schulgesetz. Dieses und seine ständigen Änderungen werden durch den Landtag beschlossen. Theoretisch könnte der Landtag durchaus morgen beschließen, dass es kein Religionsunterricht mehr gibt.

    Es geht um die Frage, ob es (in der Grundschule) konfessionellen Religionsunterricht geben sollte. Da müsste man schon etwas haben, was man den Kindern da erzählt. Das alles, was man nicht weiß, kann wohl kaum der Unterrichtsinhalt sein.

    Die Sache ist doch ganz einfach. Du hast selber keinen Bezug zu religiösen Inhalten/Gedanken. Daher findest Du Religiöse Bildung unwichtig. Die Mehrheit in Deutschland sieht/sah es anders. Deswegen gibt es Religionsunterricht. Vielleicht ist es in 10 Jahren anders. Werden wir sehen. Vielleicht gibt es irgendwann auch keinen Geschichtsunterricht mehr. Oder Kunst. Oder Musik. Ich persönlich könnte super auf Kunst verzichten. Ich habe da keinen Zugang zu. Aber nur weil ich ihn nicht habe, heißt es nicht, dass andere auch keinen Zugang haben.

    Eine Schweinerei ist in meinen Augen, dass die KiTa dann offiziell eine kirchliche ist, aber zu weiten Teilen eben nicht durch die Kirche finanziert wird.

    Die Kita wird sicherlich wie jede andere Kita durch die Gemeinde finanziert. Wir haben bei uns Kitas in Trägerschaft der Gemeinde, der Kirchen, Verbänden wie der AWO, Elternvereine und auch Betriebe. Eine Schweinerei wäre es, wenn die Kirche andere Gelder als anderen bekommen würde. Das ist aber in der Regel nicht der Fall. Wenn es dich stört, gründe einen Elternverein und macht eure eigene Kita auf. Sei doch froh, dass die Kirche überhaupt eine Kita macht. Es ist ein Angebot. Ansonsten wäre keine Kita da. Und wenn du meinst, dass die Gemeinde eine eigene Kita betreiben soll, wenn dich an den Bürgermeister:in und den Gemeinderat. Aber da kann doch die Kirche nichts dafür?

    Warum auch?Hat das irgendjemand verlangt? Warum sollte man sich auf Naturwissenschaften beschränken? Eien Erklärung wider wissenschaftlcihe Erkenntnis bringt uns aber auch nicht weiter.

    Der Glaube ist (oft/in der Regel) nicht wider wissenschaftliche Erkenntnisse. Er bezieht sich i.R. auf Aspekte des Lebens, die wir weder naturwissenschaftlich erfassen noch erklären können.

    Das spricht ja ungemein für die Kirchen, gell? Mein Neffe ist nur deshalb getauft, weil es keinen staatlichen Kindergarten am Ort gab. Das ist einfach eine riesen Sauerei, was dieser Verein sich mit staatlicher Rückendeckung erlauben kann.

    Sorry, aber was ist daran eine Schweinerei der Kirche? Wenn die Kirche einen Kindergarten betreibt, sollte man sich freuen. Man kann höchstens der Gemeinde vorwerfen, dass es keinen weiteren Kindergarten gibt. Sie also keinen eigenen betreibt. Was ist wenn irgendwo ein Montessori-Kindergarten aufmacht aber ich Montessori blöd finde. Ist dann auch der Kindergarten Schuld? In unserer Gegend gibt es auch Betriebskindergärten, wo nur Kinder von Mitarbeitern rein dürfen. Ist das auch eine Sauerei?

    Sorry, aber hier wird die Ursache an der falschen Stelle gesucht.

    Bezogen auf die Kindstaufe bleibt auch einfach die Frage, was die Alternative ist. Soll der Staat entscheiden, ob ein Kind getauft wird? Soll dem Kind bis zum Alter von XY die Ausübung einer Religion untersagt sein? Was ist beispielsweise bei den Juden, wo man per Geburt Mitglied der Glaubensgemeinschaft wird. Soll der Staat das verbieten? Bei uns gibt es viele, die "stolz" darauf sind, Ostfriesen zu sein. Soll man das auch verbieten? Was ist wenn das Kind lieber Bayer wäre?

    Nebenbei würde es mich als Atheist auch relativ wenig interessieren, ob die Kirche mich als Teil ihrer Gemeinschaft sieht. Auch die Fifa sieht in einigen Aussagen die ganzen Welt als Teil der Fußballgemeinschaft. Kann der Staat das auch verbieten? Und was ist wenn die Eltern einen katholischen oder einen Montessori-Kindergarten auswählen. Da wird ja viel viel stärker auf das Leben des Kindes Einfluss genommen. Wer sagt denn, dass das Kind das wirklich will? Sollen wir da nicht lieber warten bis das Kind selber entscheiden kann?

    Natürlich, Religion ist aber ein menschliches Konstrukt, daher verstehe ich den Einwand nicht.

    Nicht alles was die Menschen aus der Religion machen, liegt aber in der Religion begründet. Du wirst moderne Christen in der Regel nicht mit dem Verbrechen des Mittelalters in Verbindung sehen. Nur weil die Kirche des Mittelalters die Inquisition unterstützte liegt sie nicht in der Natur eines christlichen Weltbildes. Es werden heutzutage sicherlich die wenigsten Christen behaupten, dass die Bibel eine Inquisition fordert.

    Argumente? Was für Argumente`Seit wann brauche ich Argumente, um nicht zu glauben? Und? Werden diese die Inquisition beeindrucken?

    Ich habe nicht geschrieben, dass man welche braucht. Aber es ist in einem freien Land vollkommen legitim sie zu äußern. Die Grenze ist für mich aber erreicht, wenn ich den Glauben andere Leute beleidige oder lächerlich machen.

    Es wurde lediglich Geschwurbel als Geschwurbel bezeichnet.

    Grundsätzlich solltest du vielleicht mal die letzten Beiträge und auch deine eigenen noch mal lesen. Es ist halt nicht Geschwurbel, nur weil Du es nicht nachvollziehen kannst oder verstehst. Wenn ich sage: Die Sonne ist heiß oder die Erde ist eine Kugel. Dann ist das beweisbar. Die meisten religiösen Inhalte sind es aber nicht. Daher wirst Du auch nicht festlegen können, dass deine Ansicht richtig und alles andere "Blödsinn" ist.

    Toleranz und Meinungsfreiheit bedeutet eben nicht, dass man alles unwidersprochen stehen lassen muss.

    Da sind wir uns vollkommen einig. Es ist aber ein Unterschied, ob ich bei Corona Behauptungen aufstellen, die einfach widerlegt sind, oder ob ich über religiöse Fragestellungen schreibe.

    Ich kenne niemanden, die der Glaubensfreiheit widerspricht. Ich habe noch nicht gehört, dass jemand sagt, man dürfe dies oder jenes nicht glauben. ...

    Zur Glaubensfreiheit und Toleranz zählt aber auch der Umgang damit. Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn jemand sagt, dass er nicht gläubig ist und seine Argumente nennt. Wenn ich aber den Gläubigen per se die Vernunft abspreche oder ihren Glauben mit Märchen gleichsetze, dann ist das entweder wenig tolerant oder zeigt, dass demjenigen das Verständnis vom Glauben fehlt. Oder wenn ich den Glauben als Geschwurbel bezeichne.

    *Glaubende

    Zudem ist das nicht richtig. Wir haben Millionen Kirchenmitglieder, weil man das automatisch ohne gefragt zu werden wird, wenn die Eltern das möchten.

    Naja, das ist beispielsweise bei der Staatsangehörig oder schon bei einer Mitgliedschaft in einem Vereins nichts anderes. Wer sagt, dass das Kind gerne Mitglied beim FC Bayern München oder beim Turnverein sein möchte, nur weil die Eltern es anmelden? Vielleicht mag es auch den Montessori-Kindergarten oder die christliche Grundschule nicht? Was möchtest Du machen, wenn die Eltern das nicht entscheiden sollen?

    Übrigens haben die evangelischen Jugendlichen dann mit 14 oder 15 ihre Konfirmation (bzw. Firmung in der kath. Kirche). Diese setzt voraus, dass sie religionsmündig sind (In D ab 14). Somit entscheiden Sie dann ganz offiziell selber, ob sie der Kirche angehören möchten oder nicht.

    Ich kenne niemanden, die der Glaubensfreiheit widerspricht. Ich habe noch nicht gehört, dass jemand sagt, man dürfe dies oder jenes nicht glauben. ...

    Zur Glaubensfreiheit und Toleranz zählt aber auch der Umgang damit. Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn jemand sagt, dass er nicht gläubig ist und seine Argumente nennt. Wenn ich aber den Gläubigen per se die Vernunft abspreche oder ihren Glauben mit Märchen gleichsetze, dann ist das entweder wenig tolerant oder zeigt, dass demjenigen das Verständnis vom Glauben fehlt. Oder wenn ich den Glauben als Geschwurbel bezeichne.

    Und die Scharia. Nicht nur, dass sich eine Religion herausnimmt, strafrechtliche Vorschriften zu erlassen, so sind diese auch ungewöhnlich brutal.

    Vielleicht sollte man erwähnen, dass es nicht die Sharia gibt sondern sie wird von den unterschiedlichen Staaten/Strömungen des Islams unterschiedliche beurteilt. Es gibt im Koran kaum strafrechtliche Vorgaben. Das meister erwächst aus der Interpretation heraus und dem Weltbild / Religionsbild des entsprechenden Staates. Ich würde das ähnlich wie bei uns im Mittelalter sehen wo die Kirche einen immensen Einfluss auf das Strafrecht hatte. Ich denke aber nicht, dass es grundsätzlich an der Religion liegt sondern an dem was die Menschen daraus machen.

    Die anderen Weltreligionen bekommen in Deutschland keinen Sonderbehandlung, unterliegen der strafrechtlichen Verfolgung, werden nicht von Politikern vorgeschoben um sich von anderen abzugrenzen, werden nicht in den Schulen unterrichtet (jedenfalls nicht flächendeckend), haben keine Zwangsmitgliedschaft usw. usf.

    Selbstverständlich gilt die generelle Kritik an Religionen für alle Religionen.

    Wieso unterliegen Christen denn in Deutschland keiner strafrechtlichen Verfolgung? Das würde mich doch sehr wundern. Es gibt allerdings zusätzlich dazu auch eine kirchliches Ermittlungssystem. Am Ende kann aber jeder zur Polizei gehen und seinen Pastor anzeigen. Und wenn man vielleicht vom Beichtgeheimnis absieht, wird er wie jeder andere Mensch vor behandelt. Dass die Kirchen sich teilweise Straftaten verschleiern / verschleiert haben, möchte ich gar nicht bestreiten. Das hat aber nichts mit einer Sonderbehandlung zu tun. Auch die Autoindustrie hat versucht einiges zu verschleiern.

    Dass nur christliche Religionsunterricht flächendenkend unterrichtet wird, liegt sicherlich an der Geschichte unsere Landes und an der Anzahl der Kinder. Seit wir durch die Flüchtlinge deutlich mehr islamische Kinder haben, gibt es auch verstärkt islamischen Religionsunterricht. Grundsätzlich wäre aber auch ein Religionsunterricht in jeder anderer Religion, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, möglich. Zu mindestens für Nds. ist mir kein Paragraf bekannt, der es auf christliche Gemeinschaften begrenzt.

    Auch hat die evangelische/katholische Kirche keine Zwangsmitgliedschaft. Du kannst jederzeit austreten. Tun momentan auch viele.

    Dennoch: ich kann respektieren, dass andere Menschen einen Glauben haben. Ich kann mir auch Kommentare dazu verkneifen, wo es angemessen ist. Ich kann aber nicht so tun, als ob ich Glaubensvorstellungen in irgendeiner Form ernst nehmen kann, und das kann eigentlich auch niemand ernsthaft erwarten. Meines Erachtens besteht hier wirklich kein Unterschied zu Homöopathie-Glaube oder ähnlichem Schwurbel.

    Und das finde ich in dieser Form auch vollkommen in Ordnung. Ob ich glaube, ist meine Sache. Aber ich respektiere den Glauben anderer.

    Weil es bisher keiner beweisen konnte. Bis zum Beweis geht man davon aus, dass es sowas nicht gibt. Völlig egal was einige Mediziner glauben. Das ist der Unterschied. Glaube ist kein Beweis für irgendwas.

    Wenn man diesen Glauben braucht um sich gut zu fühlen, super. alles weitere ist halt Unsinn

    Du schmeißt da gerade zwei Sachen durcheinander. Ich habe niemals einen Beweis gefordert. Es ist aber keineswegs so, dass man ohne Beweis von der Nichtexistenz ausgeht. Das haben wir schon ein vor ein Post gehabt. Es gibt selbst in der Wissenschaft viele Theorien mit den wir arbeiten ohne sie beweisen zu können. Selbst in der Mathematik gibt es Dinge wie die Goldbasche Vermutung.

    Am Ende geht es aber auch nicht um einen Naturwissenschaftlichen Beweis. Du kannst dich dem Glauben naturwissenschaftlich nähern aber ihn weder erklären noch beweisen.

    Für dich privat ist es dann Unsinn. Aber deswegen ist es nicht für alle anderen Menschen Unsinn. Vielleicht bist Du einfach nur in deiner Sicht (noch) so eingeschränkt, dass Du die Welt ausschließlich aus einer naturwissenschaftlichen Perspektive wahrnehmen kannst. Aber die Welt lässt sich halt nicht nur naturwissenschaftlich sehen.

    Das Christentum ist in rund 2000 Jahren aber nicht weiter gekommen. Die ienzige Erkenntnis ist, dass Wahrheiten, für die man zu morden und zu foltern bereit war, vielleicht soch nur Metaphern sind.

    Da fängt schon das Grundproblem an. Selbstverstandlich hat sich der Glaube weiterentwickelt. Ich werfe mal für das Christentum solche Dinge wie Martin Luther oder das Theodizee-Problem rein. Es gibt Jahr für Jahr neue religionswissenschaftliche Veröffentlichungen, Ideen, Theorien. Die Schriftrollen von Qumran sind ein Fund, der die Forschung zum historischen Kontext und zum historischen Jesus weiter gebracht hat. Unser Bild vom Glauben hat sich weiterentwickelt. Heutige Christen haben ein ganz anderes Religionsverständnis als die Menschen 100, 500 oder 1000 Jahren. Oder hast Du mal jemand gehört, der zum Kreuzzug aufruft? Gleiches gilt natürlich auch für fast alle anderen Religionen.

    Auh das ist wieder Geschw Wischewaschi. Was soll denn ein „Leben nach dem Tod“ sein, wenn doch das Leben mit dem Tod endet? So ein toter Körper verwest irgendwann ud ist weg. Mit ihm das Gehirn, das das Bewusstsein trägt. Was soll denn da noch leben?

    Das weiß man halt gerade nicht. Es ist die Frage, ob es etwas wie die unsterbliche Seele gibt. Es gibt eine Reihe von Medizinern, die trotzdem an eine unsterbliche Seele glauben. Wie kannst Du dir da sicher sein, dass die alle falsch liegen?

    Du tust so, als ob Gott ein Forschungsgegenstand der Christen wäre. Allein dieser "Christentumzentrismus"... Es gibt so viele Menschen auf der Welt, die einer Religion angehören, die viele Götter oder gar keinen kennt. Kann ja zum Glück jeder glauben, was er oder sie mag. Aber die Idee, die recht konkrete Suche nach Wasser auf dem Mars mit den vom Himmel gefallenen Lehren des Christentums zu vergleichen, kann ich nicht nachvollziehen.

    Die Religionen sind nicht vom Himmel gefallen sondern teilweise Ergebnis eine Jahrhundertelangen Entwicklung. Es geht auch nicht nur um Christentum sondern allgemein um Religiosität. Und selbstverständlich ist die Frage nach der Existenz Gottes eine zentrale Frage der Religionswissenschaften. Ich denke nur an das Theodizee-Problem. Das haben Gläubige als Beweis für die Nicht-Existenz Gottes angesehen. Und auch sonst verändert es sicherlich bei vielen, die sich damit beschäftigen ihr Gottesbild. Es gibt auch nicht das eine Gottesbild. Im Idealfall entwickelt es sich und man erreicht eine höhere "Stufe" des Verständnisse. Leider bleiben viele Menschen auf einer Stufe "Gott da oben im Himmel. Das kann es gar nicht geben." stehen. Spannend sind auch solche Fragen wie Prozesstheologie. Das steht natürlich teilweise im Kontrast zur Lehrmeinung der Kirchen aber trotzdem habe ich das schon im Religionsunterricht der Oberstufe kennen gelernt. Damals gab es eine spannende Serie "Gott und das Leid". Und vor allem gibt es dazu auch keine Lösung.

    Jemandem, der seinen gesamten Lebensentwurf darauf ausrichtet, aus unerklärten Phänomenen eine Mystik abzuleiten, die sein Leben leitet und in der er sein Seelenheil vermutet, vielleicht schon eher.

    Ich denke, dass man davon ausgehen kann, dass die überwältigende Mehrheit der Gläubigen das auch nicht tut. Solche Menschen sind heutzutage eher selten.

    Aber dennoch müsste niemand diesen Glauben teilen und wenn ich versuchen würde, diesen Glauben als Wahrheit zu verbreiten, müsste ich - zurecht - damit rechnen, wenn ich damit auf Widerstand treffen würde.

    Ich erwarte das auch nicht. Ich finde auch Kritik durchaus sinnvoll. Aber die Art und Weise wie sich einzelne darüber äußern ist nicht mehr in Ordnung für mich. Wenn ich Glauben mit Märchen gleichsetze oder Gläubigen die Vernunft abspreche, ist das aus meiner Sicht sowohl intolerant als auch beleidigend.

    Ich bin mir selber nicht sicher, was ich glaube. Das ist für mich auch in Ordnung. Aber ich erwarte in Deutschland eine Toleranz, dass man die Glaubensfreiheit akzeptiert. Insbesondere in einem Forum mit Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst sollte das normal sein. Trotzdem kann man sich als Atheist positionieren oder konfessionellen Religionsunterricht ablehnen. Aber einzelnen Leuten geht es doch nur darum Stress zu machen und zu polarisieren.

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