Beiträge von state_of_Trance

    In NRW:
    - in der Regel der/die Ausbildungsbeauftragte der Schule
    - ab und an der Schulleiter
    - andere Referendare (freiwillig)
    - wenn es Ausbildungsunterricht war: Der Kollege, der die Klasse eigentlich unterrichtet

    Eine Praktikantin kam bei mir auch einmal mit (sie war beim gleichen Fachleiter im Praktikumssemester).

    Ich finde, das kann man garnicht beurteilen, weil es geschnittene Szenen sind. Vielleicht kam da hinterher noch etwas mehr.

    Das mag natürlich sein, aber es war ein Film, den nicht nur Lehrer schauen, da spielt ja auch die Wirkung eine Rolle. Kann natürlich auch sein, dass das wirklich "fachliche" als zu langweilig empfunden wurde. Ich hätte generell gerne viel mehr von deren Unterricht gesehen, aber das hätte die Allgemeinheit wohl weniger angesprochen.


    Was mich an der Nachbesprechungsszene allerdings sehr gewundert hat, war das Setting.

    Ich fand am Setting seltsam, dass da meist niemand dabei war außer dem Referendar und dem Fachleiter. Das kam mir seltsam vor, scheint aber wohl in Berlin normal zu sein/gewesen zu sein.

    Da jetzt mehrere Antworten kamen, muss ich die Rauchpause auch nochmal kurz aufrollen, ich hab mich da wohl ungünstig ausgedrückt.

    Ich fand die Situation wohl eher skurill, dass das so gefühlt lapidar vor der Tür draußen besprochen wurde. Ich gebe euch schon Recht, dass die Fachleiterin das durchaus nett verpackt hat. Fast jeder Referendar hört im Laufe der Ausbildung nach einer Stunde, dass man sich die Frage stellen würde, ob das im Examen reicht. Die Stunde, die bei mir mit diesem Fazit endete, an der hab ich eine Weile zu knabbern gehabt, vielleicht auch deshalb meine Reaktion auf diese Mitteilung in der "Rauchpause mal eben". Das war ja die Stunde mit den Doppelkonsonanten und Doppelvokalen, da war die Kritik schon sehr berechtigt.

    Diese Frau mit Hilbert Meyers Merkmalen guten Unterrichts, ja das war eine der "Granaten", wo echt nichts konstruktives kam in der Nachbesprechung.

    Das sind vielsagende Gesichtsausdrücke, aber auch didaktische Empfehlungen, die sich im Verweis auf die Meyerschen 10 Gebote guten Unterrichts erschöpfen. Dann wird einer Referendarin während einer Zigarettenpause verklickert, dass sie für den Beruf quasi ungeeignet sei. Angebliche fachliche Mängel werden hier angeklagt - wo doch klar sein dürfte, dass die "Lehrerpersönlichkeit" von Ausbilderseite für ungenügend befunden wird.

    Das mit der Zigarettenpause fand ich echt unmöglich, ich dachte zuerst das wäre eine Kollegin, bis mir aufgefallen ist, dass das immer noch die Fachleiterin ist.

    Ich teile zwar nicht deine allgemeine Kritik am Referendariat und ich glaube nach deiner Prüfung mit etwas Abstand wirst du einige Dinge auch anders betrachten, aber in dem Film wurde echt wenig Konstruktives seitens der Ausbilder gezeigt.
    Ich habe den Film mit einem Bekannten zusammen angeschaut (kein Lehrer) und er meinte mehrmals "Ja, und wie soll er/sie es jetzt stattdessen machen?".

    Also ich bin ein großer Fan der Kombination aus Hospitation, Ausbildungsunterricht, den man nachbespricht und eigenständigem Unterricht, um sich auszuprobieren und insbesondere am Classroom-Management eigenständig zu arbeiten. Viele wichtige Aspekte des Berufes lernt man doch nur durch intensive Gespräche mit den Kollegen.

    Zum Film: Ich fand Katja auch am sympathischsten, besonders, dass sie solche Zweifel an dem Beruf hatte. Die kann ich persönlich auch sehr gut nachempfinden. Die Frage, ob man wirklich 35 Jahre Lehrer sein kann/will kommt oft zu kurz und ich bin überzeugt, dass das einer der Gründe ist, wieso so viele Kollegen ein Burnout erleiden. Das ist natürlich sehr eng verzahnt mit der Ausbildung in Deutschland, die vorsieht, dass man Lehrer wird und die Alternativen schwierig anzutreten sind.

    Der Schritt an eine andere Schulform war für mich die Lösung, und für Katja auch. Deshalb konnte ich mich mit ihrer Geschichte am besten identifizieren.

    Noch ein Wort zu Ralf: Ich könnte niemals so unterrichten und mich so kleiden wie er, aber er geht konsequent seinen Weg und das ist eine tolle Eigenschaft. Ich finde, dass dieser Lehrertyp gut in die meisten Kollegien passt und denke auch, dass es für viele Schülerinnen und Schüler sehr "heilsam" ist, von jemandem wie ihm unterrichtet zu werden.

    Dass die ganz unfähigen überhaupt so weit kommen liegt m.E. auch an den Unis: Dort hat man scheinbar nicht mehr den Arsch in der Hose, die Leute durchfallen zu lassen. Damit meine ich jetzt nicht die Fachwissenschaften (da fallen, jedenfalls in den MINT-Fächern, natürlich immer noch haufenweise Leute durch), sondern Pädagogik / Didaktik. Da könnte man die schlimmsten Menschenfeinde nämlich auch schon erkennen, meine ich.

    Solange deren Klausuren und Seminare mit Minimalaufwand (ein oder zwei Nachmittage den Kram lesen und in Seminaren irgendeinen Müll zusammen schustern) zu bewältigen sind, kann sich daran nichts ändern. Da müsste in anderer Form aussortiert werden.

    Ich habe während des Studiums ab und zu in den Seminaren mal Leute getroffen, die Lehramt Berufskolleg studiert haben und dann auch in (für den normalen Gym Studenten) skurril anmutenden Fachrichtungen wie Holz- oder Verfahrenstechnik.

    Wer den linearen Weg von der Schule in die Uni abläuft, kommt in der Regel gar nicht erst auf die Idee für BK zu studieren. Angefangen mich für diese Schulform zu interessieren habe ich, als ich im Ref merkte, dass Sek1 mir einfach keine Freude bereitet.

    Im Endeffekt kam ich ja dann am Weiterbildungskolleg (eine noch unbekanntere Schulform) unter und bin sehr glücklich darüber.

    Bei den Ausschreibungen für BK ist mir aber aufgefallen, dass dort das Fach Physik nicht allzu gewünscht ist. Mathe immer, aber meist wäre ein Zertifikatskurs fällig gewesen, da Physik kaum allgemeinbildendend unterrichtet wird...

    Das hat yestoerty vollkommen Recht, es gab in NRW gänzlich andere Zeiten, wo mehr oder weniger Einstellungsstop herrschte. Da haben sich in der Tat viele nach anderen Jobs umgesehen.

    Man kann wirklich keine guten Prognosen abgeben, das schaffen ja schon die "Experten" nicht.

Werbung