Beiträge von Schmidt

    Hätten die Universitäten also bereits vor Jahren die Kapzitäten für die Medizinstudiengänge erhöht, hätten wir das Problem nicht? Schande für unser Land echt! Statt genug Mediziner auszubilden, müssen die Abiturienten um jede Note feilschen, um bloß auf ihre 1,0 zu kommen, da ihre Alternative sonst wäre, ewig und drei Tage Wartesemester zu sammeln oder ins Ausland nach Österreich oder Bulgarien zu gehen.

    1. Die Kapazitäten im klinischen Teil des Studiums sind begrenzt. Dadurch sind auch generell die Studienplätze in Medizin begrenzt. Auch im vorklinischen Teil gibt es räumliche und personelle Begrenzungen. In Frankfurt fangen jedes Wintersemester ca. 500 Medizinstudenten an. Das ist ein Haufen und nicht einfach mal so beliebig erweiterbar.

    2. Offenbar hast du dich noch nie mit dem Zulassungsverfahren in Medizin auseinander gesetzt. Mit geschickter Wahl der Prioritäten und einem sehr guten TMS (auf den man sich gut vorbereiten kann), bekommt man auch mit einem 1,9er oder 2,0er Abi einen Medizin Studienplatz. Im WS 19/20 lag die Auswahlgrenze im AdH in Magdeburg bei 1,8 (OP 1), in Dresden bei 1,9 (OP 1) und in Greifswald bei 2,5 (!, OP 1; wobei das ein Ausreißer ist). Dass nur 1,0er Abiturienten Medizin studieren können, ist schlicht falsch.

    Die Wartezeitquote gibt es so in der Form gar nicht mehr, dafür gibt es eine Quote für einschlägig Qualifizierte.

    3. Ob man jetzt von Hochschulstart z.B. von Frankfurt/Main nach Greifswald sortiert wird oder direkt in Österreich studiert macht effektiv keinen Unterschied. Aber dafür müsste man sich selbstständig auf die Zugangsprüfung vorbereiten.

    Nein, viele Leute werden die Einschränkungen nicht hinnehmen und sich nicht daran halten. Davon bin ich nach den letzten Monaten überzeugt.

    Daher bin ich auch persönlich davon überzeugt, dass unser Gesundheitssystem diesen Winter noch zusammenbrechen wird. Und spätestens dann wird auch das Öffnen von Kitas und Schulen für Eltern und Wirtschaft zu einer Nebensache werden...

    Davon bin ich nicht überzeugt. Die meisten Menschen halten sich an Beschränkungen, so, wie sich die meisten Menschen grundsätzlich an das Gesetz halten.

    Interessant finde ich, dass Lehramtsstudent dir für diesen Beitrag dankt. Im Wesentlichen sagt er damit und mit seinen sonstigen Beiträgen, dass er die Intention der Maßnahmen zwar versteht, ihm das aber egal ist; Hauptsache, sein Vater kann die Gaststätte im Kaff offen lassen und er kann ins Fitnesstudio.

    Neue Maßnahmen = Lockdown Nr. 3 oder was? Glaubt Merkel ernsthaft, dass die Bürger in diesem Land, wie drücke ich es harmlos aus, ihre Vorgaben einfach hinnehmen, ohne deren Sinnhaftigkeit kritisch zu hinterfragen?

    Wir haben keinen Lockdown. Wie ein Lockdown aussieht, siehst du in anderen europäischen Ländern.

    Natürlich darf hinterfragt werden. Es ist aber ganz offensichtlich und wird auch so kommuniziert, wenn man zuhört, warum die Maßnahmen jetzt notwendig sind.

    Das hat nichts damit zu tun, dass Covid-19 so furchtbar gefährlich ist, dass wir alle sterben müssen, wenn wir uns infizieren. Offensichtlich gibt es einen Teil der Covid-19 Infizierten, die auf Intensivstationen landen oder anderweitig in Krankenhäusern betreut werden müssen. Krankenhäuser haben begrenzte Kapazitäten, sowohl, was Betten als auch was Personal angeht. Insbesondere das Personal, das nicht ein Jahr lang am Anschlag durcharbeiten kann, ist mittlerweile ein Engpass. Diese Kapazitäten sind das Maß dafür, wieviele Menschen sich infizieren dürfen. Wenn das Infektionsgeschehen so weiter geht, wie bisher (und für andere Vermutungen gibt es keinen Anlass), dann ist in den Krankenhäusern bald kein Platz mehr für Covid Patienten und insbesondere nicht für alle anderen Patienten. Deshalb muss die Menge der Infizierten jetzt wieder herunter gehen, damit um die Weihnachtszeit herum genug Luft ist, um (relativ) normal feiern zu können. Wie es dann im neuen Jahr mit Infektionszahlen und Krankenhausauslastung aussieht, wird sich zeigen.

    Was die allgemeine Strategie angeht:

    Merkel hat das doch eigentlich unmissverständlich erklärt.

    Damit Weihnachten stattfinden kann, müssen die Infektionen soweit runter, dass sie selbst mit dem dann zu erwartenden Wachstum das Gesundheitssystem nicht überfordern. Um wieder auf so ein Niveau zu kommen, müssen die Kontakte um 75% reduziert werden. Wo die Kontaktreduktion stattfindet, ist eine politische Entscheidung, da die Nachvollziehbarkeit der tatsächlichen Infektionswege nicht mehr gegeben ist. Politisch wurde entschieden, dass zu Gunsten der Schule die Kontakte in anderen Bereichen eingeschränkt werden, weshalb kulturelle Betriebe, Fitnesstudios, Gaststätten etc. schließen müssen. Für diese Entscheidung gibt es gute Gründe. Wenn alles läuft wie geplant, sind die Zahlen Ende November/Anfang Dezember wieder soweit unten, dass alles/vieles über die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel wieder öffnen kann und es keinen nenneswerten Kontaktbeschränkungen mehr gibt. Dann sind die Infektionszahlen im Januar wahrscheinlich wieder recht hoch und es kann über neue Maßnahmen nachgedacht werden.

    Das stimmt einfach nicht, dass es dafür keine Belege gibt. Lediglich die Frequenz ist noch mit einigen Unsicerheiten behaftet. Folgeschaden sind gut dokumentiert und treffen eine erhebliche Menge der erkrankten. Dafür waren gleich mehrere statistisch valide Belege gegeben. Weitehrin habe ich Dir sogar noch eindeutigere Studien damals nachgereicht, die Folgeschäden belegen. Ich bin übrigens kein Naturwissenschaftler.

    Dass es eine "erhebliche Menge der erkrankten [sic!]" trifft, behauptest du nachweislos. Die Diskussion hatten wir schon. Außer kopierter Links, die du selbst nicht gelesen hast und die nicht nachweisen, was du behauptest, kam da nichts. Für die Bewertung des Phänomens ist es aber umumgänglich zu wissen, ob wir hier darüber reden, ob die Gefahr von Langzeitschäden eher im Bereich eines Todes bei einer Blinddarm OP liegt oder im Bereich des Todes bei spät erkanntem Leberkrebs.

    Noch mal: hier will sich keiner mit Covid-19 infizieren. Darauf kann jeder in diesem Forum gut und gerne verzichten. Insbesondere, da man das in der Regel erst recht spät mitbekommt, vorher aber schon andere infizieren kann. Dass bestimmte Gefahren eine Wahrscheinlichkeit >0 haben bestreitet hier niemand. Ja, man kann sich in der Schule infizieren, ja es kann passieren, dass man Folgeeinschränkungen hat (ob die dauerhaft sind oder nicht). Für meinen individuellen Besorgnislevel ist es aber hochgradig relevant, über welche Wahrscheinlichkeiten wir hier sprechen. Und da sieht es nun mal so aus, dass die Gefahr, intensiv gepflegt werden zu müssen oder Folgeprobleme zu haben eher gering ist. Deine ständige Panik ist deshalb vollkommen unangebracht.

    Zitat

    Dem liegt die völlig unbewiesene Tatsache zu Grunde, dass die durchschnittliche Zeit zwischen Ansteckung und Testergebnis bei ca 2-3 Wochen liegt. Das können wir nicht wissen. Ihr neigt mMn dazu spekulative Annahmen zu treffen damit die Daten passen.

    a) Das macht es nicht besser, sondern schlechter. Das Argument war immer, Kinder seien nicht infektiös und die Schulen daher sicher. Du hast das Argument vom Kopf auf die Füße gestellt, das ergibt keinen Sinn. Davon mal abgesehen kann es durchaus sein,b) dass die Inzidenz in der Woche zurückging, das habe ich nicht überprüft, weil selbst das mein Argument nicht widerlegen würde.

    Da die Nachverfolgung von Infektionsketten bei uns eine Zeit lang durchaus funktioniert hat und relativ gut nachvollziehbar war, wo sich Leute angesteckt haben (und das auch nach wie vor wenigstens noch bei ca. 25% der Fälle möglich ist), kann man recht sicher sagen, wie viel Zeit zwischen Infektion und Symptomen bzw. einem positiven Test vergeht. Ob es jetzt 5 Tage oder 2 Wochen sind, macht für das Argument hier keinen Unterschied. Die Infektionen haben in den Ferien stattgefunden.

    Übrigens hat auch schon Wollsocken vor zig Seiten Belege dafür gebracht, dass sich eine Schließung der Schulen kaum auf das Infektionsgeschehen ausgewirkt hat.

    Zitat

    Lieber Moebius, ich sehe das nunmal gegenteilig und habe Dir dafür mE valide Evidenz vorgelegt.

    Nein, das hast du nicht. Für keine deiner Behauptungen.

    Du leistet einfach aus deinem persönlichen Empfinden allgemeine Aussagen ab.

    Nein, die Aussage ist so nicht richtig. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass ein Grundproblem darin liegt, dass Kinder und auch Jugendliche oft asymptotisch sind. Gleichzeitig werden Kinder und Jugendliche oft seltener geprüft. Das Problem ist folgendes. Kind A kommt positiv in der Schule. Mangels Abstand und andere Maßnahmen steckt es Kind B,C,D an. Kind B steckt zu Hause seine Geschwister an, die es ebenso symptomlos in andere Schulen / Kitas tragen. Ebenso vielleicht die Eltern, die als junge Eltern vielleicht auch keine größeren Symptome entwickelt. Kind steckt nun aber die Eltern an, die zur Risikogruppe gehören oder einfach Pech haben und schwere Symptome entwickeln. Nun wird die Familie getestet. Eventuell ist Kind C nun selber nicht mehr infektiös. Aber selbst Kind C noch positiv getestet wird. Wenn dann anschließend noch die Schulklasse testet, werden die anderen Kinder nicht mehr positiv sein. Dann sind wir bei den 75%, die wir nicht nachvollziehen können.

    Es macht ja auch durchaus Sinn in Kindergärten und Schulen nicht so viel zu testen. Wir haben nur begrenzte Kapazitäten und andere Dinge sind wichtiger. Aber wir können daraus nicht schließen, dass in den Schulen nichts passiert. Zumal ja im Ausland die Schulen als Infektionstreiber wahrgenommen werden. Ich kann mir, dass jetzt ja natürlich einfach machen. Ich glaube Wollsocken war es, die meinte, dass in Israel die Leute sich einfach nicht an die Regeln gehalten haben. Aber das glaube ich nicht. Was ich sehe läuft in unseren Schulen auch nicht gut. Und die Maßnahmen von Politik und Schulträgern sind deutlich schlechter als im Ausland.

    Natürlich passiert in Schulen nicht nichts. Die als Nachweis herangezogene Grafik weist aber trotzdem nicht das nach, was behauptet wird. Diejenigen, die in KW43 infiziert sind, haben sich in den Ferien irgendwo angesteckt. Dass die sich bei Leuten angesteckt haben könnten, die sich wiederum in der Schule angesteckt haben, kann sein, vielleicht aber auch nicht.

    Mal wieder ernst. Bitte liebe Kolleginnen und Kollegen, vergesst bitte nie, wie man versuchte uns für dumm zu verkaufen.

    Nachtrag:
    Die Regierung der Region Apulien gibt bekannt, dass sie evidenz habe, dass die 2. Welle in den Schulen ihren Ausgangspunkt nahm, schließt sofort die Grundschulen, stellt Schulbesuch in Sekundarstufe frei.

    https://pbs.twimg.com/media/ElcBMowX…ng&name=900x900

    Die KW43 ist die Woche vom 19.10. bis 25.10. Die Zahlen bilden also das tatsächliche Infektionsgeschehen ungefähr in der KW 41 also vom 05.10. bis 11.10. ab. Hamburg hatge vom 05.10. bis 16.10. Herbstferien.

    Weil du ja so auf klare und einfache Aussagen stehst: die Infektionen, auf die sich die Grafik bezieht, können gar nicht in Schulen entstanden sein.

    Würdet ihr bitte mal klar euren Standpunkt umreißen statt immer daherzuschwurbeln und dann abzutauchen wenn ich Evidenz liefere?

    Du meinst wie bei den Folgeerkrankungen, bei denen du einfach irgendwelche Links kopiert hast, die du selbst nicht gelesen hast und dann von deiner Überzeugung nicht abgewichen bist, obwohl es dafür gar keine Belege gibt?

    Als Naturwissenschaftler solltest du das eigentlich besser können.

    Gibt es Beschränkungen zu Hauspartys, türkischen Hochzeiten oder Grenzübertritten ins EU-Ausland?

    Ja; nicht nur türkische du Rassist; soweit ich weiß nicht (aber Quarantäne bei Wiedereinreise aus Risikogebieten).

    Du scheinst nicht zu verstehen, dass es politisch nicht darum geht, dass soviele Menschen an Covid-19 sterben. Das begrenzende Element sind Intensivbetten und mittlerweile insbesondere das Pflegepersonal. Dieses System darf nicht überfordert werden, deshalb müssen die Infektionszahlen wieder reduziert werden. Das ist keine Diskussion darüber, wie gefährlich Covid-19 ist oder nicht ist, sondern eine Prüfung, ob das Gesundheitssysyem mit den Infizierten mit umgehen kann oder nicht.

    Ob das Schließen der Gastronomie, von Fitnessstudios und Kinos richtig ist oder nicht, weiß ich nicht. Gefühlt nein, da der Großteil der Infektionswege nicht mehr nachvollziehbar ist, kann man es aber nicht sicher sagen.

    Außerdem geht es laut Pressekonferenz um Kontaktreduzierung und nicht zwangsläufig um den Infektionsort.

    https://www.wiwo.de/politik/deutsc…0/26566200.html

    Beschlussvorlage zu Corona Maßnahmen von gestern/heute. Im Wesentlichen soll fast alles geschlossen werden (alles, was der Freizeitgestaltung dient sowie Restaurants, Bars etc.), Schulen und Kitas bleiben offen (es werden "weitere Schutzmaßnahmen durch die Länder eingeführt"). Darüber wird allerdings heute noch beraten.

    Edit: Konjunktive eingeführt, da so noch nicht beschlossen.

    Für dich gelten deine vertraglichen Bedingungen. Wenn du nicht mehr willst, kündigst du (schriftlich) und bist dann raus.

    Dass dein Schulleiter das doof findet, weil dadurch das Problem besteht, dass du ersetzt werden musst, ist verständlich, wirkt sich aber nicht auf deine Vertragsbedingungen aus.

    Mir geht es nicht darum, dass du die Entscheidung des BVerfG für falsch hältst. Du sprichst Menschen (laut Gesetzgeber und BVerfG) die Menschenwürde ab. Tut mir leid, aber es gibt nichts verfassungsfeindlicheres als Menschen die Menschenwürde abzusprechen.

    Genau darum geht es. Ich halte die Entscheidung, dass Zellhaufen Menschen sein sollen für falsch. Und selbst, wenn sie es wären, muss das Ergebnis einer Rechtsabwägung dazu führen, dass die Menschenwürde eines bereits existierenden Menschen schwerer wiegt, als die eines Embryos.

    Schmidt: Ich mag es ja immer, wenn ich Leuten vorhalten kann, dass sie nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, vor allem wenn es auf dasselbige vereidigte Lehrer sind: Es ist ständige Rechtsprechung des BVerfG, dass Embryonen die Menschenwürde ab Nidation (Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter) zusteht. Deine "Meinung" ist also mit gutem Willen lediglich verfassungswidrig, meiner Ansicht nach zutiefst menschenfeindlich...

    Man darf Entscheidungen des BVerfG ablehnen, ohne verfassungsfeindlich zu sein. Wie kommst du auf diese merkwürdige Aussage?

    Mit jemandem, der an einen alten weißen Mann im Himmel glaubt über Menschenwürde zu diskutieren spare ich mir. Dass ihr darauf nicht viel Wert legt und das nur gerne mal vorschiebt, wie auch hier, ist bekannt.

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