Beiträge von Senior1973

    Nochmals vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen!


    Ich habe mich mittlerweile noch etwas weiter informiert und auch mal die angegebene Kontaktnummer auf der "Lehrer-werden"-Seite angerufen. Die waren leider ziemlich planlos und konnten kaum eine Frage von mir beantworten. Allerdings, und das war kein schlechter Rat, sahen sie durchaus realistische Chancen auf zumindest eine Vertretungsstelle mit meiner jetzigen "Fächerkombination" (also ohne Lehramtsstudium). Das scheint mir aber die risikoreichere Variante zu sein... ich müsste immer hoffen, einen Anschlussvertrag zu kriegen. Und ob daraus noch ne unbefristete Stelle wird...? Ich weiß nicht, aber ich denke zumindest darüber nach.


    Bei der Bezirksregierung waren die Ansprechpartner sehr gut informiert. Und zumindest konnten sie mir die Bedenken nehmen, ob man mit 50 noch unkompliziert eine Referendarsstelle findet. Nach deren Auskunft spielt das Alter bei der Vergabe absolut keine Rolle - alle Kandidaten werden da gleich (oder zumindest nach den gleichen Kriterien) behandelt. Wenn ich nun lese, dass Referendare in Sachsen aufgrund des Lehrermangels zukünftig 1.000 Euro mehr erhalten, rechne ich mir gute Chancen auf einen Platz aus.


    Kurz zum Finanziellen: Ich plane, die halbe Stelle zumindest im Bachelor-Studium noch zu halten. Während des Masterstudiums möchte ich dann gerne schon Berufspraxis sammeln und als Vertretungslehrer arbeiten. Ich habe gelesen, dass mittlerweile sogar Bachelorstudenten Vertretungsunterricht geben und Masterstudenten bereits als Klassenlehrer eingesetzt werden. Da ich schon über zwei abgeschlossene Hochschulstudiengänge verfüge (und man darüber bereits Fächer ableiten könnte) und mich dann im Masterstudium eines Lehramtsstudiums befinde, hoffe ich, dass das nicht ganz so unrealistisch ist. Meine Bekannte hat mir mitgeteilt, dass sich auf die letzten Vertretungsstellen an ihrer Schule (Realschule) nicht eine einzige ausgebildete Lehrkraft gemeldet hat. Ich hoffe also, dass das klappt.
    Ansonsten geht meine Frau arbeiten (immer schon) und unser Haus ist weitestgehend abbezahlt (noch nicht ganz, aber es ist nicht mehr soooo viel). Ich habe außerdem noch einiges angespart, mit dem ich drei, vielleicht vier Jahre über die Runden käme. Da ich noch einen kleinen Sohn habe (auch da war ich Spätzünder :)), würde ich das Risiko ansonsten auch nicht eingehen.
    Im Referendariat müsste ich mit dem Gehalt auskommen - ggf. folgen einige Bundelsänder auch dem Beispiel von Sachsen, um ihre Referendare nicht zu verlieren. Ich werde während des Refs definitiv nicht mit halber Stelle arbeiten. So viel Respekt (auch vor der psychischen Belastung) ist auf jeden Fall da.


    Mittlerweile wurde mir auch empfohlen, von Deutsch eher abzusehen, da die Arbeitsbelastung später so groß sein soll (aufwändiges Korrekturfach). Stattdessen wurde mir geraten, Mathe zu nehmen. Aber das werde ich ignorieren - ein Mathestudium - selbst im Sek I-Bereich - traue ich mir nicht mehr zu, zumindest nicht mit einer halben Stelle nebenher. Aktuell überlege ich aber, statt Sozialwissenschaften evtl. doch Englisch zu nehmen. Die Aussichten mit zwei Hauptfächern scheinen mir deutlich größer zu sein. Die spätere Mehrbelastung durch zwei Korrekturfächer stört mich nicht (zumindest heute noch nicht ;)). Allerdings müsste ich dann in beiden Fächern bei Null anfangen. Da Sozialwissenschaften im Bachelor für HRGe aber eines der wenigen Fächer war, bei denen für Zweitstudienkandidaten die Messzahl hinzugezogen werden musste, werde ich Englisch, Deutsch dann wohl als Alternative eintragen und schauen, wo es mit der Zulassung klappt.


    Viele Grüße!

    Erst mal vielen Dank an alle für die ganzen Rückmeldungen!


    Mittlerweile konnte ich auch eine entfernte Bekannte kontaktieren, die als Lehrerin im Sek 1-Bereich tätig ist (im ländlichen Bereich). Die hat mir berichtet, dass an ihrer Schule Lehrer verzweifeltst gesucht werden. Im Vertretungsbereich hatten sich auf eine Stelle nur zwei Kandidaten (beide jenseits der 60 und beide kein Lehramtsstudium) beworben. Einer von beiden wurde dann tatsächlich eingestellt. Eine neue Referendarin an ihrer Schule ist Ende 40. Das macht zumindest etwas Mut.


    Zur Frage mit den Rentenansprüchen: Ich habe mir das natürlich auch finanziell ausgerechnet. Und obwohl ich nicht allzu schlecht verdient habe bzw. verdiene, lohnt es sich für mich auch finanziell - insbesondere, wenn man eine jährliche Anpassung von etwa 2 % zugrunde legt (auf die aktuelle TV-L-Tabelle; automatische Steigerungen gibt es bei mir nämlich nicht). Aber natürlich setzt das voraus, dass ich nahtlos an das Referendariat eine Stelle finde (oder zumindest nicht jahrelang suche) und bis Rentenbeginn arbeite. Wie realistisch das ist, weiß ich noch nicht. Ich vermute, die meisten Lehrer gehen wohl etwas eher in den Ruhestand. Aber das ist dann eben der Preis den ich zahlen muss und den ich - zumindest aus jetziger Sicht - gerne zahle. Lieber bis Rentenbeginn in einem Job arbeiten, der mir was bedeutet, als mich noch 15 Jahre durchquälen, um dann mit Anfang 60 das Handtuch zu schmeißen.


    Zum Referendariat: Ja, da mache ich mir keine Illusionen. Bezeichnenderweise (und wohl paradoxerweise) hat meine Frau auf Lehramt studiert und dann kurz vor der Verbeamtung geschmissen. Ich weiß noch, wie gestresst die während des Referendariates war. Das wird sicher hart. Etwas Leiden bin ich gewohnt - das Masterstudium neben dem Vollzeitjob mit 120 ECTS-Punkten war schon recht heftig.

    Liebes Forum,


    ich spiele zurzeit mit dem verrückten Gedanken, mit knapp Mitte 40 noch ein Lehramtsstudium anzufangen. Ich habe bereits ein abgeschlossenes Universitätsstudium (mit Geschichte im Nebenfach) und einen Masterabschluss in BWL (Fachhochschule, selbst finanziert). Aus beruflichen (lange Geschichte) und privaten Gründen, möchte ich nun doch noch aufs Lehramt umschwenken. Ich habe es natürlich erst per Seiteneinstieg versucht (Fächer: Geschichte, Sozialwissenschaften). Aber ihr wisst ja selbst, wie aussichtsreich eine solche Kombination ist (und dann auch noch in Verbindung mit "Seiteneinstieg möglich")...


    Nun überlege ich, Deutsch und Sozialwissenschaften auf Bachelor Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschule zu studieren (inkl. Schein Deutsch als Fremdsprache). Im Fach Sozialwissenschaften könnte dabei einiges aus dem betriebswirtschaftlichen Masterstudium angerechnet werden (inkl. Masterarbeit). Die Finanzierung wäre gesichert (halbe Stelle parallel); die Zulassung würde im Zweitstudium ebenfalls funktionieren (relativ problemlos bei Haupt-, Real, Sekundar- und Gesamtschule).


    Ich wäre bei Studienende dann knapp 50; bei Abschluss des Referendariates 52. Ich weiß, das hört sich für viele vielleicht albern an, aber der Wunsch mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, ist in den vergangenen Jahren immer stärker geworden. Und bevor ich nun noch jahrelang in einem Job feststecke (wenn überhaupt, das wären dann die beruflichen Gründe), zu dem ich mich hinquälen muss, stecke ich meine Zeit und Energie lieber noch einmal in ein Studium. Ich hätte dann immerhin noch 15 Jahre vor mir, vermutlich eher 17-18 Jahre (bei dann Rente mit 69 o. 70). Eine Verbeamtung steht natürlich außer Frage, das stört mich aber nicht im Geringsten.


    Wie realistisch ist es aber, mit 50 noch einen Referendariatsplatz zu erhalten? Und wie realistisch ist der Berufseinstieg mit 52? Nach den neuesten Bedarfsprognosen für NRW wird der Bedarf an ausgebildeten Lehrern im Bereich Haupt-, Real-, Gesamtschule auch in Zukunft dauerhaft sehr hoch ein (die Broschüre mit Stand April spricht von "dauerhaft hervorragenden bis sehr guten Einstiegschancen - auch in den Fächern Deutsch und Sowi -> https://www.schulministerium.n…rbeitsmarkt/Prognosen.pdf).


    Vielen Dank & viele Grüße


    Peter

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