Beiträge von MarieJ

    Meines Erachtens ist dieser Thread ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit, zunächst einmal über Begriffe und deren Verwendung einen Konsens zu erreichen.

    Wenn Cancel Culture für

    übermäßige Bestrebungen zum Ausschluss von Personen oder Organisationen bezeichnet werden, denen beleidigende oder diskriminierende Aussagen beziehungsweise Handlungen vorgeworfen werden“ (Wiki)

    verwendet wird, ist es klar, dass cancel culture nicht angebracht ist.

    Wenn durch „übermäßige“ und „vorgeworfen werden“ (im Gegensatz zu „sie begingen tatsächlich Beleidigungen, Diskriminierungen usw.“) klar gemacht wird, dass es eben überzogene Reaktionen auf vermeintliche Haltungen sind, was als cancel Culture bezeichnet wird, dann gibt es nicht zu fragen, ob cancel Culture ok ist, sondern ab wann Handlungen und Äußerungen so verwerflich sind, dass sie geahndet werden sollten.

    Dass man aber Ahndungen fordern darf, ist doch klar, denn dabei geht es ja darum, dass genau diese Frage für bereits geklärt erachtet wird. Dabei kann man natürlich trefflich irren.

    Und selbstverständlich ist stets zu beachten, in welchem Kontext, mit welcher sonstigen Haltung, persönlichem Background und sonstigen Äußerungen jemand daher kommt.

    Hier kann doch wohl niemand behaupten, man nähme jede Äußerung als solitäres Ereignis war.

    Ist der Feminismus in seiner heutigen Ausprägung für die Mehrheit der Frauen repräsentativ oder letztendlich doch nur das Gezeter einer intellektuellen Blase?

    In manchen Fällen sind die Fragen selbst schon ein implizites Statement durch die Art, wie sie gestellt werden oder auch bereits durch die Wortwahl. Siehe oben.

    Deshalb würde ich diese Frage in dieser Form auch nicht diskutieren wollen.

    Auch wenn es dazu jetzt inhaltlich etwas zu schreiben gäbe, halte ich die Finger still.

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    Polizei

    Im Profifußball ist Homosexualität noch ein sehr neues und ungewohntes Thema,

    Im Profifußball selbst, also bei den Profis, ist Homosexualität nicht neu und ungewohnt. Die Spieler, denen homosexuelle Spieler bekannt sind, halten nur sehr gut dicht, um ihre Kollegen vor dem Mob zu schützen.

    Im Frauenfußball geht’s da toleranter zu.

    Als Mensch in einer Position, wie Lehmann sie hat, darf man zwar sicherlich auch bescheuerte Dinge äußern, muss aber mit Konsequenzen rechnen, wenn rote Linien überschritten werden. Wo diese liegen, entscheidet teils die Arbeitgeberin, teils die Jurisprudenz.

    Susi Sonnenschein Du hast recht, es gibt wichtigeres als gleichberechtigte Sprache.

    Aber m. E. ist sie eben auch kein unwichtiger Teil, denn Sprache beeinflusst das Denken eben doch, wie einige Studien zeigen (wurden hier schon erwähnt). An diesem Teil kann man schon mal anfangen, auch wenn man an Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung als einzelne hier nicht direkt etwas tun kann.

    Insofern passt dein Beispiel nicht ganz. Es ist immer besser, überhaupt mit etwas Aufräumen anzufangen, selbst wenn man den richtigen Dreck noch nicht wegbekommt.

    aber du darfst nicht den ARD-Twitterkanal mit "wann entlasst ihr den Liefers endlich?" vollspammen,

    Ist zwar jetzt schon lange her, aber die Frage muss ich noch loswerden:

    warum sollte man als Privatperson bei Twitter diese Frage nicht stellen dürfen, Valerianus? Das wäre doch auch nur eine Meinungsäußerung, die, wenn ich deine anderen Ausführungen richtig verstanden habe, erlaubt sein sollte.

    Die drücken sich oftmals sehr missverständlich aus bzw. rufen eine anderes Verständnis bei den Zuhörenden bzw. Lesenden hervor, als sie selbst beabsichtigen.

    Also ich finde das generische Maskulinum missverständlich und empfinde mich dann oftmals nicht mitgmeint.

    Habe nebenbei heute während einer Muttertagsdiskussion gelernt, dass die Schreibweise mit dem Binnen I schlecht ist, weil es nicht barrierefrei ist. Wenn Texte für Blinde vorgelesen werden, wird daraus ein Femininum.

    Bisher habe ich das meist verwendet, weil ich es als Möglichkeit vor vielen Jahren mal gelernt hatte.

    Jetzt werde ich auf die Doppelpunktschreibweise umtrainieren, auch Schriftsprache wandelt sich und ich schaffe das 😉, obwohl ich schon 60 bin. Alternativ verwende ich das generische Femininum.

    Vielleicht lese ich zur Einstimmung nochmal „Die Töchter Egalias“.

    Danke, Pyro , welches Buch von oder über Karl Popper würdest du zum Einstieg empfehlen?

    Das sogenannte Toleranzparadoxon („Muss die Toleranz die Intoleranz tolerieren?“) wird im Werk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ behandelt - ist sicher lesenswert.

    Für den Anfang vielleicht besser „Alle Menschen sind Philosophen“. Auch „Alles Leben ist Problemlösen“ ist interessant.

    Ich meine, man kann direkt Popper selbst lesen und nicht über Popper.

    Habt ihr schon mitbekommen, dass es nun (an 3.5.) auch in NRW Ausnahmen von der Testpflicht an Schulen gibt?

    Hier zur Info aus der neuen CoronaSchVO

    (5) Eine nachgewiesene Immunisierung steht dem Nachweis eines negativen Testergebnisses nach Absatz 4 gleich. Dies gilt bis zum Erlass einer Rechtsverordnung nach § 28c des Infekti- onsschutzgesetzes auch, soweit sich das Erfordernis einer Testung aus § 28b Absatz 1 und 3 des Infektionsschutzgesetzes ergibt. Die Immunisierung kann nachgewiesen werden durch

    1. den Nachweis einer vor mindestens 14 Tagen abgeschlossenen vollständigen Impfung gegen COVID-19 mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff,

    2. den Nachweis eines positiven Testergebnisses, das auf einer Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) beruht und mindestens 28 Tage sowie maximal 6 Monate zurückliegt, oder 3. den Nachweis eines positiven Testergebnisses nach Nummer 2 in Verbindung mit dem

    Nachweis der mindestens 14 Tage zurückliegenden Verabreichung mindestens einer Impfstoffdosis gegen COVID-19 mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff.“

    In der neuen CoronaBetrVO wird auf diesen Absatz Bezug genommen.

    Trotzdem hat die Präsenz solcher Nachrichten eine Wirkung.

    Na, das ist ja klar und auch von Erfolg, also streiche das Wort „trotzdem“, wenn du die Logik verstanden hast.

    Und natürlich lässt sich nicht belegen, welche Maßnahme genau welche Ergebnisse nach sich ziehen, dazu ist das Ganze viel zu komplex und alle Studien entstehen immer unter verschiedenen Bedingungen.

    Es sind ganz einfach zu viele Parameter, die eine Rolle spielen (wie beim Wetter).

    Daher ist es nicht sinnvoll, eindeutige Belege für bestimmte Maßnahmen einzufordern, denn diese Belege können immer nur sehr ungefähre Werte enthalten.

    Was man aber recht sicher sagen kann ist: wenn es keine Maßnahmen gibt, bliebt es bei exponentiellem Wachstum, bis eine gewisse Sättigung durch ausreichende Immunität (durch Impfung oder durchgemachte Erkrankung) eintritt.

    Es reicht, denke ich, aktuell mal nach Indien zu schauen und dabei auch zu bedenken, dass die tatsächlichen Zahlen vermutlich noch deutlich höher sind als die offiziellen, die uns erreichen. Dort halten sich leider zu viele nicht an die - leider auch zu spät ergriffenen Maßnahmen, teils aus religiösen Gründen teils aus wirtschaftlicher Not oder räumlicher Lebenssituation usw. Vielleicht müsste man sagen: viele können sich nicht an Abstandgebote und Hygieneregeln halten.

    Gerade über das Impfen habe ich bereits mit SuS im Rahmen des Matheunterrichtes (Statistik) gesprochen. Wenn man davon ausgeht, dass die sinusvenenthrombosen durch die Impfung verursacht werden, bleibt es ja dennoch bei einem extrem geringen Risiko. Aber das hat natürlich nichts mit Verschwörungsgeschwurbel zu tun, da geht es um Fakten und Zahlen, die es einzuordnen gilt.

    Es gibt im Zusammenhang mit Corona vieles, das man im Matheunterricht thematisieren kann.

    Wirkliche Verschwörungsmythen kommen von meinen SuS kaum bis gar nicht und ich spreche mit SuS dann eher über die Strategien, Argumentationsweisen, die da verwendet werden. Die Inhalte sind für mich nicht diskutabel.

    Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was es da zu diskutieren gibt.

    Wenn SuS irgendwelchen Quark äußern und man gerade die Zeit dazu hat, erläutert man, warum das Quark ist oder fragt gemeinerweise nach Quellen für die Behauptungen. Völlig egal, ob es sich dabei um Coronageschwurbel oder sonstigen Dünnsinn handelt.

    Dasselbe gilt auch, wenn Eltern oder andere Personen das tun. Nur dass dann evtl. gar kein weiterer Anlass besteht, dazu überhaupt zu sprechen, weil man z.B. keine Lust hat oder weil es meist keinen Sinn hat. Bei SuS kann man bisweilen noch ein Nachdenken erreichen.

    Lediglich dann, wenn es irgendwelche Handlungskonsequenzen aus dem gemeinten Unsinn geben sollte, müsste man entsprechend agieren.

    Beispiel: In meinem Physikunterricht behauptet jemand, ich sei von Bill Gates angestiftet, über Elektronen zu sprechen, die es aber in Wirklichkeit nicht gebe. Daher wolle man meinen Unterricht nicht mehr besuchen- Konsequenz bei Leistungsverweigerung: Note ungenügend.

    Bei ernsthaftem Diskussionswunsch über die Frage der Existenz von Dingen kann man sich bei mir auf eine saubere Unterhaltung zur Erkenntnistheorie gefasst machen.

    Mit Hass blicke ich auf meine Mathe-LK-Abiklausur zurück - Matritzen, irgendeine komische Käferpopulation.

    Ich blicke mit einem milden Lächeln auf mein Matheabi (GK 1980) zurück - war ein Witz gegenüber dem, was ich heute meinen AbiturientInnen zumute, auch an bekloppter Anwendungssabbelei. Dafür war Englisch wohl vom Anspruch ordentlich und Sowi auch.

    Was ich alles nicht konnte, habe ich erst im Studium begriffen😀. Hat trotzdem gut geklappt, vielleicht waren die Grundlagen sicher und die Freude am Lernen noch groß genug.

    Gleichwohl haben sie einen Anspruch auf Unterricht sowie auf alternative Formen der Leistungsfeststellung.

    Diesen Anspruch haben Testverweigerer in NRW glücklicherweise ausdrücklich nicht. Ist das in RLP anders vorgeschrieben? Ist m. E. zeitlich nicht machbar, ohne an anderer Stelle Arbeitszeit zu reduzieren.

    Bei Wechselunterricht versorgen unsere KollegInnen die Testverweigerer aber netterweise mit Aufgaben und weiteren Materialien, so wie es die Distanzgruppe auch erhält.

    Die Besprechung der Aufgaben in Präsenz bekommen sie dann aber nicht mit und können allenfalls hochgeladene Lösungen ansehen.

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