Und... "Probleme" gibt es, gerade in "Brennpunkten" auch mit Deutschen, Osteuropäern, Balkan ist auch eine Gruppe die gerne mal "negativ auffällt" - du kannst es nicht an einer Nationalität oder einer Religion festmachen.
Ich möchte - als Lehrerin an einer Brennpunktschule - genau das unterstreichen.
Probleme entstehen bei uns durch:
1. Schüler, deren Eltern überfordert mit der Erziehung der Kinder sind oder sie nicht für nötig halten. Die gibt es in allen Nationalitäten. In manchen mehr, in anderen häufiger. Bei uns fallen zur Zeit vor allem deutschstämmige Schüler mit Verhaltensproblemen oder auch Gewaltbereitschaft auf.
2. Eltern, die nicht gut genug Deutsch verstehen, um grundlegende Informationen zu erfassen und die sich nicht helfen können (Freunde, Geschwister zum Übersetzen). Das macht die Kommunikation schwierig, aber die meisten wollen.
3. Kinder mit Sprachproblemen. Davon gibt es bei uns 3 Gruppen: Nullsprachler: Junge Nullsprachler wurden "ins Sprachbad geworfen" (= ohne Förderung in die Regelklassen gesteckt). Die lernen Deutsch dann abhängig von ihrer Sprachlernfähigkeit. Das kann nach 2 Jahren schon ganz gut aussehen, manchmal ist aber auch noch nach 5 Jahren ein haarsträubender Rückstand da. Hinzu kommen die in D geborenen Kinder, die zu Hause eine andere Sprache sprechen. Für die gibt es keine Förderung (mehr), obwohl auch sie deutliche Grammatikprobleme haben. Die dritte Gruppe sind deutsche Schüler, die Sprachrückstände haben. Auch hier: Keine Förderstunden. Durch die mangelnde Ausdrucksfähigkeit entsteht manchmal Gewalt.
4. Kinder, die massive Lernrückstände haben - ohne einen sonderpäd. Förderbedarf "Lernen" zu haben. Davon haben wir viele und darunter viele deutschstämmige. Wenn man Glück hat, gibt es eine Förderstunde für LRS oder Rechenschwäche pro Woche. In meiner Klasse bricht mir z.B. das häufig das pädagogisch-didaktische Genick.
An meiner Schule würde so eine Quote keine Veränderung bringen, da wir unter 50% Migranten haben. Wir sind nicht einer der ganz extremen Brennpunkte, aber es ist trotzdem so heftig, dass mehr Unterstützung dringend nötig wäre.