Beiträge von Conni

    Ich finde es lächerlich, dass so ein Aufwand geleistet werden muss, nur dass Kinder die Toiletten nicht verwüsten. Machen sie das etwa zu Hause auch? Was sagen die Eltern dazu? Auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass trotz des Erziehungsauftrags von Schule die Vorarbeit durch die Eltern geleistet werden sollte, Schule bereitet ja gewissermaßen auf's Leben vor: Und wenn ich mir dann vorstelle, dass Schüler A mit Anfang 20 in einem seriösen Unternehmen in der Buchhaltung arbeiten oder Schüler B im selben Alter die Freundin ins schicke Restaurant ausführen wird. In solchen Situationen können sich Menschen auch nicht wie Schweine benehmen, sondern haben sich den gesellschaftlichen Erwartungen zu beugen - ohne dass irgendwas fester angeschraubt wird. Es ist nicht so, als ob Grundschulkinder nicht gescheit auf die Toilette gehen können. Wenn sie es hingegen nicht wollen, dann müssen sie auch mal ernsthaft die Konsequenzen ihres Handelns spüren, sodass es einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Lieber in dem frühen Stadium des Grundschulalters als später, wenn durch solch ein Mistverhalten die berufliche und private Existenz aufs Spiel gesetzt werden könnte.

    Das ist nicht lächerlich, das ist ein alltägliches, akademisch nicht beachtetes Problem an Grundschulen. Du könntest deine Masterarbeit drüber schreiben. Es gibt schon seit einiger Zeit weniger Umfragen. 8)
    Nein, das machen sie zu Hause nicht. Die Eltern zucken mit den Schultern, sagen, die Schule sei schließlich aufsichtspflichtig.
    Die meisten können gut einschätzen, wo sie erwischt werden und wo nicht.
    Mit 20 haben sie das überwunden. Also viele. Es sei denn, du bist am Ballermann. Manche WC-Kneipen in Berlin bieten das Schul-WC-Flair auch.

    Welche Konsequenzen meinst du nun genau? Genau darum geht es hier. Das WC saubermachen lassen darfst du sie aus hygienischen Gründen nicht. (Ja, mal Wasser vorm Waschbecken vom Boden aufwischen, Handtücher aufsammeln ok, aber nicht die Verstopfung beseitigen.) Und genau an dieser deiner Forderung merkst du ja, dass es eigentlich nicht lächerlich ist.


    (Ansonsten bin ich relativ schockiert, wenn ich hier im Forum von sowas lese, dass schon die kleinen Furzknoten so viel Vandalismuspotential haben. Hat mal jemand wen erwischt? Wie hat der / die denn reagiert? Würde mich echt mal interessieren (, ohne von der eigentlichen Frage ablenken zu wollen.))

    Hamilkar

    "Das war ich nicht!"
    "Ey Alda, das war ich nich, spinnst du?"
    "Der hat auch..."
    Sprachloses Grinsen.
    "Nein, das war ich wirklich nicht!"
    In Einzelfällen (meist die leichteren, nur etwas Papier auf dem Boden) Zu-Boden-Blicken und Einsammeln der Sauerei.
    (Die obigen Reaktionen sind Reaktionen von Kindern Erwachsenen gegenüber.)

    Wichtigste Frage zuerst: Hast du im Praktikum keine Mentorin? Was sagt die denn zu deiner Planung? Was schlägt sie vor? Wie wird sie an der Stunde beteiligt sein?

    Zweite Frage: Ist das deine erste allein zu unterrichtende Stunde? Rechne mit Unvorhergesehenem. Rechne mit mehr Zeit. Habe immer eine Zeitreserve. Und am besten eine "Mist-die-Stunde-ist-schon-um"-Reserve. Bitte sieh zu, dass du nie eine Stunde beendest, in der die Kinder irgendetwas ausgeschnitten und halb aufgeklebt haben.

    Meine Einschätzung:
    Du scheinst viel sprechen zu wollen. Kann man machen, kann gut funktionieren, kann die sichere Variante sein - besonders, wenn die Kinder es von ihrer Lehrerin gewöhnt sind. Wird im Referendariat nicht gerne gesehen. Wie es im Praktikum ist, kann ich nicht einschätzen und auch nicht inwiefern deine Dozenten (oder wer auch immer dein Praktikum von der Uni aus betreut) das beurteilen.
    Hinzu kommt, dass die Anfangs- und Endaktivitiäten nur wenige Kinder beschäftigen, der Rest muss "aufpassen". Das kann in der 2. sehr unruhig werden. Diese Phasen sollten daher Tempo haben und nicht zu lange dauern.


    Im Einzelnen:
    Zu 1) / 2): Das In-den-Sitzkreis-Kommen sind die Kinder gewöhnt und das klappt?
    Wie sollen die Kinder was über die Ernährung des Jungen erfahren?
    Könntest du das "erfahren" (ich denke, du willst sprechen) weglassen und gleich nach dem körperlichen Zustand des Jungen den Einkaufskorb als stummen Impuls hinlegen? Die Kinder sollten darauf kommen, was das Problem ist und sie werden höchstwahrscheinlich an der Stelle bereits die Lösung benennen, v.a. wenn bereits Gemüse behandelt wurde.
    Dauer inklusive Stundenbeginn, jeder geht an seinen Platz, wird leise, der letzte kommt vom WC zurück etc. pp.: Mit eintrainiertem Sitzkreis ca. 10 min, ohne 20.

    3) Wie sieht die Pyramide aus? Wenn da noch keine Lebensmittel drin sind, erkennt man sie als Ernährungspyramide? Wenn das gesichert ist: In Ordnung. Lass ruhig die Kinder zu Wort kommen, aber lass sie nicht vom Thema abschweifen. 5 min

    4) Hier ist die Kernfrage, wie du es machen willst. Ich habe im 2. Halbjahr der 3. Klasse Ernährungspyramidenteile ausschneiden und aufkleben lassen. Dabei waren keine einzelnen Lebensmittel auszuschneiden, sondern quasi Puzzleteile: Jede Zeile war in 2 Teile zerteilt und diese mussten auf eine Vorlage geordnet werden. Die Aufgabe hat bei den meisten zwischen 15 und 30 Minuten gedauert und es hatten wider Erwarten Kinder Probleme mit dem Zusammensetzen. (Überwiegend sehr leistungsschwache Schüler im Brennpunkt.) Für den Anfang der 2. Klasse würde ich hier + 10 bis 15 min rechnen gegenüber der 3.
    Wenn du gar nur einzelne Lebensmittel zum Ausschneiden hast, wird es auf jeden Fall noch mehr, denn dann haben die Kinder keine Orientierung, wo die einzelnen Lebensmittel hinkommen.
    Und: Was machen die Kinder, die nach 15 Minuten fertig sind, wenn die Klassenkameraden 40 min brauchen?
    Oder willst du nur verbinden lassen? Dann würde ich 10 min ansetzen.

    5) Wenn ihr nun vergleicht und einige Kinder haben sie falsch? Was genau tun diese dann? Und wenn es nur ein Pro-Forma-Vergleich ist nach dem Motto: "Toll, wir haben alle richtig und jetzt schauen wir mal, ob es diese Pyramide auch im Buch gibt." - Was ist der Sinn des ganzen?
    Ich würde versuchen, die Erfolgswahrscheinlichkeit bei Punkt 4 auf ein nahezu sicheres Niveau zu bringen (leistungsstarke Schüler neben die mit Problemen, Praktikantin und Mentorin helfen den Kindern mit großen Problemen, alternativ für diese ein leichteres Blatt) und das Buch da rauszulassen. Das Buch könnte man in der Folgestunde zur Wiederholung einsetzen. (Mal abgesehen davon, dass "Buch aufschlagen" am Anfang Klasse 2 mit gewissen Risiken bzgl. Seitenzahl, weinender Kinder infolge vergessener Bücher, lange zu suchender Bücher verbunden ist.)

    Ich würde direkt zu Schritt 6 kommen und die Kinder die Pyramide selber ordnen lassen. Meldekette: Jeder ordnet ein Lebensmittel ein und ruft das nächste Kind auf. Vereinbare ein Zeichen dafür, wenn die Kinder nicht einverstanden sind: Melden mit beiden Händen z.B. - dann muss es eine kurze Begründung des Einordnens geben und eine kurze Diskussion. Auch hier 10 min

    Sitzkreis und Einkaufskorb füllen: 10 min

    Aufräumen des Arbeitsplatzes: 5 min

    Insgesamt wären das nach meiner Einschätzung und Erfahrung zwischen 50 und 85 min. Vielleicht sind eure Zweitklässler ja viel schneller als unsere Schüler und meine Einschätzung ist falsch. Das weiß ich natürlich nicht sicher, denn ich kenne die Klasse nicht. An deiner Stelle würde ich mich absichern, denn eine der ersten eigenen Unterrichtsstunden, die unabgeschlossen irgendwie schnell beendet werden muss, weil Sport ist und noch die Tische gewischt und die Hände gewaschen werden müssen und das Zeug zusammen gepackt werden muss, ist frustrierend.
    Gibt es die Möglichkeit, dass du etwas überziehen darfst? Dann würde die Variante mit dem Verbinden möglich sein. Sonst besprich bitte mit deiner Mentorin, wo es kürzer und knapper geht.

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    Ich würde es mit unseren Schülern eher so machen:
    1 / 2) Sitzkreis: Körperliche Situation des Jungen, Einkaufskorb, Vermutungen - 10 min
    3) wie beschrieben, Pyramide ist als E-Pyr. erkennbar. - 5 min
    4) Du + Mentorin gehen mit Karton/Säckchen etc. herum: Jedes Kind zieht eine Lebensmittelabbildung und überlegt sich, wo diese in die Pyramide gehört. Einordnen der Lebensmittel, Meldekette, Sofortkorrektur durch Schüler - 10 min
    5) Sitzkreis, Einkaufskorb, Kinder füllen ihn neu (mit darum herumliegenden Abbildungen von Lebensmitteln, jedes Kind wählt eine aus). Jedes Kind begründet seine Wahl in einem ganzen Satz. Wenn ein Kind das nicht kann, darf der Nachbar helfen. - 5 bis 10 min, je nach Fähigkeiten der Kinder
    6) Spiel im Kreis, z.B. "Ich gehe einkaufen und nehme...." mit (a la "Ich packe meinen Koffer...)
    Oder "Gemüsesalat" (a la "Obstsalat") - verbleibende Zeit
    Dieser Punkt ist der "Notfallpunkt", den man weglassen kann, wenn irgendwo anders mehr Zeit benötigt wird oder etwas Unvorhergesehenes passiert.

    Arbeitsblatt zur Pyramide entweder als Hausaufgabe oder in der Folgestunde.

    Eine Sechste kann man durchaus mit nackten Menschen konfrontieren, das verkraften die schon. Aber wer lieber mit Ohropax rumläuft, warum nicht? Mir wär das zu viel Einschränkung meiner Freiheiten :)

    Meine Schüler kann ich auch mit nackten Menschen konfrontieren, nur die Folgen...
    Wobei das in der Bravo ja nur ein paar wenige Seiten sind, die spannend sind. Und die sind klein geschrieben und vieeeeeel Text. Nachdem ich gestern noch Fischnamen vorgelesen habe, ist die Gefahr, dass sie ganze Texte lesen, wohl nicht so groß. Sollte ich es wagen?


    paar Bravos auslegen etc.? Klappt nicht immer, aber manchmal bricht ein paar Wochen lang ein Hype aus ;)

    ^^ ^^ ^^ Muss mir das gerade in meiner 4. vorstellen (Alter zwischen 4. und 6. Jahrgang und in letzter Zeit auch unheimlich laut, bis zur Schmerzgrenze). Letztes Jahr sind wir beinahe aus dem Kindermuseum geflogen, weil die Klasse begeistert (und damit laut) war. Die entspannungsbefreite Mitarbeiterin drohte mir alle Viertelstunde mit dem Wachdienst. Die können nicht anders, zu meinem Leidwesen.

    Neulich kam einer zu mir und fragte, ob es in der 4. noch Sexualkunde gäbe. Ich bejahte. Er lief zu seinen Freunden zurück und erklärte ihnen, dass man Sexualkunde braucht, um schwanger zu werden. Ein andere Schüler meinte, seine Mutter würde "uns noch einen neuen Bruder machen". Die dritte erzählte zu Hause, dass die vierte ihr erzählt habe, dass ihre Mutter durch eine Impfung schwanger wurde. Die Mutter der dritten bat mich, dem nicht zu widersprechen.
    Das Gute daran: Nachdem ich mich mit reichlich Material eingedeckt hatte, wurde spontan der Einsatzplan geändert und mir der Sachunterricht weggenommen. 2 Probleme weniger. (Schwangerschafts-Impfungen und Fahrradfahren)
    Ich stelle mir jetzt gerade vor, ich lege Bravos aus... Mal abgesehen davon, dass die vor Begeisterung noch lauter reden, kichern sie sich dann vermutlich im Unterricht halbtot.

    Die Eltern meinen übrigens, ich solle ihnen etwas vorlesen, damit es leise in der Pause ist. Und ich solle ihren Kindern die Sachen für die Hausaufgaben in die Tasche packen und dafür sorgen, dass sie sie nicht wieder auspacken. Und ich solle ihre kleinen, schüchternen, absolut niehihihiehie ein Wässerchen trübenden Mikro-Mädchen den ganzen Tag vor den bösen, hauenden Jungen beschützen. Manchmal kann man den Beruf nur mit viel Humor ertragen.
    Eine meiner Kolleginnen steckt sich bei allen Schulveranstaltungen, die lauter werden, Ohropax ins Ohr.

    PS: Bei uns funktioniert das mit dem Hof auch nicht, weil ich in den kleinen Pausen immer in andere Klassen muss.

    Bei uns gab es das Toilettenpapier einige Jahre lang vom Klassenleiter und die Handtücher auch. Bei fast allen einfach in einem Körbchen mit Rolle und ausreichend Handtüchern drin. Bei ganz vereinzelten Spezialkandidaten in so weit begrenzter Form, dass es für menschliche Eventualitäten reichte, aber nicht zum kompletten Verstopfen des WCs. Die Verstopfungen haben sich massiv reduziert.
    Inzwischen gibt es wieder Toilettenpapier und Handtücher im WC, allerdings ist das WC-Papier auf festgeschraubten, abgedeckten Rollen, die normalerweise nur 1 Blatt gleichzeitig von sich geben, d.h. man muss ganz oft reißen, bis es für Verstopfung reicht. Zusätzlich ist eine Klasse WC-Aufsicht und muss in den Pausen gucken gehen, ob alles sauber ist, loses (sauberes) Handtuchpapier aufsammeln und bei stärkeren Problemen der Putzfrau oder dem Hausmeister Bescheid geben. Funktioniert auch noch ganz gut.


    Wenn's geht, schick ich den Vertretungskollegen Material für die Schüler (Übungen zum aktuellen Thema oder Selbsterarbeitungsaufträge). Die Kollegen sind dankbar, dass sie sich nicht auf die Schnelle selbst was suchen müssen, und ich kann es danach in meinem Unterricht besprechen. Das macht bei uns auch fast jeder so.

    Ich mache das seit Jahren so, wenn irgendwie möglich. Oder: Wenn ich total erkältet bin und mich schon ziemlich schleppe, lege ich eine Planung, die auch für Vertretung machbar sein sollte, sichtbar auf den Schreibtisch. Und in den letzten Jahren passiert es immer häufiger, dass sogar Stunden aus meiner Planung umgesetzt werden und ich nicht mehr so viel mit dem Lochen, Einsortieren und Retten oder Wegwerfen von wirklich gut gemeinten "Vertretungsarbeitsblättern" oder "Vertretungsthemen" beschäftigt bin.

    Das Matherad macht das so. Jeder hat einen Magneten und markiert, wo er ist und sieht dann auch, dass er ggf. nur ein Viertel des Stoffes für die Doppeljahrgangsstufe in einem Jahr geschafft hat.

    Btw. stelle ich mir das die ganze Zeit so vor: "Ja, liebe Kinder, das Thema 'Winter' haben wir im Sachunterricht noch nicht bearbeitet, also los jetzt. Zur Einstimmung bei heute 30 °C erhält nun jeder ein Eis. Ist es sicher, möglich oder unmöglich, dass jemandem das Eis herunterfällt? .... Wunderbar, damit ist der Teilbereich 'Kombinatorik' abgehandelt. Das Eis hat 8,97 € für alle Kinder gekostet. Sind das mehr oder weniger als 10 €? Super! 'Geld' ausmalen bitte! Und jetzt misst bitte jeder die Zunge des Nachbarn aus. Super! 'Längen' und 'Partnerarbeit' aus dem Methodencurriculum ausmalen. Es sind noch 5 Minuten bis zum Ende des letzten Schultages. Wer schafft es jetzt ganz schnell, das Thema 'Uhr' noch auszumalen. So, super. Wartet kurz, ich nehme mal eben das Streichholz... Huch! Es gab einen Vulkanausbruch! Die Gebiete 'halbschriftliche Addition und Subtraktion', sind von der Lava verschluckt worden. Damit ist Mathe vollständig ausgemalt. Achso: Tschüss, schöne Ferien! Und es wäre schön, wenn ihr wenigstens einen Teil der Schatzkarte im Kopf behaltet. Wenigstens die Aufgaben bis 20. Na gut, 10 wäre auch schon schön."

    Kannst du da mal einen Link einstellen?Ich war bei der Personalversammlung im Kino International im Oktober mit dem wirklich sehr sympathischen und empathischen Herrn R. und dort teilte er nur mit, dass LuKs ausgeschlossen sind.

    https://www.gew-berlin.de/14447.php Etwa so, Brief kürzer.
    Es werden jedes Jahr ein paar Leute mehr bekommen. Ist doch logisch, dass es Unfrieden gibt. Die GEW hat sich so richtig an der Nase herumführen lassen. Ich habe nach dieser freudestrahlenden siegessicheren Ankündigung der GEW bzgl. der Wahlversprechen, damals kurz vor den Wahlen überlegt, ob das ernst gemeint oder ein Spaß ist.


    "Ich bin davon überzeugt, gut mit Kindern umgehen zu können, da ich selber regelmäßig die Grundschule besucht habe."

    :staun: :stumm: ;(

    Krass! Bei uns sind viele wieder gegangen. Die meisten wussten eben nicht, worauf sie sich einlassen. Eine Kollegin sagte neulich, ihr wurde gesagt: "Unsere Schüler sind ein bisschen schwieriger." Was das bedeutet, habe sie nicht erahnen können.

    Das macht ihr, @Kathie? Immer?
    In Klasse 1 - 4 ? Rechtschreibung, Grammatik, Inhalt ?

    Und wenn da Fehler sind, was macht ihr dann? Ihr streicht das an? Oder korrigiert ihr selbst? Und dann? Muss es berichtigt werden? Und dann? Schaut ihr euch die Berichtigung wieder an? (Und wenn ihr sie nicht bekommt?) Und korrigiert ihr die Fehler in der Berichtigung wieder (garantiert gibt es sie !!!)? Und dann muss wieder berichtigt werden und es wird wieder kontrolliert? Bis es keinen Fehler mehr gibt?

    In jedem Fach, in jedem Heft, jeder Eintrag?

    Ich nicht. Dazu müsste mein Tag 7 Stunden mehr haben. Min-des-tens.
    Wir haben derzeit so viel mit Schulentwicklung, neuem Lehrplan, Projekt-, Arbeits-, Jahrgangs-, Fachgruppen, Beratungen und Konferenzen zu tun und dauerhaft und kontinuierlich so viel mit Schulsozialarbeit, dass ich eh regelmäßig bis spät abends arbeiten muss, um halbwegs klarzukommen. Mehr geht nicht.
    Ich gehe im Unterricht herum und schaue in die Hefte. Schüler, die nicht arbeiten (meine Klasse hat einen starken Drang zur freundlichen Arbeitsvermeidung) ermahne ich und halte sie zum arbeiten an, aber neben jedem, der permanente Hilfe und Zuspruch braucht, kann ich nicht stehen. Wenn der Eintrag unvollständig oder fehlerhaft ist, weise ich darauf hin und kontrolliere auch, ob sie es verbessern, aber überall kann ich nicht sein. Bei ganz wichtigen Sachen, wenn ich vor der Hofpause Unterricht in meiner Klasse und keine Aufsicht habe (insgesamt nur noch 2mal pro Woche), müssen sie dann in der Hofpause im Raum bleiben und abschreiben.

    Wir haben eine Hausaufgabenbetreuung im offenen Ganztag. Je nachdem, wer die durchführt, sind die Hausaufgaben kontrolliert und Fehler verbessert oder nicht. Bis Klasse 3 lief das super und es war immer ein Grund, den Kindern eine positive Rückmeldung zu geben bzgl. Genauigkeit und Durchhaltevermögen.
    Jetzt in der 4. läuft es nicht mehr gut (die Hausaufgabenbetreuung ist jetzt freiwillig). Momentan hat die Hälfte noch vollständige und (fast) richtige Aufgaben, der Rest hat große Schwierigkeiten. Dazu Eltern, die der Ansicht sind, ich müsse ihrem Kind die Hefte in die Tasche packen und den Rest des Tages dafür sorgen, dass das Kind die Hefte nicht wieder auspackt und "in der Schule vergisst" (Beliebte Arbeitsvermeidungsstrategie, wir packen schon gemeinsam die Hefte ein, an mondverknoteten Tagen mit "Alle Kinder halten das Heft hoch. Packe nun dieses Heft in die Tasche. Y: Heft - Tasche! X: Heft - Tasche, jetzt! A: Setze dich hin. Packe nun das Heft in die Tasche. B: Falsch. Nimm das Heft in die Hand. Öffne die Tasche. Stecke das Heft in die Tasche. So ist es richtig. - C: Hilf bitte Y, das Heft in die Tasche zu packen.") und Eltern, die meinen, ich müsse ihnen jede Hausaufgabe genauestens schriftlich erläutern. Ich habe den Eindruck, dass sich einige Eltern und Kinder derzeit auf Vorschulniveau zurückentwickeln, was zu weiteren zusätzlichen Gesprächsterminen und Dokumentationen etc. führt. Ich bin mit der Kontrolle der Aufgaben, dem Eintragen der vergessenen Aufgaben (oder dem Anleiten der Kinder zum Eintragen - noch zeitraubender, da einige Kinder einfach nicht einschreiben, was ich sage oder die Woche nicht finden, den Tag nicht finden - "Der Montag, das ist der Tag, an dem das M zuerst steht und das o danach." - Und es wird in den Donnerstag eingetragen.), dem Kontrollieren von Unterschriften und dem Einsammeln und hinterherrennen hinter Zetteln momentan eine halbe Unterrichtsstunde pro Tag beschäftigt. In der Zeit arbeiten die Schüler natürlich wieder nicht leise und selbstständig, denn das können viele beides nicht.

    Mich stresst das gerade unheimlich, weil ich jedem Mist hinterherrennen muss. Im Moment sammle ich noch Hausaufgaben und Stundenarbeiten ein und zensiere sie (bei uns erlaubt und von der Schulleitung so vorgeschlagen), dann muss ich den Berichtigungen derselben aber wieder hinterherrennen. Ich merke, dass mich das massiv erschöpft und denke ernsthaft drüber nach, keine (Pflicht-)Hausaufgaben mehr aufzugeben. Dann haben sie eben weniger Übung. Es sind ja nicht meine Kinder und wenn vom Elternhaus und vom Kind nicht ein Minimum an Mitarbeit kommt, bin ich auf verlorenem Posten. In der Parallelklasse mache ich es schon so, da es dort mindestens 15 Minuten dauert, bis jeder eingetragen hat und weitere 15 Minuten, bis ich bei jedem kontrolliert habe und gleichzeitig dafür gesorgt habe, dass keiner verletzt wird. Da werde ich erst wieder Hausaufgaben geben, wenn die Klassenleiterin effiziente Kontrollmechanismen installiert hat. (Bei mir gibt es einen Dienst, der kontrollieren muss, dass jeder in die richtige Woche, den richtigen Tag einträgt und alles von der Tafel ins Heft schreibt. Seither schaffen es meine in 10 min, wobei ich den Kontrolldienst eigentlich nochmal kontrollieren müsste.) Allerdings ist die Parallelklasse - wenn sie vom Verhalten her keinen Mondknoten-Tag hat - doppelt so schnell im Lernen wie meine Klasse.

    ARGS. Musste mal sein.

    PS: Ja, die wichtigen Einträge kontrolliere ich sehr gerne und lasse sie verbessern - wenn es die Rahmenbedingungen zulassen.

    Im Genfersee soll Gerüchten zufolge ein U-Boot lauern! Und jetzt sprecht dem armen Bodensee mal nicht seine Gezeiten ab. Die sind da... Bestimmt. Muss man nur dran glauben :)

    Ein U-Boot? Als Nessie getarnt? Am Bodensee gibt es natürlich Ge-Zeiten: Ge-Zeiten ohne Nebel (Sommer), Ge-Zeiten ohne Mücken (Winter) und Fasnet. Musste jetzt mal wieder sein.

    Übrigens:
    Heute war in meiner Klasse ein weißer Tag, also einer von den ungünstigen, mit den 3 großen S der Grundschule:
    Schreien, Streiten, Schlagen.
    Ergänzt durch Treten.
    Die ersten beiden übrigens nicht nur in den Pausen.

    Ich möchte auch ein Einhorn, gerne auch ein frühlingsgrünes. Socken aus einer Wolle namens "Einhornpups mit Glitzer" und Pistazien habe ich schon hier.

    Grundschule Klasse 4:
    Alles von a bis d.
    a) selten: Wenn die Aufgabe anschließend noch verwendet wird und z.B. eine Vorbereitungsaufgabe für die Arbeit in der Stunde war,
    b) häufig: Wenn ich weiß, einige Kinder sind noch unsicher, Problem: Differenzierte Aufgaben.
    c) häufiger, durch die Zusatzaufgaben momentan kaum schaffbar. Daher sammle ich derzeit manchmal von ein paar Kindern Aufgaben ein und bewerte sie - besonders bei Abschreibübungen, Aufgaben mit Selbstkontrolle und Aufgaben, die der Festigung dienen, also die Plenumskontrolle nicht unbedingt absolut nötig ist.
    d) Nur manchmal, wenn ich es zeitlich schaffe. Dann eher auch nur von ein paar Kindern mit Berichtigung, die sehr viele Fehler haben.
    e) Partnerkontrolle: Kinder tauschen die Hefte und kontrollieren oder sie kontrollieren gemeinsam ihre Hausaufgaben. Manchmal. Sollte ich häufiger machen. :)

    Eigentlich reicht allein schon der Anblick von dunklen Wolken am Himmel. So einfach ist der Zusammenhang zwischen Wetter und Stimmung in der Unterrichtsstunde hergestellt.

    Bei uns werden die Kinder ca. 1 Tag vorher unruhig. Luftdruck sag ich, ich bin auch wetterfühlig und merke auch, dass es irgendwie unangenehm ist. Manchmal mault mein Blutdruck rum.

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