"Zucht und Ordnung" klingt sehr ablehnend. Da kann natürlich keiner sagen, dass er das befürworte. Zucht und Ordnung will ich auch nicht. Eine vernünftige Arbeitsatmosphäre schon. Sie scheint mir die Grundlage aller Lernerfolge zu sein.
Ich konkretisiere, was ich damit meinte:
- Konsequenzen bei kleinsten Disziplinverstößen (Eltern in Schule zitiert, die damals auch noch pro-Schule reagierten) - bis hierhin finde ich es in Ordnung,
- bei größeren Verstößen wurde der Betrieb, in dem die Eltern arbeiteten, informiert, diese wurden dort zum Chef zitiert und bekamen richtigen Ärger (das würde etwa 5 bis 8 Elternhäuser meiner Klasse heutzutage betreffen), ferner gab es Fahnenapelle, bei denen Tadel vor der ganzen Schule vergeben wurden, ebenso wie Lob. Beides wurde von der Klasse massiv schlecht angenommen, da man damit "aus dem Einheitsbrei" herausragte,
- wer nicht passte, wurde entweder an die Sonderschule abgeschoben oder als Außenseiter abgecancelt (habe einen überdurchschnittlich intelligenten Bruder, der in der DDR zum totalen Schulversager wurde),
- Einheitslernen. Jeder lernte zur gleichen Zeit das gleiche. Dies war genauestens vorgegeben: Was muss in welcher Stunde unterrichtet werden. MUSS. Keinerlei Abweichen, wer mal eine "aktuelle Stunde" zu einem aktuellen Thema (Mama von Mitschülerin im Krankenhaus) einschob, bekam richtig Ärger. Mein Bruder ist ausgetickt, weil er damit nicht klarkam. Ich habe mich weggeträumt, weil ich massiv unterfordert war und 6 Jahre komplett in Fantasiewelten zugebracht, danach etwas seltener. Bei kleinsten Äußerungen, wenn man z.B. einen Buchstaben schon kannte, bevor die Lehrerin ihn benannte, wurde man blöd angemacht, bloßgestellt und beschämt. Je nach Lehrerin mehr oder weniger.
Gleichschrittig marschierende Masse.