Stimme vollkommen zu. Klassenlehrer ist verantwortlich und will sich rausreden.
Bei uns ist erste Anlaufstelle ebenfalls das Sekretariat. Vor einigen Jahren gab es ein Kind, das eine Tischtenniskelle an den Kopf bekam, ihm ging es bis auf eine winzige Beule super - und die Erzieherin hatte eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung an der Backe, da später eine Gehirnerschütterung festgestellt wurde. Damals wurde bei jeder Kopfverletzung das Elternhaus informiert mit einer Aussage, wie es dem Kind geht und die Eltern mussten einschätzen, ob sie das Kind abholen oder nicht. Alle paar Jahre wurde die Belehrung diesbezüglich wiederholt, zwischendurch schliff es beachtlich - und zwar bei der Sekretärin.
Das Problem ist, dass Kinder manchmal im Nachhinein eine Gehirnschwellung entwickeln können, weil die Knochen noch nicht so fest miteinander verwachsen sind wie bei Erwachsenen. Es kann dann passieren, dass in der Schule alles gut ist und ein paar Stunden später zu Hause kippt das Kind um, wird ohnmächtig etc. Dann ist es wichtig, dass die Eltern wissen, was los war oder gleich zum Arzt gehen.
Jedenfalls sehe ich hier auch den Klassenleiter in der Pflicht.
Beiträge von Conni
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Noch ein englischsprachiges Abstract, in welchem auch explizit Stehen und Umherlaufen erwähnt werden.
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Danke Tequila Sunrise. Ich war gerade am Überlegen, ob ich schreiben soll "Ich geb's auf." und suche seither Belege bzgl. z.B. des Kippelns. Wir hatten vor ca. 5 Jahren 2 ausführliche Fortbildungen zum Thema "Wahrnehmungsstörungen", bei denen es genau um solche Dinge ging.
Wenn die Literatur etwas älter ist, dann ist natürlich der Anspruch ein anderer. Vielleicht sollte man mit der Umfrage dann aber auch ältere Lehrkräfte ansprechen und fragen, wie ihr Unterricht vor 20 Jahren war.Hier z.B. mal ein Bild von typisch gestörtem Unterricht, herausgegeben von der Bungesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung:
Gestörter Unterricht
Hier ein Artikel dazu, in der andere Sitzmöbel empfohlen werden - neben regelmäßiger Bewegung, auch der Beinmuskulatur. -
Ich hatte auf der ersten Seite die gleichen Probleme. Ich habe den Zeitaufwand in Kauf genommen und mir am Anfang immer alle ADHS-Kinder vor Auge geführt, die ich in den letzten Jahren hatte. Das konnte ich nicht durchhalten, dann hätte ich ewig gebraucht. Also habe ich irgendwann zu einem konkreten Schüler gewechselt.
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Wir machen es gerade anders herum: Erst Märchen kennenlernen, dann Gemeinsames und Typisches zusammentragen. Infos zu den Merkmalen sind in unserem Lesebuch (VuW Lesefreunde).
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Aber woran liegt denn nun der Lehrermangel? Damit haben offensichtlich viele Länder zu kämpfen. Mein Eindruck: vor allem ländliche Regionen sind betroffen. Insofern, als Anreiz: A14 für alle, die nach Fickmühlen, Hodenhagen oder Busendorf zu ziehen in Erwägung ziehen

... neben den genannten Orten wäre noch Berlin zu erwähnen. Ich glaube, das liegt irgendwo mitten im platten, sandigen Land, kurz vor Polen.
Es gibt Wellen. Nicht nur im Meer, auch bei den Lehrern und Schülern. Geburtenstarke Wellen, Pensionierungswellen etc. Das ist seit Jahrzehnten so.
Es gab immer wieder Phasen von Lehrermangel und -schwemme.
Zur Zeit scheinen sich mehrere Faktoren anzuhäufen: Geburtenstarke Jahrgänge ("Huch, wo kommen all die Kinder her, die eingeschult werden sollen? Woher sollen wir die Räume nehmen?"), viele Pensionierungen (war ebenfalls natürlich nicht vorhersehbar), lange Zeit wenig Einstellungen. (Ich habe 2005 eine von 5 Vollzeitstellen in ganz Berlin "ergattert", nachdem jahrelang nahezu nicht eingestellt worden war oder nur einige wenige Grundschullehrer mit befristeten 2/3-Verträgen) und zu wenig Plätzen im Vorbereitungsdienst. Vielleicht gibt es noch mehr Faktoren, die mir nicht einfallen? -
Nein, meine SchülerInnen lernen auf anderem Wege, was konstruktive Kritik ist. Allerdings habe ich es nicht als meine Aufgabe gesehen, konstruktive Kritik auszuüben. Du hattest nicht darum gebeten und wenn ein Fragebogen bereits im Netz steht und ich ihn vollständig ausfülle, erwarte ich natürlich, dass der bereits auf festen Füßen steht. Kann mir nicht vorstellen, dass du noch mal von vorne anfängst, egal welcher Art die anonyme Kritik sein möge.
Allerdings wäre etwas mehr Freundlichkeit hier sicher angemessen gewesen.Dem schließe ich mich an: Konstruktive Kritik am Fragebogen war hier nicht unsere Aufgabe, sondern das Ausfüllen desselben, bei dem offenbar mehreren unverständlich war, was die zugrundeliegenden Hypothesen sind.
Wenn der Fragebogen nicht nur geschlossene Fragen, sondern auch eine offene Antwortmöglichkeit ("Haben Sie Anmerkungen...?" mit Kästchen zum Hineinschreiben) enthalten hätte, wäre ein Teil des Unverständnisses dort aufgeschrieben worden und nicht hier. Ein Teil der hier geäußerten Kritik ist somit ein "selbst gelegtes Ei".Nun kommt meine konstruktive Kritik:
Der erste Teil des Fragebogens ist ein typischer Persönlichkeitsfragebogen. Ich habe mir als Studi ein paar Mark dazuverdient, indem ich in der psychologischen Fakultät an Versuchen teilgenommen habe. Da gab es bereits ähnliche Fragebögen. So weit schön und gut.
Nun kommt aber anschließend ein Fragebogen, bei dem bestimmte Verhaltensweisen von Schülern pauschal als Unterrichtsstörungen angesehen werden (trinken, umherlaufen). Tequila Sunrise äußerte hier bereits sachlich und konstruktiv (2. Teil ihres Beitrags), dass dies in bestimmten Schulen und Unterrichtskonstellationen normale Verhaltensweisen sind und keineswegs Unterrichtsstörungen. Auch Kippeln wird in Grundschulen oft gar nicht mehr als Störung angesehen, da es Kinder mit nicht vollständig ausgereiftem Gleichgewichtssinn gibt, die beim Kippeln (oder Wackeln auf einem Wackelbrett oder Sitzball) besser lernen.
Es wäre also gut gewesen, vorher abzufragen, welche der genannten Aktivitäten der Umfragenteilnehmer als Unterrichtsstörungen ansieht und dies in der Auswertung zu berücksichtigen. Stell dir vor, Frau Y hat im Fragebogen einige Merkmale für "depressive Züge" angekreuzt und gleichzeitig kippeln ihre Schüler und laufen (um sich z.B. ein Taschentuch zu holen) durch den Klassenraum, kauen Kaugummi oder trinken etwas. Damit gibt es gleich viel mehr vermeintliche Unterrichtsstörungen und es könnte ein Zusammenhang zwischen "depressive Züge" und "Unterrichtsstörungen" gefunden werden. Dem ist aber nicht so, weil die Schüler sich im Unterricht von Frau Y mit ihrem Verhalten an alle gängigen Regeln ihrer Schule halten. Allein deshalb wäre es gut gewesen, hier diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen.Der letzte Teil, in welchem man einschätzen soll, ob man weiß, was in den Schülern vorgeht, bleibt für mich unverständlich. Dies ist eine reine Selbsteinschätzung, die auch projektiv oder selbstüberschätzend sein kann. Allerdings hatte ich auch Professoren/Lehrbeauftragte, die dachten, als Lehrer müsse man sich in alle Schüler gleichzeitig hineinversetzen können und intuitiv erspüren, was sie fühlen/wollen/denken. Ich habe dann etwas Zeit gebraucht, um mich davon zu lösen. Nicht einmal in moderneren psychologischen Ausbildungen wird das noch vom Psychologen bei einem Einzelklienten erwartet.
Ich finde es befremdlich, dass diese Art von Umfragen zunehmen. Meine Motivation, so etwas auszufüllen, nimmt durch Umfragen dieser Qualität ab.
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Danke für deine Worte! Ich habe mir jetzt über Musikschulunterricht nicht so viel Gedanken gemacht, aber du hast Recht, es ist einfach individudel. Ich benötige für jede Note ein Notenblatt.

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Liebe pianoholic,
ich habe versucht, deine Umfrage zu beantworten, aber ich kann es nicht. Einige Sätze verstehe ich nicht. Kennst du jemanden, der dir nochmal beim Übersetzen helfen könnte?
Außerdem:
Von den Fragen her vermute ich: Du meinst Lehrer an Musikschulen und Musik-Konservatorien. Die gibt es hier im Forum so weit ich weiß nicht.
Ich bin Lehrerin an einer öffentlichen Schule. Ich unterrichte Lieder, Tänze, meine Schüler hören Musikstücke und sprechen darüber. Sie lernen allererste Noten (Violinschlüssel und Notennamen ohne Vorzeichen bis Klasse 4), ab und an ertrage ich unsere Metallophone (die klingen schrecklich), die Kinder spielen auf Orff-Instrumenten. Damit ist das meiste in deiner Umfrage gar nicht zutreffend. -
DIe 80 ist in Berlin dann aber eindeutig politisch gewollt um weniger LB-Schüler zu haben.
Ja, weiß ich. Leider.
An den Inklusionsschulen unseres Bezirks werden gar keine Feststellungsverfahren mehr durchgeführt, sondern diejenigen gefördert, die Schwierigkeiten haben. Nun kommt es zu folgendem Problem: Kinder mit massiven Lernproblemen wurden nach Rahmenlehrplan der Förderschule "Lernen" unterrichtet. Beim Übergang an die Oberschule stellt sich heraus, dass sie im "Berliner Sinne" keine Lernbehinderung haben. Was passiert nun genau? Dreimal dürft ihr raten!
Das was Schantalle als "praktisch ausgeschlossen" beschreibt: Die Kinder müssen ab Klasse 7 dem Rahmenlehrplan der Regelschule folgen. Es gibt gerade wirklich heiße Diskussionen darum. -
Zumal die Schülerin sie auf der Straße immer wieder treffen - krank ist sie nicht!Oben schriebst du noch, sie würde eine Therapie machen. Eine (Psycho-)Therapie bewilligt die Krankenkasse nur dann, wenn im Sinne der ICD-10 eine (psychische) Erkrankung vorliegt.
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Regelung ist in den Bundesländern unterschiedlich:
IQ unter 80 (!) = Lernbehinderung.
IQ ab 80 und kann nicht lesen und nicht rechnen = kombinierte Störung schulischer Fertigkeiten = LRS + Rechenschwäche.In meiner Klasse tummelt sich gerade ein Schüler, der in einem IQ-Test 81 und im anderen 84 hatte. Daraufhin wurden ihm völlige Normalität und ein unglaubliches Potenzial bescheinigt. Er wird nach dem Rahmenlehrplan der 3. Klasse unterrichtet. Derzeit hat er wieder einige Buchstaben vergessen.
"Lii---eeeees deee... deeen WasistdasnochmalfüreinBuchstabeWasistdasnochmalfüreinBuchstabeWasistdasnochmalfüreinBuchstabe? T...t....t...eeeeeext."
Ich muss ihn an die Leistungen der anderen heranführen. Mit liebevoller Konsequenz. Ein klein wenig Antreiben. (Arbeitstempo etwa 1/3 der anderen, muss ich immer wieder ausruhen...") Falls ich das in den kommenden 2 Jahren nicht schaffe, dann hat er eine Lernbehinderung, die er in meinem Unterricht ERWORBEN hat.

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Ich habe mal den Namen des Themas geändert.
Das kann wirklich mal passieren, beruhige dich.
Ich sage, wenn mir ein Fehler unterläuft: "Kinder, stellt euch vor, ich habe einen Fehler gemacht. XYZ hat gut aufgepasst und ihn bemerkt." Anschließend berichtige ich den Fehler und erkläre den Schülern, wie ich das tue. Meine Schüler freuen sich dann sehr, weil sie schlauer waren als ich und sehen gleich, wie man mit Fehlern umgehen kann. Du musst aber bitte prüfen, ob das in deinem Einzugsgebiet passt.
In meinem Einzugsgebiet haben wir viele "bildungsferne" Elternhäuser, die sich recht wenig um die Schule kümmern oder meine Arbeit nicht infragestellen. Es gibt nur wenige Eltern, die wegen jedem Bisschen in der Schule stehen. Wenn ein Elternteil nachfragen sollte, dann antworte ich: "Ja, das habe ich übersehen und deshalb korrigiert." - und zwar so, dass es wie etwas "ganz Normales" klingt. Keine Rechtfertigung, kein schlechtes Gewissen. -
Wär ich in Berlin auch, SR Bezahlung für GS Arbeit.
Die Qualifikation der Quereinsteiger die mit mir das Ref gemacht haben sah so aus: Gleiche Seminare wie wir, seht zu, da vorne ist die Tafel, da die Bücher und da der Haufen sind die Schüler...Viel Erfolg, kommen sie ja nicht heulen.
Traurig, traurig. Mir wurde in diesem Schuljahr eine Quereinsteigerin zugeteilt, die ich ausbilden sollte. Dann wurde mir gesagt, ich hätte das alles falsch verstanden, die haben halt keinen Ausbilder und müssen alleine zusehen. Die Dame vertritt jetzt laufend. Und sie kommt vergleichsweise gut zurecht, sie hat schonmal mit Kindergruppen gearbeitet.
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Ja, mit Warteliste, die Kollegen bei uns dürfen nächstes Jahr anfangen bis dahin sollen sie erstmal unterrichten und Kurse in "ihrem" Fach machen.
Das wusste ich nicht! Bei uns haben jetzt mehrere einen Platz im Kurs, die waren allerdings auch schon im vergangenen Schuljahr da, vielleicht haben sie einfach gewartet? Oh weia!

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So weit ich weiß, werden die bei uns sogar besser bezahlt? Nämlich nach Studium.
@immergut
Das ist mal wieder immer gut.
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Danke! Ich habe manchmal den Eindruck, in manchen Köpfen geht gar nichts vor. Zudem bin ich auch der Ansicht, dass ich das nicht "erwissen" oder "erfühlen" kann. Wenn ich es "intuitiv" weiß - und zwar bei 20 Kindern oder mehr, dann ist es eher ein Raten, sicher kann ich nicht sein.
Wer weiß, was die Threaderstellerin für Ansichten vom Beruf hat und wo ihr Fokus ist. -
Ich merke gerade, dass
unsere Vertretung mit Uniabschluss Gymnasium jetzt in Klasse 2 mit SU und Kunst als Fachlehrer doch
ins Schlingern kommt. Das kann ich ihm auch nicht verdenken....Sehr verständlich! Ich merke ja schon, wie ich ins Schlingern komme, wenn ich spontan in eine Klassenstufe zur Vertretung muss, die ich üblicherweise nicht unterrichte. Wir hatten Studienräte auch in der 1/2.
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Immerhin gibt es jetzt Kurse für Quereinsteiger mit Grundlagen der Grundschuldidaktik...
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Jaaa, das wünsche ich mir auch: Wenn es mir gut geht, haben alle ihre Materialien dabei und alle Eltern kümmern sich um ihre Kinder. Dann wäre ich einfach immer fröhlich!
Nehmen wir an, bei mir schliefen 100% aller Kinder 100% der Zeit. Müsste ich die anderen Fragen noch beantworten?Die Unterrichtssituation oder mein eigenes Reaktionsvermögen lassen es nicht zu mit jedem einzelnen Schüler verständnisvoll umzugehen oder deren Sichtweise einzunehmen... "Julia, 5x3! Moment, warte mit der Antwort, ich fühle mich in Florian ein, der gerade kippelt und in Hrissima, die zu spät kommt. So Julia ... Moment nein, Susi, warum guckst du so traurig? Hast du wieder die eklige Erdbeermarmelade auf dem Brot, die du nicht magst? Wie wäre es wenn du ganz lieb den Ahmet fragst, der hat Käse drauf und mag ihn auch nicht, tauscht doch. Julia, so, ich erkenne, wie du dich fühlst und ich sehe, dass du 15 denkst, du musst gar nicht sprechen! Wunderbar, weiter im Stoff. Gwendolin, ich sehe, dass du gerade über den nächsten Filmabend nachdenkst, hör bitte damit auf, denn jetzt ist Mathematik!"
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