Beiträge von Conni

    Achso. Gut, ich habe mich gar nicht focussiert auf diese Veränderung, da ich vor lauter Veränderungen keinen Durchblick mehr habe. Ich wusste auf der 2. Seite nicht mehr, was ich auf der 2. Seite schon gar nicht mehr, was ich ausgewählt habe. Aber spannend, dass es einen Zweck hat.

    Die Leute meinen es vermutlich gut, wollen euch die Freude gönnen und können sich gar nicht vorstellen, dass man ohne Kinder bleiben möchte. Die wissen es nicht besser. Ich vermute, dass die Anknüpfung an den Beruf dann nur ein Notnagel ist, um dieses Erstaunen zu begründen. "Lehrerin" assoziieren viele Menschen mit "Kindern". Berufsschule mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen haben sie nicht auf dem Plan.
    Am wichtigsten ist es eigentlich, dass du dich nicht ärgern lässt.

    Wenn du "Sprüche" brauchst:
    Eine Variante: Schallplatte. "Nein, habe ich nicht vor." - Immer wiederholen, leicht umformuliert, solange bis der andere aufgibt.

    Andere Ideen:
    "Ich mag nur fremde Kinder."
    "Ach nee, lass mal, halbtags reicht."
    "Kinder? Sind mein Beruf, nicht mein Hobby."
    "Gerade, weil ich Lehrerin bin, das hat mich total abgeschreckt."
    "Ich suche noch nach einer Leihmutter."
    "Wir haben noch keinen Kita-Platz gefunden, ich möchte erst schwanger werden, wenn ich den Platz sicher habe."

    Oder die Frage "Wann ist es so weit?" bewusst missverstehen und direkt dort verwirrend eingreifen: "Am Sonntag, da werden unsere neuen Gardinen kommen!" - "Am 28.2., da kann ich die nächste Klausur/Klassenarbeit schreiben lassen." - "Ach wegen des neuen Autos? Wir konnten uns noch nicht für eine Farbe entscheiden."

    Ich habe auch mal geantwortet: "In 50 Jahren ist hier aufgrund der Klimaerwärmung eh alles überschwemmt, wozu Kinder?" Da muss der andere aber etwas hartgesottener sein und kein Öko-Freak, der dann eine Grundsatzdiskussion beginnt.

    Ansonsten hat sich das Thema ab einem bestimmten Alter von selber erledigt. Da wird eher betreten geschwiegen als nachgefragt.
    Ich habe mir - wenn mich mal etwas in der Richtung geärgert hat - immer überlegt, wie es wäre, wenn ich unbedingt Kinder haben wollte und keine bekommen könnte - dann lieber ein paar erstaunte Sprüche anhören.

    Zum Thema Fehler:
    am besten mit Humor nehmen Conni
    Zum Lachen Lehrerfehler

    1. Auf diese Idee wäre ich wirklich niemals gekommen. Vielen Dank!
    2. Unsere Art von Humor unterscheidet sich offenbar, ich finde den Thread nicht wirklich lustig, sondern "normal", das sind einfach völlig normale emotional neutrale Alltagsgeschichten. Um mich über meine Grenzen (und damit in den Berufshumor zu bringen) benötigt es weit mehr.
    3. Poste doch mal ein paar deiner besten Fehler in dem Thread.

    Conni, nenne mir mal bitte einen vernünftigen Beruf in dem die Arbeitsfehler keine Auswirkungen auf andere Menschen haben.In jedem Beruf muss man für seine Fehler einstehen, vom Brötchenbäcker bis zum Arzt.

    Gut gelesen ist halb verstanden:
    Ich: FAST JEDER Fehler wird gesehen (und ich füge noch an FAST IMMER SOFORT) und hat FAST IMMER Auswirkungen auf Menschen.

    Du: Es gibt keine Berufe, wo es NIE Auswirkungen gibt.

    Merkst du den Unterschied? Ich habe heute nicht die Geduld und die Zeit, den Erklärbären zu spielen, kann dir aber gerne Kontaktdaten von Menschen in verschiedensten Berufen geben, in denen reichlich Fehler unter den Tisch gekehrt werden, ohne dass Kunden, Kollegen oder Chefs es mitbekommen.

    Ich habe vor ein paar Monaten an einer Studie zur Situation am Arbeitsplatz teilgenommen (gegen eine wirklich großzügige Aufwandsentschädigung). Dabei musste man immer angeben wie man sich fühlt und zusätzlich z.B. Misserfolge sofort angeben. Dabei wurde immer gefragt, ob es sich um einen eigenen Fehler handele und ob ihn jemand anders bemerkt. Dabei wurde mir klar: Fast jeder Fehler, den ich begehe, wird von anderen Menschen gesehen - und fast alle meine Fehler haben Auswirkungen auf andere Menschen. Das finde ich zum Beispiel auch erheblich für die Qualität der Arbeitsbelastung.

    Hallo David,

    dies hier ist ein Forum ausschließlich für Unterrichtende und Lehramtsstudenten.
    Bitte wende dich mit deiner Frage an http://www.schulthemen.de
    Alternativ frage in der Berufsschule nach, in der du den Unterricht parallel zur Lehre haben wirst.
    Leider müssen wir dich auch sperren. Ich werde das am Nachmittag tun, damit du die Antwort noch lesen kannst.

    Ich schließe mich den beiden an. So einfach nebenbei aufarbeiten funktioniert hier höchstwahrscheinlich nicht. Frage trotzdem die Kollegen, auch wenn sie fachfremd unterrichten. Damit können sie sich ja nicht "herausreden", auch sie sollten die Situationen kennen. Du benötigst einen Mentor, der dich in Mathematik anleitet. Bitte besprich das mit Schul- und Seminarleitung.

    Lass dir mit der Multiplikation noch etwas Zeit. Dokumentiere, warum du sie noch nicht einführst (wir haben das oft erst nach Ostern getan, weil sehr leistungsschwaches Klientel).
    Wie wäre folgende Idee: Du schaust erstmal genau, was die Kinder können, z.B. mit den von elefantenflip verlinkten Tests.
    Du könntest dann z.B. für 2 Stunden pro Woche Festigung des Rechnens im ZR bis 100 anbieten. 3 Stunden sind Übungsstunden im Sinne eines "Wochenplans": Jeder übt auf seinem Level. Du könntest mit den Kindern, die noch Probleme bis 20 haben extra arbeiten / erklären. Den mittleren gibst du Aufgaben aus dem Mathebuch oder ähnliches zum Üben bis 100. Den leistungsstärkeren Kindern gibst du Knobelaufgaben (Heft, das elefantenflip erwähnte) oder aus eurem Mathebuch. In vielen Büchern gibt es Aufgaben mit Sternchen / Gewichten, das kann bei uns die Leistungsspitze (manchmal).


    Oder ist das (insbesondere) Lehrerdasein als Beamter doch eher so eine [...] gradlinige Angelegenheit, in der man wenig Kreativität zeigen braucht (kann, darf)?

    Geradlinig habe ich die letzten Jahre nicht wahrgenommen. Die Kultusministerien und die KMK sowie die Finanzminister / -senatoren sorgen regelmäßig für (Spar-)Reformen, innerhalb derer die Schulen sehr kreativ werden müssen, um sie zu erfüllen. Bei uns gibt es derzeit einen neuen Rahmenlehrplan. Fachkonferenzen ohne humorvolles Kreativitätspotenzial haben große Schwierigkeiten.

    Im Ernst: Schließe mich den anderen an: Es gibt einen Rahmen, innerhalb dessen du etwas gestalten kannst, der ist aber vorgegeben.

    Meine entsetzte Reaktion bezog sich auf die generelle Haltung "fühlt sich zu alt oder unfähig email zu nutzen..."


    Hatte dich verstanden. Ich finde die Haltung auch nicht so super. Gerade wenn Kolleginnen sagen "Ich gehe doch eh in 2 Jahren in den Vorruhestand." und dann noch 5 Jahre bleiben. Früher wurde Rücksicht genommen, da der Chef es selber nicht packte. Inzwischen wird einfach Dienstamail verlangt.

    OT:LUXUS! Wir haben 2 Rechner für 110 Kollegen. An einem technischen Berufskolleg. :P


    Ja, wenn ihr alle technikbegeistert seid, dann rennt ihr doch eh mit Laptop und Notebook durch die Schule. Wozu Lehrer-PCs? *duck*

    2016 fühlt sich jemand, der noch im Arbeitsprozess ist, "unfähig, mit emails umzugehen"?? Im Ernst? Bei einem 30 Jahre alten Medium? Als Arbeitnehmer einfach weigern, 25-30 Jahre lang, ein minder komplexes, allerorts übliches Arbeitsmittel zur Kenntnis zu nehmen?

    :staun:

    Immerhin haben wir ja jetzt 2 Lehrer-PCs. Für ca. 40 Kollegen. Welcher Arbeitgeber stellt schon so etwas Modernes zur Verfügung? :pfeifen:

    Bei uns wurde alles auf Dienst-Mails umgestellt. Allerdings wurde dafür auch jemand bezahlt, der hilft, das Ganze einzurichten. Jetzt haben wir die Pflicht, das 1mal wöchentlich alles abzurufen sowie Protokolle abzutippen.

    - unfähige Moderation/ausschweifendes Gelaber/kein Fokus
    - Geistiges Abschalten, in der Zeit Anderes, subjektiv Produktiveres machen (Grund: siehe oben, bzw. gar kein Interesse an den Themen, drängende Probleme im Unterrichtsalltag, von denen nicht auf die Konferenz umgeschaltet wird)
    - kein Zeitplan/kein offizielles Ende/viel zu lange (>1h)/niemand hält sich dran/maximale Arbeitszeit überschritten
    - Unpassende Kommunikationsmittel (z.B. Infos vorlesen statt schriftlich zum Lesen geben)/technische Probleme (E-Mail-Verteiler unvollständig, Protokolle werden nicht zugesandt, mangelnde Medienkompetenz)

    - Beschlüsse werden nicht eingehalten/keine Handhabe bei Nichteinhaltung (Abhängigkeit von SL, die als einzige Handhabe hat)
    - Beschlüsse/Diskussionen vergangener Sitzungen werden vergessen/Fehlende lesen die Protokolle nicht

    - Kein Gefühl von Abschluss, "ewige" Themen


    Ich finde die Liste gut. Aus meiner Erfahrung würde ich die grünen Punkte ergänzen.

    Für mich wäre die Menge eurer Sitzungen ein Grund für einen Umsetzungsantrag, Conni! :O :O
    Ist das noch produktiv?

    Vollkommene Zustimmung. Unser Bezirk ist nur so arm an Lehrern, dass die Umsetzung 2,5 Jahre nach Einreichen des 1. Antrags erfolgt. Die Sitzungen haben sich so angesammelt, früher war es nicht so viel.

    Produktivität: Alle Sitzungen sind voll von Infos. Spätestens nach 1 Stunde (im Anschluss an 6 Stunden Unterricht + Pausenaufsicht und ohne vernünftige Pause) bin ich abgefüllt und der Rest rauscht an mir vorbei. Vorher gehen 1 Seite Tagesordnung und 2 Seiten Infos für die Veranstaltung per Mail an einen und vermutlich sollte man es ausdrucken und mitlesen oder im Kopf haben (???). Vielleicht würde einfach statt Tagesordnung + 2 Seiten Infos+ 2 Stunden Dienstberatung auch 3 Seiten (etwas konkreter ausformulierte und gut verständliche) Infos reichen?

    Arbeitsgruppen: Die eine, in der wir eher überziehen, finde ich spannend, das ist vom Denken etwas für mich. Da gehe ich prinzipiell gerne hin, habe beim letzten Mal aber protestiert, als die Leiterin nun doppelt so viele Sitzungen wie bisher anberaumen wollte. Die andere Gruppe schleppt sich etwas, sie ist wenig transparent und - was ich vorhin vergaß - für diese Gruppe gibt es Pflichtfortbildungen, die außerhalb der Gruppenzeit stattfinden, sodass da quasi nochmal die Arbeitszeit erhöht wird. Ich bin von der Kapazität her nicht in der Lage, die Inhalte der Gruppe und der Fortbildungen aufzuarbeiten und in meinem Unterricht umzusetzen. Nachteil beider Gruppen: Zwischen 2 Sitzungen (etwa 3 bis 4 Wochen Abstand) passiert so viel im Alltag und in den anderen Gruppen und Konferenzen, dass man eigentlich nicht wirklich Up-to-date ist, wenn die nächste Sitzung ist, selbst mit Lesen des Protokolls nicht wirklich. Es ist jedes Mal wie aus dem Jahr 2014. Bei Flipchartfotos muss ich jedes Mal überlegen, ob es meine Schrift ist.
    Manchmal will ich einfach nicht mehr. Im Moment freue ich mich regelrecht, dass ich Zeugnisse schreiben darf, dann mache ich nämlich etwas, was irgendwann mal fertig ist und nicht alle 3 Wochen zur unendlichen Geschichte wird.

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