-Wenn irgendwas gut läuft, konkret loben. "Ich freu mich, dass du auf deinem Stuhl sitzt/ so viel weißt/ deinen Mitschüler freundlich gefragt/ dich gemeldet hast..." (manche können auch damit nicht umgehen, ist aber trotzdem wichtig)
Es gibt die Möglichkeit, statt Lob ("Ich freue mich...") eine Feststellung zu formulieren: "Ich sehe, du sitzt an deinem Platz." Das wurde uns in einer Fortbildung als Tipp gegeben, wenn Kinder mit Lob nicht umgehen können. Musste ich in meiner Klasse bisher nie anwenden.
Wichtig ist, dass hier eine Klassenkonferenz (oder wie auch immer das bei euch heißt) stattfindet, in der über die Probleme des Kindes und konkrete Maßnahmen gesprochen wird.
Wir haben für derartige Kinder Rückmeldepläne: Ein Hefter mit einem Blatt, auf welchem das Verhalten notiert wird. Wichtig ist hier: 1 Wochenziel ("Ich sitze am Platz." - "Ich gehe vor die Tür, wenn es mir zu viel wird." - "Ich gehe vor die Tür, wenn der Lehrer es sagt."), idealerweise mit dem Kind und den Eltern besprochen. Das wird längere Zeit beibehalten, also gerne mal 6 oder 8 Wochen. In jeder Stunde wird vom Lehrer ein Smiley eingetragen, sodass du jede Stunde diesen Hefter ganz normal zu Gesicht bekommst. Vorteil: Es wird "normal", du musst nicht drohen, um eine Rückmeldung geben zu können und du gibst nicht nur eine Rückmeldung, wenn es ganz schlimm läuft, sondern eben auch, wenn es gut läuft.
Wichtig ist, dass es einheitlich gehandhabt wird - und dafür ist der Klassenleiter zuständig - genauso wie für einheitliche Regeln für dieses Kind, an die sich alle beteiligten Lehrer halten.
Ich habe derzeit ein em-soz Kind in der Klasse, welches auf "Setz dich an den Platz." meist reagiert. Das ist nämlich sehr sehr unterschiedlich und immer individuell.