Beiträge von Conni

    Selbst an meiner Grundschule steht in der Hausordnung, dass die Kinder nur in Ausnahmefällen während des Unterrichts auf die Toilette dürfen.

    Ich sage (in meiner Eingangsphasenklasse) in der Pause an, dass jetzt Zeit ist, auf die Toilette zu gehen (bzw. ich hab so ein Bildchen für die Tafel).
    Wenn einer im Unterricht muss, gibt es ein Körbchen mit Toilettenpapier, das nimmt das Kind und stellt sich an die Tür.

    In den ersten 10 Minuten nach Unterrichtsbeginn und in den letzten 5 Minuten vor der nächsten Pause lasse ich dann normalerweise keinen mehr gehen. Dazwischen sage ich ihnen, dass sie versuchen sollen, es noch auszuhalten oder erinnere die Kinder daran, dass sie warten müssten, bis der Vorgänger zurück ist. Manchmal ist das Bedürfnis dann "vergessen" (besonders im letzten Fall), manchmal merkt man aber, dass jemand wirklich dringend muss und dann lasse ich das Kind gehen.

    Prusselise

    Ich kann dir da teilweise zustimmen und dich völlig verstehen. Ich habe anfangs sehr sehr viel gebastelt und gemacht. Es kostete mich fast alle Ferien (bis auf 3 Wochen Urlaub) und viele Wochenenden. Die Kinder warfen die Sachen z.T. achtlos herum. In meiner ersten eigenen Klasse (vor 3 Jahren) hatten die Eltern spitz bekommen, dass ich erstmalig Klassenleiterin war und dann haben einige das ausgenutzt und versucht, mich "rundlaufen" zu lassen. (Gespräche nur noch über Chef, anmotzen vor Kindern etc.)
    Das gab dann nach einem Dreivierteljahr bei mir sowas von einen Durchhänger, dass ich mich im Fitnessstudio angemeldet habe (um den Frustspeck abzutrainieren) und meine Basteleien drastisch reduziert.
    Inzwischen komme ich - nach meiner Arbeit in einer jahrgangsgemischten Klasse in einem sozialen Brennpunkt - so erschöpft nach Hause, dass ich es nicht mehr einsehe, zu basteln. Es gibt genug Arbeitsmaterialien. Spiele und Bücher für die Leseecke kaufe ich aus der Klassenkasse. Letztes Jahr gab es erstmalig was aus dem Schuletat, weil wir eine neue Sekretärin haben, die uns wohlgesonnen ist.
    Ab und an finde ich noch etwas, was ich für effektiv und sinnvoll halte und es herstelle. Meist sind das aber laminierte Karteien, sodass der Schneide-Kleb-und-Basteleffekt wegfällt. Dafür habe ich dann auch noch ein paar Karteikästen angeschafft.
    Staub wischen tun eigentlich die Kinder, aber ich muss trotzdem nochmal hinterher, weil sie eben nicht bis in die letzten Ecken wischen.

    Aber.... für mich ist es eben schon wichtig, einen gewissen Grundstock an Materialien zu haben. Nicht, um irgendwo gut dazustehen, sondern um mir die Arbeit zu erleichtern. Kind ist fertig mit dem Wochenplan ---> "Dort hinten sind die Klammerkarten zum Rechnen üben. Bearbeite bitte 3 Karten." oder "Dort ist der Kasten mit den Schüttelwörtern, schreibe 10 Wörter auf!" oder Kind ist mit seinem Leseheft fertig. ---> Lesekartei 1, Lesekartei 2, Lesekartei 3....Kind hat sein Schreibschriftheft vergessen, soll aber dort eine Hausaufgabe machen im Hort --> Schreibschriftkartei. Oder die Kinder kommen vom Sport, ein Teil hat Hunger, ein Teil beschäftigt sich leise, dann steht auch genug vernünftiges Material zur Verfügung.
    Es kommt plötzlich eine Teilungslehrerin, die ich aufgrund von Vertretungssituationen erst einmal im Schuljahr gesehen habe und sicher nicht mehr mit ihrer Anwesenheit rechne. ---> Dann finde ich auch ein paar Kinder und ein zu ihrem Leistungsstand passendes Material.

    3mal im Jahr gibt es dann noch eine Art Stationslernen mit z.b. selbsthergestelltem Hörmemory etc. Das ist dann was besonderes.

    Ich kann es also durchaus nachvollziehen, wenn jemand neu im Geschäft /in der Klassenstufe ist und sich erstmal so einen Grundstock herstellen will.
    Oder wenn jemand z.B. kein Buch hat und daher Lesespiele oder Sachunterrichtsmaterialien etc. benötigt.

    Im Focus von dieser Woche ist ein Artikel über Erziehung und ein Interview mit dem Autor des o.g. Buches. Er hat jetzt das Folgebuch veröffentlicht. (Ein Kinder- und Jugendpsychiater übrigens.) Eine seiner Forderungen: "Eltern brauchen Grenzen."
    Normalerweise lese ich keinen Focus, aber dieser Artikel fängt so komisch-entsetzlich an, dass ich mir das Heft kaufen musste. (Bei der kurzen Wartezeit bei meinem Zahnarzt habe ich nur die 1. Seite geschafft...)

    Werde versuchen, die Kosten bei der Steuererklärung geltend zu machen und die Bücher jetzt auch auf meine Wunschliste setzen.

    Bei mir kam im letzten Schuljahr eine Mutter kurz vor Beginn der Hofpause in den Klassenraum und wollte für den Wandertag bezahlen. Ich bat sie, 3 Minuten zu warten, da wir noch die Hausaufgaben erklären und eintragen müssten. Sie ging mit den Worten "Na ich habe ja auch noch meine Termine!" und zu ihrem Kind: "Dann kannst du eben nicht mit zum Wandertag!". (Übrigens war die Mutter im Erziehungsurlaub mit dem kleineren Geschwisterkind.) Mir stand echt nur der Mund offen, aber das Geld kam dann einige Tage später - sogar im Briefumschlag.

    Also ich brauche mein Arbeitszimmer schon, irgendwo müssen ja all die Materialien, Kopiervorlagen etc. aufbewahrt werden.

    Ansonsten habe ich die Schachteln vom Jandorf-Verlag. Überwiegend packe ich die - wenn sie nicht gebraucht werden - in Schuhkartons und versuche wegen der Staubwischerei und des Herumwerfens und mangelnden Wegräumens einfach nicht zu viele davon gleichzeitig stehen zu haben.

    Von der Arbeitsmittelwerkstatt habe ich ansonsten noch Sperrholzständer, in denen bewahre ich z.b. Klammerkarten zusammen mit Schachteln mit den Klammern auf. Das sind aber Klammerkarten, die nicht nur für ein Thema da sind sondern das ganze Schuljahr über bereit stehen (Rechenübungskarten, Wortarten).

    Da du ja in Zukunft dein Arbeitszimmer nicht mehr brauchst, sondern in der Arbeitsecke oder auf dem WC arbeiten kannst, könntest du die Ohrenstäbchen auch selber kaufen. Schachteln zum Füllen nehmen und Ohrenstäbchen ins Arbeitszimmer füllen. Erinner mich da so an einen Sketch mit Haferflocken und Korktafeln....


    PS: Hast du schon daran gedacht, dass du das alles Staub wischen musst?

    <Ironie off>

    Für alle Liebhaber lebendigen Unterrichts sei dies empfohlen:

    http://de.youtube.com/watch?v=_GabHGlGm14&feature=channel
    http://de.youtube.com/watch?v=vHV5ukFL0NU&feature=channel

    Selbstverständlich auch grundschulgeeignet, vielleicht als Bastelidee für den nächsten Elternabend:
    http://de.youtube.com/watch?v=9o_UehNGk1Y&feature=channel

    Und natürlich für Ostern:
    http://de.youtube.com/watch?v=4xBIKlmn8_Q&feature=channel

    Wie man sieht, ist dies nicht nur für Musikstunden geeignet, sondern auch für Arbeitslehre / WAT / WAP / Werken oder wie auch immer das Fach in diesem Land mit seinen vielfältigen Unterrichtsangeboten so heißen mag:

    http://de.youtube.com/watch?v=vsboQ7cp7a4&feature=channel

    Und falls bei der Herstellung was schief geht, kein Problem, einfach in der schuleigenen Küche zu einem leckeren Gemüsetopf oder Rührei verarbeiten.

    Conni, wartet auf sinkende Gemüsepreise

    PS:Hier ist das Suppenrezept!
    http://de.youtube.com/watch?v=vhCDAMpY1TU&feature=related

    Ja, bei mir sind sie auch nach 20 sek schlafen gegangen. Ob das Lied Gema-geschützt war und zu Lebzeiten der Komponistin nur 7 Takte wiedergegeben werden dürfen? Vielleicht können sie auch nur für 5 Anrufe pro Monat die GEMA-Gebühren zahlen?

    Kinder nee, ihr habt meinen Tag gerettet! (Gut, dass ich länger nicht hier war, heute hab ichs gebraucht.)

    Nach TVL ist das Einkommen von der Gehaltsgruppe abhängig:
    Bis zur 11 (Grundschullehrer) gibts im Westen 80% und im Osten 60 %. (Nein, ich bin kein Ossi-Wessi-Typ, aber dieses Land unterscheidet uns so. Dafür kosten die Weihnachtsgeschenke im Osten auch nur 3/4 dessen, was sie im Westen kosten... Nee, schlechter Scherz, keine Ahnung, wer sich das wieder ausgedacht hat.
    Bei den höheren Gehaltsgruppen sinkt der prozentuale Anteil, den hab ich aber nicht im Kopf. Wer erst im Laufe des Jahres angefangen hat zu arbeiten, bekommt natürlich auch nur einen Teil der Sonderzahlung.
    Außerdem gibt es in manchen Ländern dann noch diese 12% Leistungszuschlag, in meinem Bundesland aber nicht.

    .... vor 2 Jahren habe ich mal welches für meine Klasse gekauft, allerdings vom eingesammelten Materialgeld....

    Habe mich dieses Jahr auch wieder geärgert - und da ich gleich eine Arbeitsmittelliste für 2008 erstellt habe und schon wieder im 4-stelligen Bereich war, die Notbremse gezogen. Insgesamt sind die Kosten aber schon deutlich gesunken, momentan steht "nur noch" die 1 vorne, das sah auch schonmal anders aus. (Musik, CDs, Liederbücher, Kopiervorlagen, Mitspielsätze für verschiedene Klassenstufen, Gitarrensaiten, Gitarre, Gitarrenstimmgerät...)
    Leider ist bei uns auch mit "dann habe ich das für alle Klassen" nicht viel zu machen, denn ständig ändern sich die Rahmenbedingungen und wir müssen uns neue Materialien anschaffen, mittlerweile sind wir teilweise auf Kita-Niveau.

    In meiner jetzigen Schule haben wir in diesem Jahr zum ersten Mal einen Band Kopiervorlagen und einige Lernspiele über die Schule bekommen, geht aber auch erst, seit wir eine supernette Sekretärin haben und die ehemalige Konrektorin nicht mehr da ist. Ansonsten kaufen wir uns alle Bücher selber. Bastelmaterial wird aus einem Materialgeldtopf (den wir von den Eltern selber einsammeln) bezahlt.
    Kopien waren bisher begrenzt, dann bin ich immer in einen billigen Copyshop gefahren (1,5 Stunden reine Fahrtzeit), jetzt haben wir durchgesetzt, dass wir soviel wie nötig kopieren können und dann am Ende alles bezahlen müssen, was das Amt nicht zahlt.

    Wir haben uns die Stunden der gemeinsamen Arbeit in die 1. und 2. Stunde gelegt. In der 5. ist nur noch Kunst oder Musik oder mal Sachunterricht mit malbarem Arbeitsblatt.
    Gemeinsame Arbeit in der 3./4. Stunde hatte ich ein paar Mal und habe dann meiner Kollegin, mit der ich das gemeinsam organisiere, gesagt, dass das nicht geht. Sie hatte zum Glück das gleiche festgestellt.

    Motivation zu späteren Zeiten geht bei uns nur durch freies Spielen, malen oder essen. Selbst Musikunterricht ist zu anspruchsvoll.

    Bei uns war es früher so ähnlich:
    Krank melden, Aufgaben faxen. Per E-Mail schicken? Ging nicht, weil die Schulleitung computerunfähig war. Keine Aufgaben da? Oh Gott, ging gar nicht. Aufgaben persönlich vorbeibringen, weil kein Faxgerät: Auch Gemecker, weil man ja nicht krank genug ist. Und am letzten Tag der Krankheit anrufen, ob man am nächsten Tag wieder kommt. Und viele, böse Blicke und böser Tonfall. Den Anrufbeantworter, der sich per Zufall in einem von 10 Anrufen anschaltet, kennt übrigens keiner.

    Nach einem Konrektorenwechsel ist das Ganze nun entspannter: Aufgaben bei vorhersehbaren Ausfällen geben, klar. Aufgaben faxen? Nee, hab kein Faxgerät. Aufgaben mailen wäre bei "nur Erkältung mit Stimmlosigkeit" für mich persönlich noch ok, wenn diese Aufgaben denn dann auch in meinen Klassenraum kämen und dort unterrichtet würden. Beides birgt Probleme, da mein Klassenraum recht weit vom Sekretariat weg ist.

    Die ganze Schuleingangsphase bringt da aber Vorteile: Wir planen zu zweit im Team. Wird eine krank, kann die andere Auskunft über Wochenplan, aktuelle Unterrichtsinhalte etc. geben. Die Anzahl der Malblätter und sinnfreien Buchstabenübungen bei Krankheit hat seither in meiner Klasse um einiges abgenommen (gegenüber der Variante mit stündlich vorbereiteten, gut lesbaren, in die Schule gefaxten Aufgaben vorher).
    Und wenn die Kinder dann mal malen - naja, davon werden sie nicht alle gleich Schulversager.
    Achja, Musik habe ich noch nie Aufgaben geschickt. Einer hab ich mal ein Malblatt gegeben für eine vorhersehbar ausfallende Stunde. Kolleginnen, die da mehr wollen, schlage ich gerne eine Wiederholung in Notenlehre nebst Neueinführung eines von mir ausgewählten Liedes vor.

    Und wenn man spontan in eine Vertretung muss gibt es neuerdings einen Ordner mit verschiedenen Arbeitsblättern, ich habe einen weiteren für die Klassen 1 bis 3.

    klöni
    Wenn du krank bist und keine Arbeitsblätter zusammenstellen und verfaxen kannst, dann kannst du das nicht. Du bist krank, basta. Wenn du netterweise Blätter verfaxt, weil es dir besser geht, ist es was anderes.
    Ich sehe es wie nele bzgl. Personalrat.

    Ich verändere das Ausgangsposting ein wenig, nicht sehr viel, ich lasse viele Inhalte und Sätze genauso wie sie waren. Ich wähle eine Berufsgruppe, welche in meiner Stadt (im öffentlichen Bereich) etwas mehr verdient als jüngere, angestellte Lehrer/innen... Und nun lest:

    Zitat

    Unser neuer Betriebsleiter - den ich für äußerst kompetent halte und schätze - skizzierte neulich auf einer Sitzung seine Vision eines "guten öffentlichen Verkehrsbetriebes", die Busfahrer sind ganztags mit ihren Fahrzeugen und Fahrgästen verbunden, bieten viele Lernprojekte über die Fahrzeuge an, die Streckenfahrpläne werden in demokratischem, gleichbereichtigtem Arbeitsklima zwischen Fahrgästen und Busfahrer abgesprochen, an jedem nur möglichen Tag finden kulturelle und sportliche Events im und rund um den Bus statt, die Busfahrer sind intrinsisch motiviert ihren Beitrag zu leisten, ....

    Die Aufgabenbeschreibung des Busfahrers stellt sich so dar: Fahrbegleiter, der gemeinsam mit den Fahrgästen fährt, ihnen Fahrstunden erteilt, mit ihnen gemeinsam das Fahrzeug putzt und repariert, von ihnen Fahrtricks erlernt, ihnen regelmäßig ein kleines Buffet zubereitet und selbst davon isst. Ferner fühlt sich der Busfahrer durch regelmäßige Mitfahrseminare in die Gefühle der Fahrgäste ein. Auch bisher unbekannte Kieze und Straßen kann er durch die demokratische Bestimmung der Streckenführung erlernen, z.B. Eddis Lieblings-Eckkneipe, so dass sich privates und berufliches Leben immer mehr annähern und die Grenzen zwischen beiden Bereichen langsam aber sicher nicht mehr auszumachen sind.

    Jetzt muss ich hier mal nachfragen: Wie seht ihr das? Hättet ihr was dagegen, wenn sich euer Privatleben nicht mehr vom beruflichen Leben unterscheiden würde? Wäre dies ein erstrebenswertes Ziel? Möchtet ihr immer euren Bus vor der Haustür haben mit einer Meute lustig feiernder Fahrgäste drin? Wäre dies vllt ein Teil der Arbeitspflicht, den man hinzunehmen habe oder macht man das sogar gern? Könnte irgendeine irgendwie geartete Vision eine solche Aufhebung der Grenzen - die wir in Teilen ja schon haben - rechtfertigen? Wird sich der Busfahrerberuf unvermeidlich in diese Richtung entwickeln?

    schlauby
    Und was du noch bedenken musst:

    A1. Die Schule (und Schulleitung) muss komplett hinter den Eingangsstufenkolleg/innen stehen. Denn wenn eure lieben Kolleg/innen dann sagen: "Ähhh, der xyz, der rechnet in der 3. Klasse zwar bis 1Million, aber kann nicht gut genug lesen, was macht ihr da eigentlich?"dann kannst du dir das knicken. Die übernehmenden Kolleginnen müssen genauso offen weiter arbeiten wie ihr.

    A2. Die Eltern müssen komplett dahinter stehen. Schulen mit offenen Konzepten ziehen meist Eltern an, die ihre Kinder genau dort hinbringen (= aufgeschlossen gegenüber Bildung sind). Die anderen schulen ihre Kinder einfach dort ein, wo die nächste Schule ist, egal wie dort unterrichtet wird, meckern dann aber oft rum. Wenn du wirklich eine geballte Ladung Eltern gegen dich hast, kann das sehr sehr unangenehm werden, auszuhalten ist das dann nur mit Nerven wie Drahtseilen und natürlich 1.

    Ich persönlich würde in meinem Einzugsbereich, unter den Bedingungen, unter denen wir arbeiten, nicht die Verantwortung für die totale Öffnung des Unterrichts übernehmen. Vor 3 Jahren habe ich einmal sehr offen und differenziert begonnen.
    Dabei habe ich gelernt:
    - 1. Ich hätte mich mindestens 5mal clonen müssen, um alle Kinder optimal zu unterstützen. Insbesondere das leise und gewaltfreie Arbeiten (oder meinethalben nur "Dasein") war für viele Kinder anfangs nicht möglich.
    - 2. Ich hätte ein zusätzliches Gehalt gebraucht, um nötige Materialien zu kaufen.
    - 3. Mein Tag hätte mindestens 40 Stunden haben müssen, um neben der absolut notwendigen auch noch die von mir gewünschte Arbeit zu schaffen - und mindestens 50, um noch genug zu schlafen und ein paar Sozialkontakte zu haben.
    - 4. Einige Eltern haben nur noch Kontakte über den Schulleiter mit mir gepflegt, weil sie alles, was ihr Kind nicht konnte, auf mich geschoben haben.
    - 5. Während zwar einige Kinder durchaus weit waren, sind andere trotz häufigen Übens, Verstärkerpläne etc. gar nicht mit dem selbstständigen Arbeiten klar gekommen und hatten klare Defizite. (Das trifft besonders Kinder aus bildungsfernen Familien, die oft mit deutlichen Problemen beim Sprechen, systematischen Denken, Konzentrieren und in der Motorik zu uns kommen, die sind m.E.n. mit offenen Arbeitsformen hoffnungslos überfordert, sofern sie nicht eine dauerhafte Betreuung durch eine erwachsene Begleitperson haben.)
    - 6. Anerkennung durch Kolleginnen oder Eltern? Nahe null!
    Dafür lohnt sich kein gesundheitsgefährdendes Arbeitsverhalten. In einem anderen Gebiet, mit einem anderen Curriculum, in einem anderen Kollegium, unter anderen Voraussetzungen sähe es vielleicht anders aus, aber hier? Nein!

    Also machen wir aus den Voraussetzungen das beste, das uns möglich ist:
    - Einführungen von neuen Lerninhalten frontal - Kinder, die weiter sind, die zuverlässig sind und selbstständig arbeiten können, dürfen selbstständig weiter machen (oder etwas anderes aussuchen), heute ging das so weit, dass von meinen 15 Zweitklässlern 12 alleine weiter machten und ich mich um 3 besonders kümmerte, die ohne Unterstützung gescheitert oder zu in späteren Schulmonaten unbrauchbaren Vorstellungen gekommen wären
    - Arbeit an Wochenplänen mit Differenzierungsmöglichkeiten
    - mäßig lange Phasen freier Arbeit
    - Hilfe immer dort, wo es dringend nötig und so weit, wie es personell möglich ist

    Und selbst damit haben die übernehmenden Kolleginnen Probleme: Selbst wenn wir ihnen sagen, welche Arbeitsweisen die Kinder gewöhnt sind, hören wir oft genug: "Ja, die können doch gar nicht offen arbeiten, die müssen erstmal frontal arbeiten lernen..."
    Und deshalb: Siehe A1. Gerade bei kroko hört es sich nicht nach großer kollegialer Unterstützung an, ich glaube nicht, dass ein "Reinpoltern" in eine völlige Öffnung des Unterrichts da das Richtige für den Berufsstart (?) wäre...

    Achja, wo wir grad dabei sind: Die BVK-Hefte sind auch gut. Da gibt es verschiedene Hefte zu verschiedenen Themen (Jahreszeiten, Obst, Aktiv und fit ...). Leider auch alle um die 15 Euro. Und der Lesethron ist gut, der enthält zu verschiedenen Themen verschieden schwere Aufgaben, z.B. Anlautspiele, Einzelwörter, Sätze, kleine Texte.
    Von Volk und Wissen gibt es neu "3-malig", gibts im Cornelsen-Shop, kosten alle 20 Euro. Es gibt Stationslernen zu verschiedenen Themen und Arbeitsblätter für Mathematik, Deutsch und Sachunterricht für verschiedene Klassenstufen. Mir gefallen die Hefte zum Stationslernen besonders. Im Prinzip ist alles "fertig", du hast verschiedene Niveaustufen mit Aufgaben aus Deutsch- und Sachunterrichtsbereich. Es gibt sogar Blätter, die als Hausaufgabe gegeben werden können zur Vertiefung einer Aufgabe aus dem Unterricht. Damit du die Blätter auch deiner Klasse anpassen kannst, gibt es eine CD, auf der alle Blätter im pdf- und Word-Format vorliegen.

    Wenn du mal Geld übrig hast, lohnt sich die Anschaffung wirklich. Ich habe im vorletzten Schuljahr das Oster-Heft und im letzten Schuljahr das Weihnachtsheft gekauft. Das Zoo-Heft sieht auch sehr gut aus, habe ich mir aber noch nicht geleistet.

    Gut machen sich auch kleine Leseheftchen (Volk und Wissen, Schroedel & Co. und Mildenberger) sowie Lesekarteien (Kohl, Ruhr-Verlag) - laminiert mit abwischbarem Stift, damit können die Zweitklässler, später die Erstklässler auch gut alleine arbeiten.

    Zitat

    Original von Conni


    Bsp. Berlin:


    Öhm.... Das war allgemein und auch auf Thüringen zutreffend? Nee, oder...
    Und ich klinke mich jetzt hier aus. Auf Diskussionen der Marke "Alles Unsinn" hab ich nämlich echt keinen Bock.

    1. abhängig vom Bundesland
    2. abhängig von der Hochschule
    3. Studienberatung ansteuern
    4. Fachschaft der ins Auge gefassten Hochschule fragen
    5. probeweise Vorlesung besuchen

    Bsp. Berlin:
    - kein Unterschied Erst-/Zweitfach
    - Studium überwiegend schwierig
    - Zeitumfang: pro Vorlesung (4 Stunden + 2 Stunden Übungen) bitte 2 Stunden zusätzlich, nicht anrechenbare Übungen + 10 bis 20 Stunden Hausaufgaben + 2 Stunden Vor/Nachbereitung der Vorlesung einplanen
    - 1. Staatsexamen: noch viel schwerer, 2/3 Durchfallquote
    - Voraussetzungen für Mathematikstudium: sehr gutes und schnelles logisches und systematisches Denkvermögen (Rechnen kannst du vergessen - beweisen, beweisen, beweisen); extrem gutes Gedächtnis (für Staatsexamen), Durchhaltevermögen

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