Beiträge von Conni

    Als Angestellte in Berlin musste ich zusätzlich zu meinem Arbeitsvertrag eine Erklärung unterschreiben, dass ich auf sämtliche Erstattungen für Fortbildungen und Klassenfahrten verzichte.

    Ich war noch nie auf Klassenfahrt in meiner Berliner Zeit. Das hat aber nicht nur diesen Grund, sondern eben auch noch den, dass viele Kinder so spezielle Bedürfnisse haben, dass mindestens noch 3 Eltern als Begleiter mitkommen müssten. So viele Freiplätze gibt es nirgendwo, die gibt es nichtmal im Tierpark.

    Und da sehe ich das nächste Problem: Wenn ich mit meiner Klasse in den Tierpark möchte (oder ins FEZ = große Freizeit-, Musik- und Theatereinrichtung für Kinder), dann bekomme ich für meine 27 Schüler nur eine Begleitperson frei rein. Ich bezahle meinen Eintritt selber, meine Horterzieherin nicht, also ist das die Freiperson. Dazu brauche ich mindestens noch 1, besser 2 Begleiter, üblicherweise Eltern oder Großeltern. Soll ich die dann selber bezahlen lassen? Die 3 Euro für eine Theaterveranstaltung im FEZ mögen noch gehen, aber 10 Euro für den Tierpark sind wirklich happig. Da müsste ich eigentlich auch umlegen...
    Fazit: Ich war noch nie im Tierpark mit meiner Klasse, was eigentlich sehr sehr schade ist...

    Schmeili
    Das Konzept ist für Kleingruppen mit 4 bis 8 Schülern und 1 (oder 2??) mal wöchentlich 90 min.
    Ich könnte mir vorstellen, daraus ein Konzept für eine ganze Klasse zu erstellen, an dem kontinuierlich gearbeitet wird. Ob das dann klappt, hängt von der Klasse ab.
    Es sind verschiedene Spiele zur Förderung von Konzentration und Gedächtnis beschrieben. Außerdem sind Aufgaben zum Nachzeichnen von Mustern dabei, bei welchen die Schüler lernen sollen mitzusprechen (später mitzudenken), was sie tun. Dies ist für Schüler gut, die konzeptlos an Aufgaben gehen und ihre Handlung nicht planen können. (Ich öffne meine Federtasche. Ich nehme den Bleistift und den Radiergummi heraus...)
    Zudem sind schöne Kopiervorlagen für Verstärkerpläne drin.

    Für 10 Euro plus Porto würde ich das Material sofort nehmen- aber ich brauche es nicht, wir haben es an der Schule.

    aust
    30 Kinder???? 8o
    Mach dich nicht verrückt, da musst du deutliche Abstriche machen.
    Ich habe 27, darunter eine Reihe von Kindern mit besonderem Betreuungsbedarf und muss ebenfalls deutliche Abstriche in Kauf nehmen, was mir sehr sehr schwer fällt - Fazit: In diesem Schuljahr war ich vor Beginn der Osterferien so fertig wie sonst vor den Sommerferien. Jetzt bin ich nur noch müde, auch wenn ich genug schlafe.
    In meinem Klassenraum sind viele Regale, aber es ist zu eng, um dort freien Zugriff zu haben, die Kinder drängeln sich durch. Ein Platz für einen Sitzkreis, eine Experimentier- oder Leseecke sind nicht möglich. Ich genehmige mir eine kleine Lehrerecke hinter meinem Lehrertisch, denn ich muss ja aufgrund der Differenzierung auch eine Vielzahl an Zusatzmaterialien, Lernstandsbögen, Förderplänen etc. unterbringen, dazu die Materialien für den Fachunterricht in anderen Klassen, CD-Player und diverse CDs, außerdem ein kleiner Hocker, auf den ich mich setze, wenn ich einem Kind länger helfe - für Stühle ist kein zusätzlicher Platz vorhanden, der Hocker ist leicht und ich trage ihn über die Kinderköpfe hinweg.

    In meinen Regalen sind: Kunstkartons, Kunstmappen, Zeichenblöcke, Buntpapier, Bücher (Tinto, Lesekiste, Wörterbücher), Buchecke (da geht mittlerweile fast keiner mehr ran, da es einfach voll ist überall und da Kinder davor sitzen), diverse Lesekarteikästen (platzsparend!), Mathematikmaterialien (Rechenrahmen bis 20 und 100, Rechenketten, Zehnerstreifen, Papp-Uhren, eine Zusatzaufgabenkartei, Selbstkontrolleordner für Einstern, eine große Kiste mit Steckwürfeln, Tangram-Kartei, eine Kiste mit den Zehnerstangen und Einerwürfeln aus Holz, Rechenchips etc.), ein paar Spiele. (Nachteil: Kinder brauchen oft einen Stuhl, um an die Tafel schreiben zu können.)
    Die Regale unter der Tafel enthalten die Hängeregistraturen der Erstklässler (keinen andern Platz gefunden), Signalkarten, zwei Rechenkarteien und Materialien, die ich nur unter Aufsicht herausgebe.
    Auf den Regalen an der Seite und hinten im Raum stehen die Stehordner der Kinder, dort bewahren sie Materialien (Bücher und Hefte) auf, die sie nicht unbedingt mit nach Hause nehmen müssen. Dazu die Hängeregistraturen der Zweitklässler (für angefangene Arbeitsblätter im Wochenplan). Eine Strecke ist für den Wochenplan der 2. Klasse - hier liegen die Arbeitsblätter bzw. die Hefte, in denen gearbeitet werden soll, in Plastikablagen aus. Ein weiteres Stück der hinteren Strecke ist für den Wochenplan der 1. Klasse. Dadurch, dass beide Strecken etwas getrennt sind, müssen die Kinder dort meist nicht anstehen.

    Für den Wochenplan müssen die Fachlehrer mitmachen, sowohl in der Erstellung von Aufgaben als auch im Bereitstellen von Unterrichtszeit für die Bearbeitung des Planes. Eigentlich ist das nur möglich, wenn man sehr gut im Team arbeitet. - Oder fast alles selber unterrichtet. Ich bevorzuge die zweite Variante und habe diese zum Glück nun auch in meiner jetzigen Schule. Das ist ein wirklich positiver Effekt meines Wechsels von Brandenburg nach Berlin. Ich möchte bitte nie nie wieder in einer 1. oder 2. Klasse eine Fachlehrerin für Mathematik in meiner Klasse haben.

    Meine Tische stehen - nach anfänglicher Gruppentischeuphorie vor 4 Jahren - nun wieder frontal - vor einer Woche habe ich den letzten Gruppentisch aufgelöst. Ich bekomme in eine Klasse mit so vielen Kindern - und darunter so vielen Kindern mit massiven Konzentrationsschwächen - keine Ruhe hinein, weder wenn ich etwas frontal erkläre noch im Wochenplan.

    @aschenputtel
    Ja ist es. Ich habe es einmal am Anfang des Schuljahres gemacht, weil die Schulbuchbestellung daneben gegangen war und die Hälfte der Klasse ohne Bücher und Arbeitshefte dasaß. Es hat letztlich allen Spaß gemacht und war für mich eine schöne Erfahrung.

    Die Materialien kann ich heute auch nicht mehr verwenden, weil es damals schon recht anspruchsvoll war und das Niveau so weit heruntergegangen ist mittlerweile, dass es jetzt vielleicht etwas für die 3. Klasse wäre, die ich aber nicht mehr unterrichte.

    Ich stelle aus zeitökonomischen Gründen derzeit in erster Linie wiederverwendbare Arbeitsmittel und Arbeitsblätter her und lasse die Kinder so viel wie möglich in den von den Eltern gekauften Materialien arbeiten, damit sich auch diese "lohnen".
    Daher gibt es bei mir derzeit keine Ganzschriften (und dafür jede Menge anderer "Brennpunkte").

    Find ich ziemlich schwer. Wie willst du ein Buch finden, dass gleichzeitig für Erst- und Zweitklässler das richtige Niveau hat?

    Das einzige, was mir einfällt sind die Hefte vom BVK-Verlag (Felix findet einen Hund, Ein Gespenst als Freund...), die haben 3 differenzierte Stufen für ein Lese-Mitmach-Heft. Wobei auch da für die einfachste Stufe einfache Sätze gelesen werden müssen und die schwierigste Stufe nicht "ein Jahr anspruchsvoller" ist.
    Wenn eure Ersties schnell lesen lernen, wäre das vielleicht Mitte des Schuljahres etwas.

    In meiner Schule (Grundschule) regelt das jeder nach Ermessen. Und jeder reagiert unterschiedlich darauf.

    Ich habe eine sehr energiegeladene Klasse und hatte ständig von den Sportfachlehrerinnen Eintragungen wie: "Y verweigert." , "X macht dabei mit.", "A schlägt B und B beschimpft C.", "D, E und F zu spät.", "G das 2. mal ohne Sportzeug."
    Es wurde mir irgendwann einfach zu viel, also gibt es jetzt ein extra Blatt für Vorfälle im Klassenbuch. Diese Blätter lassen sich wieder herausnehmen (Datenschutz), das Klassenbuch wird nicht mit "Kleinigkeiten" vollgeschrieben und wenn ein Elterngespräch ansteht, kann ich mit Datum darlegen, was etwa vorgefallen ist.

    Bei Kolleginnen gibt es das überwiegend nicht. Bei vielen schreiben dann Fachlehrer unten ins Klassenbuch. Manche reagieren darauf aber auch allergisch. Sehr unterschiedlich...

    Bei uns muss in den Zeugnissen aber immer auch ein reales Bild gezeichnet werden.

    Findest du denn etwas, was der Junge gut kann?

    Mir schwebt da sowas vor:

    Mark beteiligte sich mit Freude am Sportunterricht. Beim Spielen zeigte er noch eine begrenzte Ausdauer. Noch nicht immer gelang es ihm, seine Leistungen realistisch einzuschätzen. Besonders gut beherrschte er den Schlängellauf.

    Oder:
    Mark beteiligte sich mit Eifer am Sportunterricht. Das Spiel "Feuer, Wasser, Sturm" bereitete ihm dabei besondere Freude. Mitunter konnte er seine Leistungen noch nicht realistisch einschätzen.

    Ich sehe es genauso wie die anderen.

    Ich wurde auch am Anfang des Jahres in so ein Amt gewählt und habe mich nicht getraut "Nein." zu sagen.
    Jetzt, als ich den Thread las, dachte ich darüber nach, ob "meine Schulkonferenz-Teilnehmerin" schon mal krank war und ich dort hätte erscheinen müssen. :D

    Ob bei uns jemand einlädt weiß ich nicht, dass ich als Stellv. eingeladen würde, wenn Kollegin X krank wäre bezweifle ich, aber falls es mir mal passieren sollte, dass ich einen Termin vergesse, habe ich nun eine gute Antwort parat. :)

    Liebe Maya,

    meine letzten 3 Formulierungen waren für Drittklässler gedacht, ich wusste aber nicht, dass du nur "den theoretischen Teil" machst.

    Wie wäre es denn mit:

    .... konnte die Instrumente und Instrumentenfamilien auf Bildern und in Hörbeispielen sicher wiedererkennen und benennen.
    Wichtige Fachbegriffe aus dem Bereich der Oper ("des Genres Oper" für bildungsnahen Einzugsbereich) beherrschte sie und konnte sie am Beispiel Mozarts "Zauberflöte" anwenden.
    ... stellte eine Handlung zur Musik mit Stabpuppen dar.

    Je nachdem, was du für Schwerpunkte bei diesen Themen gesetzt hast.

    Maya
    Wonach beurteilst du denn die Kinder? Wofür gibt es die Zensuren? Wie lang muss das Zeugnis sein?
    Genauso würde ich es auch begründen.
    Mache Aussagen zu Singen, Musizieren, Rhythmen erfassen, Tanzen etc., je nachdem, was in der Bewertung für dich wichtig ist.
    Ich muss entweder zensieren oder Verbalbeurteilungen schreiben.

    Beispiele aus meinen Zeugnissen (Kl. 1/2):

    ... erlernte Lieder schnell und mit Eifer in Melodie, Text und Rhythmus und gab sie sicher wieder. Das Bewegen zur Musik fiel ihr leicht und bereitete ihr Freude. (würde einer 1 entsprechen)

    ... erlernte Lieder schnell in Melodie, Text und Rhythmus und gab sie wieder. Das Bewegen zur Musik gelang ihr sicher. (entspricht 2)

    ... erlernte Melodie und Text von Liedern in angemessener Zeit. Mit etwas Übung gelang ihr das Tanzen vorgegebener Bewegungsfolgen. (entspricht 3)

    Es gelang ... noch nicht kontinuierlich, sich am Klassensingen und -musizieren zu beteiligen. Mit etwas Übung und Unterstützung konnte sie Lieder wiedergeben und sich zu Musikstücken bewegen. (entspricht 4)


    Denkbar wäre auch (so viel Platz haben wir nicht auf den Zeugnissen):

    ... erlernte die Melodien von Liedern schnell und sicher. Mehr Mühe bereitete es ihr, auch die Liedtexte wiederzugeben. Das Bewegen zu Musikstücken gelang ihr im Rhythmus, jedoch benötigte sie zum Erinnern der Bewegungsabläufe noch die Orientierung am Vorbild. (entspricht unterschiedlichen Leistungen in verschiedenen Bereichen des Musikunterrichts, würde für mich etwa einer 3+ entsprechen)

    Besondere Freude bereitete ihr das Klassenmusizieren. Hier konnte sie eigene Ideen einbringen und ihren Mitschülern beim Einüben kleiner Musikstücke helfen. Gemeinsam erarbeitete Lieder gab sie sicher wieder. Zögerlich verhielt sich ... beim Tanzen. Nur mit viel persönlicher Motivation traute sie sich einfache Choreografien zu. (entspricht etwa 2-)

    ... lernte gerne neue Lieder und konnte sich die Melodien schnell merken. Das Auswendiglernen der Texte gelang ihr nicht immer sicher. Beim Bewegen zu Musik zeigte ... ihr sicheres Rhythmusgefühl. Sie interessierte sich besonders für das Leben wichtiger Komponisten. Gerne war sie bereit, aus Medien weitere Einzelheiten herauszusuchen. (entspricht 1-)

    In der Art und Weise kannst du doch selber Formulierungen überlegen, ohne ein Buch oder Software zu kaufen.

    LG,
    Conni

    @neleabels

    Ja, ich mache niemandem Vorwürfe, wenn das Kind schon zur Einschulung lesen kann.
    Es gibt allerdings Kolleginnen, die sowas dann ignorieren.

    Einer der Vorteile der jahrgangsgemischten Eingangsklassen (auch wenn es viele Nachteile gibt) ist, dass es hier weniger "auffällt": Dann kann eben ein Kind schon Aufgaben für die 2. Klasse im Bereich des Lesens erhalten. Die anderen Kinder gucken erstmal, akzeptieren es aber sehr schnell und das Kind ragt weit weniger heraus als ich es in jahrgangshomogenen Klassen erlebt habe.

    Edit und kleine Anekdote am Rande: Ich habe mir auch selber das Lesen irgendwie beigebracht, obwohl meine Eltern wohl entsetzt darüber waren. Als ich in die Schule kam, hielt ich den Unterricht einige Tage lang für "Spaß" und hoffte, dass es "bald richtig losgehen" würde. Leider musste ich dann einsehen, dass es wohl kein Spaß war. Da das schon einige Jährchen zurück ist und ich in einem nicht mehr existierenden Land lebte, war etwas anderes zu machen, als andächtig der Lehrerin zu lauschen und sich am aktuellen Unterrichtsgespräch zu beteiligen, streng verboten. Selbst wenn die Lehrerin wusste, dass man unterfordert war. Also habe ich in der Schule braves Kind gespielt, Löcher in die Luft gestarrt und mir Geschichten und Drehbücher ausgedacht, die ich zu Hause aufschreiben wollte. Zu Hause habe ich dann den Bücherschrank meiner Eltern abgegrast. (Kinderbücher wurden keine neuen gekauft, das fanden meine Eltern zu kostspielig. :rolleyes:) Letztlich stieß ich auf ein Buch, welches "Der verliebte Drache" hieß. Da es recht dünn war, ließ es sich auch unerkannt "ausleihen". Allerdings brach ich es nach der Hälfte enttäuscht ab, weil der Drache, von dem der Titel sprach und auf den ich sehnsüchtig wartete, immer noch nicht aufgetaucht war. :rotfl:

    Mein Schlafzimmer war zuerst (im Studium eingerichtet) mit schwarzen Möbeln (gab's billig), dazu braun-melierte Auslegware (auch billig) und weiße Wände. Es sah extrem klein aus.
    Nun habe ich Laminat in heller Ahornoptik, Möbel in hellem Ahorn mit weinroten Details, dazu ein kleiner weinroter Teppich, weiße Decke und die Wände mintgrün, ganz zart. Dazu eine weinrote Tagesdecke für das Bett und ein Kunstposter in schlichtem Glasbilderrahmen an der Wand.
    Das Zimmer wirkt dadurch viel größer und heller.

    Ohne die weinroten Details wäre das Ahorn (etwas gelblicher und eine Idee dunkler als das Birkenoptik-Laminat, das es im Baumarkt gab) in Verbindung mit den pastellgrünen Wänden aber irgendwie zu konturlos. Da würde ich - je nach Bodenbelag - entweder etwas kräftigere Farben wählen oder weiße Wände und dann, wie die Vorposter schon schrieben, Deko oder Farbtupfer an die Wände.

    Viel Erfolg beim Auswählen!

    Ich war einmal Wahlhelferin, wollte das dann aber nicht wieder machen.
    Also habe ich diesbezügliche Post unbeantwortet gelassen. Normalerweise finden sich genug Wahlhelfer. Wenn nicht, kannst du eben bestimmt werden, soweit ich weiß. Ist mir aber bisher noch nicht passiert.
    Du bekommst einen freien Tag, außer wenn du Vorsitzende bist, dann sind es 2 freie Tage (dafür aber auch eine extra Schulung) und 16 Euro Verpflegungsgeld.
    Bei uns ist es so, dass man für den freien Tag dann trotzdem den Unterricht vor- und nachbereitet und am Wahltag eben von 7 bis 19/20/21 Uhr im Wahllokal sitzt. Von daher möchte ich das nicht nochmal freiwillig machen.

    Melosine
    Das fächerverbindende und fächerübergreifende Arbeiten steht als Forderung im Rahmenlehrplan Berlin/Brandenburg.

    cubanita
    Du hast in meinem längeren Beitrag schon Begründungen drin:
    Erziehungsarbeit!
    heißt auch:
    Streit schlichten,
    Pausenregeln einfordern,
    Kinder an die Schulregeln gewöhnen,
    sich die Sorgen und Nöte der Kinder anhören.
    Dies ist nicht möglich, wenn du als Klassenlehrer in jeder Pause rausrennen musst!

    Rahmenlehrplan, allgemeiner Teil (der ist in jedem Rahmenlehrplan gleich, ich habe jetzt hier den des Lernbereiches Deutsch):
    S. 12 unterer Teil - fächerverbindendes und fächerübergreifendes Arbeiten - wie stellen sich denn die Kolleginnen aus den Kl. 5 / 6 da die Vernetzung vor, was leisten sie dazu?
    S. 13 oberer Teil - Rhythmisierung des Unterrichtsalltages, hier wird klar davon gesprochen, dass die starren 45 min oft nicht den Anforderungen gerecht werden und dass in Projekten, Stationslernen etc. gelernt werden soll - wie macht ihr das, wenn da x Lehrer dran beteiligt sind?

    Schau außerdem in die Grundschulverordnung, was da zu Klassenlehrern steht. Die ist in Berlin ja anders, da kann ich dir nicht weiterhelfen.

    Wende dich an den Personalrat und an die GEW (wenn du dort nicht Mitglied bist, jemand anderes aus deinem Kollegium). Die haben Ahnung von der rechtlichen Situation. Kläre dort, ob so etwas erlaubt ist. Kläre, welche Möglichkeiten ihr habt. Wenn alle Klassenleiterinnen der 1-4 auf einer Seite stehen, könntet ihr einen Antrag in eine Gesamtkonferenz der Lehrer einbringen.

    Nächste Frage:
    Wie sehen die Eltern die Situation?
    Du darfst die Eltern nicht gegen die SL aufhetzen, klar. Aber die Eltern müssen doch durch ihre Kinder davon erfahren, wenn diese in diesem Chaos, das ihr ja jetzt schon habt, unter der Lautstärke, den Disziplinproblemen und psychosomatischen Symptomen leiden. Was sagen die dazu? Finden die das gut? Was sagen sie zu den Plänen der Schulleitung? (Könnten sie davon vielleicht unauffällig erfahren?)
    Elternsprecher als Bindeglied zwischen Elternschaft und Schule sind auch in der Gesamtelternvertretung. Dort könnte das Problem, welches ja nicht nur in deiner Klasse besteht, thematisiert werden. Die Gesamtelternvertretung könnte sich mit einem entsprechenden Antrag oder einer Anfrage an die Schulkonferenz wenden.
    Wenn das nicht fruchtet, gibt es bestimmt eine nächsthöhere Elternvertretung: Hier in Berlin gibt es einen Landeselternausschuss.
    Ihr benötigt für diesen Weg Elternvertreter, die Mut haben und sich Gehör verschaffen können und sich wehren können. Wenn die Eltern der Klassen 1 bis 4 sich aber einig sind (oder überwiegend einig), dass es so wie es jetzt ist, den Kindern und der Lerngruppe schadet, dann sollte genug Gemeinsamkeit da sein, um weitere Schritte über die Elternvertreter einzuleiten.

    Wie sieht es mit der Schülervertretung aus? (Das ist der schwerste Punkt, denn für Schüler ist es schwierig, ihrer Schulleitung zu widersprechen. Hier würde ich nur dann ansetzen, wenn die Elternschaft dahinter steht.)


    Was ganz wichtig ist: Du trägst keine Schuld an diesem Chaos!
    Das musst du dir selber immer wieder sagen - und das musst du auch - Traust du dich? - den anderen immer wieder klar machen.
    Kommt eine Fachlehrerin und klagt über Disziplinprobleme, dann muss sie selber sehen wie sie klar kommt. So hart das jetzt auch klingt, aber du hast ja bald nur noch ein paar Deutschstunden und die Kinder müssen die Bildungsstandards erreichen, also hast du im Deutschunterricht keine Zeit mehr, am Sozialverhalten in großem Umfang (wie es eine 1./2. Klasse üblicherweise verlangt) zu arbeiten. (Und auch hier wieder die Frage: Stehen deine Elternvertreter auf deiner Seite? Wenn ja, dann klage ihnen doch mal dein Leid, dass du entweder auf die Erfüllung des RLP hinarbeiten oder Sozialverhalten trainieren kannst, beides geht nicht mit so wenigen Stunden in der eigenen Klasse.)

    Wie läuft das eigentlich mit den Gesprächen zum Halbjahr, gibt es die noch? Die wurden in meiner Ref-Zeit statt der Zeugnisse eingeführt.
    Da müssen die Eltern doch sicher dann auch von Fachlehrer zu Fachlehrer rennen oder alle Fachlehrer gemeinsam das Gespräch führen? Da du die Kinder im Fachunterricht ja nicht siehst, kannst du auch keine besonders genauen Informationen zu ihren Leistungen weitergeben...

    In Berlin haben übrigens an einer Schule im vergangenen Schuljahr alle Klassenlehrerinnen der Klassen 1 bis 3 einen Umsetzungsantrag gestellt. Das hatte in der Folge Aufmerksamkeit und damit positive Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen.

    Grüße,
    Conni

    Ich muss mich den Gegnern anschließen:
    Wenn ihr nicht dahinter steht, bringt es nichts.
    Wir haben zur Vorbereitung der Jahrgangsmischung solch eine Konstellation ausprobiert:
    Wir gingen für D, SU und ein "kleineres Fach" in unsere 1. bzw. 2. Klasse. Für Mathe wechselten wir.
    Fazit: Die Kinder waren in den Pausen immer 2 bis 3 Minuten unbeaufsichtigt, während wir auf dem Weg durch das Haus waren. Hier entstanden Katastrophen, die Kinder meiner 1. Mathe-Klasse versammelten sich in dieser Zeit z.B. auf der Toilette, redeten einander ein, dass es dort Untiere gäbe und pullerten dann ein, weil sie sich nicht mehr hintrauten. Oder ein Teil ging einfach auf den Hof und kam nicht wieder hoch, während der Rest oben blieb. Meine Zweitklässler fingen an sich zu hauen bzw. missbrauchten die Toilette als Klettergerüst in der Wechsel-Zeit.
    Kinder versuchten Klassen- und Fachlehrer gegeneinander auszuspielen. Sie erzählten z.B. dem Fachlehrer, dass der Klassenlehrer ihnen erlaubt habe, ins Sekretariat zu gehen in der Pause, weil sie Kopfweh hätten oder ähnliches. Da wir ja schnell wechseln mussten und uns nicht absprechen konnten, fiel man da so manches Mal drauf rein.

    Hinzu kam, dass in den bei uns auch schwierigen Klassen, die Erziehungsarbeit nicht in Ruhe geleistet werden konnte: In den Wechsel-Minuten putschten sich die Kinder so hoch, dass sie kaum noch zur Ruhe kamen. Danach wieder Wechsel, wieder hochgeputschte Kinder. Eine ruhige Frühstückspause zwischen zwei Stunden, in denen die Kinder sitzen und essen war Fehlanzeige. Dies ist besonders in einer 1. Klasse fatal, denn dort lernen die Kinder die Regel-Grundlagen für die gesamte Schulzeit. Was dort "versemmelt" ist, lässt sich nur unter großer Kraftanstrengung wieder verändern.

    Unser Feldversuch wurde von den Klassenleiterinnen der 1. Klassen initiiert, wir waren nicht so begeistert, konnten sie aber nicht umstimmen.
    Nach 3 Monaten ging es ihnen so schlecht mit dieser Situation, dass sie freiwillig zurück tauschen wollten.

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