Beiträge von Conni

    Hallo alem,

    du stellst zu hohe Anforderungen an dich selber. Du kannst dich nicht auf jeden einzelnen Schüler vorbereiten. Wenn du das machen möchtest und nur eine halbe Stunde pro Kind und Woche Vor- und Nachbereitung haben willst, dann machst du bei einer durchschnittlichen Klasse 13 Stunden zusätzlich.
    Lass den Kindern Zeit. Sie sind jetzt ein paar Wochen in der Schule, sie müssen noch nicht lesen und schreiben können.
    Mache den Buchstabenlehrgang mit verschiedenen Aufgaben (schreiben, hören, sprechen, kneten etc.), lass die Kinder immer wieder mit der Anlauttabelle viele viele Wörter verschriften. Und wenn es an eurer Schule erlaubt ist, dann zeige ihnen ab und an mal, wie man Buchstaben (Laute) zusammen zieht. Schreibe regelmäßig etwas an die Tafel - und wenn du siehst, dass ein Kind lesen kann, stell ihm Leseübungen zur Verfügung.
    Ansonsten schließe ich mich den anderen beiden an.

    Grüße und viel Erfolg,
    Con - macht das grad zum 2. Mal - ni

    Zitat

    Original von ambrador

    Eben deshalb schreibt Hilbert Meyer ein dickes zweibändiges Werk zur UnterrichtsMETHODIK!

    Richtig. Allerdings verwende ich andere Methoden, als von HM zu Papier gebracht.

    Zitat


    Aber die Frage, die sich mir stellt, ist: habe ich dann nicht gut genug unterrichtet, oder ziehe ich mich, weil ich mich sowieso nicht für Theorie interessiere, auf den Standpunkt zurück, dass wer nicht lernt "einfach" zu faul oder zu dumm (=unbegabt) ist.

    So schwarz-weiß würde ich die Welt nicht sehen.

    Z.B. betreiben viele meiner Kolleginnen Selbstschutz und beugen dem Burnout vor, weil dann, wenn sie für jeden Schüler die richtigen Methoden herausfinden möchten, das Diagnostizieren (DANKE Mikael!) und das Unterrichten der Schüler mindestens 60 Stunden pro Tag kosten würde, denn dann müssten die Kinder individuell lernen und zwar nicht 26 in einem Raum, die individuell ihre Aufgaben machen, sondern in Kleingruppen mit Lehrperson. Das mag in den von dir betreuten Jahrgangsstufen vielleicht anders sein.

    Zitat

    Also benötigen wir wissenschaftliche Untersuchungen (...)

    Wer, wenn nicht die Didaktiker, die dicke METHODEN-Bücher schreiben (...), soll uns "Praktikern" all die Informationen dann (...), d.h. in "wissbarer" Form, vermitteln?

    Hirnforscher, Psychologen etc. Der Clou ist nämlich, dass keine der wissenschaftlichen Untersuchungen wirklich unumstößlich ist. Es gibt viele neue Erkenntnisse, die sich z.T. widersprechen.
    Wenn ein Didaktiker die alle berücksichtigen würde, würde er niemals fertig werden mit dem klären z.B. der Voraussetzungen aus der Hirnforschung, er müsste seine Erkenntnisse sehr vage formulieren und er müsste alle 2 Jahre sein Buch komplett überarbeiten. Und zwar so, dass da nicht nur steht "8. Auflage mit neuem Vorwort", sondern dass es ein in weiten Teilen neues Buch wird.

    Zitat


    Ich lese dein Statement deshalb (...) als Bestätigung dessen, was auch ich sagen würde.

    Das verbitte ich mir.

    Conni

    Zitat

    Original von ambrador wie lehrt man dann Mathe, Englisch, Deutsch und Latein?

    Was ist daran das Problem? Bin ich zu wenig theoretisch orientiert, um das Problem hinter der Frage zu verstehen?
    Ich vermittle mit Hilfe unterschiedlicher Methoden den Kindern ..... (Setze ein: Buchstabenkenntnisse, Lesen, Rechnen, Kenntnisse und Erfahrungen über Pflanzen, Verkehrsregeln etc., musikalische Grundkenntnisse) Einige verstehen und lernen schneller, andere brauchen etwas mehr Zeit, wieder andere brauchen noch mehr Zeit und wieder andere erwerben lückenhafte Kenntnisse.
    Wie gut und wie viel ein Kind lernt, hängt von unterschiedlichen Parametern ab. Davon ist eines mMn eine mehr oder weniger angeborene Begabung (diese Meinung wird doch hoffentlich inzwischen wieder im politisch korrekten Bereich liegen, oder ist dein Problem hinter deiner Frage dieses?), mehrere Parameter liegen in der Gehirnentwicklung und den dabei vorherrschenden Umweltbedingungen. Die Einstellung der Familie zum Lernen oder zu Schule ist wichtig, die Beziehung die das Kind zu mir aufbaut und umgekehrt, und eben auch ob ich für das Kind passende und unter den gegebenen Rahmenbedingungen umsetzbare (!!!) Methoden für die zu lernenden Inhalte finde.

    Zitat

    Was ist mit den ärmsten KollegInnen, die evtl. sogar *Musik* unterrichten müssen?


    Wuhaha schrecklich! :heul: Musiklehrerin sein, kann ich mir gar nicht vorstellen, das muss schlimm sein! Musiklehrer/innen sind einfach nur arme Eber/innen.

    Conni

    ... und je besser du die Lieder dann kannst, desto mehr freuen sich auch die Nachbarn. 8)

    Singstar kenne ich noch nicht. Macht das Spaß? Könnte ich das von der Steuer absetzen? :D

    LG,
    Conni

    Ich habe mit meiner letzten, sehr lebendigen 1. Klasse nach den Herbstferien mit einem "Stundenplan" (hieß es im Seminar) angefangen:
    Die Kinder bekamen 2 Aufgaben und durften wählen, mit welcher sie anfingen und welche sie danach machten. Gesamtarbeitszeit 25 min, vorher 5 min erklären, mehr hielten sie nicht durch, ohne das Ganze mit dem Sportunterricht zu verwechseln.
    Ich habe die Aufgaben dann in 2 bis 3 Quantitäten oder Qualitäten angeboten. Das macht aber sehr viel Arbeit und ging auf Kosten meines Schlafes und meiner sozialen Kontakte. Würde ich so extrem nicht mehr machen.

    Später gab es dann mehr Aufgaben, darunter Pflichtaufgaben und Wahlaufgaben. Damit hatte ich das Problem "nur Spielen und toben" umgangen, da auch die Kinder mit den Wahlaufgaben nicht mehr alles machen (und damit auch nicht mehr zu stark rumtoben) konnten. Dabei war unter den Pflichtaufgaben immer eine zum Basteln oder Kneten oder Biegen (Buchstaben aus Biegeplüsch z.B.). Zusätzlich habe ich einmal wöchentlich in der 5. Stunde eine halbe Stunde Ess-/Trink-/Spielzeit eingeführt, da kamen die Kinder vom Sport. Da waren dann alle Spiele erlaubt, aber auch Bücher oder Lesehefte.

    Grüße,
    Conni

    Klingt ja cool, bei uns wurde es gerade eingeführt, habe seit 10 Tagen eine gemischte Klasse und muss den Eltern (die hier noch DDR-Schule gewöhnt sind) erklären, wie wunderbar das ist.
    Wir haben ständig wechselnde Gruppen und Teilungsstunden und teilweise bis zu 4 Erwachsene in einer Stunde, dafür gibt es an anderen Tagen niemanden zur Teilung. Ich weiß selber schon nicht mehr, welcher Tag ist und wen ich jetzt wohin schicken oder mit Unterrichtsstoff versorgen muss. Natürlich freue ich mich über jede Hilfe, insbesondere weil wir ja auch von Behinderung bedrohte Kinder in den Klassen haben und die Kinder z.T. mit 5 eingeschult werden, aber das mit einer Erzieherin, einer Praktikantin, 4 Teilungslehrerinnen, einer Sonderpädagogin und vielleicht noch einer 2. Sonderpädagogin, die aber noch nicht auftauchte (jede aber maximal 1 Stunde für meine Klasse) zu lösen, ist eine Verwaltungs- und Koordinierungstätigkeit, die im laufenden Betrieb nicht wirklich gut überblicke.
    Ich vermute, das läuft jetzt ein paar Jahre, ein paar Lehrerinnen werden sich bis zur Berufsunfähigkeit abarbeiten und dann wird es klammheimlich zurück genommen - um uns ein neues ultimatives Konzept zu präsentieren.

    Conni, findet jahrgangsgemischtes Lernen unter sinnvollen materiellen und personellen Bedingungen eine gute Idee

    Oder du legst dir "Ein Haus für die Kinder" von Meinhard Ansohn zu. (Lugert-Verlag)
    Da sind mehrere fetzige Lieder für verschiedene Altersgruppen und Anlässe drin. Auch wenn draufsteht, für Klasse 5 bis 10, habe ich ein Lied mit einer 2. Klasse schon gesungen, die fanden es toll, werde ein weiteres jetzt mit den 3. Klassen singen und ein Weihnachtslied ("Lied vom Schenken", inzwischen schon in mehreren Schulliederbüchern veröffentlicht), sowie ein Lied mit englischem Refrain kamen in der 4. Klasse gut an.

    In der "Grundschule Musik" Heft 16 (4. Quartal 2000) gab es neben ein paar Indianerliedern, ein paar Weihnachtsliedern und Playbacks zu bekannten Weihnachtslieder ein Morgenlied ("Die Sonne kitzelt mein Gesicht"), welches bei den Kindern auch gut ankam.

    Viele Grüße und viel Spaß,
    Conni

    Hallo Sacaste,

    auch bei Ebay wirst du fündig:

    http://myworld.ebay.de/topgeschenkewelt

    Hier habe ich Lineale mit integriertem Kamm gekauft, Tierpuzzles, die ich meiner letzten Klasse zum Abschluss schenkte und große Stickerbögen. Zur Zeit gibts z.B. 60 kleine Puppen für knapp 13 Euro, 100 Neonflummis für 13 Euro, 48 Packungen kleine Buntstifte für 12 Euro, 24 vierteilige Linealsets (2 Lineale, ein Dreieck, ein Winkelmesser) für 9 Euro, 100 Tröten für 9 Euro (nur nach der letzten Stunde verschenken!) etc.
    Außerdem hatte ich mir über Ebay mal mehrere Paletten kleine Stempel gekauft, mit Pokemons, Tieren, Smileys drauf, waren der Knüller im Adventskalender z.B. hier:

    http://cgi.ebay.de/Grosse-Posten-…1QQcmdZViewItem

    Grüße,
    Conni

    [komplett off topic]

    Winnetou II Seite 327 lesen und alle i-punkte farbig nachmalen.

    alias
    Danke für den Link. Immer wieder schön!
    Ich habe einen Teil davon sogar diese Woche umgesetzt, indem ich in den Text für das Einschulungsgeschenk ein "wunscht" eingebaut habe. Meine Zweitklässler haben es nicht gemerkt. Ich habe ihnen dann sogar gesagt: "Ohhhhh, da hast du aber die ü-Striche vergessen! Guck mal an die Tafel!" Erst als ich das zum 5. Mal sagte, wurde ich etwas stutzig - und habe selber an die Tafel geschaut. :rotfl:

    So, nun wieder On Topic:
    Ich führe keinen Buchstaben ein in der 1. Unterrichtsstunde. Ich werde in der nächsten Woche erstmal einführen, was ein Bleistift ist und was ein Buntstift und woran man den Unterschied erkennt. Hatte ich in meiner letzten Klasse genug mit zu tun.

    Grüße,
    Conni

    Oh, das sind ja Themen....

    Ich habe vor, morgen eine sportliche schwarze Stoffhose anzuziehen (mit etwas ausgestellten Beinen, was man durch meine etwas breitere Erscheinung eh nicht sieht) und so ein "Blusenshirt", das ist ein Sweatshirt (in Hellgrün) mit Ärmelenden und Kragen aus bunt geblümten Blusenstoff. Ist zwar nicht das Schönste, aber Damenblusen kann ich nicht tragen, die passen mir in den Schultern nicht, darin kann ich mich nicht normal bewegen.

    Meine Kollegin will im Hosenanzug kommen....

    Grüße,
    Conni

    Ich empfehle dir zusätzlich das "Fitness-Training. Lesen." vom AOL-Verlag. Das ist ein Block mit 100 Karteikarten (A6), auf denen vom Silbenlesen ("la le li lo lu") bis hin zu einfachen Sätzen geübt werden kann. Dazu gibt es eine Karte (vergrößern!) die die Kinder in Kopie zum Abhaken nehmen können. Gerade am Anfang sind nämlich die Hefte vom Jandorf-Verlag (1. Arbeitsauftrag war glaube ich "Verbinde!" oder "Kreuze an!" oder so) noch recht schwer, da hatten sogar meine leistungsstarken Leser Probleme. Die Karten vom AOL-Verlag bieten da so eine Art Vorstufe an und können von den leistungsschwächeren Lesern auch im Förderunterricht genutzt werden oder noch im 2. Schuljahr.
    Die Karten werden allerdings vorgelesen, also es ist nichts zum Malen und verbinden.

    Grüße,
    Conni

    Es gibt auch eine Bilderkartei von Cornelsen und eine von Schroedel/Diesterweg (zu Konfetti), die könntest du dir einmal kaufen, laminieren und dann den Kindern die Bilder geben zum Wörterschreiben. Dann sitzt du nicht nächtelang beim Ausschneiden.

    Ansonsten kann ich mich nur anschließen: Ich finde das Laute hören und Buchstaben wiedererkennen sehr wichtig, für beides wird im Tinto-Buchstabenordner gutes Material geboten.

    Ich habe zusätzlich noch die bösen, bei Reichen ja so verpönten Leseübungen gemacht, etwa ab den Herbstferien, an der Tafel Silben zusammenfügen und dabei zusammen schleifen (sa, so, su etc.) und das ganze im Chor, 2 bis 3mal die Woche je max. 5 min. Das hat bei vielen Kindern dann den Start ins Lesen ermöglicht.

    Conni

    Habt ihr den Buchstabenordner zu Tinto für die Kinder? Der ist gut und dort wird alles geübt: Schreiben, Auffinden der Buchstaben, Laute hören...
    Ohne den Ordner oder etwas Ähnliches stelle ich mir das alles sehr gewagt vor.

    Wir arbeiten mit Tinto, machen nach der Einführung und ersten Arbeit mit dem Buchstabenhaus aber trotzdem Buchstabenwochen.

    Grüße,
    Conni

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