Zitat
Melosine schrieb am 24.01.2006 06:39:
25 5jährige in einer Klasse...
- für alle.
Hallo Melosine,
so sieht es ja erstmal noch nicht aus. Der Stichtag wird der 31.12., d.h. je nach Bundesland sind die Kinder bei regulärer Einschulung zwischen 5;7 und 6;8. Das größere Problem finde ich, dass es zumindest hier in der Gegend kaum noch Zurückstellungen gibt und dass die Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten und Lernschwierigkeiten in den regulären Klassen verbleiben und zwar ohne wirkliche zusätzliche Förderung, weil es das einfach nur offiziell nicht mehr gibt. Fein, wir haben ein paar Stunden Sonderpädagoginnen da, aber das reicht nicht mal für 1 Stunde pro Klasse pro Woche und dann gibt es da jeweils mehrere problematische Kinder pro Klasse.
Auch problematisch wie du sehe ich: Es wird in die normalen 1. Klassen eingeschult, obwohl die Bedinungen nicht da sind. Meine Klasse hätte erstmal ein Vierteljahr lang eine Kindergartenbetreuung gebraucht, aber nein, ich muss sie alle dem Rahmenlehrplan anpassen. Der geht aber davon aus, dass eine minimale Konzentrationsfähigkeit vorhanden ist, die war in meiner Klasse bei mehreren Kindern nicht entfernt da und auch jetzt haben einige noch große Schwierigkeiten. In meiner Klasse hat keines der Fünfjährigen Kinder ein angenehmes, problemloses 1. Schulhalbjahr erlebt. Es reichte von "sich beweisen müssen, dass ich genauso gut bin wie die Sechsjährigen" über erhebliche Defizite im vorschulischen Bereich in mindestens einem der Fächer Deutsch und Mathematik über erhebliche sozial-emotionale Schwierigkeiten, meist kamen mehrere Dinge zusammen. Trotzdem müssen alle am Ende der 2. Klasse die Vergleichsarbeiten schaffen, das kann ich ihnen nicht ersparen. In der Parallelklasse im Prinzip das gleiche, nur dass dort 4 Kinder mit 5 Jahren eingeschult wurden, die von den Leistungen her wirklich an der Spitze der Klasse stehen, dafür aber erheblich mehr gesundheitliche und emotionale Probleme haben als die Sechsjährigen. Dort habe ich dann gleichzeitig Wiederholer zu sitzen, die gar keine Peilung haben, die nicht mal bis 10 zählen können, aber erst ab Kl. 3 eine Chance auf einen Platz in einer Schule für Lernbehinderte haben bzw. einen Chance auf eine Einzelintegration in der Regelschule. Wie mag das auf diese Kinder wirken, wenn sie sich von 2 Jahre Jüngeren "die Butter vom Brot" nehmen lassen müssen rein geistig?
Grüße,
Conni