Beiträge von Conni

    Hallo ihr,

    ich glaube, ich habe die Situation noch nicht genau genug beschrieben:
    Das Problem ist weniger der Toilettengang IM Unterricht. Dazu haben wir Toilettenkörbchen (mit Handtuch, Klopapier und Seife), eins für Jungs eins für Mädchen. Das kann man auch überblicken.
    Allerdings war neulich einer unangemeldet in der Schule, der Werbung verteilt hat. Einige Mütter haben die Situation sehr aufgebauscht, so dass plötzlich Kinder nicht mehr alleine auf die Toilette (im Haus) gehen, weil sie Angst vorm "schwarzen Mann" haben. Ich kenne die Kinder noch nicht genau genug, um zu wissen, wer zusammen gehen kann. Ich weiß nur bei ein paar Kindern, dass es nicht geht, weil sie mindestens 15 Minuten brauchen oder die Mädchen auf dem Jungsklo landen und außerdem nebenbei einen kleinen Schulrundgang machen. :rolleyes:

    Es geht mehr um den Gang in der Pause. Der ist so laut, dass die Sektretärin sich gestört fühlt. Außerdem haben die Kleinen den Gong als Beginn der Stunde noch nicht verstanden, d.h. sie bleiben trotz Stundenbeginns einfach noch ein wenig auf Toilette und kreischen noch ein oder zwei kleine Runden. Eben das stört dann auch die anderen Schüler/innen auf der Etage bzw. in der Etage drüber.

    leppy
    Eine kollektive Pause habe ich probiert. Problem ist, dass die Toiletten auf 2 Etagen sind, ich aber alleine bin: Wenn ich bei den Mädchen bleibe, spielen die Jungen "Scheibe". Als ich mit zu den Jungs ging, standen die Mädchen vor der Mädchen-Toilette und kreischten so, dass die stellv. Direktorin aus ihrem Arbeitszimmer kam, weil es sie so störte. (Unsere Schule ist da teilweise sehr hellhörig gebaut.)
    Insbesondere weil es meist länger dauerte (bis in den Unterricht), bis auch alle wieder aus dem Toilettenraum kamen, war das eine ziemlich blöde Situation.

    Der Nebeneffekt dieser Pausen-Toiletten-Spielereien ist eine ewige Petzerei "Der hat..." "Die wollten..." und Verletzungen (eingeklemmte Finger, Verletzungen durch Fallen beim Rennen etc.).
    Ich habe ernsthaft schon überlegt, die Kinder nur noch zu zweit gehen zu lassen, egal ob Unterricht oder Pause. Aber dann ist wohl kaum noch Unterricht möglich, weil einige ständig müssen und ich hätte auch Angst, dass einige sich in die Hose machen.

    Grüße,
    Conni

    Hallo Sunrise,

    das hatten wir schon. Bei 26 Kindern reicht dann die 10-Minuten-Pause nicht und die Kinder gehen ständig im Unterricht, so dass man keine Aufgabe erklären kann, weil ständig einer auf Toilette ist. Außerdem habe ich "Früchtchen" dabei, die sich dann rausschleichen, obwohl sie nicht gehen dürfen, wenn ich z.B. mal einem Kind helfe und sie grad nicht im Blick habe.

    Conni

    Hallo ihr,

    ich hab eine etwas komische Frage vielleicht...

    Also ich habe eine 1. Klasse, bin alleine in meinem Klassenraum weitab von allen anderen Kollegen. Auf dem Flur ist nur einige Stunden Englisch und Religion noch die Woche. Die Kinder müssen zur Toilette den ganzen Flur lang (Mädchen) und den ganzen Flur lang und eine Treppe hoch (Jungen). Nun spielen die Kinder allseits beliebte und seit Generationen bekannte Spiele: Mädchen einsperren, Tür zuhalten, Quieken so laut man kann. Jungs auf dem Mädchenclo, teilweise auch Mädchen auf dem Jungsclo. Es gab schon Beschwerden der Sektretärin. Heute war sogar der Schulleiter drin (Englischlehrer) und hat ruhig mit den Kindern gesprochen, dass die Kinder im Englischraum sich gestört fühlen.

    Was kann ich tun? Ich bin alleine, kann mich nicht zerteilen. Wenn ich zur Toilette sprinte, gibt's im Klassenraum Tränen. Den Toilettengang verbieten kann ich wohl kaum und statt in den Pausen im Unterricht alleine gehen lassen will ich auch nicht.
    Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

    Grüße,
    Conni

    Brandenburg, Grundschule:

    Bisher kein eigenverantwortlicher Unterricht.

    Ich hatte im ersten Halbjahr 6 Stunden angeleiteten Unterricht, dann 8 Stunden + zeitweise Vertretung. Nach dem Examen konnten wir mit bis zu 19 Stunden eigenverantwortlich eingesetzt werden. Insgesamt 24 Monate.

    Conni

    Hey, cool, das ist doch richtig süß oder.

    Als ich nach meiner ersten Prüfungsstunde durchs Schulgelände lief und mich Zweitklässler (die ich nur zur Vertretung unterrichtet hatte) fragten, wie es denn war, hörte das eine Erstklässlerin aus meiner Prüfungsklasse und fragte mit großen Augen: "Wie, das war eine Prüfung?" :D (Wir hatten es ihnen vorher nicht verraten, damit sie nicht so aufgeregt sind.)

    Grüße,
    Conni

    Ich kann Talida nur zustimmen: Die Halbwertzeit bestimmter Unterrichtsinhalte ist wirklich erstaunlich kurz.
    Anfang des letzten Halbjahres dachte ich bei meinen Viertklässlern noch "Oh je, was haben die denn gelernt?", aber dann gab ein klärender Blick in den Hefter Aufschluss.
    Mit meiner 3. habe ich wochenlang die Multiplikation von Vielfachen von 10 (30 * 7, 40 * 20...) geübt und nach den Osterferien wussten einige von nichts. :O

    Grüße,
    Conni

    Zitat

    juna schrieb am 13.09.2005 16:59:
    Ich hab das letztes Jahr mal mit meiner 4. ausprobiert, die hatten einen riesen Spaß dabei, mit dem Besen die Turnhalle zu fegen .

    Da fällt mir doch dieser Kinderarbeitsthread ein... :D

    kaddl
    Mit der Technik hast du natürlich Recht, ich bin schon zu lang raus, hab mich in der Prüfungsstunde aber auch nicht auf die erwünschte Technik verlassen.

    Da fällt mir ein... Ich hab mal eine 3. Klasse bei einer Darbietung gesehen, die hatten noch Basketbälle und Gymnastikbänder dabei, das sah auch noch gut aus, muss aber vorher bestimmt lange geübt werden.

    Grüße,
    Conni

    Apropros Oma...

    Ich war heut mit im Hort, in der Gruppe meiner Schüler. Dazu gehören auch ein paar Kinder aus einer der Parallelklassen.
    Irgendwann kam ein Junge ganz entrüstet an: "Der da sagt, ich singe das Lied falsch!" - Horterzieherin: "Ja welches Lied denn?" - "Na, 'Auf der Mauer auf der Lauer sitzt ne kleine Oma." - Horterzieherin: 'Das heißt ja auch "Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ne kleine Wanze.'" - "Nein, Oma!" -.... Naja, irgendwann haben wir kapiert, dass die Klassenlehrerin es wohl zum Erlernen des Wortauf- und abbaus abgeändert hat. Ich hätte beinah losgeprustet, so hab ich analytisch-synthetische Leselernmethode ja noch gar nicht erlebt...

    Conni

    Hmm, also ehrlich, ich hab sowas noch nie gemacht, aaaber.... Wie wäre es, wenn die Kinder, sich den Rhythmus vorher ausdenken und ihr Ergebnis auf Kassette aufnehmen (z.B. klatschen, klopfen). In der Prüfungsstunde hören sie sich ihren Rhythmus an und entwerfen eine Choreografie dazu.
    Naja, ich weiß nicht, ob das für eine 3. Klasse funktionieren könnte...

    Grüße,
    Conni

    Hi Nell,

    ich kann das Heft "Buchstabenlieder" von Gerhard Wanker (Helbling-Verlag) empfehlen. Dort sind neben dem "Igel Isidor" (das ist übrigens immer das gleiche Lied, denn die "mip" und das "Sim-Sala-Sing"-Liederbuch sind vom gleichen Verlag) noch 27 andere Buchstabenlieder drin. Am besten gleich die Playback-CD dazu kaufen (im Paket 29 Euronen), denn die Playbacks sind wirklich fetzig und die Lieder nicht zu lang.
    Bezüglich der von mir erfahrenen Lieferfristen bei Helbling kann ich dir aber kaum Hoffnung machen, dass du das bis nächste Woche hast. Wenn du das ganze Schuljahr in der 1. Musik hast, lohnt es sich aber bestimmt.

    Grüße,
    Conni

    Zitat

    alias schrieb am 10.09.2005 14:31:
    Wenn man mit so vielen Hohlstunden "geplagt" wird, bleibt wohl nur, dies als Chance wahrzunehmen - und sich durch die pädagogischen Zeitschriften, die Lehrerbücherei und den Medienraum zu wühlen, bzw. Gespräche mit Kollegen zu suchen.
    Auf das Prüfungsergebnis wirkt sich dies sicherlich nicht negativ aus....

    Hmm, also ich habe während meines Referendariats eine Reihe blöder Sprüche von Kolleginnen geerntet, wenn ich während meiner Freistunden im Lehrerzimmer saß und etwas vorbereitete, während ne Kollegin mal schnell reinkam zum Kopieren: "Ach, Sie haben ja schon wieder frei! Sie müssten mal richtig arbeiten."
    In der Prüfung saßen dann aber zum Glück andere. :)

    Conni

    Zitat

    Timm schrieb am 10.09.2005 16:41:


    Wenn das in deiner Schulzeit nicht behandelt wurde, empfehle ich, die Plan- bzw. Zentralveraltungswirtschaft mit ihrer Auswirkung auf die Beschäftigten bei einer Kubareise zu studieren.

    Dazu bin ich leider nicht mehr gekommen, ich war 15 als die Wende kam und gehörte zu keiner privilegierten Familie, die eine Kuba-Reise ergattern konnte. Alle 2 Jahre haben wir einen Familienurlaubsplatz an der Ostsee bekommen, da waren wir immer sehr glücklich drüber.
    Ich habe auch öfter alleine oder mit meinem jüngeren Bruder nach Obst angestanden: Freitags nach Schulschluss im Sommer an einem Stand, an dem es dann mit 50%iger Wahrscheinlichkeit Erdbeeren, Pfirisiche oder ähnliches gab, im Winter auch mal 2 Stunden nach Navel-Orangen. Nein, das war nicht wirklich gemütlich. In meinen Arbeitseinsätzen während der Schulzeit wars auch nicht gemütlich: Spulen putzen und Kleinteile zusammenschrauben, 333 in 4 Stunden oder so als Norm, auch nicht wirklich gemütlich. Weiter mag ich meine Erfahrungen mit Planwirtschaft gerade nicht ausführen.

    Zitat


    Wenn du deine Arbeit über diese Tätigkeiten definierst, bin ich in der Tat im Unrecht.

    Das hast du falsch verstanden. Ein Teil meiner Arbeit ist Unterricht, ein Teil Elternarbeit (abends), ein Teil Gespräche mit Kollegen (nach Unterrichtsschluss). Ein Teil das Kontrollieren von Arbeitsheften, das mache ich am liebsten zu Hause, aber auch mal nach Unterrichtsschluss oder - falls ich eine Freistunde habe - auch dann.
    Ein Teil ist das Herrichten / aufräumen des Klassenraumes, das geht nach Unterrichtsschluss nachmittags und ein weiterer (zeitintensiver) Teil meiner Arbeitszeit ist die Auswahl und das Erstellen von Materialien.
    Die Schule hat leider so wenig Material für differenziertes Arbeiten, dass ich Dominos, Anlautspiele, Buchstabenmemories, Anlauttabelle für die Tafel, Zehnerstreifen, Zwanzigerfelder, das zugehörige Demonstrationsmaterial für die Tafel etc. selber basteln oder darauf verzichten muss. Da mein Kopierkontingent nicht grad groß ist, laminiere ich auch viele Arbeitsblätter zur Differenzierung. Die Kinder arbeiten mit Folienstiften drauf und wischen es dann ab. Da bleibt es nicht aus, dass ein großer Teil meiner außerunterrichtlichen Arbeitszeit auf Laminieren, Scannen, Malen, Ausmalen etc. entfällt. Das ist schon ein großer Unterschied zu anderen Schulformen.
    Vielleicht ändert sich das irgendwann, wenn ich in der Schuleingangsphase bleibe und dann nach ein paar Jahren ausreichend Material habe... (Als ich ältere Schüler hatte, war es auch anders, da habe ich mehr Gitarre und Klavier geübt, Liedbegleitungen erstellt etc., auch alles zu Haus, denn in der Schule gabs die Bedingungen dazu (= Musikraum frei) gar nicht in meinen Freistunden.)

    Und wie gesagt, in einem kleinen Kollegium an der Grundschule sitzt du in Freistunden allein im Lehrerzimmer oder wenns hart kommt mit einer Kollegin, die dort Förderunterricht mit ihren Schülern macht. (Eine Lehrerbibliothek gab es übrigens in keiner der 4 Schulen, die ich kennen gelernt habe.)

    Grüße,
    Conni

    Ja, Nell, das wär klasse, Herr B. wie er selber sein Büro putzt. Vielleicht kann er das auf DVD verkaufen und den Erlös den Schulen spenden?
    Bei uns wird zum Glück 3mal die Woche gefegt, davon 2mal auch gewischt. 2 Tage siehts dreckig aus, dann müssen die Kinder selber mal fegen, wenn geschnitten und dabei der Boden vollgeschnipselt wurde. Meine Fördergruppe fand das übrigens toll, die haben den Raum lupenrein gefegt und wollten das in der Woche drauf gleich wieder machen.
    In der DDR war das generell so: 2 Kinder waren Ordnungsdienst: Fegen, Müll rausbringen. Ich überlege grad, wer eigentlich gewischt hat...

    Grüße,
    Conni

Werbung