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Timm schrieb am 10.09.2005 16:41:
Wenn das in deiner Schulzeit nicht behandelt wurde, empfehle ich, die Plan- bzw. Zentralveraltungswirtschaft mit ihrer Auswirkung auf die Beschäftigten bei einer Kubareise zu studieren.
Dazu bin ich leider nicht mehr gekommen, ich war 15 als die Wende kam und gehörte zu keiner privilegierten Familie, die eine Kuba-Reise ergattern konnte. Alle 2 Jahre haben wir einen Familienurlaubsplatz an der Ostsee bekommen, da waren wir immer sehr glücklich drüber.
Ich habe auch öfter alleine oder mit meinem jüngeren Bruder nach Obst angestanden: Freitags nach Schulschluss im Sommer an einem Stand, an dem es dann mit 50%iger Wahrscheinlichkeit Erdbeeren, Pfirisiche oder ähnliches gab, im Winter auch mal 2 Stunden nach Navel-Orangen. Nein, das war nicht wirklich gemütlich. In meinen Arbeitseinsätzen während der Schulzeit wars auch nicht gemütlich: Spulen putzen und Kleinteile zusammenschrauben, 333 in 4 Stunden oder so als Norm, auch nicht wirklich gemütlich. Weiter mag ich meine Erfahrungen mit Planwirtschaft gerade nicht ausführen.
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Wenn du deine Arbeit über diese Tätigkeiten definierst, bin ich in der Tat im Unrecht.
Das hast du falsch verstanden. Ein Teil meiner Arbeit ist Unterricht, ein Teil Elternarbeit (abends), ein Teil Gespräche mit Kollegen (nach Unterrichtsschluss). Ein Teil das Kontrollieren von Arbeitsheften, das mache ich am liebsten zu Hause, aber auch mal nach Unterrichtsschluss oder - falls ich eine Freistunde habe - auch dann.
Ein Teil ist das Herrichten / aufräumen des Klassenraumes, das geht nach Unterrichtsschluss nachmittags und ein weiterer (zeitintensiver) Teil meiner Arbeitszeit ist die Auswahl und das Erstellen von Materialien.
Die Schule hat leider so wenig Material für differenziertes Arbeiten, dass ich Dominos, Anlautspiele, Buchstabenmemories, Anlauttabelle für die Tafel, Zehnerstreifen, Zwanzigerfelder, das zugehörige Demonstrationsmaterial für die Tafel etc. selber basteln oder darauf verzichten muss. Da mein Kopierkontingent nicht grad groß ist, laminiere ich auch viele Arbeitsblätter zur Differenzierung. Die Kinder arbeiten mit Folienstiften drauf und wischen es dann ab. Da bleibt es nicht aus, dass ein großer Teil meiner außerunterrichtlichen Arbeitszeit auf Laminieren, Scannen, Malen, Ausmalen etc. entfällt. Das ist schon ein großer Unterschied zu anderen Schulformen.
Vielleicht ändert sich das irgendwann, wenn ich in der Schuleingangsphase bleibe und dann nach ein paar Jahren ausreichend Material habe... (Als ich ältere Schüler hatte, war es auch anders, da habe ich mehr Gitarre und Klavier geübt, Liedbegleitungen erstellt etc., auch alles zu Haus, denn in der Schule gabs die Bedingungen dazu (= Musikraum frei) gar nicht in meinen Freistunden.)
Und wie gesagt, in einem kleinen Kollegium an der Grundschule sitzt du in Freistunden allein im Lehrerzimmer oder wenns hart kommt mit einer Kollegin, die dort Förderunterricht mit ihren Schülern macht. (Eine Lehrerbibliothek gab es übrigens in keiner der 4 Schulen, die ich kennen gelernt habe.)
Grüße,
Conni