Zitat
Bin "der erste anonyme Vorredner" 
Klar, muss die Ausbildung gesichert werden. Aber ich denke einfach, dass gerade am Anfang die Grundstimmung stimmen muss. Vertretungsunterricht heißt auch: frei und ohne Schulterblick der Mentoren (die ja am Anfang viel "abchecken") auf die Schüler zugehen. Ausprobieren! Stuhlkreis und plaudern. Fragen, was die Kinder gerne machen möchten. Kollegen um eine nettes Vertretungsspiel fragen....
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Mich hatte aber eher auch die Reaktion der anderen geärgert. So unter dem Motto: "Du Arme!" und "Bei uns ist das zum Glück geregelt.. nur in bekannten Klassen..."
Nun ja, so viel dazu..
Motto falsch verstanden. Die Mottoerläuterung kannst du in philosophus' Posting nachlesen.
Wenn du mal eben "plaudern" oder einen Stuhlkreis machen darfst in Vertretungsstunden, hast du großes Glück (bzw. wenn keiner was kontrolliert und kein Schüler was ausplaudert). Bei uns wird nicht gespielt. Auch keine "Vertretungsspiele", wie sie an deiner Schule offenbar üblich sind. Selbst eine ernsthafte Diskussion zu einem die Schüler interessierenden Thema ("Wiederholung und Festigung von Diskussionsregeln" als Klassenbucheintrag wird als "Pille-palle" und "Spielerei" abgetan. Und mach mal "ordentlichen Unterricht" mit einer Klasse, in der du die Namen nicht kennst, nicht weißt, was sie gerade machen, auf welchem Niveau, wer Integrationsschüler ist, nicht weißt, was in der Klassenstufe dran ist, weil du sie noch nie unterrichtet hast, die Klassenregeln nicht kennst, teilweise gibts nicht mal Bücher zum Ausleihen, die unterrichtende Kollegin ist krank, die Mentorinnen wissen nix... Da wirst du ohne Probleme sofort in Konflikt mit deinen KollegInnen kommen. Hoffentlich sind die auch so "offen" wie wir hier deiner Meinung nach sein sollen.
Ich mache (inzwischen) auch in 4 von 6 Klassen gerne Vertretungsstunden, sofern ich nicht "kontrolliert" werde. In den ersten 2 Vertretungsstunden habe ich gegen etwa 5 bis 10 Schulregeln und Rechtsverordnungen verstoßen. Wenn du Pech hast, gibt das Ärger. Einmal haben wir 10 min am Stundenende gespielt. Ich hab den SchülerInnen gesagt, sie sollen sagen, wir haben die ganze Stunde Rechtschreibung gemacht. Die liefen sofort zu meiner einen Mentorin und erzählten ihr, wir hätten die ganze Stunde gespielt. Und damit sind wir dann wieder bei "siehe oben": Gespielt wird bei uns nicht...
Außerdem möchte ich mal Mäuschen spielen, wenn der 2. Anonymen mal in 2 unserer Klassen steht, 1. Stunde, Vertretungslehrer, keine Namenskenntnis und er/sie ("die Hilfslehrerin", "die ist ja keine richtige Lehrerin") positiv und zugewandt reingeht und die Schüler es mit wüsten Beschimpfungen bzw. 110 Dezibel gedankt haben. Die machen es einem nicht schwer. 120 Dezibel wären schwer, aber 110 sind doch prima...
Viele liebe freundliche offene positive Grüße,
die Unanonyme
PS: Sorry meinen genervten Ton. Ich habe heute mal wieder in einem 1./2.-Klasse-Kurs unterrichtet. 2/3 der Kinder erzeugen besagte Lautstärke, der Rest schreit dazwischen, dass die andern laut sind. Wir haben dann 5 Minuten gesungen, 35 Minuten Leisesein geübt und die letzten 5 Minuten der Stunde und die ersten 5 Minuten der Hofpause haben wir Zuhören geübt. (Das wollen sie jetzt sogar in der nächsten Stunde weiterspielen. Dabei sollte ich doch Musik unterrichten und mach nun Sachkunde /Deutsch...) Danach haben sie erzählt, sie hätten fast die ganze Hofpause (gesamt 30 min) Unterricht gemacht. Zudem ist die Schülerin, die ich ins Sekretariat geschickt habe, um einen Eimer und einen Lappen zu holen und ihre Spucke vom Fußboden zu wischen, dem Direktor über den Weg gelaufen. Jetzt weiß ich, warum sie so blass war, als sie wiederkam. Im nächsten Leben werd ich auch männlich, 1,90m groß, Boxer und Sportlehrer.<br>