Zwei Stunden sind in die Hose gegangen, ok. Dafür sind Praktika da, um sich auszuprobieren, auch mal Käse zu machen, daraus zu lernen. Das wird dir auch später passieren und zwar sowohl im Ref, als auch danach mal, denn das ist menschlich. Mit immer mehr Routine passiert so etwas immer seltener und vor allem wirst du lernen eine missglückte Planung frühzeitig im Unterricht aufzufangen und abzuändern, dazu fehlt dir jetzt aber eben noch die Erfahrung und Routine. Wie waren denn deine anderen Stunden bisher? Wie ist das Feedback deiner Ausbildungslehrer? Konntest du mit denen schon gemeinsam diese beiden Stunden reflektieren und aufarbeiten, wie du was besser hättest lösen können? Wenn nicht: Bitte um so ein Gespräch, mach dir auch selbst entsprechende Gedanken, indem du versuchst genau nachzuvollziehen, wann es dir entglitten ist. dann versuch zu erfassen, was die Ursachen waren. Waren die SuS über- oder unterfordert? Gab es Störungen in der Klasse, denen du nicht ausreichend nachgegangen bist? War das Material unverständlich/wenig ansprechend/... aufbereitet? Es ist nicht schlimm, wenn du nicht alles durchschaust, das besprichst du mit deinem Ausbildungslehrer dann noch einmal. Für den Teil, bei dem du Ursachen identifizieren kannst: Was hättest du in diesen Momenten wie anders lösen können, um das Ruder herumzureißen? Was erzählen dir diese Momente im Hinblick auf deine künftigen Planungen, was musst du dabei beachten/anders planen?
Aus diesen Reflektionen und Fehleranalysen lernt man am Allermeisten für den eigenen Unterricht, weil man Schritt für Schritt ein Bewusstsein entwickelt für bestimmte Fallstricke, aber eben auch ein Repertoire an Lösungsansätzen aufbaut, die man nach und nach dann auch spontan im Unterricht einbauen kann. Kopf hoch, zwei missglückte Stunden fühlen sich bescheiden an, sind aber kein Grund gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Wenn es bisher ordentlich geklappt hat in den Praktika, dann solltest du mental darauf aufbauen und dir einfach erlauben jetzt zu lernen und an deinen Fehlern zu wachsen, ganz wie unsere Schülerinnen und Schüler das im besten Fall machen.