Hallo CDL,
ich mache dieselben Erfahrungen am Seminar. Hattie wird beiläufig erwähnt, weil man (derzeit) nicht drumherum kommt, wirklich verstanden wurde er jedoch von Ausbildungsseite nicht (vermutlich hat man es gar nicht erst versucht) und alles in allem eher skeptisch beäugt, da die bis dato propagierten Methoden bei oberflächlicher Betrachtung schlecht abzuschneiden scheinen. Außerdem ist man der empirischen Bildungsforschung ohnehin nicht sehr verbunden. Das zumindest hat wohl pädagogische Tradition.
Allerdings bin ich zuversichtlich, dass man hier über kurz oder lang dazulernen wird (müssen).
der Buntflieger
Aha. Ich hatte bislang nun wirklich nicht den Eindruck, dass meine Lehrbeauftragten Hattie "nicht wirklich verstanden hätten" oder sich gar um den Vesuch gedrückt hätten, vielmehr wurde und wird im Seminar sehr kritisch geprüft, inwieweit Hatties Aussagen sich in der Praxis halten lassen, wo sie weiter differenziert werden müssen etc. (Auch empirische Bildungsstudien können und müssen kritisch geprüft werden, denn nicht jede Studie hält (oder ist so aussagekräftig), was (oder wie) sie scheinbar verspricht. Oft lohnt sich ein schneller Blick darauf welche Zielgruppen in welcher Anzahl mit welchen Fragestellungen befragt wurden, um direkt Grenzen der Aussagefähigkeit solcher Studien aufzudecken. Leider leisten gerade (PH-)Studenten diese Arbeit viel zu selten und übernehmen einfach plakative Ergebnisse derartiger Studien.).
Ich empfinde deine Haltung und deine Aussagen über deine Lehrbeauftragten wie so oft an anderer Stelle als deutlich zu undifferenziert und "von oben herab".
Für viele Schüler ist offener Unterricht eine Überforderung. Das mag bei leistungsstarken Schülern gut funktionieren.
Schwache lernen da meiner Meinung nach aber gar nichts mehr...
Auch das ja ein Ergebnis @Buntflieger, dass die Bildungsforschung nachweisen kann, dass sich aber nicht optimal in einer Metastudie ausdrücken kann, die nicht nach Zielgruppen differenziert.