Das kann allerdings durchaus durch Enthaltsamkeit und natürliche Verhütungsmethoden umgesetzt werden.
Erzähl das mal einer Frau die nach Vergewaltigung schwanger geworden ist und den Gedanken nicht erträgt das Kind ihres Vergewaltigers auszutragen und in die Welt zu setzen.
Manche Aussagen über die Abtreibung behinderter Kinder hier im Thread finde ich durchaus gruselig, Einlassungen wie diese sind allerdings ähnlich menschenverachtend aufgrund der zugrundeliegenden Frauenfeindlichkeit.
Ich habe viele Jahre ehrenamlich Freizeitbegleitung bei der Lebenshilfe gemacht. Die Teilnehmer -alle schwerst mehrfach behindert- waren sehr ehrlich, offen, herzlich und hatten eine oftmals unglaublich unverstellte Sicht auf das Leben, von der wir Betreuer immer sehr profitiert haben. Diese Erfahrung kann ich nur jedem empfehlen, der/die leichtfertig über die Abtreibung behinderter Föten schreibt.
Dies geschrieben halte ich es für absolut unsäglich, dass mehrheitlich Männer (denn diese haben nunmal in der Hauptsache die politische Entscheidungsgewalt und sitzen in den Parlamenten) darüber entscheiden, was Frauen körperlich erdulden und ertragen sollen. Von der Nichtverfolgung von Vergewaltigung in der Ehe mögen wir zumindest in Deutschland inzwischen weg sein, einer Frau eine unerwünschte Schwangerschaft aufzwingen zu wollen ist letztlich ein nicht minder dramatischer Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht von Frauen. Ja, Erwachsene sollten wenn sie Sex haben auch an Verhütung denken, aber zum Einen haben längst nicht nur Erwachsene Sex, zum Anderen sind auch viele Erwachsene nicht umfassend aufgeklärt. Entsprechende Schulveranstaltungen sind zwar offiziell Teil des Bildungsplans und es besteht Teilnahmepflicht, praktisch wird zumindest in BaWü aber explizit darauf hingewiesen, dass ein (durch die Eltern entschuldigtes) Fehlen von Schülern bei derartigen Veranstaltungen nicht geahndet wird. (Ein ehemaliger Schüler- 19- ist vor einigen Jahren einmal auf mich zugekommen, um mich vor dem 1.Mal mit seiner Freundin nach der besten Verhütungsmethode zu fragen. Internetinformationen und Arztgespräch hatten die beiden nachhaltig verwirrt zurückgelassen, also haben sie sich an eine Vertrauensperson gewendet, um die erhaltenen Informationen einzuordnen.)
Persönlich bin ich der Auffassung, das menschliche Leben beginnt im Moment der Zeugung, würde Lösungen wie Adoption einer Abtreibung also vorziehen. Ich würde aber jederzeit das Recht von Frauen verteidigen über ihren Körper selbst bestimmen zu dürfen und -ganz gleich aus welchen Gründen- die Entscheidung zu treffen ein Kind nicht auszutragen.
Mein Körper, mein Recht und kein Mensch und vor allem kein Mann darf mir sagen, was ich mit meinem Körper darf oder nicht oder mir am Ende mit einer verklemmten Sexualmoral Keuschheit nahelegen, damit es nicht erst zu einer unerwünschten Schwangerschaft kommt. Solche Vorschläge treffen in der Konsequenz Frauen immer viel mehr als Männer, die schließlich ja selbst nicht schwanger werden können.