Ich glaube, wir haben so etwas (fast?) alle schonmal erlebt und es gehört leider manchmal zum Beruf dazu. Mit der Zeit entwickelt man aber seine Strategien und einen Umgang damit und das Fell wird dicker. Man muss nur erst einmal ein paar solcher Gespräche haben, damit man sich weiterentwickeln und damit umgehen kann .
das würde der ganzen Klasse so gehn, dass sie nur kotzen würden.
Das behaupten manche Eltern gerne. Oder auch: Der Vater von X hat auch gesagt und die Mutter von Y hat... Ich weise dann ganz klar darauf hin, dass ich mit dem Elternteil nur und ausschließlich über sein Kind sprechen kann und darf und reagiere nicht auf Verallgemeinerungen. Gegebenenfalls sage ich noch, dass ich das zum ersten Mal höre und mich deshalb wundere, dass es die ganze Klasse betreffen soll.
Was mich sehr trifft ist der Satz ,,alle am Kotzen". Ich gebe mir mit der Klasse so viel Mühe.
Hier würde ich, wie oben schon erwähnt, doch auch mal das Gespräch mit der Klasse suchen. Ich würde natürlich nicht sagen: "Eine Mutter hat gesagt, ihr seid alle am Kotzen", sondern es neutraler formulieren (Mir ist zu Ohren gekommen, dass es Probleme gibt ... oder so ähnlich) und die Kinder einfach mal reden lassen. Ganz oft ist es so, dass es bei Weitem nicht so ist, wie behauptet wurde oder nur 2-3 Schüler (oder deren Eltern) sich auf die Lehrkraft eingeschossen haben, weil es nicht nach ihren Vorstellungen läuft.
Ich hatte mal mit einer Klasse so ein Gespräch, wo ich auch dachte, dass es eigentlich gut läuft, höre von Eltern/Kollegen was ganz anderes, hab mir total Gedanken gemacht und im Endeffekt sagte die Klasse, es ging bei den Problemen weder um mich, noch um mein Fach, sondern um eine andere Lehrkraft bzw. die Probleme waren teils auch allgemeinerer Natur. Das passiert ganz schnell, dass durch den Kinder-/Elternfilter auch mal schnell Sachen falsch verstanden oder bewertet werden.
Mein unangenehmstes Gespräch hatte ich mal vor ca. 6 Jahren, das hing mir tatsächlich noch wochenlang nach. Das war so schlimm, dass ich den betr. Schüler gar nicht mehr vernünftig bewerten konnte und mit jeder Arbeit vorsichtshalber zur Fachleitung bin, zur Sicherheit. Heute merke ich aber, wie ich an dieser Erfahrung auch gewachsen bin und heute vermutlich besser damit umgehen könnte.
Auch der Austausch mit Kollegen/Kolleginnen hilft oft sehr!