Beiträge von Lehrerin2007

    Wer das nicht mitverfolgt hat: Zwei Lehrerinnen, davon eine Referendarin haben den Schwimmunterricht einer 2. Klasse, 21 SuS, begleitet.

    Was heißt denn "begleitet"? War die eine Lehrerin die Schwimm-/Sportlehrerin? Die Referendarin musste ja wahrscheinlich mitkommen im Rahmen ihrer Ausbildung, wie viel Eigenverantwortung kann man ihr in so einer Situation schon zumuten?

    Zumindest in den Schulen meiner Kinder (sowohl Grundschule als auch weiterführende) begleiten immer die Sportlehrer den Schwimmunterricht, die auch einen Rettungsschein haben. Ich am Gymnasium dürfte weder Sport- noch Schwimmunterricht geben, da andere Fächer. Ich gehe auch nicht am Wandertag zum See (bzw. wenn dann nur an den See) aus besagten Gründen.

    Diese Infos (Sportlehrkraft oder nicht) wären noch interessant, um sich ein Urteil über das Urteil bilden zu können... Für die Referendarin ist es besonders krass, denn sie fügt sich ja wahrscheinlich den Gegebenheiten der Schule (kennen wir ja alle) und wird kaum sagen können: Sollten wir die Kinder nicht lieber nacheinander ins Wasser lassen? Wieviel Verantwortung kann man ihr da überhaupt übertragen?

    Eigentlich wollte ich immer beliebt sein

    Oh, ganz wichtig: Das sollte nicht dein Ziel sein als Lehrkraft! So wie wir alle sind Schüler und Schülerinnen die unterschiedlichsten Menschen und Persönlichkeiten und es kann gar nicht sein, dass du bei allen "beliebt" bist, auch wenn es natürlich toll ist für eine Lehrkraft, positives Feedback zu bekommen. Deine Aufgabe als Lehrkraft ist es, den Stoff deines Faches zu vermitteln, im Idealfall so, dass deine Klasse zum großen Teil motiviert mitmacht und am Ende des Tages etwas gelernt hat.

    Du wirst dich daran gewöhnen müssen, dass du für manche Klassen vielleicht sogar die Lieblingslehrerin bist, für andere bist du im Extremfall eine Hassfigur ("Nur wegen Fr./Hr. hab ich's nicht geschafft..."). Beides wird vermutlich mal vorkommen.

    Ich glaube, wir haben so etwas (fast?) alle schonmal erlebt und es gehört leider manchmal zum Beruf dazu. Mit der Zeit entwickelt man aber seine Strategien und einen Umgang damit und das Fell wird dicker. Man muss nur erst einmal ein paar solcher Gespräche haben, damit man sich weiterentwickeln und damit umgehen kann .

    das würde der ganzen Klasse so gehn, dass sie nur kotzen würden.

    Das behaupten manche Eltern gerne. Oder auch: Der Vater von X hat auch gesagt und die Mutter von Y hat... Ich weise dann ganz klar darauf hin, dass ich mit dem Elternteil nur und ausschließlich über sein Kind sprechen kann und darf und reagiere nicht auf Verallgemeinerungen. Gegebenenfalls sage ich noch, dass ich das zum ersten Mal höre und mich deshalb wundere, dass es die ganze Klasse betreffen soll.

    Was mich sehr trifft ist der Satz ,,alle am Kotzen". Ich gebe mir mit der Klasse so viel Mühe.

    Hier würde ich, wie oben schon erwähnt, doch auch mal das Gespräch mit der Klasse suchen. Ich würde natürlich nicht sagen: "Eine Mutter hat gesagt, ihr seid alle am Kotzen", sondern es neutraler formulieren (Mir ist zu Ohren gekommen, dass es Probleme gibt ... oder so ähnlich) und die Kinder einfach mal reden lassen. Ganz oft ist es so, dass es bei Weitem nicht so ist, wie behauptet wurde oder nur 2-3 Schüler (oder deren Eltern) sich auf die Lehrkraft eingeschossen haben, weil es nicht nach ihren Vorstellungen läuft.

    Ich hatte mal mit einer Klasse so ein Gespräch, wo ich auch dachte, dass es eigentlich gut läuft, höre von Eltern/Kollegen was ganz anderes, hab mir total Gedanken gemacht und im Endeffekt sagte die Klasse, es ging bei den Problemen weder um mich, noch um mein Fach, sondern um eine andere Lehrkraft bzw. die Probleme waren teils auch allgemeinerer Natur. Das passiert ganz schnell, dass durch den Kinder-/Elternfilter auch mal schnell Sachen falsch verstanden oder bewertet werden.

    Mein unangenehmstes Gespräch hatte ich mal vor ca. 6 Jahren, das hing mir tatsächlich noch wochenlang nach. Das war so schlimm, dass ich den betr. Schüler gar nicht mehr vernünftig bewerten konnte und mit jeder Arbeit vorsichtshalber zur Fachleitung bin, zur Sicherheit. Heute merke ich aber, wie ich an dieser Erfahrung auch gewachsen bin und heute vermutlich besser damit umgehen könnte.

    Auch der Austausch mit Kollegen/Kolleginnen hilft oft sehr!

    Es wird doch m. E. nur nach durchgemachten oder bestehenden Erkrankungen gefragt, was du natürlich korrekt beantworten musst. Aber wird nach eventuell erfolgten Gentests oder "schadhaften" Genen gefragt, wäre das überhaupt zulässig? Ich kann mich nicht erinnern, eine solche Frage beantwortet zu haben (BW / BY).

    ein freier Tag oder weniger Unterrichtsstunden SIND eine Entlastung.

    Wenn man denn einen hat, ja, aber das ist leider auch nicht überall so (ich hatte in 18 Jahren meinen schlechtesten Stundenplan in Teilzeit mit zwei Kleinkindern). Manche verbringen - je nach Stundenplan - kaum weniger Zeit in der Schule. Und ja klar sind weniger Stunden = weniger Vorbereitung = weniger Korrekturen eine Entlastung, aber eben nicht proportional zur geringeren Bezahlung, so wie Firelily es beschreibt, da da die unteilbaren Aufgaben hinzukommen, die Teilzeitler voll mitmachen müssen. Manche Schulen haben ein gutes Teilzeitkonzept, das so etwas berücksichtigt, aber eben bei weitem nicht alle.

    Und bei uns ist das auch umgekehrt: Die Teilzeit-Lehrkräfte beklagen sich insgesamt mehr über die Belastung. Die müssen auch an ihrem freien Tag zum Tag der offenen Tür, zum Schulfest, zum Wandertag, zur Konferenz etc. kommen, wenn sie Pech haben. Ich habe das im Verhältnis immer als höhere Belastung empfunden (habe 12 Jahre in Teilzeit gearbeitet). Aber das mögen andere anders empfinden, die v.a. die Vorbereitung und die Korrekturen als Belastung empfinden (das ist bei mir nicht so).

    Natürlich sprechen wir anfangs überhaupt über das Vokabellernen und -schreiben (wie, warum überhaupt etc.), ich schaue mir auch die Vokabelhefte anfangs öfters an, ob es läuft. Wenn's nur das wäre! Bei uns können manche keinen Ranzen packen, keine Hefteinträge verfassen (sieht aus wie Kraut und Rüben) geschweige denn ein Hausaufgabenheft führen, in das sie dann zu Hause auch mal reinschauen... Aber es ist oft sehr unterschiedlich, je nachdem von welcher Grundschule sie kommen.

    Danke für den Hinweis mit dem Weißen: in der Klinik nutzen sie allerdings immer das Blaue, hast du eine Idee, warum?

    Das ist mir auch aufgefallen. Meine Tochter war ein Frühchen (zum Glück ein "spätes" Frühchen), war nur 2 Tage auf der Intensivstation und da hatten sie auch nur das blaue Desinfektionsmittel (diesen Geruch werde ich mein Leben lang nicht vergessen). Ich nehme mal an, dass es darum geht, die wirklich schlimmen/gefährlichen Viren abzufangen. Normale Erkältungsviren sind in aller Regel auch für Babys nicht gefährlich. Mein Baby hatte dann ein paar Wochen später den ersten Schnupfen, der nach 3 Tagen weg war... Das Kind einer Freundin hatte im Alter von 2 Wochen eine Influenza und brauchte kurzzeitig Sauerstoff.

    Bzgl. der Desinfektionsmittel gibt es bestimmt auch Richt-/Leitlinien, unterschiedliche Handhabung je nach Station / Ansteckungsgefahr, vielleicht sind sie auch teurer (aber haben nur einen gering höheren Nutzen) oder trocknen die Haut mehr aus (meine ich mal gelesen zu haben).

    Ich hab einen Sagrotanspender im Klassenzimmer. Aber Schmierinfektionen sind eh meist Viren wie Noro. Den meisten Atemwegskram bekommt man durch angehustet werden und das lässt sich im Klassenzimmer kaum verhindern. Allerdings gibt mir Sagrotan ein besseres Gefühl zwischen all den Rotznasen und Hautauschlägen und Gefühle sind wichtig :aufgepasst:

    https://vitamed4u.de/Sterillium-Hae…iedene-Groessen

    Das ist das Bode Sterillium, nicht Sagrotan. Die blaue Variante ist aber nur "begrenzt viruzid", wirkt also nicht gegen normale Rhinoviren (sondern Corona-/Grippe- etc.), also behüllte Viren. Dazu muss man das "viruzide", farblose wählen, das gegen behüllte und unbehüllte Viren wirkt, also auch Rhinoviren. Die meisten Schnupfnasen sind ganz alltäglich typische Rhinoviren. Schnupfennasen werden fast immer durch eine virale Infektion ausgelöst.

    Wir würden aber jeder gerne 5-6 Stunden reduzieren.

    Finde ich super, vor allem, dass nicht immer automatisch die Mutter stark runtergeht mit den Stunden und beim Vater alles wie vorher bleibt. Ich habe 12 Jahre in TZ gearbeitet und ungefähr diese Stundenzahl reduziert (2 Kinder), Im Endeffekt hängt es aber eher davon ab, wie die Stundenplangestaltung an euren Schulen ist, was es für ein Teilzeitkonzept gibt usw. Wenig Teilzeit ist auch nicht unbedingt vorteilhafter (es ist oft nicht wirklich weniger!), da es so viele unteilbare Aufgaben gibt, die man als TZ-Lehrkraft ebenso macht (aber wie gesagt, je nach Teilzeitkonzept) und in manchen Teilzeitstundenplänen ist man (fast) genauso lang da wie in manchen Vollzeitstundenplänen. Wenn ihr beide einen freien Tag dadurch habt, denke ich, wäre das schon eine gute Sache und gut machbar!

    Französisch kann kaum jemand, weil sich so gut wie niemand mit französischem Material privat beschäftigt. Bei Englisch sieht das anders aus.

    Das ist mir bewusst, dennoch braucht man nunmal zwei Fremdsprachen mind. bis Ende der 11. Klasse. Wieviel man da hinein investiert, kann natürlich jeder selbst entscheiden, dennoch muss ich auf dem Niveau unterrichten, das der Lehrplan vorgibt. Und das ist leider kaum zu erreichen bzw. nur bei ganz wenigen SuS. Meine aktuelle Klasse ist da besonders schlecht (quasi keine Grundlagen), die Parallelklasse ist da deutlich besser aufgestellt (wir schreiben die gleichen Arbeiten) - es geht also auch anders...

    Höre quasi nie, dass es auch irgendwie nett oder interessant ist.

    Das kann ich gar nicht bestätigen. Im Gegenteil: Gerade in den Fremdsprachen kann man dann endlich mal alles ausschöpfen und auf einem ganz anderen Niveau mit den SuS reden, diskutieren usw.! Ich finde das oft sehr bereichernd und v.a. interessant, wie sie zu den verschiedensten Themen stehen. Man ist in der Oberstufe (zumindest hier in BY) oft freier mit der Schwerpunktsetzung und kann auf diesem Niveau, wo man keine Grundlagen mehr mit den SuS paukt (außer vielleicht mal das ein oder andere wiederholt) die Sprache ganz anders nutzen. Es ist herausfordernd, aber interessant und man lernt selbst oft noch Neues hinzu.

    Hm, eigentlich im Unterrichtsgespräch ständig über Wörter, die mir nicht einfallen, zu stolpern etc. und als inkompetent wahrgenommen zu werden.

    Man bricht sich überhaupt keinen Zacken aus der Krone, wenn man mal ein Wort nachschlägt, das mach ich auch hin und wieder, vor allem, wenn es sich um sehr spezifisches Vokabular handelt. Allerdings gehört die Sek. II zu deinem Bereich, den du unterrichten musst im Gymnasiallehramt, und da solltest du zusehen, dass du dir die fehlenden Dinge aneignest, sei es dadurch, dass du das Vokabular und den Stoff mit den SuS mitlernst oder noch besser vor-lernst und dein Vokabular erweiterst (das passiert dann oft ganz automatisch), dass du regelmäßig Artikel liest und Podcasts hörst oder Reportagen in der Fremdsprache anschaust (am besten zu den Lehrplanthemen). Ansonsten gilt: Vorbereitung ist - wie so oft bei uns - die halbe Miete. Formuliere dir deine Aufgabenstellungen, Fragen zum Text, Diskussionsthemen, Argumente usw. bei der Unterrichtsvorbereitung vor, dabei übst/lernst du etwas und trittst sicherer im Unterricht auf. Schau dir die Musterlösungen an, wie die Lösungsvorschläge dort formuliert sind, die ein oder andere Redewendung kannst du für deinen Unterricht übernehmen. Mach gerade in der Oberstufe viel schülerzentrierten / handlungsorientierten Unterricht: Rollenspiele, Diskussionen/Debatten, Präsentationen etc.. Die "Großen" können noch viel besser eigenverantwortlich Stoff erarbeiten und Ergebnisse präsentieren - mach dir das zunutze.

    Ich hatte diese Sorge kürzlich auch, weil ich zum ersten Mal seit langem mal wieder in Französisch in der Oberstufe bin. Allerdings bin ich sehr enttäuscht, da das Niveau sehr niedrig ist. In den ersten zwei Lektionen gab es gerade mal 3-4 Vokabeln, die ich nicht kannte (und das waren ziemlich "neumodische", z.B. technische Begriffe, die es noch gar nicht so lange gibt). Also meine Sorge hat sich überhaupt nicht bestätigt; eher muss ich sehr langsam und einfach sprechen, damit die SuS mich verstehen... (leider! Das ist in Englisch allerdings anders).

    Was man aber bedenken sollte: Die laufenden Kosten für Instandhaltung sind immens, wenn man nicht alles selbst macht. Was wir eben grad für eine neue Außentreppe bezahlt haben, war schon üppig. Da kann man schon einen gebrauchten guten Kleinwagen kaufen. Dass sich das immer lohnt, wage ich daher auch zu bezweifeln. Mir zB bedeutet der Garten einfach kaum etwas. Ja, es ist schön, rauszugehen und mein Gewächshaus ist auch ganz nett, aber ehrlich: Ich käme auch ohne aus. So ein Haus macht sehr viel Arbeit und wir unternehmen echt selten was, da wir gefühlt ständig hier am ackern sind. Ist es das immer so wert?

    Danke, dass du das auch mal erwähnst, das ist nämlich einer der Hauptgründe, warum wir uns gegen ein Haus (zwangsläufig weit außerhalb) entschieden haben und was bei der Rechnung "Monatsmiete entspricht Abzahlrate" oft nicht erwähnt wird, also die Instandhaltungen, die ja mehr und teurer werden, je älter das Haus. Wir sind auch beide absolut keine Gärtner und ich bin da sowieso "traumatisiert", weil ich als Teenie immer Unkraut jäten musste und es gehasst habe... Für uns persönlich hat das eben gerade wenig mit Lebensqualität zu tun (dass man sich um all das kümmern muss), sondern eher, dass wir alles in Lauf-/Radlweite haben und wenn wir aus der Haustür fallen quasi beim Italiener sitzen (oder auch beim Griechen zur Abwechslung).

    Und unsere Kinder haben zum Glück eigene Zimmer (wenn auch kleine), sagten aber einmal, sie würden sich lieber ein Zimmer teilen als raus aus der Stadt zu ziehen.

    Ein Freund (mit Kindern) hat dazu mal gesagt, dass er solche Aussagen nicht nachvollziehen kann.

    Ich kann das auch nicht nachvollziehen. Ich hatte nie etwas vom Eigenheim meiner Eltern. Die Ehe meiner Eltern ist in eine tiefe Krise geraten während des Hausbaus, worunter ich sehr gelitten habe, sie hatten viel weniger Zeit, weil im Haus so viel zu tun war usw... Mein Vater wohnt nun alleine dort und es ist so heruntergekommen, dass ihn dort kaum mehr jemand besucht und ob und wenn überhaupt, wie viel davon ich jemals erben sollte, steht völlig in den Sternen. Als Kind war es mir völlig egal, ob mein Zimmer in einer Mietwohnung oder einem Eigenheim war (ich fand mein Kinderzimmer in der Mietwohnung sogar schöner als das im Haus mit der Dachschräge, das hat mich immer gestört).

    Find ich immer blöd, diesen Spruch. Als wäre der Mensch ein starres Individuum, das sie nie ändert. Woher soll man wissen, wie der Partner später als Elternteil tickt (das weiß man ja nichtmal selbst)? Woher soll ich wissen, wie die Partnerschaft sich innerhalb von 10, 20, 30 Jahren entwickelt?

    Klar, wenn jemand von vornherein für einen unpassende Ansichten oder Rollenvorstellungen hat, ok, aber es kommt auch nicht allzu selten vor, dass sich das dann erst irgendwann zeigt, wenn Kinder da sind.

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