Aber warum machen die Gymnasialkollegen da mit, beim Herunterfahren der Leistungen?
Das frage ich mich auch ständig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einige KollegInnen sich den Stress mit den Eltern einfach sparen wollen (Elternaussagen wie "XY war ja so enttäuscht über die 2 im Referat." sind keine Seltenheit!), wobei es natürlich einfacher für alle wäre, wenn wir alle die gleiche Linie fahren würden gegenüber der Eltern. Andere wiederum sind der Meinung, sie demotivieren die Schülerschaft zu sehr mit schlechten Noten und verschenken dann lieber welche, damit sie nicht traurig sind (sie denken, sie tun ihnen etwas Gutes damit) und weil sie gern als "nette" Lehrkräfte gesehen werden wollen. Und leider sind auch manche Schulleitungen so, dass sie möglichst viele SchülerInnen an der Schule behalten wollen und es gern sehen, wenn wir SchülerInnen trotz schlechter Noten gerade noch ins nächste Schuljahr befördern. Eine ehem. Schulleitung sagte allen Ernstes mal zu mir, als eine meiner Klassen einen schlechten Schnitt hatte (im Anfangsunterricht Englisch, wo ich früher immer sehr gute Schnitte hatte!): "Ja, dann fühlen die sich ja nicht mehr wohl bei uns!".
Was soll man dazu noch sagen...? Genau in diesem Jahrgang werden jetzt einige nicht zur Qualifikationsphase der Oberstufe zugelassen werden, weil sie jahrelang (z.T. mit Corona-Sonderregelungen dazwischen) gerade so durchgekommen sind.
Ich mache da auch nicht mit und halte das Niveau (so, wie es auch meine Fachleitungen machen, die ich zum Glück hinter mir stehen habe), aber man kämpft und muss sich rechtfertigen... Manchmal kann ich sogar verstehen, dass man irgendwann nicht mehr den Nerv dafür hat.