Beiträge von Palim

    Niedersachsen hat nahezu alle Stellen über Bewerbungen an den Schulen.

    Inzwischen gibt es seit einigen Jahren Stellen an beliebten Schulen in (Uni-)Städten, für die man früher 1 Jahr, jetzt 3 oder 4 Jahre an eine andere, abgelegenere Schule gehen muss. Die Entfernungen sind so, dass man das nicht wirklich fahren sollte (ein Weg 90 min+).

    Aber in diesem Sommer bleiben selbst Schulen in Uni-Städten und Schulen, die in relativer Nähe liegen, ohne Einstellung.

    NDS hat vor der Umstellung auf G9 auch Lehrkräfte in anderen Schulformen geparkt,

    das war vor etwa 7-8 Jahren so, die Gymlehrkräfte waren an die GS abgeordnet.

    Nun ist die Umstellung erfolgt, Gym-Stellen gibt es nur noch wenige (für August stehen noch etwa 70 freie Gym-Stellen (mit IGS) online), in den anderen Schulformen ist der Mangel groß (Grundschule noch 300 Stellen offen, SekI-Schulen noch 240 Stellen offen).

    Die Landesschulbehörde hofft darauf, dass Gym-Lehrkräfte, die derzeit keine Stelle finden, Vertretungsstellen annehmen. Diese sollen zeitnah freigegeben werden, derzeit gibt es aber nur die Stellen, die bis zum 1.7.26 laufen (also bis zu den Sommerferien, die Ferien ab dem 2.7. sind damit nicht bezahlt).

    In NDS gibt es verschiedene Wege, aber Vertretungsstellen, die kein Quereinstieg sind, gibt es für Grundschulen nur für Lehramts-Studierende,

    für den Quereinstieg für die SekI gibt es gerade auch neu einen Quereinstiegs-Master an 2 Uni-Standorten,

    die Handreichung weist auch den Quereinstieg in die GS aus, das war mir neu, ich dachte bisher, dass es den Quereinstieg in der GS nicht gibt.

    Für die BBS gelten andere Regeln.

    Für NDS:

    Man kommt auf eine Liste,

    Schulen, die Bedarf haben und das Go für eine Stelle erhalten haben, bekommen die Liste und beginnen dann, alle in Frage kommenden Personen anzurufen (SL, Sekretärin, Lehrkräfte),

    die Liste ist oft schlecht gepflegt und 80 Telefonate sind möglich, aber dennoch nicht immer zielführend,

    beim Abtelefonieren ergibt sich dann ggf. etwas,

    bis zum tatsächlichen Einsatz dauert es dann aber noch, da in NDS erst dann die Unterlagen der Bewerbenden genau geprüft werden, ob sie die Voraussetzungen erfüllen und eingestellt werden können,

    irgendwann gibt es eine Zusage, einen Vertrag und dann den Einsatz als Vertretung.

    Das Vorgehen gibt es schon lange (mehr als 15 Jahre), wir haben immer wieder auch Vertretungen.

    Derzeit (8 Tage vor den Sommerferien) sind noch viele Stellen offen und können nicht besetzt werden, den Schulen wird schon jetzt gesagt, dass es womöglich über eine Vertretungsstelle laufen muss. Damit wird die Pflichtstundentafel gesichert, nicht aber die 100%-Versorgung, es sind also immer Schulen, die großen Mangel haben und trotz Vertretungsstelle nicht das Fehl ausgleichen können.

    Der Eis-Dealer um die Ecke hat Sorge, weil es zu zunehmenden Insolvenzen kommt. Wenn nun alle Lehrkräfte ihre Geburtstage und Jubiläen und wir unser Sommerfest in die Eisdiele verlegen und mit allen Klassen im Sommer dort Eis essen gehen, wird dann dem Eis-Dealer geholfen sein oder sollte der Förderverein der Schule lieber den Unternehmen die W-Eis-Nachtsfeier bezahlen und müsste diese in den September vorgezogen werden, damit die Vanille ausreicht?

    Ganz allgemein: Ich finde es wichtig, dass Eltern rechtzeitig erfahren, dass das Kind in unterschiedlichen Bereichen schwach ist … so rechtzeitig, dass sie noch Möglichkeiten haben, gegenzusteuern und mit ihrem Mind zu üben. Dazu gehört dann auch in die Beratung, was und wie geübt werden kann - und was/wie nicht. Gerne werden dann zu schwierige Sachen genommen, weil das Kind das ja können müsste, aber die Schritte davor sitzen nicht nicht, das Kind kann auch beim Üben keine Erfolge erzielen und ist noch frustrierter. Aber das muss man erklären.

    Wenn dann Förderung in der Schule, Übung zu Hause, Differenzierung hier wie da, ggf. auch Therapien nicht geholfen haben, dann kommt es dann zur Überlegung, wie es mit dem Wiederholen aussieht… oder ob ein Förderbedarf zielführender ist.

    Ist es leichter, auch differenzierte Leistungsnachweise schreiben zu lassen, wenn es Berichtszeugnisse gibt? Weil sie zu unterschiedlichen Zeiten auch differenzierte Leistungsnachweise schreiben können?

    Differenzierte Leistungsnachweise sind in NDS nicht erlaubt, dann braucht es immer einen Klassenkonferenz-Beschluss dafür.

    Auch die Erfahrungen, die ihr gemacht habt, wenn ein Kind wiederholt / nicht wiederholt.

    Das ist sehr unterschiedlich, hängt von der Persönlichkeit, sehr viel vom Arbeitsverhalten ab.

    Es gibt Kinder, denen die Wiederholung wirklich hilft und danach ist alles gut, es gibt andere, die wieder an ihre Grenzen kommen.

    Bei uns ist eher das Zurücktreten irgendwann in Klasse 2 üblich, nicht aber das komplette Wiederholen der 1. Klasse.

    Bei Kindern, die einen Unterstützungsbedarf haben oder sehr wahrscheinlich bekommen werden und daraufhin zieldifferent unterrichtet werden, muss man überlegen, ob eine Wiederholung sinnvoll ist, wenn das Kind auch dann nicht zielgleich unterrichtet wird.

    In NDS gibt es Fristen, wann ein Freiwilliges Zurücktreten nicht mehr möglich ist. Außerdem braucht man eine Klassenkonferenz, die darüber entscheidet - entsprechend rechtzeitig vorher sollte man das Vorhaben mit den Eltern kommunizieren - allerspätestens.

    Möglich ist auch, mit den Eltern zu sprechen und das Freiwillige Zurücktreten für die 2. Klasse als Option festzuhalten. Wenn das Kind in der 2. Klasse im Herbst die Segel streicht, kann es auch dann zurückgehen.

    Ansonsten ist es ja sehr individuell, wann man merkt, dass das Kind wirklich nicht mithalten kann. Es gibt Kinder, da weiß man es schon nach sehr wenigen Wochen (oder vorab) und andere, da holt das Kind wieder ein Stück auf, dann zeigt es wieder schwächere Leistungen. Es ist schon gut, wenn Eltern davon wissen. Außerdem braucht es ja ggf. auch individuelle Absprachen hinsichtlich der Aufgaben/ Hausaufgaben/ Förderung, sodass man schon viel früher mit den Eltern bespricht, dass die Leistungen schwach oder sehr schwach sind... und dass ein Zurücktreten eine Möglichkeit sein kann.

    Ich freue mich über die Hornisse, die täglich 1-2 Mal vorbei kommt und in allen Ecken akribisch nach Futter sucht.

    Und ich freue mich, dass gerde vor meinem Fenster in der Dämmerung eine große Fledermaus jagt ... vielleicht sind es auch 2.

    Aber haben wir im Bildungs-/Schulsystem nicht schon "Sprachheillehrer" (Sonderpädagogen mit Schwerpunkt Sprache)?

    Ich weiß, in vielen Bundesländern sind die förderschwerpunktspezifischen und sprachtherapeutischen Studieninhalte deutlich reduziert worden in den letzten Jahrzehnten.

    Ja, bei uns sind das Förderschullehrkräfte mit 2 Schwerpunkten, davon einer Sprache.

    Aber außerhalb der wenigen noch existierenden Sprachförderklassen gehen sie in die Inklusion, wo die Förderschullehrkräfte Sprache-Lernen-ESE die Grundversorgung machen, je mit 2 Schwerpunkten, also weit häufiger Lernen-ESE.

    Und diese sind dann in den Schulen für eine Grundversorgung zuständig, die kaum am Kind ankommt, da ja von den 2 Std. pro Woche pro Klasse auch Testungen und Gutachten und Beratung und anderes abgehen, inzwischen sind wir dabei angekommen, dass die Lehrkräfte mit anderen Schwerpunkten auch die Sprachgutachten schreiben müssen.

    Somit ist eine Grundversorgung in Sprache nicht gegeben.

    Es hilft nicht, wenn Förderung irgendwo auf dem Papier steht, aber generell gestrichen ist oder wird - siehe auch die DaZ-Stunden, die komplett wegfallen, sobald es einen Ausfall gibt, weil sie als "Zusatz" gezählt werden, der nicht ersetzt wird. Eine Vertretungslehrkraft wird nur - und auch da nur anteilig - für den Regelunterricht gewährt.

    Für FöS-Stunden, die wegfallen oder schon zu Beginn des Schuljahres nicht zugeteilt werden können, gibt es übrigens auch keinen Ersatz. Dann steht die Schule ohne Grundversorgung und kann zur Beratung den Mobilen Dienst anfragen... den es für den Bereich "Sprache" gar nicht gibt.

    Ich weiß nur von der Einschulungsuntersuchungen, da bekommen die Eltern ein Gespräch, aber keine Unterlagen, und vergessen, was gesagt wurde.

    Eine Zahnärztin vom GA kommt nun regelmäßiger und gibt Briefe mit, man kann sich dem auch nicht mehr verweigern, aber durch das Fehlen am Tag entziehen.

    In einigen KiGa gibt es noch ein Screening für 4jährige durch Ärzt:innen, aber das ist nicht flächendeckend.
    Auch die frühere Erhebung zur Einschätzung des Sprachvermögens, die durch Lehrkräfte indem Schulen stattfand, war ein guter Termin, um Therapien zu empfehlen, da dann noch etwa 1 1/2 Jahre bis zur Einschulung waren und die Kinder Chancen hatten, noch vor der Einschulung eine Therapie zu beginnen. Wenn man das im Juni vor der Einschulung bei der Einschulungsuntersuchung gesagt bekommt, ist das Kind in Klasse 2 damit dran … 10 Termine, da ist es schon Herbst, und 10 Termine reichen ja nicht immer.

    Das will ich gar nicht entschuldigen, das ist schlimm, zeugt aber eben auch von Unkenntnis und mangelnder FoBi (nicht nur, aber auch das).

    Da finde ich das System schlecht aufgestellt, da die Expert:innen für die Schulen fehlen und Lehrkräfte nicht ausreichend unterstützt werden, sich auszukennen und eben nich in kürzester Zeit alle möglichen Hintergründe recherchieren können (dafür der medizinisch-pädagogische Dienst und bessere Abrufangebote für Grundsätzliches).

    Ich hadere gerade damit, dass Eltern selbst die wenige Unterstützung, die im Schulsystem möglich ist, torpedieren: „Mein Kind braucht das nicht!“ Ich überlege, ob ich das in Zukunft noch besser dokumentieren sollte… und zwar so, dass es auch nach dem Übergang in der Akte bleibt.

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