Beiträge von Palim

    Ist es ein Studium oder eine Fachschule?

    Du kannst den Studienplatz annehmen und später noch absagen.

    Du kannst dir eine Studienberatung suchen und dich erkundigen, ob du die Ausbildung in Teilzeit absolvieren kannst, welche Möglichkeiten es dafür gibt und wie es dann mit einer reduzierten Stelle an der Schule passt, mit Nachhilfe, im Ganztag etc.

    Ich stimme Caro07 zu, dass gerade in diesem Video deutlich wird, wie schlecht recherchiert der Beitrag ist.

    Letztlich kommentiert er die Zuschrift einer Person, die als Vertretungskraft arbeiten soll und erstaunliche Behauptungen aufstellt.

    Solche Beiträge nähren aber das Bild, dass in den Schulen nur gespielt würde, es schürt die Deprofessionalisierung und führt am Ende zu dem, was wir in NRW sehen: Ministerien meinen, sie könnten Unterricht retten, indem sie Materialien vorgeben.

    Hintergrund 2: Die Anschaffung von 4-5 Büchern:

    Es gibt Lehrwerke, die statt eines Buches und eines dazugehörigen Arbeitsheftes mit mehreren dünneren Heften arbeiten, wobei oft Teilbereiche ausgelagert werden (Geometrie, Größen). Insgesamt bilden die 5 Hefte dann das Schulbuch eines Jahres ab.

    Ein Grund für diese Vorgehensweise ist, dass Kinder heute keine schweren Ranzen tragen sollen, weil es Untersuchungen gab, dass dies den Rücken schädigt.

    Ein weiterer ist, dass man die ausgelagerten Teile (Geometrie) auch einzeln anschaffen und von Kindern bearbeiten lassen kann, die im Rechnen andere Materialien benutzen, weil sie aus dem Lehrgang genommen wurden (z.B. Sonderpädagog. Unterstützungsbedarf)

    Ein Nachteil kann sein, dass die Arbeit mit diesen Lehrwerken unübersichtlicher erscheint und man sich als Lehrkraft selbst um Synergien oder einen sinnvollen Aufbau kümmern muss oder zumindest den gedachten Ablauf aus dem Stoffverteilungsplan des Verlags ablesen sollte.

    Zum Umfang der Bücher:

    Die Bücher bzw. Arbeitshefte bilden nicht die gesamten Inhalte des Unterrichts ab. Gerade die Auseinandersetzung, Erläuterung und auch offene Aufgaben sind kaum oder wenig enthalten.

    Gleichzeitig bieten die Verlage Arbeitsmaterialien mit breiter Differenzierung an, die im Material auch mittels Symbolen gekennzeichnet ist.

    Davon abgesehen, dass einige Lehrkräfte näher am Buch arbeiten als andere, sind Bücher zum Teils so konzipiert, dass die Kinder wirklich nur einen Teil der Aufgaben bearbeiten, weil sie die leichteren Rechen oder diese gerade auslassen. Auch dazu bieten die Verlage im Lehrermaterial Hinweise, wie eine Auswahl erfolgen kann.

    Das Lehrwerk an unserer Schule ist so umfangreich, dass man täglich 3 Seiten schaffen müsste, wenn man alles bearbeiten wollte. Das ist nicht erreichbar.

    Schulen können auch in NDS aus einer Auswahl an zugelassenen Lehrwerken wählen, ich kenne 2 Werke, die mit den 5er-Heften in Mathematik arbeiten, neben unzähligen zusätzliche. Übungsheften oder Formaten für Kinder mit besonderen Lernvoraussetzungen.

    Zum Hintergrund:

    „Vertretungskraft“ ist an Grundschulen in NDS ein weit gefasster Begriff,

    es gibt Pädagogische Mitarbeiter:innen ohne Ausbildung, die offiziell Betreuung übernehmen, im Alltag heißt es aber auch häufig „Vertretung“, siehe Vertretungsplan,

    und es gibt andere Vertretungslehrkräfte, die sich auf ausgeschriebene unbefristete Stellen bewerben, die einen Lehramtsbachelor haben oder einen Uni-Master.

    Am Ende unterrichten im Mangel alle alles auch für längere Zeit.

    Nachtrag, weil es vielleicht auch wichtig ist:

    Eine Vertretungs-Lehrkraft zu bekommen ist in NDS erst möglich, wenn langfristig Unterricht ausfallen wird (unbesetzte Stelle, Schwangerschaft mit frühem Arbeitsverbot, Langzeit-Erkrankung), dann erfolgt eine umfangreiche Antragsstellung, mehrere Stellen müssen die Vertretungsstelle frei geben. Die Stelle selbst wird in einem Portal veröffentlicht.

    Der Mangel selbst kommt in Schulen recht häufig vor, zumal seit Jahren nicht genug Stellen ausgeschrieben werden und die ausgeschriebenen nicht alle besetzt werden können. Fand man früher häufig Vertretungen, ist dies schwieriger, weil ein Teil der Personen schon regulär in Schulen auf anderen Stellen eingestellt ist und weil der Arbeitsmarkt ohnehin leer gefegt ist. Referendar:innen, die ihre Prüfung abgelegt haben, aber noch bis zum Sommer im Ref sind, können inzwischen ihre Stellen aufstocken und landen nicht auf den Listen für Vertretungsstellen.

    Schulen, die jemanden suchen, erhalten eine lange Liste mit Personen, die irgendwann einmal im Portal eingeschrieben waren - beim letzten Mal waren es bei uns über 80 Personen. Die Listen zeigen auch Personen, die nicht im GS-Bereich arbeiten dürfen, weil sie keine GS-relevanten Fächer haben. Auch sind die Listen nicht akutell, es gab Eintragungen die 3 Jahre alt waren (sieht man nicht, aber Personen, die mal auf den Listen standen und längst woanders arbeiten, erhalten lange Zeit danach Anrufe von SL, die händeringend suchen).

    Die SL muss die Listen sichten, mögliche Personen kontaktieren und nachfragen, ob die Personen bereit sind, an der Schule x Stunden zu übernehmen. Erst im Anschluss kommt es zur Prüfung, ob die Person eine Vertretung übernehmen darf.

    Es ist immer eine Abwägung, ob man noch länger mit dem Mangel aushalten kann oder ob man eine erwachsene Person einstellt, die dann eine Klasse versorgt.

    Es geht um ganz banale Dinge: einen Sitzplan am Pult deponieren (muss nicht aktuell sein) den alle Vertretenden sehen können. Die Regeln für den Morgenkreis 1x aufschreiben für alle, damit man sich das nicht in jeder Klasse neu erklären lassen muss. 1,2 Stichworte per Whatsapp dazu, in welchem Schrank das Material ist, das benutzt werden soll.

    Da glaube ich, dass Lehrkräfte zum einen betriebsblind sind, zum anderen gerade in der Grundschule eigene Gepflogenheiten sind und man wirklich am besten in den Klassen selbst fragen kann.

    Die Lehrkraft geht davon aus, dass das eingeführte Ritual von den Kindern geleitet wird und hat das auch entsprechend eingeübt.

    Wenn man länger in der Mangelsituation lebt und ständig eine andere Vertretung etwas übernimmt, von der man heute noch nicht weiß, dass sie morgen kommt, von der in NDS keine studiert sein muss und sie keine pädagogischen Kenntnisse braucht, dann sieht man schon in Klasse 1 schnell zu, dass die Klasse möglichst bald bestimmte Aufgaben relativ selbstständig erledigen kann oder es zumindest so gut eingeübt ist, dass darauf innerhalb der Vertretung zurückgegriffen werden kann.

    Nein, ist es nicht. Genau dafür gibt es ja die hier bereits angesprochenen Möglichkeit für OBAS. Dass dabei priorisiert Schulen mit dem höchsten Bedarf versorgt werden, liegt in der Natur der Sache und würde auch in der Privatwirtschaft nicht anders ablaufen.

    Belastet aber die Schulen noch mehr, die dank Brennpunkt und Standortnachteilen und unbeliebterer Schulform und schlechterer Bezahlung ohnehin schon Nachteile haben, also weit mehr Aufgaben und weit mehr Vertretung als andere Schulen und sich dadurch die Stammlehrkräfte eine Menge Aufgaben untereinander aufteilen müssen, da diese oft nicht an die Vertretungen gegeben werden (können).

    In NDS werden an Schulen mit Mangel u.a. Ref-Stellen gesetzt, damit die Statistik der Versorgung besser aussieht, also noch mehr Aufgaben für die Lehrkräfte.

    Insgesamt ein schlechtes System, das die Ausbildung nicht vernünftig mit Ressourcen versieht, sondern seit vielen Jahren Auszubildende und Aushilfen verheizt, um den Mangel zu kaschieren und am System selbst nichts ändern zu müssen oder zu wollen.

    Eine Abwägung „Entweder lesen oder Ethik“ fände ich fatal. Es muss beides gehen.

    Dann sollte man die Stunden, die für Religion oder Ethik als Alternative gesetzt sind, nicht als erlässlich darstellen, weil man auf der Suche nach Zeit für das Lesen ist.

    In #92 wurde schon deutlich, dass

    - in Berlin die Reli/LER-Stunden zusätzlich und freiwillig sind

    - andere BL weniger Stunden haben, wenn man Religion/ Ethik außen vor lässt - freiwillig oder nicht

    Sinnvoller wäre es , Zeiten für das Lesen zu schaffen, indem man mehr Stunden in die Grundschulen der BL gibt, die bisher mit 5 oder 6 Std Deutsch in der Woche auskommen müssen, oder ein Band setzt, sodass alle Klassen täglich eine (halbe) Übungsstunde haben, zusätzlich zum bisherigen Unterricht.

    Nimmt man die Lesezeit aus anderen Fächern mit dem Hinweis darauf, dass man dort auch Texte lesen könne, begrenzt man die freie Unterrichtszeit. Lesen wird nicht häufiger stattfinden, sondern ins Leseband ausgelagert. Die Qualität des Unterrichts verschlechtert sich dadurch, dass man durch diese Bedingung eingeschränkt wird und am anderen Tag auf die Inhalte eines zuvor gelesenen Textes zurückgreifen muss oder die Stunde mit Lesezeit im Rahmen der Einheit eine Unterbrechung darstellt.

    Die Alternative sind zusätzliche Förderangeboten für die Kinder, die es nötig haben, in sehr kleinen Gruppen, verpflichtend, durchgeführt von ausgebildeten Lehrkräften (statt Personal ohne Ausbildung zum Bereich Erstlesen/Deutsch oder ganz ohne pädagogische Ausbildung).

    Ein fest vorgegebenes Programm, das in Schulen abgespult würde von irgendwelchem Personal, würde gerade die entscheidenden 20% nicht erreichen.

    Auch in der Leseförderung benötigt man eine breite Differenzierung und muss als Lehrkraft genau hinschauen und -hören.

    Einmal mehr wurde ein Thread anderen Themas genutzt, die angenommene Nicht-Existenz von Gott herauszustellen und in vielen Anekdoten zu erzählen, wie intolerant Christen im eigenen Umfeld erscheinen … wohlgemerkt von vielen wissenschaftlich orientierten Naturwissenschaftler:innen, denen sonst wichtig ist, dass alles genau belegt wird und man sich auf naturwissenschaftliche Weise mit Annahmen beschäftigen müsse.

    Hintergrund war, dass sie auf der Suche nach Zeit zum Lesen den von ihnen als unsinnig erachteten Religionsunterricht in den Blick genommen haben, religiöse Bildung erscheint ihnen unwichtig, weil ihnen Glaube suspekt ist.

    Ethik (oder wie man das Fach benennen will) wäre dann im selben Band aber auch gestrichen, da man die Zeit ja zum Lesen benötigen will.

    Die Steigerung des Wirkungsgrades wäre kaum zu übersehen. Warum sollte ich denn das fertige Material nicht einsetzen?

    - weil sie den Lernstand der Lerngruppe nicht aufgreifen können, weil allgemeine Materialien nicht die Lernstände abbilden, die man bedienen muss,

    - weil sei eine Annahme vorgeben, dass auf bestimmte Weise unterrichtet werden kann, die in den Klassen ermöglicht werden müsste,

    - weil sie zwar einen Anteil offener Aufgaben definieren, diese aber weder umfangreich anbieten noch derart darbieten, dass Kinder sich diese erschließen können - alles benötigt Anleitung, die im differenzierten Unterricht und im offenen Aufgabenformat gerade nicht zu leisten ist,

    - weil sie ein Monopol auf eine Vorgehensweise legen, die allein gültig ist, Mathe nur noch aus Dortmund?,

    - weil es an vielen Stellen kein fertiges Material, sondern eine Darstellung der Vorgehensweise ist, weiteres Material zum Üben aber bereitgestellt werden muss, das dann wieder die Darstellungsweisen des vorgegebenen Materials aufgreifen sollte, um gerade den Schwächeren immer gleiche Formate anzubieten,

    - weil es dadurch zu erheblicher Mehrarbeit kommt.

    Es wird längst bekanntes Material als Ei des Kolumbus präsentiert.

    Ja, man kann sich dort informieren und Anregungen holen, nochmal nachlesen ... aber am Ende muss man es doch auf die eigene Lerngruppe anpassen.

    Mit dem Vorstoß wird seitens des Ministeriums zum Ausdruck gebracht, die Lehrkräfte hätten bisher falsche Materialien und Methoden gewählt und würden ihren Beruf nicht verstehen, weshalb es zu schlechten Ergebnissen käme.

    Dabei geht es doch um die (wirklich guten) Materialien von pikas und für Deutsch soll etwas ähnliches entwickelt werden. Im Prinzip nicht unbedingt schlecht.

    In dem Zusammenhang ist es nur wirklich schade und unverständlich, dass die Fachberatung quasi abgeschafft wird und die Lehrer Innen das nun untereinander machen sollen mit Hilfe der je Schule verantwortlichen Deutsch - und Mathebeauftragten und das alles natürlich mal wieder on top ohne Ausgleich.

    Das Material aus Dortmund gibt es doch schon längst.

    Damit ist doch aber der Unterricht nicht gefüllt, nicht mit Übungen angereichert, nicht differenziert.

    Ich bin gespannt, wie das in NRW weitergeht und ob es wirklich möglich ist, dass ein BL die konkreten Materialien vorgeben will und kann.

    Und sehr plumpe Verwechselungen wurden schon aufgedeckt: das man sich mit etwas wissenschaftlich beschäftigt, bedeutet nicht, dass der untersuchte Gegenstand zur Wissenschaft wird.

    Wenn man sich mit Schmetterlingen beschäftigt, werden diese auch nicht zur Wissenschaft, man kann aber eine Wissenschaft daraus machen, sich mit Schmetterlingen zu beschäftigen.

    Es ist erschreckend, wie sehr hier mit Vorurteilen hinsichtlich des Religionsunterrichts und des Theologiestudiums gewuchert wird,

    wobei einige deutlich zeigen, dass sie gar keine Ahnung haben, weder von den religiösen Aspekten noch vom Unterrichtsfach.

    Die Abneigung der Religion und die Unkenntnis des Faches führen dazu, das Fach streichen zu wollen. Wie sieht es mit Kunst, Musik, Sport, Physik aus? Warum ist das kein Privatvergnügen?

    Selbst etwas erlebt zu haben, wird ja in Navi immer als anekdotisch abgewiesen, warum sollte das im Religionsunterricht anders sein?

    Bestimmt gibt es auch schlechte Religionslehrkräfte.

    Bestimmt hat sich in den vergangenen Jahren am Unterricht etliches verändert, auch in Religion gibt es eine Kompetenzorientierung und immer mal neue Curricula mit neuen Inhalten.

    Macht ein merkwürdiger Mathelehrer die Mathematik selbst schlecht? Kann man daran das Fach selbst messen? Wie war das mit dem Prof, dem die Kenntnisse seiner SuS nicht ausreichen?

    Der Unterschied ist: am konfessionell geprägten Unterricht oder am Unterricht, dessen Nase oder religiöse Ausrichtung einem nicht passt, muss man gar nicht teilnehmen, man kann sich abmelden.

    Gut ist, wenn es dann eine Alternative gibt.

    Noch besser wäre, wenn es ein allgemeines Fach für alle SuS miteinander gäbe, das die Themen und Inhalte aufgreift. Mir wäre daran gelegen, dass man sich mit den unterschiedlichen Religionen und Abneigungen, die die Gesellschaft prägen, auseinandersetzt, statt zu meinen, es sei Privatvergnügen. Ist es nämlich nicht.

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