Beiträge von Palim

    Ich kann es mir nicht vorstellen,

    wir hatten Vertretungen, Abordnungen von anderen Schulformen

    und immer ist es eine Ausnahme-Situation,

    immer bleibt vieles an den Stamm-Lehrkräften zusätzlich hängen.

    Ja, es ist nicht gut, wenn Unterricht ausfällt,

    aber es ist auch nicht gut, wenn man zu wenig ausbildet, zu schlechte Arbeitsbedingungen hat und dann Kräfte ohne oder mit sehr geringer Ausbildung in die Klassen stellt, die nicht nur das Unterrichten erlernen müssen, sondern letztlich auch alle anderen Aufgaben übertragen bekommen und tragen sollen.

    Und selbst für die Betreuung von Klassen sind keine Erzieher:innen eingesetzt, sondern Mitarbeitende ohne pädagogische Vorbildung.

    Ich überlege, ob es bei der Darstellung, man könne ohne Uni-Abschluss Lehrkraft werden, nicht schlicht ein Missverständnis ist.

    In nahezu allen Bundesländern gibt es verschiedene Personen an den Schulen, die als Vertretung, für die Förderung etc. eingesetzt werden, in BW als Vertragskräfte/ Fach- und Unterstützungskräfte für Vertretung und Sprachförderung,

    in BW gibt es dann noch "Förderlehrkräfte", die eine Ausbildung absolvieren.

    Dafür gibt es Stellen an Schulen, es sind aber keine Lehrkräfte im engeren Sinne. Für Außenstehende erweckt es den Eindruck, sie würden Unterricht erteilen, zumal sie flexibel eingesetzt werden können - und das eben auch Aufsicht zur Vertretung beinhalten kann.

    Vorher war eins meiner ADS Kinder dran, weil (...) und wir gemeinsam (Eltern, Beratungslehrer, schulpsychologischer Dienst) nach der bestmöglichen Lösung suchen.

    Wir haben in der GS ALLE Kinder und da ist nix einfach oder für alle gleich.

    Ja, so mache ich das auch, wenn es sich irgendwie organisieren lässt, eines nach dem anderen, manchmal auch mehrere Sachen parallel, dazu der normale Kram.

    Und auch deshalb ist die Arbeitszeit und -belastung immer hoch, weil immer noch etwas aufgeschoben wartet und immer viel mit vielen zu regeln ist.

    Letzte Woche war es das eine i-Kind, morgen ist es das andere, alles braucht viele Gespräche und Absprachen, für die die Zeit eigentlich nicht gewährt wird.

    Ich finde gut, dass du dich kümmerst, und verstehe, dass du alle Mögliche versuchst ... und bestimmt auch noch einiges mehr.

    ABER ich finde auch richtig, dass du es für dich auslotest. Wenn es nicht machbar erscheint, weil am Ende du mit der gesamten Gruppe in der Botanik stehst und einen Krankenwagen bräuchtest, dann solltest du genau das deutlich ansprechen. Gibt es keine Lösung für die Betreuung, kann das Kind gar nicht mit oder nur tageweise mitfahren oder täglich gebracht werden.

    Dazu gehört auch, dass die Begleitung - so ist es bei uns - 8h arbeitet, den Rest der Zeit aber Freizeit hat. Dann sind die Lehrkräfte doch wieder zuständig.

    Die Eltern vieler Kinder erwarten, dass man den Kindern so viel nachträgt, wie sie es selbst tun, und die Kinder allumfassend 1:1 betreut und begleitet werden. Eine Klasse ist aber eine Gruppe und die Einzelfallhilfe muss das Amt stellen, nicht die Schule.

    Bisher ist alles, was an Subventionen in den Sektor geflossen ist, zu fast 100% bei der Klientel der Besser- und Best-Verdienenden gelandet.

    Ist das so?

    Weil die mit den Reihenhäuschen mehrfach benannt wurden: in meiner Region gibt es nahezu keine Reihenhäuschen oder Wohnungen. Selbst die Leute, die vom Amt untergebracht werden, landen oft in Häusern, nein, ohne Walbox.

    Allerdings kann man hier auf die Öffentlichen nicht zählen, da sie nur ab und an fahren und es abends keinerlei Möglichkeiten gibt. Da denke ich, dass es in den Städten und umzu andere Angebote zur Mobilität gibt und diejenigen, die den Bus bräuchten, der an jeder Milchkanne hält, mit einem Stromer besser bedient und dann vielleicht auch gefördert sind.

    Das ist ja aber sehr unterschiedlich, es sieht anders aus, wenn man nicht in de Nähe wohnt und auch, wenn man zwischendrin keinerlei Freistunden oder Entlastungsstunden hat, sondern durchgängig Unterricht und ohnehin alles außerunterrichtliche noch hintenan hängen muss.

    Die Kolleginnen, die da bleiben, legen sich einige ihrer Aufgaben in die Zwischenzeit, bleiben an der Schule und arbeiten dort, dafür ist (hoffentlich) ein anderer Tag entlastet.

    und lieber die Zeit im Lehrerzimmer totschlage

    Ich finde vor lauter Aufgaben gar keine Zeit, die ich totschlagen könnte.

    Die Aussagen, es sei keine Arbeit, knüpft daran an, dass allein die 45 min Unterricht als solche gewertet werden, nicht die Pausen und Zwischenpausen. Verstehe ich nicht, ebensowenig wie die Zeit zwischen Unterricht und Konferenz.

    Wenn ich in anderen Berufen auf den nächsten Kunden, Klienten, Patienten warte, ist es auch Arbeitszeit, wenn ich den Raum vorbereite oder aufräume, mich auf die nächste Aufgabe einstelle, Materialien zusammensuche etc., warum wird das bei Lehrkräften anders gewertet?

    Wenn die Konferenz gleich nach dem Unterricht liegt, ist kaum Zeit, den Raum für den nächsten Tag vorzubereiten, zur Toilette zu gehen und etwas zu essen,

    ist die Konferenz später, liegen dort zwischendrin Arbeitsgruppen oder Korrekturen.

    Spazieren gehen die wenigsten in der Zeit, wer kann, fährt nach Hause, und ja, das wäre dann keine Arbeitszeit, die Tätigkeiten an der Schule aber schon, da ist es egal, ob ich sie zwischen Unterricht und Konferenz oder nach der Konferenz oder vor dem Unterricht am nächsten Morgen erledige.

    Ich habe es schonmal geschrieben, meine Kinder haben keine Aufsatzerziehung gehabt,

    Gar nicht?

    Hm, bei uns wurde es nach und nach zurückgedrängt UND die Vorgaben für Klassenarbeiten geändert,

    aber man muss ja trotz anderer Projekte auch mal einen Text verfassen lassen.

    Davon abgesehen finde ich die Aufgabenstellungen in den Schulbüchern oft schlecht, aber das ist ein weiteres Thema.

    Obwohl es bei uns zurückgedrängt wurde, bin ich bemüht, eine Mischung hinzubekommen und auch mal längere Texte zu schreiben. An meine eigene GS-Zeit (Lieder von der Tafel abschreiben) und an Unterricht mit mehrfacher Überarbeitung durch Abschrift komme ich aber nicht heran.

    Dennoch glaube ich, dass es in den abgegebenen Jahrgängen jetzt schon und nachfolgend noch mehr so sein wird, dass die SuS noch keine längeren Texte entwickelt haben, weil die 5-6 Std. Deutsch nicht ausreichen.

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