Ich reize bei solchen Kindern aus, was geht und was nicht, womit man das Kind locken kann und was es absolut unkonzentriert werden lässt.
Danach wähle ich dann Möglichkeiten, die dem Kind entgegen kommen, und nähere mich immer weiter einer verbesserten Beschulung an.
Wollte ich auf irgendwelche Überprüfungen Dritter warten, wären 2 Schuljahre rum, das dauert mir zu lang. Man kann es parallel dazu anstoßen und alle möglichen Register ziehen, im Unterricht reagiere ich trotzdem vor einer Diagnose.
Ist das Kind überfordert, würden einfachere Aufgaben immer gleicher Aufgabenstellung helfen. Später müsste man dann überlegen, welche Aufgaben erledigt werden müssen, um die grundlegenden Kompetenzen erreichen zu können.
Ist das Kind unterfordert, schaltet es ab, sobald es die Aufgabe verstanden hat, um sich der ewigen Wiederholung zu entziehen. Auch beim Üben und immer gleichen Aufgaben schalten diese Kinder ab, verzögern, machen höchstens das Allernötigste, suchen Auswege, entziehen sich, rebellieren. Später müsste man dann gemeinsam erarbeiten, welche grundlegenden Aufgaben verpflichtend bleiben und was danach/dazu ermöglicht werden kann.
Hat das Kind ein Hörproblemen, kann es in Einzelsituationen folgen, in der Gruppe oder Klasse ist das Filtern der Umgebungsgeräusche so anstrengend, dass es bald unterbleibt. Später müsste man einen Weg finden, die Ansprache an das Kind zu finden und das Kind selbst zu unterstützen, Kommunikationshindernisse zu bewältigen.
Das Marburger Konzentrationstraining wird hier von Ergotherapeut:innen angeboten, es findet in einer Gruppe statt. Dafür ein Rezept zu bekommen, ist ein Glücksspiel, ich kenne Eltern, die es selbst gezahlt haben.
Ich schließe mich Caro07 an: wenn die Ursache nicht gefunden ist, wirkt es nur bedingt. Vielleicht gibt es Kinder, die daraus Regeln mitnehmen und sich stärker darum bemühen. Aber wenn das Kind dem Unterricht nicht folgen kann, muss es sich ausweichend verhalten, was soll es sonst tun?