Beiträge von Palim

    Mich stört ehrlich gesagt schon die Suggestion, Bewerber in der 2. Runde seien grundsätzlich schlechtere Lehrkräfte. Dabei wird vollkommen verkannt, wie die Ausschreibungen und Besetzungsrunden - insbesondere an den weiterführenden Schulen mit ihren Fächerkombinationen - tatsächlich ablaufen. Aber ja, diejenigen, die nun bereit sind, auch Stellen in Betracht zu ziehen, die vorher zu unattraktiv schienen, erhalten zeitlich befristet einen kleinen Gehaltszuschlag.

    Ich sehe das Problem darin für kommende Einstellungsrunden nicht. Insbesondere sehe ich keine Gefahr, dass jemand eine feste Stellenzusage in der 1. Runde (und damit ein sicheres Jahreseinkommen von mind. 46,7k) an seiner Wunschschule ausschlägt, um darauf zu spekulieren, in der 2. Runde eine Stelle, welche vermutlich nicht am Wunschort liegt, zu erhalten, nur um insgesamt über 24 Monate 3,6k-9,6k Brutto mehr zu erhalten. Das steht in keinem Verhältnis zueinander.

    Wie auch immer das an weiterführenden Schulen läuft, da sind es ja die Ge+H+R-Schulen, die Bedarf haben, Gymnasien sind nahezu vollständig besetzt.

    Wie aber ist es, wenn man als Schule leer ausgeht und nochmal und nochmal, weil man an den Nachteilen (Schulform, Region, Anteil benachteiligter Schüler:innen) so gar nichts ändern kann? Warum können diese Schulen, die seit Jahren zu kurz kommen und immer mit Behelf arbeiten, nicht gleich einen Bonus erhalten, statt wieder abwarten zu müssen und irgendwann in den Sommerferien vielleicht noch irgendwen zu bekommen?

    An den Grundschulen ist es ähnlich, die Erwartung, eine eigene Klassenleitung in 1-4 für das eigene Kind zu haben, aber sicher noch höher.

    Am Ende wird die Prämie nicht viel bringen, Enttäuschung bei denen, die sich besonders ins Zeug gelegt haben für eine gute Note und weniger Geld als ihre Mitstreiter:innen erhalten, die mit ganz anderer Note aus dem Ref kommen.

    Wenn man die benachteiligten Schulen wirklich vernünftig versorgen wollte, müsste man ganz andere Maßnahmen ergreifen, sodass der Nachteil durch Vorteile aufgewogen würde.

    Fairer wäre es dennoch, wenn gleich zu Beginn klar wäre, welche Standorte oder Regionen Prämien ausloben.

    Denn so bekommen die Schulen auch die schlechteren Bewerber:innen, die dann mehr Geld erhalten.

    Was du dabei übersiehst, ist, dass bisher gar nicht transparent ist, welche Stellen die Prämien erhalten. So wie es auf der Seite des Ministeriums steht, gilt es für alle in der 2. Runde.

    Stellen, die ländlich nicht besetzt werden konnten, sollten in beliebtere Uni-Städte verlegt werden, gekoppelt an eine Verpflichtung auf Abordnung in die Fläche, letztlich aber eine Stammschule in einer Uni-Stadt. Die Schulen auf dem Land suchen dann in einigen Jahren wieder und arbeiten wieder neu ein. Das geht schon seit Jahren so.

    Auch gibt es Bewerbende, die durchaus in den ländlichen Regionen Stellen angenommen haben. Wer in der 1. Runde leer ausgegangen ist, bekommt nun erheblich mehr Geld, landet aber womöglich an der gleichen Schule wie andere Bewerbende der 1. Runde.

    Was bedeutet das für die nächste Einstellungsrunde?

    Und davon abgesehen, ganz ehrlich: Wie hoch sind diese Prämien (immerhin sprechen wir vom öD)? 500 €? 1000 €? 2000 €?

    "Mit einem einmaligen befristeten Prämiensystem soll die Motivation von Bewerberinnen und Bewerbern, in der aktuellen 2. Einstellungsrunde eine noch offene Stelle zu besetzen, deutlich erhöht werden.

    Bis zu 400 Euro zusätzlich für 24 Monate können in diesem Einstellungsverfahren als Zuschlag zum Gehalt gezahlt werden. Die konkrete Höhe der Prämie ist abhängig von der Schulform und der Fächerkombination, der Zuschlag beträgt aber mindestes 150 Euro. Das Instrument kann landesweit ab sofort für alle offenen Stellen eingesetzt werden.

    Alle Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst des Lehramts an Haupt- und Realschulen sowie für das Lehramt an Förderschulen erhalten ab August 2022 eine „HRS-Prämie“ in Höhe von rund 300 Euro für die Dauer des gesamten Vorbereitungsdienstes."

    https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/akt…ten-212869.html

    Diese Zuordnung ist falsch. Diejenigen, die ein gutes Ref gemacht haben, haben bereits in der 1. Runde zugeschlagen, eine sichere Stelle erhalten, die mit hoher Sicherheit an ihrer Wunschschule liegt. Die nun ausgelobte Prämie dient vor allem dazu, bislang ohnehin offen gebliebene Stellen attraktiver zu machen.

    Warum ist dabei die Zuordnung falsch?

    Wer wollte, konnte im 1. oder 2. Durchlauf eine Stelle bekommen, nun werden sie umgewidmet, in größere, beliebtere Städte gezogen … und mit Prämien versehen.

    Diese Prämien gehen also nicht an die Referendar:innen, die besonders gut waren und in der Auswahl oben standen oder die sich im 2. Durchgang flexibel mit einer Stelle arrangiert haben.

    Wenn man froh ist, irgendwo eine Stelle zu ergattern, ist man örtlich flexibel. Vor 25-30 Jahren war es so. Außerdem waren die Stellen Bezirksstellen, die Zuweisung erfolgte von der Landesschulbehörde.

    Die schulscharfen Stellen ermöglichen der Schule, mehr Einfluss auf die Auswahl zu nehmen. Da es aber zu wenige Bewerbende gibt, können sie sich die Schulen - und damit den Schulort - auswählen.

    Das ist inzwischen etliche Jahre so, wodurch der Eindruck entsteht, man habe Anrecht auf eine Stelle am Wunschort.

    Zu beobachten ist hier auch, dass bestimmte Landkreise oder Regionen bevorzugt ausschreiben und es in anderen Regionen - trotz Mangels - keine Stellen gibt.

    Wenn man dort bleiben möchte, verzichtet man auf die feste Stelle und kann sich regional einer Vertretungsstelle sicher sein, mit der man ein halbes Jahr bis zur nächsten Ausschreibung überbrückt.

    NDS lobt auch gerade Prämien aus.

    Wer noch übrig ist und die aller-allerletzten Stellen annimmt, bekommt zusätzliches Geld.

    Diejenigen, die ein gutes Ref gemacht haben und sofort eine Stelle finden konnten, werden keine Prämie erhalten.

    Wenn bei uns Schulhausübernachtung ist, hat die Klasse am nächsten Tag frei. (Die sind da eh nimma zu gebrauchen;))

    Und wenn ich am nächsten Tag die Klasse habe, ich natürlich auch.

    Das hatte ich mal vorgeschlagen, aber da gab es eine Absage.

    Die Kinder hätten Unterricht (ok Frühstück etc.) und ich müsse bleiben.

    Ob das heute noch so wäre? Weiß ich nicht.

    Wenn eine Überstunde nur gezählt wird, wenn sie „am Kind“ ist, dann soll diese Regel auch konsequent gelten, also auch wenn es am Nachmittag oder Abend oder als Klassenfahrt erfolgt.

    Und im Ref. habe ich kaum (keine?) Anwärter erlebt, die nicht irgendwelche bekannten, vorgefertigen was auch immer Stundenentwürfe als Grundlage genommen und dann ihren eigenen Entwurf daraus gemacht haben.

    Da ist die Bandbreite aber auch riesig. Ein Gerüst zu nutzen und Material zu schürfen, ist etwas anderes, als einen Entwurf abzukupfern ODER gar nahezu 1:1 zu übernehmen oder Teile von anderswo zu nuzten und nicht zu kennzeichnen.

    Ich kenne einige Referendarinnen, die alle keine Standardstunden abgeliefert haben, sondern immer etwas eigenes, z.T. ganz neue Sachen.

    Trotzdem können sie Standard für den schnellen Alltag.

    … (fällt bestimmt unter Exkursion...), um die Mathematik, die für die Chemie benötigt wird, noch einmal auf andere, interessanter gestaltete Art und Weise wiederholen zu können. Nach deinen Turneinheiten sollten die Mathekenntnisse nämlich sitzen - wie ich mir gut vorstellen kann.:zahnluecke::pirat:

    Das ist sicher eine gute, länderübergreifend Möglichkeit, auf die ZAP oder das Zentral-Abi vorzubereiten.

    Mein Lachen bezieht sich auf das "Ernte-Argument". Genau deshalb haben wie hier in BW ja einen festen Ferientermin. Vielleicht sollten die anderen Bundesländer auch mal anfangen zu einem fixen Termin ihre Ernte einzufahren, statt alljährlich anders. :zahnluecke:

    Wir nehmen alle Monate mit R wegen der Muscheln und Mai- August für die Krabbensaison.

    Und du bist blauäugig aus dem Süden zugezogen, im Glauben, alle Welt hätte immer zur gleichen Zeit Ernte und es würde nichts ausmachen, ob die Kinder hüben oder drüben wohnen bzw. zur Schule gehen?

    Ja, ist blöd, aber darum muss man doch nicht anderen die Ferien streichen wollen. :weissnicht:

    Man könnte diesen Eltern auch zusätzliche oder versetzte Urlaubstage gewähren oder den Kindern einen späteren Einstieg ermöglichen… oder die Herbstferien gleich für alle verlängern.

    Würdest du die Sommerferien auch streichen wollen, weil es bei einigen Eltern zeitlich nicht passt?

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